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Wirtschaft. Wissen. Wachstum.

Die Hauptstadtregion im Wandel

Jahresbericht 2015

Verband der Metall- und Elektroindustrie Berlin-Brandenburg

VME-Jahresbericht 2015

Verband der Metall- und Elektroindustrie Berlin-Brandenburg

Der Verband der Metall- und Elektroindustrie Berlin-Brandenburg (VME) vertritt die Interessen der größten Industrie branche der Region. Er ist regionaler Tarifpartner der Branchengewerkschaften der M+E-Industrie. Daneben setzt er sich für die Belange seiner Unternehmen in der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Sozialpolitik ein. Dem VME gehören 138 Unternehmen an.

Auf Bundesebene ist der VME mit anderen regionalen Metallarbeitgeberverbänden im Dachverband Gesamtmetall zusammen- geschlossen. Der VME ist der größte Mitgliedsverband der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB).

VME

Hauptgeschäftsstelle und Bezirksgruppe Berlin Am Schillertheater 2 10625 Berlin

Tel.: (030) 310 05 - 0 Fax: (030) 310 05 -166 Internet: www.vme-net.de E-Mail: vme@vme-net.de VME

Bezirksgruppe Potsdam Schlaatzweg 1

14473 Potsdam

Ansprechpartner: RA Elmar Stollenwerk Tel.: (0331) 271 65 - 0

Fax: (0331) 271 65 -12

E-Mail: elmar.stollenwerk@vme-net.de VME Bezirksgruppe Cottbus

Inselstr. 24 03046 Cottbus

Ansprechpartner: RA Eberhard Tomsche Tel.: (03 55) 780 29 - 0

Fax: (03 55) 780 29 -12

E-Mail: eberhard.tomsche@vme-net.de VME

Bezirksgruppe Frankfurt (Oder) Potsdamer Str. 1–2

15234 Frankfurt/Oder

Ansprechpartner: RA Jens Nupnau Tel.: (0335) 55 69 318

Fax: (0335) 55 69 335

E-Mail: jens.nupnau@vme-net.de Werkarztzentrum der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg e. V.

Am Schillertheater 2 10625 Berlin

Tel.: (030) 892 80 11 Fax: (030) 893 47 34 Internet: www.wazb.de

E-Mail: WAZBerlin@t-online.de

Tagungszentrum der Wirtschaft für Berlin und Brandenburg Hubertusstock 2

16247 Joachimsthal

Ansprechpartner: Bernd Kanzow Tel.: (033363) 50 5

Fax: (033363) 50 999

Internet: www.tagungs-zentrum.de E-Mail: info@tagungs-zentrum.de bbw Bildungswerk der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg e. V.

Hauptgeschäftsstelle Am Schillertheater 2 10625 Berlin

Tel.: (030) 310 05 - 0 Fax: (030) 310 05 -120 Internet: www.bbw-gruppe.de E-Mail: info@bbw-berlin.de bbw Hochschule

Leibnizstraße 11–13 10625 Berlin

Tel.: (030) 319 909 50 Fax: (030) 319 909 555

bbw Akademie für Betriebswirtschaftliche Weiterbildung GmbH

Rheinpfalzallee 82 10318 Berlin

Tel.: (030) 509 29 -211 Fax: (030) 509 29 -299

bbw Bildungszentrum Ostbrandenburg GmbH Niederlassung Frankfurt (Oder)

Potsdamer Str. 1–2 15234 Frankfurt (Oder) Tel.: (0335) 55 69 300 Fax: (0335) 55 69 403

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VME Jahresbericht 2015 Vorwort 1

Wirtschaft. Wissen. Wachstum. Die Hauptstadtregion im Wandel

Liebe Leserin, lieber Leser,

Zahlen täuschen nicht. Zahlen sind nüchtern und schnörkellos. Zahlen zeigen, ob etwas funktioniert oder nicht. Berlin und Brandenburg haben 2015 sehr gut funktioniert. Die Beschäftigung ist in Berlin so stark gestiegen wie in keinem anderen Bundesland, die Wirtschaft wächst überdurchschnittlich. Die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie seit der Wende nicht mehr, keine andere Stadt in Europa zieht mehr Risikokapital für Startups an als Berlin.

Doch Zahlen sind nicht alles. Die Region fühlt sich auch gut an. Tausende Touristen und Zuzügler kommen, weil Berlin pul- siert, sich bewegt, sich entwickelt, die alten Pfade verlässt und neue betritt. Unternehmen steigen in der Hauptstadt in die digitale Welt ein, erproben hier ihre Lösungen für morgen und übermorgen.

Mit diesen Zahlen und diesem Gefühl sind Berlin und Brandenburg nicht unbedingt vertraut. Noch bis vor wenigen Jahren waren in der Region noch ganz andere Themen aktuell: die bedrückend hohe Arbeitslosigkeit, das schwache Wachstum, die leeren öffentlichen Kassen bei gleichzeitig turmhoher Verschuldung. Dass die Lage heute anders ist, hat zum einen mit den Unternehmen zu tun. Sie bauen auf die Perspektiven einer wachsenden Metropole, bekennen sich zum Standort und schaffen Arbeitsplätze. Zum anderen gab es in der Wirtschaftspolitik richtige Entscheidungen. Wachstum und Arbeitsplätze haben im letzten Koalitionsvertrag des Senats einen hohen Stellwert gehabt. Die Konsolidierung der Finanzen war ebenso wichtig. So sind Spielräume für höhere Investitionen entstanden.

Und die sind dringend nötig. Eine Stadt mit jährlich Zehntausenden neuen Einwohnern benötigt eine bessere In frastruktur, ein leistungsfähigeres Bildungssystem, mehr Platz zum Arbeiten und Wohnen und vieles mehr. Diese Mammutaufgabe erfor- dert eine kluge Planung. Das gilt für den aktuellen wie für den nächsten Senat, der im September zu wählen ist.

Damit nicht genug. Die Digitalisierung bedeutet eine zusätzliche Zäsur. Die Unternehmen gestalten den Wandel. Gesell- schaft und Politik müssen nachziehen. Dazu braucht es die richtigen Voraussetzungen – die fangen bei einer modernen Breitband-Infrastruktur an und hören bei einer umfassenden digitalen Bildung für den Nachwuchs längst nicht auf.

Bei all diesen Themen hat sich die UVB 2015 intensiv positioniert und eingebracht. Als Spitzenverband der Wirtschaft arbeiten wir auch 2016 daran, die Hauptstadtregion weiter nach vorne zu bringen. Damit die Zahlen auch weiterhin so gut aussehen.

Dr. Udo Niehage Der Präsident

Christian Amsinck Der Hauptgeschäftsführer

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2 VME Jahresbericht 2015 Inhalt

Inhalt

lICHT UND SCHATTEN

Arbeitsmarkt 6 Arbeits- und Tarifrecht 9 Tarifpolitik 12 Personalpolitik 13 Vereinbarkeit Beruf/Familie 15 BGM 18 Dafür setzen wir uns ein 23

ARBEIT 4 STANDORT 24

SOZIAlE SICHERUNG 54 KOMMUNIKATION 60

NUR NACH OBEN

Konjunktur 26

Smart City 29

Industrie 32

Infrastruktur 34 Energie 37 Ernährungswirtschaft 38 Dafür setzen wir uns ein 38

WENIGER BElASTUNG

Pfl egeversicherung | Rente 56 Dafür setzen wir uns ein 59

NEUE SCHlAGZEIlEN

Dafür setzen wir uns ein 63

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VME Jahresbericht 2015 Inhalt 3

Inhalt

DIGITAlISIERUNG 40 BIlDUNG 46

Organisation 65 Ansprechpartner 66 Präsidium 68 Ausschüsse 70 Arbeitskreise 73

Mitglieder der UVB 76

Gremien 83

Impressum 86

AUF NEUEN WEGEN

UVB Digital labor 42

Dafür setzen wir uns ein 44

WISSEN, WAS WIRD

Ausbildung 48

Bildung und Hochschule 51 Dafür setzen wir uns ein 53

UVB CHRONIK

2015 IM RÜCKBlICK

Das Supplement

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4 VME Jahresbericht 2015 Arbeit

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VME Jahresbericht 2015 Arbeit 5

ARBEIT:

VIEl lICHT, ABER AUCH SCHATTEN

Die Hauptstadtregion erlebt einen wahren Beschäftigungsboom. Doch mit immer neuen Gesetzen schränkt die Bundespolitik die Flexibilität der Unternehmen ein – und die Gewerkschaften fahren in der Tarifpolitik eine harte linie.

45.000

neue Stellen gab es 2015 allein in Berlin

42.000

Arbeitsplätze in der Region sind unbesetzt

14 Prozent

weniger Jugendarbeits-

losigkeit als 2014

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6 VME Jahresbericht 2015 Arbeit

Arbeitsmarkt

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte | Arbeitslose

Berlin 2011 – 2015

50.000 100.000 150.000 200.000 250.000

Okt. 2015 Okt. 2014

Okt. 2013 Okt. 2012

Okt. 2011 1.200.000 1.300.000 1.400.000 1.500.000

60.000

zusätzliche Stellen binnen eines Jahres

Der Arbeitsmarkt in der Hauptstadtregion ist 2015 so gut gelaufen wie seit vielen Jahren nicht – bei der Beschäftigung ebenso wie bei der Arbeitslosigkeit. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte um 60.643 Personen zu, das war ein Plus von 2,9 Prozent. Die Arbeitslosigkeit ging dagegen um 45.386 zurück, das waren 13,4 Prozent weniger.

