nung und namentliches Verzeichniß der dabei, gegenwärtig Gewesenen, so wie Auszüge aus

Im Dokument Inländische Blätter. (Seite 84-88)

Schreiben des Herrn Direktors air den Hrm

Rector der geistlichen Akademie zu Peters­

burg, und an die drei Herren Bibliothekare.

Der Ertrag dieser Schrift wird, zum Besten der im Kriege Verwundeten und Verun­

glückten, an den patriotischen Damen - Ver­

ein abgegeben.

Bei Absetzung der Leiche Ihro Erlaucht der allgemein verehrten Frau Grafin von der A v a n c e m e n t s - D e r i n d e r K a n z e l l e i des H r n . Rigaischen Kriegs-Gouverneurs u. s.w. Marquis P a u l u c c i E r l . angestellte H e r r T i t . R a t h H i p p i u s ist zum Coll. Assessor avancirt, und die Herren Kan-zelUsten Schmidt und Gretschinsky haben den Rang von Collegien-Registratoren erhalten.

V e r s t o r b e n . D e n 6 . F e b r . zu S c h l o ß - A d s e l , W a l k . D i s t r . , F r a u D o r o t h e a E l i s . v o n R a u t e n ­ feld/ geb. Bauer/ 70 I. alt, und 49 I- verheu-rathet mit dem Erbbesitzer dieses Gutes, und Mut­

ter von S erwachsenen Kindern; eine Dame von religiösem und humanen Sinne, (wie der Heraus­

geber d. Bl. selbst Gelegenheit gehabt, sie kennen zu lernen). -- Den 20. Febr. in der Frauenbur-gischen Krons-Forstei, der aus Jena gebürtig ge­

wesene Hauslehrer Friedrich Eich mann. — Den 11. April/Frau Juliana von Heyking, geb. von Hahn, 66 Jahr alt; 46 Jahr verehelicht gewesen mit Hrn. B. S. von Heyking, Erbbesitzer auf Gal­

ten in Kurland.

A l l e r l e i . Z u des i n Ochotsk verstorbenen ( u n d eine Zeitlang auch in diesen Provinzen gelebt ha­

benden) AdiunctS der Akademie der Wissenschaften Redowsky Nachlaß/ welcher in >71« Rub. Silb., i«,4,oRub. B.A., und 1S00 R. in Billeten besteht/

werden die Erben und etwanigen Gläubiger aufgefor­

dert, sich zu melden; ^ie innerhalb des Reiches in 3/ die außerhalb in 6 Monaten. (Ptbg. deutsche Zeit. Nr. -9.)

P e r n a u . A l l e d i e 8 P e r s o n e n , welche v o n e i ­ nem tollen Hunde gebissen (S. 5s), allhier in der Cur des Kreis-Arztes, Herrn Doctors Bornwasser, und unter derPflege des Chirurgus-Discipels Stie­

ger/ sich befanden/ sind/ als geheilt in ihre Heimat entlassen, jedoch einer fortdauernden sorgfältigen Aufsicht empfohlen worden. — Am Z. u. 4. Äpril kam hier eine Esthin mit Drillingen nieder; erst mit einem Sohne, dann mit einem Sohne und ei­

ner Tochter. Bis zur Einsendung dieser Nachricht befanden sich alle drei sehr wohl. — Am 4. April gieng der Hiesige Bach aus/ ohne irgend einigen Schaden zu verursachen. Nur war das Wasser hoch und reißend. — Am 7. April ertrank im Bache, nahe an Hessen Ausflusse in die See, ein Fuhrmann/

welcher beim Fischen von einem schmalen Balken abgegleitet war.

Am iSten April fuhr unweit Dorpat ein Boot mit »6 Personen beiderlei Geschlechts Russen, den

Pahlen in der Reichsgraflich von Medem-Elleyischen Familien-Kapelle, den 10. März 1814, gesprochen von dem Prediger deö Sessauschen Kirchspiels Propst Joachim Friedrich Voigt. Mitau 1814. iZ S.

8-Eine ihres Gegenstandes würdige, durch Gemüth und Geist und Sprache, ausgezeich­

net-vortreffliche Rede!

