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3 Material und Methoden

3.3. Aufbau des Simulators

3.3.2. Palpatorische und sonografische Eigenschaften der

Der nachgebildete Uterus des Simulators simuliert den Uterus bicornis eines adulten Rindes außerhalb des Östrus. Er ist unter der Hand versammelbar. Die Hörner weisen eine Stärke von jeweils zwei bis drei Fingern auf und sind symmetrisch.113 Ein Bild des entwickelten Uterus ist in Abbildung 11 zu sehen.

Der Uterus ist aus drei verschiedenen Schichten aufgebaut. Das nachgebildete Perimetrium besteht aus einer Y-förmigen Schlauchhülle mit einer Wandstärke von ca. 2 mm. Der Schlauch hat im Bereich der Corpus Uteri einen Durchmesser von ca. 4,5 cm, während er an der nachgebildeten Cervix uteri einen Durchmesser von ca. 6 cm aufweist. Der Durchmesser verringert sich in Richtung der nachgebildeten Cornua uteri. Die Hülle wurde mit Hilfe einer Konstruktion aus Holzkern und Modelliermasse erstellt. Auf dieses Modell wurde ein elastischer Netzstoff aufgebracht. Dieser verhilft der Hülle zu einer längeren Haltbarkeit. Der Netzstoff wurde mit ammoniakhaltigem Naturlatex gleichmäßig begossen und nach dem Abtrocknen mit Vaseline bestrichen. Sowohl die Vaseline als auch der Ammoniak-Anteil in der Hülle dienen als Konservierungsmittel und verhindern die Auflösung des Latex bei wiederholtem Kontakt mit Wasser.

Um das Myometrium des Uterus zu simulieren, wurde die nachgebildete Hülle mit Spielschleim (Noisy Slime) gefüllt. Dabei wurde darauf geachtet, dass sich keine Lufteinschlüsse bilden.

Mit Hilfe eines zentral in den Spielschleim eingebrachten breiten Gummibandes in Y-Form wird das Endometrium simuliert. Der Einzug des Gummibandes erfolgte unter Ultraschallkontrolle und mit Hilfe einer Drahtschlinge durch die Öffnungen am Uteruskörper und den Uterushornspitzen. Das Gummiband wurde an jeder Hornspitze auf ca. 2 cm Länge abgeschnitten und kann damit als Lig. proprium ovarii interpretiert werden. Die entstandenen Öffnungen an den Uterushörnern sowie die große Öffnung des Uteruskörpers wurden verklebt.

Palpatorisch zeichnet sich der nachgebildete Uterus durch eine glatte Oberfläche und gleichmäßig weich-elastische Konsistenz aus. Sonografisch sind die drei verschiedenen Schichten des Aufbaus im Längsschnitt (s. Abb. 12) und Querschnitt (s. Abb. 13) zu erkennen. Das nachgebildete Perimetrium umgibt als dünne, hyperechogene Linie den homogen isoechogenen Anteil des simulierten Myometriums. Zentral ist das Endometrium als sehr dünne, isoechogen-hyperechogene Linie zu erkennen.

Material und Methoden

Abb. 11:Ultrasonic Cow Simulator: Uterus und Ovarien (Quelle: Silja Brombacher-Steiert, Clinical Skills Lab, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover)

Abb. 12:Ultrasonic Cow Simulators: Ultraschallbild eines Uterushorns im Längsschnitt (Quelle: Silja Brombacher-Steiert, Clinical Skills Lab, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover)

Ovarien

Das Ovargewebe wird durch zwei mit Spielschleim (XXL Galaxy- Schleim) gefüllte Luftballons simuliert. Diese haben mit eingebrachten Funktionskörpern einen Durchmesser von ca. 3 cm (s. Abb. 9 Nr. 4). An das Ende des jeweiligen Luftballons ist ein ca. 2 cm langes Gummiband angebracht, welches mit Hilfe eines Druckknopfes an das Gummiband der Uterushornspitze befestigt werden kann. Das Gummiband stellt das Lig. ovarii proprium dar.