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VME Jahresbericht 2015 Arbeit 7

Arbeitsmarkt

Vor allem in Berlin gab es eine hohe Dynamik. 45.000 neue Stellen entstanden allein in Berlin. Mit einem Plus von 3,5 Prozent binnen eines Jahres stieg die Beschäftigung im Ok- tober hier so stark wie in keinem anderen Bundesland. Damit ist Berlin klar der Jobmotor Deutschlands. Das vierte Jahr in Folge ist das Beschäftigungswachstum größer als im Rest der Republik. Zugleich sank die Arbeitslosenzahl auf den niedrigsten Stand seit 1991. Arbeitsplätze schaffen vor al- lem Unternehmen aus der Branche wirtschaftsnahe Dienst- leistungen. Das Gastgewerbe, der Handel, die Industrie, die Sozial- und Gesundheitswirtschaft sowie die Branche Infor- mation und Kommunikation waren ebenfalls Treiber beim Personalaufbau.

Auch Brandenburg hat 2015 gut abgeschnitten. Beim Be- schäftigungsplus stand die Mark mit 1,6 Prozent im Ver- gleich der fünf ostdeutschen Länder weit oben. Die Arbeits- losenzahl (114.900) war seit der Wende noch nie so niedrig.

Besonders stark ging die Arbeitslosigkeit unter jungen Men- schen zwischen 15 und 25 Jahren zurück – sie sank um mehr als ein Fünftel (minus 22,1 Prozent).

Integration – eine Herausforderung für alle

Diese gute Entwicklung wird sich voraussichtlich 2016 bei der Zunahme der Beschäftigung fortsetzen – die Arbeitslo- sigkeit dagegen wird wohl nicht weiter sinken. Der Grund:

Die Flüchtlinge, die 2015 in die Region gekommen sind und bleiben dürfen, werden 2016 nach und nach in der Arbeits- losenstatistik auftauchen. In welchem Ausmaß, ist noch un- klar. Die Integration der Menschen dürfte ein Kraftakt wer- den – sowohl wirtschafts- wie auch gesellschaftspolitisch.

Gelingen wird sie nur, wenn die Geflüchteten eine Arbeit oder eine Ausbildung finden und rasch einen Beitrag leisten zum Wohlstand unseres Landes.

Christian Andresen,

Geschäftsführender Gesellschafter der The Mandala Hotel GmbH und UVB-Präsidiumsmitglied

„Asylsuchende mit einer Bleibeperspektive sollen so schnell wie möglich für sich selbst sorgen können.

Dazu brauchen wir an erster Stelle einen raschen und unkomplizierten Zugang zu Sprachkursen.“

Die Integration ist ein komplexer Prozess – wegen des um- fangreichen deutschen Aufenthaltsrechts, wegen der vielen beteiligten Institutionen – und natürlich wegen des kultu- rellen Hintergrunds der Flüchtlinge. Doch wenn es gelingt, die Menschen fit zu machen für den Arbeitsmarkt, können sie mittel- bis langfristig unsere demografischen Probleme zumindest abmildern. Gerade für Betriebe an berlinfernen Standorten in Brandenburg, die davon besonders betroffen sind, könnten sie daher ein Gewinn sein. Viele Unternehmen in der Hauptstadtregion arbeiten bereits daran, Geflüchtete für eine Arbeit oder eine Ausbildung zu qualifizieren und sie mit dem Alltag in deutschen Betrieben vertraut zu machen.

12

Alle zwölf Minuten

entsteht in Berlin ein zusätzlicher Arbeitsplatz

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Okt. 2015, Veränderung zum Vorjahr in % Sachsen-Anhalt

Thüringen Saarland Mecklenburg-Vorp.

Brandenburg Sachsen Bremen Rheinland-Pfalz Hessen Nordrhein-Westfalen Baden-Württemberg Hamburg Niedersachsen Schleswig-Holstein Bayern

Berlin 3,5

1,6

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8 VME Jahresbericht 2015 Arbeit

Arbeitsmarkt

Schnell zum Job

Nicht erst seit 2015 kümmert sich die UVB um das Thema Flüchtlinge. Sie war daran beteiligt, das Modellprojekt „Early-Intervention“ der Bundes- agentur für Arbeit (BA) in Berlin umzusetzen.

Dabei werden Flüchtlinge mit einer hohen Bleibewahrscheinlichkeit so früh wie möglich intensiv betreut. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, der BA und der Industrie- und Handelskammer Berlin wurde ein weiteres bundesweit einmaliges Modellprojekt gestartet. Im Berliner BAMF wurden Büros der Bundesagentur eingerichtet. Wer einen Asylan- trag stellt und eine hohe Bleibewahrscheinlich- keit hat, wird nun direkt an die BA weitergeleitet.

Sie ergänzt Daten zu Ausbildung und Berufs- wünschen und prüft, ob jemand direkt vermittelt werden kann oder noch qualifiziert werden muss.

Dieses Modellprojekt wurde zu der neuen „Bear- beitungsstraße Bundesallee“ weiterentwickelt.

Dort sitzen seit Oktober 2015 das landesamt für Gesundheit und Soziales (Registrierung der Flüchtlinge), das BAMF (Asylantragstellung), die Ausländerbehörde (Arbeitsgenehmigung) und die Bundesagentur (Vermittlung in Arbeit oder Qualifizierung) unter einem Dach. Ziel ist es, durch gemeinsame Entscheidungen 1.000 Flücht- linge pro Tag registrieren und ihnen Arbeits- oder Qualifizierungsangebote machen zu können.

Zudem sollen alle dafür notwendigen Daten einheitlich erfasst und verarbeitet werden.

MODEll INTEGR ATION

Ungleich schwieriger als die Registrierung wird es, die Flüchtlinge in Ausbildung und Arbeit zu bringen. Dies liegt nicht nur an zumeist fehlenden Deutschkenntnissen und einer oft nur mäßigen Schul- oder Berufsausbildung. Hinzu kommt, dass sich anerkannte Asylbewerber frei im Bundes- gebiet bewegen dürfen. Die Arbeitsmarkt-Chancen sind in

den Metropolen am größten – also werden viele Flüchtlinge den ländlichen Regionen den Rücken kehren. Hinzu kommt die eine Besonderheit Berlins und Brandenburgs – die seit Jahren gute Beschäftigungsentwicklung, die für viele Men- schen wie ein Magnet wirkt.

Arbeitslose nicht vergessen

Gleichzeitig sinkt die Arbeitslosigkeit nur langsam. Seit Ok- tober 2011, dem Beginn der aktuellen Legislaturperiode, ist die Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäfti- gung an vier von fünf Berliner Arbeitslosen vorbeigegan- gen. Für 100 zusätzliche Arbeitsplätze in Berlin hat die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt nur um 23 abgenommen.

Der Hauptgrund ist die zumeist schlechte Qualifikation der Arbeitslosen. Der Anteil der Helfer an allen Arbeitslosen, also der Personen ohne verwertbare Qualifikationen, ist von 43,4 auf 46,2 Prozent gestiegen. Noch schlechter ist die Qualifika tionsstruktur der jugendlichen Arbeitslosen. Berlin hat zusammen mit Bremen nicht nur die höchste Jugend- arbeitslosenquote aller Bundesländer, sondern mit 11.266 Jugendlichen auch den höchsten Anteil von Jugendlichen (79,9 Prozent) ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Etwas besser qualifiziert sind die arbeitslosen Jugendlichen in Bran- denburg. 3.907 oder zwei von drei jungen Leuten haben hier keine Berufsausbildung.

Die Bundesagentur für Arbeit steuert seit 2005 gegen diese schlechte Qualifikationsstruktur der Arbeitslosen an. Von den Menschen, die 2015 an einer Maßnahme der aktiven Arbeits- marktpolitik teilgenommen haben, absolvierten 4,4 Prozent eine Förderung der beruflichen Weiterbildung – 2005 waren es erst 1,4 Prozent. Gleichzeitig gab es mehr Teilnehmer in Maßnahmen zur Aktivierung und zur Eingliederung. Die Be- schäftigung im Zweiten Arbeitsmarkt ging dagegen in den vergangenen fünf Jahren von 12,0 auf 5,0 Prozent zurück.

Auch die außerbetriebliche Ausbildung ist auf dem Rückzug.

Die BA verfolgt so eine kluge, aktive Arbeitsmarktpolitik.

Allerdings sollten die Instrumente zur Qualifizierung der Ar- beitslosen noch stärker eingesetzt werden.

2013 hat die BA auf Initiative ihres Verwaltungsrats Arbeitslo- se zwischen 25 und 35 Jahren stärker in den Fokus gerückt.

In Berlin waren in dieser Altersgruppe im November 2015

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VME Jahresbericht 2015 Arbeit 9

Arbeitsmarkt · Arbeits- und Tarifrecht

50.396 Menschen ohne Arbeit, die Hälfte davon ohne ab- geschlossene Berufsausbildung. In Brandenburg zählte die BA 25.658 junge Arbeitslose, von denen 42,6 Prozent keinen Berufsabschluss hatten.

Die Herausforderung für 2016, die Integration von Flüchtlin- gen in Ausbildung und Beschäftigung, trifft insbesondere in Berlin auf die immer noch hohe Sockelarbeitslosigkeit. In der aktiven Arbeitsmarktpolitik wird es darauf ankommen, die Flexibilität des Instrumentenkastens auszuschöpfen.

Dafür hat die Bundesagentur die Weichen richtig gestellt.