Embach entlang. Der Wind faßte das aufge­

spannte Segel, warf das Boot um, und 9 Per­

sonen ertranken. — Gleichfalls ertrunken sind in Kurland, unter dem Gute Neu-Sorge in einem ausgetretenen kleinen Flüßchen, ein Bauerknecht;

und unter Neugut ein zweijähriges Kind im Tei­

c h e des Gesindehofes. — A b g e b r a n n t ist i m Bauskeschen Kreise von dem Beihofe des Gutes Zerranxt, Jslitz genannt, das Wohngebaude und das Pfahl-Land, in welchem das Feuer ausgekom­

men, zusamt dem Viehe. — Im JlluAischen Krei­

se, unter dem Gute Grünwald, zwei Bauer-Gesin­

de, das eine mit allen Neben-Gebäuden, das an­

dere mit dem Stalle- Beide mit allen Gerätschaf­

ten, und das eine »yit dem gesamten Getraide-Vorrathe- Das Feuer war aus dem Dache einer Malzerei ausgebrochen. (Da, nach den officiellen Berichten/ die Feuersbrünste in!Kurland die locale Eigenthümlichkeit zu haben scheinen, daß niemahls ausaemittelt werden kann, wodurch eine entstan­

den,' so wird der Herausg. dieß, als vorauszusetzen/

künftig gar nicht mehr erst noch besonders bemerken.

N a c h f r a g e n . D i e G r o ß - Jungfernhoflsche KirchspielS-Schulmeister-Stelle/ welche kürzlich erst um So Thaler verbessert worden, ist zu besetzen.

Die Erfordernisse, sind: Mit Zeugnissen belegte gute Führung, fertig deutsch und lettisch Lesen und Schreiben, deutlich und richtig Schreiben, Unter­

richten-können in den Anfangs-Gründen der Re­

chenkunst, Singen der Kirchen-Melodieen ohne Aus­

nahme und Orgelspielen. Man meldet sich bei Herrn Pastor Schönberg zu Lenewaden und Groß<

Jungfernhof.

Ein unverheuratheter Mann von mittlerem Al­

ter/ welcher, mehrere Jahre hindurch, theils als öffentlicher, theils als Privat-Lehrer in Kurland gelebt, wünscht wieder die Stelle eines Hans-Leh-rers in einem guten Hause in Liv- oder Kurland Außer den gewöhnlichen Schul-Kenntnissen unter­

richtet er auch im Griechischen, Französischen, En­

glischen und auf dem Claviere. Nachricht giebt Hr. Schul-Inspektor Doct. Zimmermann zu Gol-dmgen.

Ist zu drucken erlaubt worden.

Riga, den s/. April »814.

A. Albanus, Livl.Gouv.-Schul-Dir. «.Ritter

Inländische Blätter, n»,

Den 5. Mai 1814.

V e r o r d n u n g e n .

S e n a t s - U k a s v . 1 1 . M a r z 1 8 1 4 . ( S e n . Zeit. Nr. 14.) In den vom Feinde besetzt

"und von den Behörden verlassen" gewesenen Provinzen, sollen die, bis zur Wiederherstel­

l u n g d e s G e s c h ä f t s g a n g s v e r a b s ä u m t e n , A p -p e l l a t i o n s - T e r m i n e a n d e n S e n a t niemanden zur Last gelegt werden. Wechsel-, Leih- und Pfand-Briefe und Handschriften verlieren, in gleicher Art, weder ihre Rechte, noch brauchen sie die aufNichc-Worthaltung gesetzten Strafen zu bezahlen. Eben so auch die Bank-Schuldner nicht die Strafe für Nicht-Eintragenlassen der Summen und Pro-cente. Alles mit einem Termine von z Mo­

naten vom Datum des Ukases.— Derselbe Termin wird zugestanden für die

Senats-Appellationen aus denjenigen Gouvernements, in welchen die Post gar nicht, oder nicht re­

gelmäßig gegangen; wenn mit Zeugnissen er­

wiesen worden, daß der verabsäumte Termin grade in den Zeitpunct gefallen ist.

S e n a t s - U k a s v o m M ä r z 1 8 1 4 . ( S e n . Zeit. Nr. 15.) Die in dem Ukas v. 11. Febr.

1812 gegebene Erlaubniß: zu den neuen Fest­

setzungen a u c h a l t e s S t e m p e l - P a p i e r nehmen zu dürfen, wird, da jetzt Stempel-Papier zu den dort bestinnnten Preisen, ge­

nug vorhanden ist, aufgehoben.

