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Bericht über die Gründung eines "Ausschusses für die Errichtung einer Deutschen Polarstation, E.V."

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Academic year: 2022

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Krüger-Polar-Expedition verschollen.

Arnulf Scholz.

Dr. Krügers Name ist in der öffentlichkeit nicht so bekannt gewesen, und doch gehört er zu den besten unseres Faches, Das Archiv hat ge- nügend Gelegenheit gehabt, Krüger kennen zu lernen (er war Mitglied unserer Förderungsvereinigung) und wir haben ihn gerade auch als Mensch besonders schätzen gelernt. Krüger hatte manchen Feind, und nach seinem vermutlichen Tode haben wir bittere Urteile über diesen sehr tüchtigen Menschen hören müssen. Deshalb fühlen wir uns ganz besonders zur 'Stellungnahrne verpflichtet. Im Polargebiet war Krüger kein Neuling, Schon 1925 war er mit Prof. Klute in Grönland,

Krüger verließ die Art früherer Expeditionstechnik. Unter Benutzung von Faltbooten und besonders konstruierten Schlitten, versehen mit Jagdgerät und im Übrigen nach Eskimoart ausgerüstet, wollte er wie Stefansson "vom Lande leben". Krügers Absicht war, fünf Jahre auf Expedition zu bleiben. Außer meteorologischen, 'biologischen und ozeano- graphischen Arbeiten wollte er zeigen, daß nördldch vom kanadischen arktischen Inselgebiet kein Land mehr anzutreffen ist. Auf der Karte betrachtet, stellen die Nordküsten des ganzen kanadischen Archipels und Grönlands eine gerade Linie dar. Auch der Verlauf der Buchten, Sunde und Fjorde geht streng parallel zu dieser Linie. Von Krüger stammt nun der Gedanke, daß es sich hierbei um tektonische Erscheinungen handelt. Es sind offenbar geologische Schwächelinien vorhanden, die durch eine gleichmäßige Lagerung des Gesteins bedingt sind. Wenn es sich um einen .A>hbruch der Kontinentalschwelle gegen das Eismeer handelt, muß nördlich davon kein Land mehr anzutreffen sein. Dafür wollte Krüger den Beweis erbringen durch geologische Untersuchungen und Lotungen.

Nach einer Vorexpedition und Überwinterung in Nerke und einer schwie- rigen Übungsreise brach er mit Bjare und einem Eskimo zur großen Fahrt auf. Es ging über den Smtthsund nach Bache auf Ellesmere-Land, weiter über diese Insel und im Heureka-Sund hinauf nach Depot-Point. Hier legte man in einem Steinmann 'alle entbehrlichen wissenschaftlichen Ge- räte und Ausrüstungsgegenstände nieder. Dann wandte Krüger sich mit seinen Begleitern nordwärts zur Spitze von Axel-Heiberg-Land und zum Schelfrand. Krüger wollte von dort nach Bache zurückkehren. Der Stein- mann am Depot-Point 'ist aber das letzte Zeichen dieser Expedition. Was man hier fand, kam im Herbst 1930 nach Deutschland. Krüger könnte nun vielleicht seinen fünf jährigen Plan wieder 'aufgegriffen haben, den ganzen Schelfrand von AxeI-Heiberg-Land bis zum amerikanischen Kontinent zu loten, und eines Tages würden wir von dort von ihm hören.

Seine Steranssonsche Lebensart kann zu dieser Annahme berechtigen.

Dazu hatte er jedoch nicht genügend Munition bei 'sich. Am schlimmsten ist aber der Umstand zu werten, daß Krüger kurz vor seiner Reise an einer Fleischvergiftung erkannte, die ihn sehr stark schwächte. Zudem

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hatte er sein Faltboot zUliickgellassen.Er kann also unmöglich weit ge- kommen sein, besonders auch weil in diesem J1ahralle Sunde offen- geblieben sein sollen.

Die kanadische Regierung hat schon im Herbst 1930nach Krüger suchen lassen. Es wurden mehrere Expeditionen nach ihm ausgeschickt und sogar die geplante Zus-ammenlegungder Polizeistationen bis zum nächsten Jahr verschoben. Für alle diese Maßnahmen müssen wir vor allem Prof.

Anderson Dank sagen, der sich sehr stark für die Rettungsaroeiten ein- gesetzt hat. Auch die Dänen haben dankenswerterweise nach Dr. Lauge Kochs Ratschlägen Krüger gesucht. Leider auch ohne ErfolgI Man kann aber noch nicht absolut auf einen Verlust der Krüger-Expedition schließen.

Auch Kanada stellt sich in dieser Beziehung auf den Standpunkt des Archivs für Polarforschung. Daher soll jetzt noch einmal eine Such- expedition abgehen. Wenn auch alles mehr für den Untergang Krügers und seiner Begleiter spricht, so wollen wir hoffen, daß diese Expedition nicht umsonst gewesen ist, daß sie vielmehr ein Vorbild sein wird für die junge Generation, bereit zu sein, jederzeit Ihr Leben für die Wissen- schaft und für die Menschheit einzusetzen.

Die Deutsche Beteiligung am Internationalen Polar- jahr 1932/33.

Karl Richter.

Auch Deutschland wird sich in den Grenzen, die uns durch die wirt- schaftliche Lage gesteckt sind, an der internationalen wissenschaftlichen Arbeit beteiligen. Die Arbeitsgemeinschaft der Elektrophysik wird vor- aussichtlich im Polarjahr die deutschen Untersuchungen in Tromse fort- setzen, die sich auf Beobachtungen des Polarlichtes erstrecken werden.

Es werden wahrscheinlich zwei Beobachter nach Norwegen gehen. Das Archiv für Polarforschung. Kiel, wird unter Zustimmung der zuständigen Stellen wahrscheinlich eine Ueberwinterungsstation in Südwest-Grönland errichten, die mit zwei Teilnehmern besetzt wird und in erster Linie erdmagnetische Beobachtungen und Polarlichtbeobachtungen aus- führen wird. Die magnetischen und meteorologischen Stationen in Deutschland wenden sich insofern an der Polarjahrsarbeit beteiligen, als sie Spezialbeobachtungen und terminmäßige Beobachtungen vornehmen werden.

Bericht über die Gründung eines "Ausschusses für die Errichtung einer Deutschen Polarstation, E.V."

In den Räumen des Archivs für Polartorschung, Kiel, trat im Laufe des Mai unter dem Vorsitz des Grönlandforschers Privat-Dozent Dr. Richter vom Bakteriologischen Institut in Kiel eine Reihe von Förderem und Freunden des Archivs rür Polarforschung zusammen, um die .Mög'lfchkeit

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