Dazu gehören Maßnahmen wie z. B. die „Einstiegsqualifi- zierung – Welcome“, eine Einstiegsqualifikation mit zusätz- lichem Sprachkurs und Trägerbetreuung vor und während der betrieblichen Phase. Außerdem wurde die Maßnahme

„Perspektiven für Flüchtlinge“ ins Leben gerufen. Daneben gibt es die neue „Perspektiven für junge Flüchtlinge“, die

„Assistierte Ausbildung“ wurde für Flüchtlinge geöffnet und ergänzt um Sprachkurse. Bei allen diesen Maßnahmen sind Betriebe an der praktischen Umsetzung beteiligt.

110.000

Flüchtlinge kamen 2015 nach Berlin und Brandenburg

Bei dem Einsatz der Instrumente der aktiven Arbeitsmarkt- politik muss eine kluge Balance zwischen der Eingliederung der Flüchtlinge und der Erhöhung der Beschäftigungsfähig- keit der vorhandenen Arbeitslosen gehalten werden. Eine Konkurrenz zwischen beiden Zielen muss unbedingt ver- mieden werden.

Für die Integration von Flüchtlingen in den Jobmarkt ist es sehr wichtig, dass sich die verschiedenen Akteure eng abstimmen. Die gemeinsamen Rahmenarbeitsmarktpro- gramme der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg mit den Ländern Berlin und Brandenburg und die Jugendbe- rufsagenturen, die sich in beiden Ländern in der Einfüh- rungsphase befinden, sind dafür eine gute Grundlage. In beiden Ländern sind umfassende Konzepte für die Integ- ration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung noch nicht erkennbar. Es ist wichtig, Beschäftigungsmög- lichkeiten für diejenigen aufzubauen, die 2016 nicht sofort in Ausbildung und Arbeit vermittelt werden können.

ARBEITS- UND TARIFRECHT

Mindestlohn – das Experiment geht weiter

Seit Januar 2015 gilt in Deutschland ein bundesweit ein- heitlicher gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro. Er ver- drängt Tarifverträge weitgehend. Das Gesetz greift tief in die Tarifautonomie ein, sorgt für deutlich höhere Kosten und hat für die Betriebe überflüssige Bürokratie zur Folge.

Wir fordern daher, wenigstens grobe Fehlentwicklungen zu korrigieren.

Das gilt besonders für das Prinzip, dass der Auftraggeber für die Einhaltung des Mindestlohns in der gesamten Lie- ferkette verantwortlich ist. Bisher will das Bundesarbeits- ministerium dies nicht ändern. Wir werden uns aber weiter für eine gesetzliche Klarstellung einsetzen. Unserer Ansicht nach sollte nur der unmittelbare Vertragspartner des Auf- traggebers haftbar sein. Ebenso muss gesetzlich sicherge- stellt werden, dass der Auftraggeber nur für die Erfüllung eigener Verbindlichkeiten haftet. Darüber hinaus muss festgeschrieben werden, dass nicht gehaftet wird, wenn bei der Auswahl des Vertragspartners weder Vorsatz noch grobe Fahrlässigkeit im Spiel sind. Wer seinen Vertragspart- ner sorgfältig auswählt, darf nicht für dessen Fehlverhalten geradestehen müssen.

79 %

der Arbeitslosen unter 25 Jahren haben keine abgeschlossene

Berufsausbildung

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10 VME Jahresbericht 2015 Arbeit

Arbeits- und Tarifrecht

Auch sollten die Aufzeichnungspflichten für Minijobber an- gemessen geregelt werden. Durch die Dokumentations- pflichten des Mindestlohngesetzes werden Minijobs unnötig weiter verkompliziert. Es muss genügen, wenn bei Minijobs die Dauer der täglichen Arbeitszeit aufgezeichnet wird. Sonst leidet letzten Endes die Flexibilität des gesamten Arbeits- marktes.

UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck:

„Mit immer neuen und überzogenen Gesetzen greift die Politik in den Arbeitsmarkt ein. Es ist Zeit für einen Belastungsstopp.“

Brandenburger Sonderweg ohne Not

Mit dem bundesweit einheitlichen Mindestlohn sind nun auch die Lohnuntergrenzen in den einzelnen Ländern, die bei der Vergabe öffentlicher Aufträge gegriffen haben, über- flüssig. Auch Brandenburg hat somit keinen Grund mehr für einen Sonderweg. Das UVB-Präsidium hat sich deshalb im Juni 2015 in einem Beschluss ausdrücklich gegen eine Erhö- hung des brandenburgischen Vergabe-Mindestlohns über die Marke von 8,50 Euro hinaus gewandt. Richtigerweise ist im aktuellen Koalitionsvertrag der Landesregierung verbind- lich die Novellierung des Vergabegesetzes und die Synchro- nisierung des Vergabe-Mindestlohns mit dem allgemeinen Mindestlohn vereinbart worden. Eine Novellierung des Ver- gabegesetzes ist daher aus Sicht der UVB unausweichlich.

Zeitarbeit und Werkverträge in Gefahr

Das Bundesarbeitsministerium will Zeitarbeit und Werk- verträge mit einem Gesetz neu regeln. Aus Sicht der UVB besteht auf diesem Gebiet aber überhaupt kein Handlungs- bedarf. Der vorliegende Referentenentwurf geht weit über die Vorgaben des Koalitionsvertrages zwischen Union und SPD hinaus, schränkt die Tarifautonomie und die Gestal- tungsmöglichkeiten der Tarifpartner unnötig ein und trifft völlig praxisferne Regulierungen. Die Instrumente Werkver- träge und Zeitarbeit sind damit insgesamt stark gefährdet.

Die UVB lehnt diesen Plan ab. Es ist falsch, die Zeitarbeit in ein falsches Licht zu rücken. Der Entwurf sollte auf das zu- rückgeführt werden, was im Koalitionsvertrag vorgesehen ist. Alle gesetzlichen Regelungen sollten den Tarifpartnern abweichende Regelungen ermöglichen, wie das auch bis- her in der Zeitarbeit möglich war. In einer arbeitsteiligen Wirtschaft, die sich Tag für Tag ein Stück weiterentwickelt, ist ein hochflexibler Arbeitsmarkt unabdingbar.

Vor allem darf es keine Veränderung des Arbeitsvertrags- rechts geben – davon ist im Koalitionsvertrag auch gar nicht die Rede. Für die Unternehmen würde das eine große Rechtsunsicherheit bedeuten, und bisher unstreitige Werk- verträge durch selbständige Unternehmen würden in Frage gestellt oder unmöglich gemacht.

10

Bis zu diesem Stundenlohn

sollte die komplizierte Aufzeichnungspflicht für Arbeitgeber entfallen

64 %

der Zeitarbeitnehmer in Deutschland waren vorher nicht beschäftigt

1 bis 12 Monate

mehr als 12 Monate noch nie

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VME Jahresbericht 2015 Arbeit 11

Arbeits- und Tarifrecht

Stefan Moschko,

Leiter Personnel Department Siemens AG und Vorsitzender im VME-Mitgliederrat

„Mit ihren Plänen für Werkverträge und die Zeitarbeit greift die Bundesregierung massiv in die Tarifautonomie ein. Das ist der falsche Weg.“

Ein Kriterienkatalog im Referentenentwurf unterstellt, dass bei Werkverträgen in vielen Fällen Arbeitsverhältnisse vor- liegen – dabei geht es um ganz typische Dienst- oder Werk- verträge, die seit Jahrzehnten üblich sind. Das Outsourcing bestimmter Dienstleistungen an selbständige Unterneh- men würde damit ebenso gefährdet wie spezialisierte Zu- lieferung im Anlagenbau, etwa durch IT-Dienstleister oder durch technische Serviceunternehmen.

In einer modernen, arbeitsteiligen Wirtschaft wirkt dieser Plan wie aus der Zeit gefallen. Mit Blick auf die Vernetzung und die in vielen Fällen neue Arbeitsteilung in der Wirt- schaft 4.0 wäre das Gesetz erst recht ein Bremsklotz.

Entgelttransparenzgesetz – bürokratisch und nutzlos

Trotz scharfer Kritik will das Bundesfamilienministerium seine Idee von einem Entgelttransparenzgesetz nicht auf- geben. Laut Koalitionsvertrag sollen Unternehmen ab 500 Beschäftigte verpflichtet werden, detailliert über die Entgelt- gleichheit zwischen den Beschäftigten zu berichten. Darü- ber hinaus sollen diese darüber Auskunft verlangen können, nach welchen Kriterien ihr eigenes Entgelt festgelegt wird und was vergleichbare Kollegen im Durchschnitt verdienen.

Das Gesetzesvorhaben könnte immense Bürokratie für Un- ternehmen schaffen, ohne an den Entgeltunterschieden etwas zu ändern. Die Berichtspflicht ist wirkungslos und wi-

derspricht dem Ziel des Bürokratieabbaus. Wenn Gehälter offengelegt werden, fördert dies Neid und Unzufriedenheit in den Betrieben. Unterschiedliche Bezahlung bei gleicher Tätigkeit, gleicher Qualifikation und gleichem Arbeitgeber aufgrund des Geschlechts ist schon heute verboten. Tarif- verträge gewährleisten schon heute eine diskriminierungs- freie Entlohnung, sie regeln, dass personenunabhängig, geschlechtsneutral und anhand objektiver arbeitswissen- schaftlicher Kriterien bezahlt wird.