Die Livlandifche Gouv.-Regierung be­

fiehlt (den 17. April 1814. Rig. Anz. Nr. 16.) d i e A b g a b e n n i e m a n d e m , a l s d e m K r e i s -Rentmeister eigenhändig zu überlie­

fern, und auch aus seiner Hand die Quittun­

gen über dergleichen Gelder zu empfangen.

Widrigenfalls man entstehende Nachtheile sich selbst zuzuschreiben hat.

V e r m i s c h t e N a c h r i c h t e n .

Am isten Mai dieses Jahres überreichte Sr. Erlaucht dem Herrn Civil-Oberbefehls­

haber von Liv - und Kurland, Marquis Paulucci, eine Deputation der Kurlandischen Ritterschasts-Cmnmittee, zu Riga, das förm­

liche Diplom des, durch eine Deputation vom jüngst gehaltnen Landtage, früher schon

Hochdemselben überbrachten Jndigenats der Ritterschaft von Kurland und Semgallen.

Die dießjährigen Vergnügungen der Oster-woche zu Petersburg und Moskwa schienen dem höhern Feste, das ihnen bald folgte, zur Vor­

ahndung dienen zu wollen. Der Himmel selbst begünstigte die Volksfrende, durch die heiterste Witterung, welche in jener Woche gerade statt fand. In Petersburg nahmen die Belustigungen auf dem Isaaks- und Pe­

ters-Platze ihre Steve. Am Sonntage be­

fanden sich dort an 20,000 Manschen;

Equipagen fuhren in 4, bei dem Ausgange nach dem Winter-Palais zu, in 20 Reihen, neben einander; und, wie dabei, fo herrscht?

überall die musterhafteste Ordnung und Si­

cherheit. — In Moskwa war der Schau­

platz von dem Nowinökischen Platze, den der Brand verheert hat, nach der Wall-Prome­

nade zwischen der AHeßnizischen und Petrows-kischen Pforte verlegt; und machte, in mehr denn Einer Hinsicht, mit seinen fröhlichen Auferstehungs-Gefüblen, die Zeit des Todes vergessen.

A m i z . A p r i l d e s M o r g e n s l a n g t e S e . Excel!., der Kaiserliche Herr General-Adju­

tant Kutusow, init der Nachricht von der Besitznahme der Stadt Paris in St. Pe­

tersburg an. Der Donner des Geschützes von Her Festung kündigte dieselbe der hoch­

erfreuten Stadt feierlich an. Am 15. April ward ein Dankfest in der Kasanischen Kir­

che gefeiert, und der stellvertretende Kriegs-Minister F^.rst Gortschakow Durchl. verlaß das Schreien des Befreiers Europa's an Seine gIü<Uiche Mutter. Die lautesten Aus­

brüche der Volks-Freude geleiteten Sie auf Ihrem Rückwege. Unmittelbar aus der Ka­

thedrale begaben di« Glieder Eines dirigi-renden Synvbs, die Minister, der Reichs­

rath und die Senatoren sich in den Senat;

um dem Kaiser und Herrn für Höchstdessen rastlose Anstrengung und unerschütterliche Ausdauer, durch welche er Rußland den Ruhm, und ganz Europa die Segnungen, dieses glorreichen Ausganges errungen, im Namen Seines Reiches freudigst zu danken.

— Am 16. April war große Mittags-Tafel bei Jhro Majestät der Kaiserin Maria. — Am 18. April gab die Commerz-Gesellschaft ein Diner von ZOO Couverts. Alexanders Brustbild stand in einer geschmackvoll dra-pirten Vertiefung mit 600 Kerzen umbuch­

tet; zum Symbol des neuen Tages, welcher durch Ihn jetzt über Europa aufgehen wird.

An den Säulen glänzten die Namen der Schlachtfelder dieses Feldzugs, wo die Rus­

sischen Krieger gesieget, (Vergl. Stadtbl. 181?.

