Ortsgemeinde Klein-Winternheim Bebauungsplan 'Am Berg V' Artenschutzrechtliche Prüfung

Volltext

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Ortsgemeinde Klein-Winternheim Bebauungsplan 'Am Berg V'

Artenschutzrechtliche Prüfung

Auftraggeber:

Ortsgemeinde Klein-Winternheim Hauptstraße 6

55270 Klein-Winternheim Tel. 06136/99420

rathaus@klein-winternheim.de www.klein-winternheim.de

Bearbeitung:

viriditas

Dipl.-Biol. Thomas Merz B. Sc. Felix Leiser M. Sc. Christoph Nohles Dipl.-Biol. Corinna Seiler Dipl.-Biol. Ralf Thiele Auf der Trift 20 55413 Weiler Tel. 06721 4902637 mail@viriditas.info www.viriditas.info

Weiler, 09.08.2019

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Inhalt

A. Anlass und Aufgabenstellung ... 1

B. Rechtliche Grundlagen ... 1

C. Methode ... 2

D. Kurzcharakteristik des Plangebietes ... 3

E. Biotoptypenausstattung des Gebietes ... 4

F. Wirkfaktoren des Vorhabens auf Arten und Biotope ... 6

G. Habitateignung für streng geschützte Arten ... 7

H. Artenschutzrechtliche Prüfung ... 7

H.1 Relevanzprüfung ... 7

H.2 Vertiefende Artenschutzrechtliche Vorprüfung ... 8

H.3 Artenschutzrechtliche Beurteilung ... 19

I. Empfehlungen ... 22

J. Fazit ... 22

K. Literatur ... 23

L. Fotodokumentation ... 25

Tabellen Tabelle 1: Übersicht der Biotoptypen im Plangebiet ... 4

Tabelle 2: Festgestellte Vogelarten im Untersuchungsgebiet ... 11

Tabelle 3: Betroffenheit der im Gebiet vorkommenden streng bzw. europarechtlich geschützten Arten ... 14

Anhang

Anlage I: Artenschutzrechtliche Relevanzprüfung ... Anlage I Anlage II: Vertiefende Artenschutzrechtliche Vorprüfung ... Anlage II

Karten

Bestand Biotoptypen ... Karte 1

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A. Anlass und Aufgabenstellung

Die Ortsgemeinde Klein-Winternheim beabsichtigt die Erweiterung des bestehenden Ge- werbegebietes nordöstlich der Ortslage. Der Vorhabensbereich mit einer Gesamtfläche von etwa 5,2 ha wird durch große Ackerflächen sowie einen gewerblich genutzten Garten- baubetrieb mit Lagerflächen, versiegelten Flächen sowie Grünflächen geprägt. Im Osten grenzt das bestehende Gewerbegebiet 'Am Berg' an das Plangebiet an, im Westen und Norden erstrecken sich weitere landwirtschaftlich genutzte Flächen. Im Süden verläuft die Autobahn A63.

Planungsrechtlich wird das Vorhaben im Bebauungsplan 'Am Berg V' der Ortsgemeinde Klein-Winternheim gesichert. Der Bebauungsplan befindet sich aktuell in der Auf- stellungsphase. Er stellt die Erweiterung des bereits bestehenden Gewerbegebietes in Rich- tung Westen nordöstlich der Ortslage dar.

Bei der geplanten Erweiterung des Gewerbegebietes sind die artenschutzrechtlichen Be- stimmungen des § 44 Abs. 1 BNatSchG zu beachten. Der Planungsträger hat den Nachweis zu erbringen, dass die Planung nicht gegen die artenschutzrechtlichen Bestimmungen ver- stößt.

Die Ortsgemeinde Klein-Winternheim beauftragte das Büro viriditas, Dipl.-Biol. Thomas Merz, am 17.10.2018 mit der artenschutzrechtlichen Prüfung des Vorhabens. Diese beinhaltet die Ermittlung der Betroffenheit streng bzw. europarechtlich geschützter Arten sowie, im Falle der Betroffenheit und soweit möglich, die Darstellung der erforderlichen Maßnahmen zur Vermeidung des Eintretens der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG.