Frauen entscheiden sich noch zu oft für einen mäßig bezahlten Dienstleistungs-Beruf.

Dass Männer und Frauen unterschiedlich viel verdienen – zumindest gesamtwirtschaftlich gesehen – liegt daran, dass Frauen sich zu oft für mäßig bezahlte Dienstleistungsjobs entscheiden – und seltener für gut bezahlte Tätigkeiten im naturwissenschaftlich-technischen Bereich.. Mehr verdienen und erreichen könnten sie zudem, wenn es mehr hochwer- tige und bezahlbare Ganztagskinderbetreuung und -schulen gäbe, eine bessere Berufsorientierung, weniger Fehlanreize im Steuer- und Sozialversicherungsrecht und eine partner- schaftliche Aufteilung von Fürsorge- und Erwerbsarbeit in den Familien.

Weitere Vorhaben des Bundesfamilienministeriums zur Über- prüfung von Tarifverträgen und zu Arbeitsbewertungen auf mögliche Entgeltdiskriminierung lehnen wir entschieden ab.

Die Bewertung von Tätigkeiten und die Gestaltung von Ent- geltstrukturen in Tarifverträgen sind ureigene Aufgaben der Tarifvertragsparteien in den jeweiligen Branchen, nicht die der Politik. Weitere Eingriffe in die Tarifautonomie müssen tabu sein.

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12 UVB Jahresbericht 2014 Tarifpolitik

Tarifabschluss

Vor dem Hintergrund der länger anhaltenden konjunktu- rellen Stagnationsphase im Sommer und Frühherbst 2014 begannen die Vorbereitungen für die Tarifrunde 2015. An- gesichts der mäßig laufenden Weltwirtschaft rechneten vie- le Ökonomen für 2015 nur mit einem Wirtschaftswachstum von nur 1,5 Prozent. Das bedeutete aus Sicht der Arbeitge- ber der Metall- und Elektroindustrie, dass die Spielräume für die Entgeltrunde 2015 recht klein waren.

Die Tarifrunde startete im November 2014, als die IG Metall ihre Tarifforderung offiziell an die Arbeitgeber übermittelte.

Die Hauptforderungen der Gewerkschaft waren eine Tabel- lenerhöhung von 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, eine verbesserte Altersteilzeit sowie Ansprüche auf Zuschüsse zur Bildungsteilzeit. Die entsprechenden Ta- rifverträge kündigte die Gewerkschaft in allen Regionen.

Zugleich erklärte sie die drei Themen Entgelt, Altersteilzeit und Bildungsteilzeit zu einem „untrennbaren Paket“.

Bereits in der zweiten Verhandlungsrunde unterbreiteten die Arbeitgeber einen Lösungsvorschlag. Das Angebot bestand aus einer Tabellenerhöhung um 2,2 Prozent – angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der globalen Risiken hätte dies für die Arbeitnehmer ein Lohnplus bedeu- tet, das für die Arbeitgeber im Gegenzug noch verkraftbar gewesen wären. Die IG Metall sah dies jedoch anders und veranstaltete wiederholt Warnstreiks. Mit diesem Instrument hatte sie bereits vor den ersten Gesprächen gedroht. Dies bedeutete eine neue Qualität in der Auseinandersetzung.

Nach intensiven Verhandlungen und einem zähen Ringen einigten sich der VME und die IG Metall schließlich am 26.

Februar 2015 auf einen neuen Entgelttarifvertrag. Die Kern- punkte darin waren eine Laufzeit von 15 Monaten, eine Ein- malzahlung von 150 Euro für die Monate Januar bis März 2015 und eine Tariflohnanhebung von 3,4 Prozent ab April 2015. Für viele Unternehmen war die Höhe dieses Abschlus-

Schmerzhafter Kompromiss

Trotz schwacher Konjunktur forderte die IG Metall einen enormen Aufschlag – und schreckte auch vor Warnstreiks nicht zurück.

Hand drauf: VME-Verhandlungsführer Stefan Moschko und IG-Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel besiegeln die Einigung auf den Tarifabschluss 2015.

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UVB Jahresbericht 2014 Tarifpolitik 13

Tarifpolitik in der Region

ses äußerst schwierig. „Beim Entgelt geht der Kompromiss an die Grenze dessen, was unsere Unternehmen verkraften können“, kommentierte VME-Verhandlungsführer Stefan Moschko. Vor allem für die kleinen und mittleren Firmen bedeute die Erhöhung eine deutliche Belastung in konjunk- turell unsicherer Zeit. „Dafür haben wir unsere Kernziele bei den qualitativen Themen fast komplett erreicht“, befand Moschko weiter.

Bei den qualitativen Themen „Altersteilzeit“ und „Weiter- bildung“ haben die Tarifpartner vertretbare Lösungen ge- funden. So stehen bei der vereinbarten Modernisierung der Altersteilzeit besonders belastete Beschäftige im Vor- dergrund. Eine generelle Ausweitung der Altersteilzeit, die viele Betriebe ohne Frage überfordert hätte, gab es dage- gen nicht. Insgesamt bleibt der Anspruch auf maximal vier Prozent der Beschäftigten eines Betriebes begrenzt. Die Fi- nanzierung der Altersteilzeit wird zukünftig in einem neuen

Tarifvertrag Anspruchsvoraussetzungen (TV AVo) geregelt.

Durch diese Konstruktion ist es den Tarifvertragsparteien gelungen, die Rückstellungen, die die Unternehmen für Altersteilzeit bilden müssen, zu begrenzen. Die Forderung nach einer Bildungsteilzeit für die Beschäftigten, die die Arbeitgeber bezuschussen sollten, konnte der VME abweh- ren – obwohl dies für die IG Metall von Beginn an im Fokus dieser Tarifverhandlung gestanden hatte. Damit hatte der Tarifabschluss 2015 Licht- und Schattenseiten.

Tarifanwendung in der Praxis

Im vergangenen Jahr haben die Tarifingenieure des VME wieder viele Unternehmen beraten. Im Zentrum stand dabei die betriebliche Tarifanwendung. Es ging um die Entwick- lung neuer Entgeltsysteme, um Leistungsbeurteilungen und Mitarbeitergespräche, um die Arbeitszeitgestaltung, ergono-

E1 E2 E3 E4 E5 E6 E7 E8 E9 E10 E11 E12 E13

2.000 2.500 3.000 3.500 4.000 4.500 5.000 5.500 6.000

Benchmark 2015: So hoch liegen die ERA-Effektivverdienste

Der VME führt jährlich eine Erhebung über die Effektivverdienste in den M+E-Betrieben in Berlin und Brandenburg durch.

Die beteiligten Unternehmen können dann eine Auswertung ihres Verdienstniveaus im Branchenvergleich erhalten.

Entgeltmethode Zeitentgelt

Quelle: VME Effektivverdiensterhebung 2015

So hoch ist der Effektivverdienst im Durchschnitt aller Tarifgebiete, M+E-Branchen und Beschäftigten-Größenklassen

ERA Grundentgelt

auf Basis der Beschäftigten in den jeweiligen Entgeltgruppen

Effektivverdienst eines Beispiel-Unternehmens – so steht es im Vergleich da

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14 UVB Jahresbericht 2014 Tarifpolitik

VME

mische Schichtpläne oder die Frage, wie Tätigkeitsbeschrei- bungen am besten erstellt und bewertet werden können.

Informationen und Schulungen

Die VME-Fachleute haben 2015 zahlreiche Beratungen in den Mitgliedsbetrieben des Verbandes durchgeführt. Zu- dem gab es Informationsveranstaltungen zu ausgesuch- ten Themen. Anfang des Jahres ging es beispielsweise um Schichtplangestaltung in der Praxis. Mehr als 250 Führungs- kräfte aus den Mitgliedsbetrieben lernten in Inhouse-Schu- lungen und im Dezember im Haus der Wirtschaft, warum die korrekte Aufgabenbeschreibung eine ständige Heraus- forderung ist, wie man die richtige und zu den jeweiligen Anforderungen passende Eingruppierung findet und wie sich Konflikte lösen lassen, die sich daraus ergeben. Gerade für neue Führungskräfte waren das wertvolle Punkte.

Arbeitshilfen

Der VME hat die Personalarbeitshilfe zur Ermittlung der Durchschnittsverdienste 2015 grundlegend überarbeitet und aktualisiert. Zur Unterstützung für die richtige Eingruppie- rung gibt es nun zudem eine Sammlung von betrieblichen Stellenbeschreibungen.

ERA- Effektivverdiensterhebung

Zusätzlich bietet der VME den teilnehmenden Betrieben durch die jährlich durchgeführte ERA-Effektivverdiensterhe- bung zuverlässige Kennzahlen an. Sie dienen zur betriebs- spezifischen Auswertung, aber auch dazu, einen bundes- weiten Vergleich mit anderen Unternehmen anstellen zu können. 51 Prozent der VME-Betriebe in Berlin und Branden- burg haben sich zuletzt daran beteiligt.

Mehr Effizienz - in der Produktion und im Büro

Auch 2015 standen bei mehreren Unternehmen kontinuier- liche Verbesserungsprozesse auf dem Programm. Der VME hat sie dabei begleitet. In Produktions- und Bürobereichen wurden praxisorientierte 5A/5S-Workshops durchgeführt.

Im Kern ging es darum, Verschwendungspotentiale aufzu- spüren und sie zu vermeiden. Das Ziel war, Standards für optimierte Arbeitsprozesse zu etablieren sowie wertschöp- fende Unternehmensprozesse zu gestalten.“

ME-Netzwerk:

Jeden Tag ein bisschen besser

Das ME-Netzwerk ist die Plattform für den Erfahrungsaus- tausch in Sachen Technologie zwischen den Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in der Hauptstadtregion.