S. ?8o.), und über dem Portale der Thüre nach dem zweiten Saale flammte: "Paris den 19. März besetzt." — Den 19. April feierte die zweite Tanz-Gesellschaft mit einem Mit­

tags-Mahle, zuerst für Invaliden, sämtlich mit der Medaille von 1812, und dann für sich und ihre Geladenen. Es schloß ein Ball, und, wie auch in der Commerz»Gesellschaft, eine reiche Illumination. In der Illumina­

tion der drei Fest-Abende bot überhaupt die Residenz Alles, was Freuden-Enthusiasmus, Pracht und Kunstsinn ersinnen können, in anziehendester Mannichfaltigkeit auf, um ihr Interesse für detx Gegenstand der Feier, sei­

ner würdig auszusprechen« (Inval. u.N.P.) Die Petersburgische Kaufmannschaft hatte ihren Dank für die Ueberbringung der fest­

lichen Botschaft dem Herrn General Kntu-sow durch Überreichung eines silbernen Po­

kals, auf silberner Schaale, mit 4OooSkuckDu-caten bezeigt. "Hinlänglich belohnt durch das Glück, der Bote des Ruhms gewesen zu seyn, und als Russe gewohnt, eines Genusses sich zu freuen nur dadurch, daß er mit Andern ihn theile — schreibt der hochherzige Em­

pfanger des Geschenks an die Unterstützungs-Commission für die durch den Krieg Ve«:n-glückten — wolle er die Silber-Stücke, als Andenken für sich und seine Kinder behal­

ten; die Ducaten aber bestimme er für den wohlthätigen Zweck der Commission; Einer patriotischen Kaufmannschaft zum Danke ver­

pflichtet auch jetzt, weil sie ihm Gelegenheit gegeben, zu thun, wozu er sonst sich außer Stande gesehen haben würde." Im Namen der Commission antworteten ihm die Herren Graf Kotschubei, Graf Golowin und Fürst Alex. Golizün: "So viele Beiträge sie auch schon erhalten, so habe dock) gerade dieses Geschenk für sie einen unendlichen Werth.

Mit so viel Freude als Dank würden sie es zu seiner Bestimmung anzuwenden, nicht er­

mangeln u. s. w." (N. P.)

Durch einen Ukas vom ?o. Novbr. i8i?

ertheilten Se. Majestät dem dirigirenden Se­

nate den Befehl, dem tapfern Vertheidiger dieser Provinzen gegen die drohenden Plane des Feindes im Jahre 1812, Grafen Wit-genstein Erlaucht, die Inschrift des von der dankbaren Stadt Pleskow ihm geschenkten Bildes des heiligen Fürsten Gabriels von Pleskow: "Ich trete meine Ehre niemanden ab" als Wahlspruch in sein Wappen zu setzen.

Jetzt hat der Held an jenen einfach - erhabenen Volkes- und Monarchen-Dank noch eine an­

dere frohe Erinnerung. Der Sohn, von wel­

chem die Frau Gräfin vor kurzem in Ras stadt entbunden worden, erhielt den Namen Gabriel (Friedrich Wilhelm Heinrich). Jhro Majestät die Kaiserin Elisabeth geruheten, den 15. April, ihn zur Taufe zu halten.

Taufzeugen waren die verwitwet? Frau Mark­

gräfin von Baden und der Prinz Heinrich von Preußen.

M o s k w a . S e . M a j e s t ä t d e r K a i s e r u n d Herr haben geruhet, zur Wiederherstellung des adlichen Versammlungshauses allhier, 150,000 Rubel zu schenken: wovon 66,000, als genommenes Darlehn, an das Tutel-Con-seil des Findelhauses zurückgezahlt, und 84,000 Rubel der Adels-Verwaltung übergeben wor­

den. — Das Tutel-Conseil bietet 12 durch den Brand ruinirte steinerne Häuser zum Verkauf aus; worunter eines einem Gene-ral-Lieutenant, eines einem Geheimde-Rath^.

andere andern charakterisirten Personen zu-gehöi'en. Wahrscheinlich hatte das-Conseil Gelder darauf gegeben, und sucht nun auf diese Art davon so viel zu retten, als es kann. — Der Ober-Befehlshaber unsrer Stadt, Gras Rostoptschin, macht bekannt, daß zwar nach der Räumung der Stadt von»

Feinde, die Erlaubniß ertheilt worden, für das erste dringendeste Bedürfniß, überall auch von Holz Häuser zu bauen; jedoch in sol­

chen Gegenden, wo dergleichen nicht stehen dürfen, nur gegen eine Verbindungsschrifh sie weit.rhin in steinerne zu verwandeln.

Dazu wird jetzt der 1. Nov. als letzter Ter­

min angesetzt, bis wohin an Orten, wo die allgemeinen Bau-Vorschriften es nicht erlau­

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