Die simulierten Ovarien zeichnen sich palpatorisch durch eine glatte Oberfläche mit weich-elastischer Konsistenz aus. Sonografisch stellt sich das nachgebildete Ovargewebe inhomogen hypo-isoechogen mit hyperechogenen Anteilen dar, welches sich von der dünnen, isoechogen bis hyperechogenen Linie der Luftballonhülle abgrenzen lässt.

Follikel

Die Nachbildung der Follikel erfolgte anhand von zwei mit destilliertem Wasser gefüllten kleineren Luftballons. Um unterschiedlich große Follikel zu simulieren, wurden verschiedene Mengen an destilliertem Wasser in die Luftballons gefüllt. Der Durchmesser der entstandenen Follikel beträgt jeweils ca. 1 cm und 1,5 cm. Beide Follikel wurden in das nachgebildete Ovargewebe eingebettet.

Die Follikel heben sich durch ihre fluktuierende Konsistenz palpatorisch von der weich-elastischen Konsistenz des Ovargewebes ab. Liegen die Follikel an der Oberfläche des Ovars, ist ihre glatte Struktur zu ertasten. Im Ultraschallbild sind die Follikel als zwei runde, anechogene Strukturen im Ovargewebe zu erkennen (s. Abb. 14). Die schmale isoechogene bis hyperechogene Hülle der Luftballons ist dabei nur teilweise zu sehen.

Abb. 13: Ultrasonic Cow Simulators: Ultraschallbild beider Uterushörner im Querschnitt (Quelle: Silja Brombacher-Steiert, Clinical Skills Lab, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover)

Material und Methoden

Corpus luteum

Ein mit Spielschleim (Noisy Slime) gefüllter Luftballon simuliert den Gelbkörper. Er hat einen Durchmesser von ca. 2,5 cm und das mehrfach geknotete Luftballonende kann als unregelmäßig geformte Kappe des Gelbkörpers interpretiert werden. Der nachgebildete Gelbkörper wird ebenfalls in das Ovargewebe eingebracht. Palpatorisch zeichnet sich der Gelbkörper durch eine elastische Konsistenz mit derber, unregelmäßiger Kappe aus. Im Ultraschallbild ist der Gelbkörper im Gegensatz zum umliegenden Ovargewebe als homogen isoechogene, runde Struktur erkennbar (s. Abb. 15). Auch hier ist die isoechogen- bis hyperechogene Umrandung des Luftballons nur zeitweise zu erkennen.

Abb. 14:Ultrasonic Cow Simulator: Ultraschallbild des Ovars mit zwei unterschiedlich großen Follikeln (Quelle: Silja Brombacher-Steiert, Clinical Skills Lab, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Abb. 15:Ultrasonic Cow Simulator: Ultraschallbild des Ovars mit Gelbkörper (Quelle:

Silja Brombacher-Steiert, Clinical Skills Lab, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover)

Lig latum uteri mit Aa. uterinae

Der Uterus wird mit Hilfe des Lig. latum uteri in der Bauch- und Beckenhöhle lokal fixiert. Das Lig. latum uteri wird durch eine ca. 2 mm starke Fläche aus ammoniakhaltigem Naturlatex simuliert (s. Abb. 16). Dieses wird mit seinen Enden hängemattenartig an den Beckenknochen auf Höhe der Tuber coxae befestigt. In seiner Mitte kann der Uterus mit Hilfe eines Klettverschlusses fixiert werden. Seitlich des Klettverschlusses sind zwei mit destilliertem Wasser gefüllte Schlauchballons von ca. 1 cm Durchmesser angebracht. Sie stellen die Aa. uterinae nach.

Das Lig. latum uteri zeichnet sich palpatorisch durch seine glatte Oberfläche und derbe, flächige Konsistenz aus. Die angebrachten Luftballons zur Simulation der Aa. uterinae sind elastisch-fluktuierend und haben eine glatte Oberfläche. Im Ultraschallbild ist das Lig. latum uteri als homogen isoechogene Linie bzw. je nach Haltung des Schallkopfes als Fläche zu sehen. Die nachgebildeten Aa. uterinae liegen als runde (Querschnitt, s. Abb. 17) oder schlauchartige, anechogene Strukturen mit isoechogener Umrandung auf dem Lig. latum uteri.