Mehr als 500 Unternehmen nutzen bereits die Angebote.

Mit 12.000 Visits pro Monat ist die Netzwerk-Website eine wichtige Informationsquelle für Fertigungsleitungen in Ber- lin und Brandenburg.

Megatrend Digitalisierung

Im Mittelpunkt der ME-Foren im Jahr 2015 stand der Mega- trend Digitalisierung. In drei ME-Fertigungsforen stellten Unternehmen ihre 4.0-Aktivitäten vor. Ein ME-Finanzforum informierte über die neuen Finanzierungsmöglichkeiten von Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Das ME-Netz- werk organisierte das Panel „Digitale Prozessinnovationen“

auf der Industriekonferenz Brandenburg im Juni und war im Oktober an der Clusterkonferenz Metall beteiligt. Das The- ma Produktion 4.0 gewinnt immer stärker an Bedeutung.

Für 2016 sind Themen wie IT-Sicherheit, Smart Services und hochflexibles Supply Chain Management in Planung.

Auf der Webseite www.me-netzwerk.de gibt es stets aktuelle Hinweise auf die anstehenden Veranstaltungen und Themen.

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UVB Jahresbericht 2014 Tarifpolitik 15

MetallRente

Um die VME-Mitgliedsunternehmen noch besser und in- tensiver über die Arbeit des Verbandes auf dem Laufenden zu halten, gibt es seit Anfang 2015 den „ME-Report“. Wirt- schafts- und Tarifpolitik, Projekte des Verbandes wie bei- spielsweise das Digital Labor, Neues aus der Branche und der Wissenschaft in der Region und vieles mehr fi ndet sich darin. Der „ME-Report“ erscheint quartalsweise, die Unter- nehmen bekommen ihn als Print- und als Online-Version.

MetallRente

Vorsorge für Fortgeschrittene

Die niedrigen Zinsen bedeuten für Arbeitgeber wie für Ar- beitnehmer eine besondere Herausforderung. Wer heute mit herkömmlichen, sicheren Anlageformen wie Tagesgeld oder Sparbuch fürs Alter vorsorgt, muss heute wesentlich mehr Geld zurücklegen als früher. Denn der Zinseszinshe- bel wirkt immer weniger. Wer nach 35 Jahren 100.000 Euro gespart haben will, muss bei 6 Prozent Zins gut 72 Euro im Monat sparen. Bei 4 Prozent Zins sind es bereits fast 111 Euro und bei 2 Prozent Zins stolze 165 Euro im Monat.

Hohe Versorgungslücken und sinkende Zinsen sind nur zwei der Entwicklungen, die erhebliche Auswirkungen auf die individuelle Einkommenssicherung und Rentenplanung

haben. Vor allem junge Leute müssen deshalb so früh wie möglich ihre Versorgungslücke erkennen. Gerade sie haben beste Chancen, die Leistungsabsenkung der gesetzlichen Rente auszugleichen. Wer frühzeitig beginnt, kann auch mit einem kleinen Beitrag ein ordentliches Versorgungsgutha- ben erreichen.

Durch die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt ergeben sich für Unternehmen weitere Herausforderungen - unter ande- rem Pensionsrückstellungen in der Handelsbilanz. Hat ein Unternehmen Pensionszusagen unmittelbar im Wege der Direktzusage erteilt, so sind hierfür Rückstellungen in der Handelsbilanz zu bilden.

Entscheidend ist, wie hoch der Rechnungszins hier ist. Je niedriger er ist, desto höher sind die zu bilanzierenden Pen- sionsrückstellungen. Das hat bereits im abgelaufenen Ge- schäftsjahr in vielen Unternehmen das Ergebnis belastet. In den kommenden Jahren dürfte sich das Problem noch ver- schärfen. Es empfi ehlt sich daher, zuerst die Auswirkungen für das eigene Unternehmen zu untersuchen. Dann lassen sich Gegenmaßnahmen ergreifen – durch die unerwünsch- te Eff ekte reduziert oder sogar vermieden werden können.

Dabei gilt, dass diese Lösungen genauso individuell sein müssen wie die Situation in dem jeweiligen Unternehmen.

Ein Beispiel für eine solche Maßnahme ist die Überleitung des bisherigen Versorgungssystems auf die MetallRente. Das Branchenversorgungswerk der Metall- und Elektroindustrie ist als externer Versorgungsträger für die Unternehmen bi- lanzneutral. Ergebnisauswirkungen der betrieblichen Alters- vorsorge lassen sich somit ausschließen.

Gegründet im Jahre 2001 von IG Metall und Gesamtmetall ist MetallRente heute das größte Versorgungswerk zur Durch- führung von betrieblicher Altersversorgung in Deutschland.

Die fl ächendeckende und neutrale Beratung für Unterneh- men und Beschäftigte wird mit der exklusiven MetallRente Beratungseinheit gewährleistet.

Weitere Informationen zu maßgeschneiderten Lösungen für Ihr Unternehmen und für Ihre Mitarbeiter erhalten Sie bei der MetallRente Beratungseinheit.

Christof Maier

Allianz Pension Partners GmbH Postfach 110620

10836 Berlin

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16 VME Jahresbericht 2015 Arbeit

Tarifpolitik

Je nach Branche stiegen die Tariflöhne zwischen 1,9 und 5,2 Prozent. Für die Unternehmen war allerdings die Höhe der Tarifabschlüsse in einigen Branchen ein schwieriger Kompro- miss. Insgesamt verhandelten die Tarifvertragsparteien über- wiegend reine Entgeltabschlüsse. Qualitative Themen oder Möglichkeiten zur Flexibilisierung waren eher die Ausnahme.

Auch für die Zukunft ist eine differenzierte, moderate und überwiegend flexible Tarifpolitik enorm wichtig. Denn die Unsicherheit über die Konjunktur nimmt zu – auf den Märk- ten im Inland wie im Ausland ist die Lage zuletzt nicht einfa- cher geworden. Der Wirtschafts-Sachverständigenrat geht in seinem jüngsten Gutachten für 2016 davon aus, dass das Produktivitätsplus in den Unternehmen weit unter einem Prozent bleibt.

Moderates Auftreten der Arbeitnehmer ist außerdem wich- tig, weil die Digitalisierung für die deutsche Wirtschaft viele Umbrüche mit sich bringen wird. Daneben versucht die Politik immer wieder, die Lohnfindung zu beeinflus- sen. Die Tarifautonomie ist eine der wichtigsten Säulen in der sozialen Marktwirtschaft – der Wirtschaftsordnung, der die Bundesrepublik ihren Wohlstand verdankt. Damit dies so bleibt, sind ausreichende Gestaltungsspielräume für die Betriebe unumgänglich. Weitere gesetzliche Eingriffe in die Lohnpolitik oder aber überbordende Tarifforderungen ge- fährden die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und damit einen weiteren Anstieg der Beschäftigung.In einigen Branchen wächst die Gefahr, dass der Standort Deutschland im Vergleich zu Produktionsstätten im Ausland ins Hinter- treffen gerät.

Ein Jahr voller Streiks

2015 wurden die Tarifverhandlungen sehr stark von Streiks in einigen Branchen überschattet. Nicht immer haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer es geschafft, den Kurs einer moderaten, nach Branchen differenzierten und teilweise auch flexiblen Tariflohn politik fortzusetzen.

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VME Jahresbericht 2015 Arbeit 17

Personalpolitik

Unsere Aufgabe ist es, hier gemeinsame Schnittstellen zu definieren und daraus Handlungsfelder für die zukünftige Personalarbeit abzuleiten: Neben dem Demografiemanage- ment muss das Digitalmanagement zu einer zentralen Kern- kompetenz der Personalarbeit in den Unternehmen werden.

Die Digitalisierung wird vermutlich mehr verändern, als wir es uns heute überhaupt vorstellen können.

Das hat Auswirkungen auf alle Bereiche der Personalwirt- schaft - von der Nachwuchsgewinnung und Ausbildung über die Arbeitsorganisation und die Weiterbildung bis hin zu Unternehmenskultur und Führung. Die Strukturen müs- sen angepasst, Fach- und Führungskräfte für den digitalen Wandel qualifiziert werden. Digitale Personalarbeit muss als lernende Funktion ausgestaltet werden, die sich selbst

weiterentwickelt und die mit der Entwicklung des gesam- ten Unternehmens eng verzahnt ist. Die Vernetzung mit Partnern aus anderen Unternehmen und mit namhaften Forschern ist wesentlich für den Erfolg. Die Unternehmen sind also gefordert, sich in allen Sparten auf die neuen Ent- wicklungen einzustellen. Mit einer Reihe von Veranstaltun- gen wollen wir die Arbeitswelt von morgen beleuchten. Den Auftakt bildete die Tagung „Digitalisierung und Demografie - Herausforderungen für die Personalarbeit der Zukunft“ im Juni 2015 bei der Siemens AG. Die Teilnehmer diskutierten in drei Panels über agile Arbeitsorganisation, die Anforderun- gen einer modernen Unternehmenskultur und zeitgerechte Ausbildungsformate. Die Ergebnisse der Veranstaltung haben den Grundstein für unser Digital Labor gelegt.

Moderne Zeiten für Fachkräfte

Die Zukunft der Arbeit gestalten – das ist unser Anspruch in der Personalpolitik. Neben dem demografischen Wandel wird die digitale Transformation die Arbeitswelt in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Darin stecken aber viele Chancen - für die Unternehmen ebenso wie für die Beschäftigten.

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18 VME Jahresbericht 2015 Arbeit

Digital Labor

Digitalisierung ist das Top-Thema

Die Struktur und die Inhalte des UVB-Digital Labors haben wir Anfang Oktober im BMW-Motorradwerk Berlin vorge- stellt. Die Unternehmensvertreter interessierten sich in ers- ter Linie für den Bereich „Digitale Arbeitswelt“, in der die Themen „Digitale Arbeitsgestaltung“, „Führen in digitalen Strukturen“ sowie „Aus- und Weiterbildung für die digitali- sierte Arbeitswelt“ anhand betrieblicher 4.0 Anwendungen behandelt werden. Die weiteren Bereiche des Digital Labors beschäftigten sich mit den Themen „Digitale Geschäftsmo- delle“ und „Digitale Bildung“. Das Digital Labor ist im Netz erreichbar unter www.uvb-digitallabor.de (siehe dazu auch das Kapitel „Digitalisierung“ ab Seite 36).

Torsten Kruse, Geschäftsführer Galeria Kaufhof GmbH und Mitglied im UVB-Präsidium

„Arbeiten 4.0 braucht vor allem Flexibilität. Die Arbeitgeber brauchen hier mehr Spielraum statt weitere Einschränkungen.“

Mit der langjährigen Arbeitsgemeinschaft der Personalleiter, die seit diesem Jahr unter dem neuen Namen „Personalfo- rum Berlin-Brandenburg“ firmiert, bieten wir eine bewährte Plattform, bei dem sich Experten über die betriebliche Per- sonalpraxis austauschen können. Bei unserer Veranstaltung

„Boxenstopp im Mercedes Benz Werk“ im März gab Martina Neise, die neue Vorsitzende des Personalforums und Per- sonalleiterin des Daimler-Werks Berlin, einen Einblick in die Vielfalt der Themen ihres Unternehmens. Sie sorgte damit für einen lebhaften Austausch unter den Personalverant- wortlichen.

Mit der Frage „Kann man Lernen messen?“ haben wir uns im August mit der Nachhaltigkeit von Personalentwicklungs- maßnahmen aus wissenschaftlicher und aus Unterneh- menssicht beschäftigt. Es geht um die Frage, wie die Wir- kung von Bildungsmaßnahmen kontrolliert werden kann.

Alle Informationen zu weiteren Themen und Veranstaltun- gen des Personalforums finden sich unter

www.personalleiter-online.de.

Führen lernen

„Führen Lernen“ – ein zentrales Projekt des Personalforums – richtet sich an Nachwuchsführungskräfte aus Wirtschaft und Bundeswehr. Es hat sich gezeigt, dass sowohl junge, angehende Manager als auch Nachwuchs-Offiziere viele Schnittmengen haben und eine Menge voneinander ler- nen können. Es spannt den Bogen zwischen den Anforde- rungen an eine zeitgemäße Führung im Hinblick auf Demo- grafie, Digitalisierung und Dienstleistung. Das Projektteam 2015 hat - unter Nutzung aller zeitgemäßen Kommunika- tions- und Arbeitsformen - einen digitalen Leitfaden für die Phase „Führungskraft werden!“ entwickelt. Das neue Pro- jektteam, das 2016 die Arbeit aufnimmt, wird den Leitfaden um die Phase „Führungskraft sein!“ ergänzen. Der Leitfaden ist in seiner aktuellen Form bereits abrufbar unter

www.führenlernen.de.

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VME Jahresbericht 2015 Arbeit 19

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Auch die Bundesregierung hat dies im Fokus, daher gibt es das ElterngeldPlus. Allerdings bleibt abzuwarten, ob die Ge- schlechterquote sowie die Gesetze zur Familienarbeitszeit und zur Entgeltgleichheit, die derzeit debattiert werden, hier hilfreich sind.

Die UVB steht Unternehmen zur Seite, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Beruf und Pflege verbessern wollen. Wir informieren und helfen beim Vereinbarkeitsma- nagement. Dabei steht die UVB in Verbindung mit weiteren Akteuren in der Region und engagiert sich in übergreifen- den Gremien und über ihre Bundesverbände für ihre Mit- glieder.

Immer mehr Frauen arbeiten

In Berlin und Brandenburg ist die Quote der erwerbstäti- gen Frauen in den vergangenen Jahren, wie bundesweit auch, weiter gestiegen. Wenn keine minderjährigen Kinder

im Haushalt leben, ist die Quote höher (Berlin: 79,2 Prozent, Brandenburg: 85,1 Prozent); gehören minderjährige Kinder zur Familie, ist sie niedriger (Berlin: 67,3 Prozent, Branden- burg: 80,8 Prozent). Im Vergleich dazu liegt bei Männern die Erwerbstätigenquote noch höher, wobei die Elternschaft einen Unterschied macht: Männer mit Kindern sind noch häufiger erwerbstätig als kinderlose Männer (erwerbstätige Väter minderjähriger Kinder in Berlin: 85,5 Prozent, in Bran- denburg: 93,5 Prozent; Männer ohne Kinder in Berlin: 77,6 Prozent, in Brandenburg: 82,6 Prozent).

Dennoch gibt es Handlungsbedarf. Denn unter den sozial- versicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten immer mehr in Teilzeit. Mehr als zwei Drittel der sozialversicherungs- pflichtig Beschäftigten in Teilzeit sind Frauen.

Jemand arbeitet in Teilzeit, weil er meist Familienangehöri- ge zu betreuen oder anderweitige familiäre oder persönli- che Verpflichtungen hat: So erklärten in einer bundeswei-

Alles unter einen Hut bringen

Gut ausgebildete Fachkräfte sind ein entscheidender Faktor für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Deshalb gilt es, Strategien zu finden, um mehr Frauen den Weg in das Berufsleben zu ebnen. Das wäre nicht zuletzt ein Weg, um dem demografischen Wandel zu begegnen.

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20 VME Jahresbericht 2015 Arbeit

Vereinbarkeit Von Beruf Und Familie

ten Umfrage ein Viertel aller teilzeitbeschäftigten Frauen, sie müssten Kinder betreuen oder Angehörige pflegen; gut ein weiteres Viertel nannte persönliche oder familiäre Verpflich- tungen und gut ein Fünftel, dass eine Vollzeittätigkeit aus anderen Gründen nicht in Frage komme.

Kinderbetreuung – bedarfsgerecht ausbauen

Zentral für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die Kinderbetreuung. Erfreulicherweise sind die Betreuungs- quoten für Kinder in der Hauptstadtregion hoch. Kinder zwischen drei und sechs Jahren werden nahezu flächen- deckend betreut. Bei den unter Dreijährigen geht in Berlin etwa jedes zweite Kind (48,5 Prozent) in eine Kita oder in eine Einrichtung der Tagespflege. In Brandenburg liegt die Quote höher (58,3 Prozent). Dennoch gilt es, hier nach Be- darf nachzujustieren.

Die Unternehmen sind hier bereits sehr aktiv, allerdings ist Kinderbetreuung vorrangig eine Aufgabe des Staates. Da-

bei ist neben dem quantitativen Ausbau eine hochwertige Betreuung, Bildung und Erziehung mit einem ausreichen- den Personalschlüssel wichtig. Frühmorgens, abends oder am Wochenende muss es noch mehr Betreuung geben, damit auch Kinder von Schicht- oder Wochenendarbeitern versorgt sind. Über die Familienbeiräte in Berlin und Bran- denburg setzt sich die UVB für eine bedarfsgerechte Kin- derbetreuung ein.

Das Ziel: Zufriedener Chef, zufriedene Beschäftigte

Familienbewusste Personalpolitik bedeutet, eine Lösung zu finden, so dass Beruf und Familie vereinbar und alle Betei- ligten - Unternehmen wie Beschäftigte – zufrieden sind. So lässt sich die Erwerbsbeteiligung von Frauen steigern und längere Auszeiten vom Job werden seltener. Beides erhöht die Karrierechancen von Frauen. Die UVB unterstützt ihre Mitglieder bei der Umsetzung einer familienbewussten Personalpolitik mit Informations- und Beratungsangeboten.

Auf Landes- und Bundesebene setzen wir uns gegen ver- pflichtende Regelungen und für freiwillige Lösungen ein.

Neue Quote, neue Pflichten

Seit im Mai das „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ - also die Ge- schlechterquote – in Kraft getreten ist, müssen die Unterneh- men handeln. Zwar betrifft die Kernregelung nur rund 100 Großunternehmen, die börsennotiert und mitbestimmt sind.

73

von 100 Frauen in der

Hauptstadtregion sind berufstätig.

Kinder unter 3 Jahren in Betreuungseinrichtungen

März 2015 Sachsen-Anhalt

Brandenburg Mecklenburg-Vorp.

Thüringen Sachsen Berlin Hamburg Schleswig-Holstein Rheinland-Pfalz Hessen Baden-Württemberg Bayern Bremen Niedersachsen Saarland Nordrhein-Westfalen

48 % 58 %

(23)

VME Jahresbericht 2015 Arbeit 21

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Darüber hinaus müssen Unternehmen aber flexible Zielgrö- ßen für den Frauenanteil in Aufsichtsräten und die beiden obersten Management-Ebenen festlegen – dies betrifft bundesweit etwa 3.500 Unternehmen. Auch Mittelständ- ler müssen also etwas tun, wenn sie als GmbH organisiert sind und bei ihnen die Mitbestimmung gilt. Die UVB hat sich über ihre Bundesverbände gegen noch schärfere Re- geln ausgesprochen und unterstützt ihre Mitglieder bei der rechtssicheren Umsetzung der Vorgaben.