Abb.16: Ultrasonic Cow Simulator: Lig. latum uteri mit Aa. uterinae (Quelle: Silja Brombacher-Steiert, Clinical Skills Lab, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover)

Material und Methoden

Vesica urinaria

Die Harnblase des Ultrasonic Cow Simulators besteht aus einem mit destilliertem Wasser gefüllten Luftballon (s. Abb. 18). Sie ist von rund-elliptischer Form mit einem Durchmesser von ca. 10 cm und einer Dicke von ca. 5 cm. Mit Hilfe eines Klettverschlusses wird sie am Pecten ossis pubis des knöchernen Beckens angebracht. Die Harnblase ist von elastisch-fluktuierender Konsistenz mit glatter, teilweise in Falten gelegter Oberfläche. Sonografisch stellt sie sich als runde Struktur mit anechogener Füllung und isoechogen- bis hyperechogenem, schmalen Rand dar (s. Abb. 19).

Abb. 17: Ultrasonic Cow Simulator: Ultraschallbild des Lig. latum uteri mit A. uterina (Quelle: Silja Brombacher-Steiert, Clinical Skills Lab, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover)

Abb.18: Ultrasonic Cow Simulator: Vesica urinaria (Quelle: Silja Brombacher-Steiert, Clinical Skills Lab, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover)

Rumen

Die Nachbildung des Rumens besteht aus einem zugeschnittenen Quader aus Schwammmaterial (s. Abb. 9 Nr. 8). Dabei wurden die beiden Blindsäcke des Pansens besonders hervorgehoben. Der Pansen wird mit Hilfe von Klettverschlüssen an den Wänden des Plexiglasbeckens auf der linken Seite des Ultrasonic Cow Simulators fixiert.

Der Pansen zeichnet sich bei der Palpation durch die beiden derb-elastischen runden Blindsäcke aus. Er hat eine raue Oberfläche. Sonografisch zeigt sich der nachgebildete Pansen an der Oberfläche als homogen-isoechogene abgerundete Fläche (s. Abb. 20). In einem mehrere Zentimeter breiten Verlauf von der Oberfläche in die Tiefe stellt sich der Pansen in zentral gelegenen Regionen anechogen dar.

Abb.19:Ultrasonic Cow Simulator: Ultraschallbild der Vesica urinaria (Quelle: Silja Brombacher-Steiert, Clinical Skills Lab, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover)

Material und Methoden

Rektum

Das Rektum des Ultrasonic Cow Simulators weist zwei Anteile auf. Der von außen sichtbare Anteil besteht aus einem armdicken Schlauch aus Naturlatex mit einer Schichtdicke von ca. 5 mm. Dieser ist an der Vorderseite des Plexiglasbeckens mit Hilfe eines Flansches angebracht und wird durch den Anus des Simulators Breed’n Betsy® gehängt. Er soll den/die Untersuchende/n vor dem auslaufenden Wasser schützen.

Der im Plexiglasbecken liegende Anteil des nachgebildeten Rektums wird durch das Bein einer kommerziell erhältlichen Netzstrumpfhose simuliert. Dieses wird zwischen Flansch und Rückseite des Simulators gespannt.

Der außen liegende Anteil des Rektums ist gekennzeichnet durch eine derb-elastische Konsistenz. Er umschließt den Arm des/der Untersuchenden eng. Der im Plexiglasbecken liegende Anteil kann als dünne, anliegende, faserige Schicht um die untersuchende Hand wahrgenommen werden. Sonografisch ist nur der innen liegende Anteil von Relevanz. Dieser zeigt sich im Ultraschallbild als sehr dünne isoechogene Linie. Wird die Ultraschallsonde dicht auf das zu untersuchende Organ gelegt, passt sich die Netzstrumpfhose diesem an und ist im Ultraschallbild nicht mehr zu erkennen.