Vereinbarkeit in der Praxis: Fachleute diskutieren

Wie lässt sich die Chancengleichheit und die Vereinbarkeit von Karriere und Familie sicherstellen? Und das angesichts von Megatrends wie Digitalisierung und demografischem Wandel? Die Fachtagung „Karriere mit Kind und Kegel? – In- novative Vereinbarkeitsmodelle für die betriebliche Praxis“

behandelte diese Frage. 70 Teilnehmer interessierten sich für Fachvorträge aus dem Bereich der Arbeitswissenschaft und des Arbeitsrechts, sie bekamen Einblicke in die betrieb- liche Praxis und in externe Unterstützungsmöglichkeiten.

Zugleich zeigte eine Messe, wo Unternehmen Unterstüt- zung finden bei der Familienfreundlichkeit und wie sie als Arbeitgeber attraktiver werden.

Unternehmen warnen vor zu hohen lasten

Die UVB engagiert sich als Mitglied im Landesfamilienbei- rat Brandenburg sowie im Berliner Beirat für Familienfragen.

Dieser berät den Senat und erstellt den Familienbericht. Da- rin stehen Empfehlungen an Politik, Verwaltung und Träger der sozialen Arbeit - neben einer Bestandsaufnahme rele- vanter Themen wie der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Dabei geht es sowohl um Anregungen für neue Schwer- punkte als auch um die Weiterentwicklung bestehender Angebote und familienpolitischer Maßnahmen. Die UVB hat im Zuge der Mitarbeit verdeutlicht, wo bei der Vereinbar- keit von Beruf und Familie die Interessen der Unternehmen liegen und wo möglicherweise Konflikte drohen. In diesem Zusammenhang wendet sich die UVB gegen überhöhte Standards zu Lasten der Wirtschaft. Es ist nicht akzeptabel, dass Arbeitnehmer immer mehr individuelle Ansprüche erhalten, ihre Arbeitszeit zu gestalten und die Belange der Betriebe immer weniger berücksichtigt werden. Es ist wich- tig, hier eine Balance zu finden zwischen den berechtigten Interessen aller Seiten. Dabei dürfen die Flexibilität und die Attraktivität des Standortes nicht gefährdet werden – dies ginge sonst zu Lasten des Arbeitsmarktes und der Beschäf- tigung insgesamt.

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22 VME Jahresbericht 2015 Arbeit

Betriebliches Gesundheitsmanagement

So werden beispielsweise die Leistungen der Krankenkas- sen zur Prävention und Gesundheitsförderung von 3,17 Euro auf 7 Euro pro Versichertem und Jahr erhöht, mindestens 2 Euro hiervon (insgesamt rund 140 Millionen Euro) sollen für die betriebliche Gesundheitsförderung zur Verfügung stehen. Auch sollen die Krankenkassen in den Betrieben gesundheitsförderliche Strukturen aufbauen und stärken – wobei Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit beteiligt sind.

Zwar ist es begrüßenswert, die betriebliche Gesundheitsför- derung ohne weitere Verpflichtungen für die Arbeitgeber auszuweiten. Trotzdem sehen wir den Nutzen kritisch: Denn nach wie vor erreichen Präventionsangebote eher bereits gesundheitsbewusste Menschen – also gerade nicht dieje- nigen, die am meisten davon profitieren würden.

Die Sozialpartner waren als beratende Mitglieder in der Ende Oktober 2015 konstituierten Nationalen Präventions- konferenz vertreten. Dort haben sie sich dafür eingesetzt, dass die Mittel für Prävention und Gesundheitsförderung effizient eingesetzt werden.

Ein Netz für die Gesundheit

Das KMU-Netzwerk Gesundheitskompetenz in Berlin und Brandenburg – Gesundheit, Arbeitsqualität und Mitarbei- terengagement bietet in Kooperation zwischen UVB, dem Deutschen Gewerkschaftsbund und der AOK Nordost In- formationen und Austausch für Unternehmen in Arbeits- kreisen, Workshops und Konferenzen. Seit gut einem Jahr können auch Berliner Unternehmen Mitglied werden, um aktuelle Gesundheitsthemen zu erörtern. Beispiele sind

Vorsorge statt Nachsorge

Seit 2015 gibt es das „Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention“ – kurz Präventionsgesetz.

Es soll die betriebliche Gesundheitsförderung stärken. Der Gedanke ist grundsätzlich gut – doch die Kosten für die Krankenkassen steigen.

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VME Jahresbericht 2015 Arbeit 23

BGM · Arbeit Berlin-Brandenburg

psychische Belastungen am Arbeitsplatz oder der demo- grafische Wandel in der Belegschaft. Über die AOK Nordost können Unternehmen Mitarbeiter zu betrieblichen Gesund- heitscoaches ausbilden lassen. Das Netzwerk bietet mittler- weile rund 60 Unternehmen eine Plattform zum Austausch von Informationen und Erfahrungen.

Entwicklung des Arbeitsschutzes in 2015

2015 haben die Unternehmen in Berlin etwas weniger Ar- beitsunfälle gemeldet. Auch gab es weniger meldepflichtige Wegeunfälle – also Unfälle auf dem Weg zur Arbeit oder von dort nach Hause. Die Zahl in Brandenburg hingegen ist leicht gestiegen und lag über dem Bundesschnitt. Die Landesre- gierung beobachtet diesen Trend seit 2010 und führt ihn zurück auf die deutlich gestiegene Zahl der Erwerbstätigen.

Arbeitsschutz und Arbeitsgestaltung verbessern bereits heute die Sicherheit und die Gesundheit am Arbeitsplatz in hohem Maße. Unterschiedliche betriebliche Gegebenhei- ten und ständige Innovationen in Unternehmen erfordern

ein flexibles Instrumentarium des Arbeitsschutzes sowie der Arbeitsgestaltung und -organisation. Maßnahmen müs- sen am realen Bedarf der Unternehmen ausgerichtet sein.

Derzeit ist der Arbeits- und Gesundheitsschutz einer der am stärksten reglementierten Bereiche rund um die Arbeit.

Noch mehr Regulierung würde den Unternehmen schaden.

Es ist deshalb ein Erfolg, dass die geplante Neuregelung der Arbeitsstättenverordnung, die zu weiteren Verschärfungen geführt hätte, vom BMAS vorerst gestoppt wurde.

<

Nur einer von 266 Beschäftigten pro Jahr hat einen

0,4 %

Arbeits- oder Wegeunfall.

Keine weiteren Belastungen der Unternehmen durch die Arbeitsmarkt-Gesetzgebung

Schnelle Verfahren bei Registrierung und Qualifizierung von Flüchtlingen

Konsequente Qualifizierung der Arbeitslosen

Anpassung des Rechtsrahmens an das Zeitalter der Digitalisierung

Eine noch umfangreichere Kinderbetreuung

ARBEIT – DAFÜR SE TZEN WIR UNS EIN !

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STANDORT:

NUR NACH OBEN

2015 war ein bemerkenswertes Jahr für die Hauptstadtregion: Die Wirtschaftsleistung legte erneut stärker zu als im Bundesdurchschnitt. Das Wachstum steht auf vielen Säulen. Doch gute Zahlen sind keine Selbstläufer – es müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen.

2,0 Prozent wuchs die Wirtschaft in Berlin

30 Millionen Übernachtungen zählten Hotels und Pensionen 56,5 Prozent beträgt die

Exportquote der Berliner

Industrie

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26 VME Jahresbericht 2015 Wirtschaftspolitik

Konjunktur

Auf einem neuen Wachstumspfad

Ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung stecken Berlin und Brandenburg noch immer in einem Aufholpro- zess. Die Rahmenbedingungen für Deutschland und Eu- ropa sind dabei hilfreich: Der Euro-Wechselkurs und das billige Öl stützen die Konjunktur, die gute Verfassung des Arbeitsmarktes stützt die Binnennachfrage. 2015 legte das Bruttoinlandsprodukt um 1,7 Prozent zu. 2016 wird sich das Plus deutschlandweit in einer ähnlichen Größenordnung bewegen. Die Prognosen bewegen sich zwischen 1,5 und 2,0 Prozent.

Berlin ist das Zugpferd der Region

Berlin wächst derzeit stärker als der Bund. Nach Einschätzun- gen der UVB dürfte das Bruttoinlandsprodukt der Haupt- stadt 2015 um 2,0 Prozent gewachsen sein. Insgesamt be- findet sich Berlin in einem anhaltenden Aufholprozess: Die Wirtschaftsleistung legte in den vergangenen zehn Jahren real um durchschnittlich 2,0 Prozent pro Jahr zu (Deutsch- land: 1,3 Prozent; Brandenburg: 1,0 Prozent). Die Zahl der Erwerbstätigen nahm überdurchschnittlich zu (plus 1,8 Pro- zent im Jahr 2014 gegenüber Vorjahr, Deutschland: plus 0,9 Prozent, Brandenburg: plus 0,3 Prozent).

Wachstum in Berlin und Brandenburg seit 2011

Das Wachstum in der Hauptstadt wird von vielen Bereichen getragen, darunter die unternehmensnahen Dienstleistun- gen, die Informations- und Kommunikationsbranche, das Baugewerbe und die Industrie. Besonders dynamisch entwi- ckelt sich die Startup-Szene. Nirgends in Deutschland gibt es

so viele Gründer pro 1000 Erwerbsfähigen. Alle 20 Stunden entsteht hier ein neues Internet-Unternehmen, inzwischen wird jeder achte Arbeitsplatz von der Digitalbranche ge- schaffen. Bei den Risikokapital-Investitionen hat Berlin ande- re europäische Städte wie London von der Spitze verdrängt.

20

Alle 20 Stunden

entsteht in Berlin ein neues Startup.

Hinzu kommt der Tourismus. 2015 gab es erstmals mehr als 30 Millionen Übernachtungen. Viele Menschen wollen in der Stadt auch leben und arbeiten. Die Einwohnerzahl Berlins hat in den vergangenen drei Jahren deutlich zugelegt. Ende 2014 lag sie bei rund 3,47 Millionen. Das waren 48.000 mehr als am Jahresanfang und 143.000 mehr als 2011. Bis 2030 könnten knapp vier Millionen Menschen in der Stadt leben.

Brandenburg verfügt nicht in dem Maße über Wachstums- treiber, wie es Berlin tut. Deshalb konnte die Mark mit der Dynamik in Berlin nicht ganz Schritt halten. Die Verflech- tung mit der Hauptstadt wird aber immer enger, das zeigen Bruttoinlandsprodukt

preisbereinigt Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %

0 1 2 3 4

2011 2012 2013

Berlin Brandenburg Deutschland

2014 1. Hj 2015

BRANDENBURG BERLIN

Prognose Bevölkerungsentwicklung

2015 2030

Mio.

Mio.

Mio.

Mio.

3,6

2,5 2,4

>

3,8

Berlin wächst – Brandenburg schrumpft

(29)

VME Jahresbericht 2015 Wirtschaftspolitik 27

Konjunktur

die steigenden Pendlerzahlen. Deshalb profitiert Branden- burg von einer guten Entwicklung in der Hauptstadt.

Trotz aller Erfolge liegt das Bruttoinlandsprodukt je Einwoh- ner in Berlin und Brandenburg noch immer unter dem Bun- desdurchschnitt. Zum Vergleich: Hamburg kommt auf eine nahezu doppelt so hohe Wirtschaftsleistung je Einwohner wie Berlin.

UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck:

„Die Impulse kommen in Berlin vor allem aus dem Mittelstand mit seinen vielen Hidden Champions, etwa aus den unternehmensnahen Dienstleistungen, der Informations- und Kommunikationsbranche, dem Baugewerbe und der Industrie.“

Sparen und investieren – öffentliche Haushalte im Spannungsfeld

Die gute Wirtschaftsentwicklung in Berlin entlastet auch den Haushalt. Für 2016 und 2017 erwartet der Senat Einnah- men in Höhe von 19,1 Milliarden und 19,9 Milliarden Euro.

Erfreulich ist auch, dass das Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA), das aus dem Haushaltsüber- schuss von 2014 mit fast einer halben Milliarde Euro ausge- stattet wurde, zusätzliche Investitionsprojekte ermöglicht.

Zugleich konnte die Gesamtverschuldung Berlins auf rund 60 Milliarden Euro reduziert werden. Der weitere Abbau der Verschuldung bleibt eine der wichtigsten Herausforderun- gen der kommenden Jahre. Und das angesichts der hohen Flüchtlingszahlen und der dringend erforderlichen Investiti- onen in die wachsende Stadt. Das kann nur mit einer pros- perierenden Wirtschaft gelingen.

Verschuldung in Berlin und Brandenburg

Das Land Brandenburg steht derweil recht gut da: Der Anteil der Schulden am Bruttoinlandsprodukt liegt bei nur rund 30 Prozent, die Nettokreditaufnahme ist nahe Null und die In- vestitionsquote bei immerhin rund zwölf Prozent. Allerdings sind zusätzliche Belastungen bereits in Sicht: Kurzfristig fal- len beispielsweise Kosten für die Flüchtlingsunterbringung an, langfristig muss die geplante Verwaltungsreform gegen- finanziert werden.

0 17.500 35.000 52.500 70.000

Schuldenstand in Millionen Euro

Berlin Brandenburg

Investitionsquoten der Bundesländer

13,2

6,4

22,5

6,1 Sachsen

Mecklenburg-Vorp.

Bremen Brandenburg Bayern Thüringen Sachsen-Anhalt Baden-Württemb.

Saarland Nordrhein-Westf.

Hessen Hamburg Schleswig-Holstein Berlin Rheinland-Pfalz Niedersachsen

(30)

28 VME Jahresbericht 2015 Wirtschaftspolitik

Konjunktur

KfW-Umfrage: Besseres Klima für Kredite

Noch nie war das Finanzierungsklima besser als 2015 – sowohl für kleine als auch für große Unternehmen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der KfW-Bankengruppe zusammen mit Wirtschaftsverbänden, unter anderem der UVB. Die Gründe: niedrige Zinsen, ein geringer Bedarf an externer Finanzierung dank hoher Eigenmittel sowie die gute Konjunktur. Die Befragung findet regelmäßig seit 2001 statt.

Die besonderen Probleme kleiner und junger Unternehmen bei der Kreditaufnahme bleiben aber bestehen:

Ihre Bonität ist oft niedrig, ihnen fehlen Sicherheiten. Das gute Finanzierungsklima stützt sich auf die positive Entwicklung der Ratingnoten. Im Zuge der konjunkturellen Aufhellung haben sich die Bonitätsbeurteilungen indes auf breiter Front verbessert. 33 Prozent der Unternehmen berichten von Verbesserungen der Ratingnote (plus acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahr). Nur zwölf Prozent melden Verschlechterungen.

Allerdings sind die Banken seit der Finanzkrise risikobewusster geworden. Sie müssen strengere Vorgaben bei Refinanzierung und Eigenkapitalsteuerung einhalten (Basel III) – das wirkt sich aus auf die Kreditvergabe, vor allem an den Mittelstand. Die UVB hat dazu am 26. März das Forum Unternehmensfinanzierung veranstaltet.

Rund 50 Experten diskutierten, wie sich die neue EU-Förderperiode 2014-2020 auf die regionalen Förderpro- gramme und die Mittelstandsfinanzierung auswirkt. Im Dialog mit den Investitionsbanken aus Berlin (IBB) und Brandenburg (IlB) tauschten sich die Teilnehmer über aktuelle Finanzierungsinstrumente aus und informier- ten sich zudem über die Angebote der Berliner Sparkasse und der Volksbanken in Sachen Unternehmens- nachfolge. Einen Impulsvortrag hielt Dr. Milos Stefanovic, Sprecher der Geschäftsführung der Bürgschaftsbank Brandenburg.

UNTERNEHMENSFINANZIERUNG

(31)

VME Jahresbericht 2015 Wirtschaftspolitik 29

Smart City

Eine Stadt voller innovativer Technik für jede Lebenslage – das ist die Vision vom Berlin der Zukunft. Die Smart City ist in nahezu jeder Metropole ein Thema. Auch in der Haupt- stadtregion arbeiten viele Unternehmen und Forschungs- einrichtungen daran, möglichst viele Lebensbereiche mitei- nander zu vernetzen.

Der Senat hat im April 2015 seine Smart-City-Strategie auf den Weg gebracht – ein ehrgeiziges Projekt. Bessere Lebens- qualität für die Bürger sowie neue Technologien und Lö- sungen aus der Hauptstadt sind das Ziel. Die Entwicklung zur digitalen Stadt ist aber kein Selbstläufer. Zum internati- onalen Vorbild wird es Berlin nur bringen, wenn Smart-Ci- ty-Technologien künftig in möglichst jedem Lebensbereich eingesetzt werden, von der Energieversorgung über die Stadtbeleuchtung, die Elektromobilität, die Verkehrslen- kung oder die Verwaltung bis zur Gebäudetechnik. Dazu sind zusätzliche Investitionen nötig.

Berlin ist kompetent in den Technologiefeldern, die für Metro- polen besonders wichtig sind, etwa Energietechnik, Mobili- tät, Verkehr und Logistik. Hier muss die Stadt ihren Vorsprung verteidigen. Die UVB begleitet deshalb die Cluster-Strategien und hilft, sie fortzuschreiben. Ein gutes Signal ist der Umzug

der international renommierten Messe „Metropolitan So- lutions“ von Hannover nach Berlin in den neuen City Cube der Messe. Einen Neustart gab es zudem bei der Berliner Wirtschaftskonferenz, zu der Senato- rin Yzer einlädt. Sie richtet sich an ein internationales Publikum und soll über mehrere Jahre das Leitthema „Crea- ting Urban Tech“ beleuchten. Auch die Asien-Pazifik-Wochen (APW), die bedeutendste Plattform in Europa für den Dialog mit der Region Asien-Pazifik, drehte sich in Ber- lin 2015 ganz um die Herausforderungen von „Smart Cities“.

Die UVB unterstützt die APW seit deren Gründung.

Schlaue Mobilität für eine schlaue Stadt

Die Mobilität wandelt sich – wegen des technischen Fort- schritts, schärferer Umweltgesetze und geänderter Vorlie- ben der Nutzer. Die Elektromobilität ist ein Schlüssel zu ei- nem smarten und nachhaltigen Verkehrssystem der Zukunft.

Die Hauptstadtregion ist inzwischen Deutschlands größtes Praxislabor der Elektromobilität. Berlin und Brandenburg

SMART CITY

Auf dem Weg in die Stadt von morgen

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