B. Rechtliche Grundlagen

Die artenschutzrechtliche Prüfung gemäß § 44 und 45 BNatSchG ist eine eigenständige Prüfung im Rahmen des naturschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens. Diese beinhaltet folgende Komponenten, von denen jeder Schritt im Falle des Zutreffens der betroffenen Kriterien den nächsten im Prüfkanon bedingt:

1. Prüfung, ob und ggf. welche gemeinschaftsrechtlich geschützten Arten (alle heimischen europäischen Vogelarten, Arten des Anhangs IV FFH-Richtlinie) von der Planung be- troffen sein können.

2. Ermittlung und Darstellung, ob und inwieweit gemeinschaftsrechtlich geschützte Arten im Sinne des § 44 Abs. 1 durch das Vorhaben erheblich gestört, verletzt oder getötet sowie ihre Fortpflanzungs- oder Ruhestätten beschädigt oder zerstört werden können.

3. Wenn die Beeinträchtigung durch das Vorhaben das Tötungs- und Verletzungsrisiko für

Exemplare der betroffenen Arten nicht signifikant erhöht und diese Beeinträchtigung bei

Anwendung der gebotenen, fachlich anerkannten Schutzmaßnahmen nicht vermieden

werden kann, so verstößt das Vorhaben gemäß § 44 Abs. 5 nicht gegen das Tötungs-

und Verletzungsverbot des § 44 Abs.1 Nr. 1 BNatSchG. Auch verstößt das Nachstellen

und Fangen von Individuen geschützter Arten nicht gegen das Verbot des Nachstellens

und Fangens, wenn die Tiere im Rahmen einer erforderlichen Maßnahme, die auf den

Schutz der Tiere vor Tötung oder Verletzung oder ihrer Entwicklungsformen vor Ent-

nahme, Beschädigung oder Zerstörung und die Erhaltung der ökologischen Funktion der

Fortpflanzungs- oder Ruhestätten im räumlichen Zusammenhang gerichtet ist, beein-

trächtigt werden und diese Beeinträchtigungen unvermeidbar sind.

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4. Prüfung, ob trotz unvermeidbarer Störungen oder Beeinträchtigungen von Individuen, Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der gemeinschaftsrechtlich geschützten Arten die öko- logischen Funktionen des Lebensraumes der Populationen im räumlichen Zusammen- hang weiterhin kontinuierlich erfüllt bleiben, sowie ggf. Darstellung der hierfür erforder- lichen Maßnahmen. In diesem Schritt kann sich die Notwendigkeit vorgezogener Aus- gleichsmaßnahmen (CEF-Maßnahmen: Maßnahmen zur Sicherung der kontinuierlichen ökologischen Funktionalität) ergeben. Ist die ökologische Funktion weiterhin sichergestellt, so ist das Vorhaben nach § 44 Abs. 5 BNatSchG - trotz eventueller Betroffenheit gemein- schaftsrechtlich geschützter Arten - aus artenschutzrechtlicher Sicht zulässig.

5. Ergibt sich hingegen aus den Prüfschritten 1 bis 3, dass gemeinschaftsrechtlich ge- schützte Arten betroffen, Individuen bzw. deren Fortpflanzungs- und Ruhestätten ge- fährdet sind und auch durch vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen die kontinuierliche öko- logische Funktionalität nicht gewährleistet werden kann, so ist das Vorhaben aufgrund der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG zunächst nicht zulässig. In einem weiteren Schritt kann dann ggf. noch geprüft werden, ob mglw. die naturschutzfachlichen Voraus- setzungen für eine Ausnahme gem. § 45 Abs. 7 BNatSchG gegeben sind.

C. Methode

Im Rahmen einer querschnittsorientierten Begehung am 20.07.2018 wurde das im Plan- gebiet existierende Biotoptypenspektrum erfasst und hinsichtlich seiner Habitatqualität für streng bzw. europarechtlich geschützte Arten geprüft. Dabei wurden alle im Plangebiet und dessen Randbereichen vorkommenden Strukturen begutachtet. Diese Prüfung ergab, dass anhand des Biotoptypenspektrums die Möglichkeit der Betroffenheit streng bzw. europa- rechtlich geschützter Arten aus den Artengruppen Säugetiere, Vögel sowie Reptilien besteht.

Daher wurden für diese Artengruppen dezidierte Untersuchungen durchgeführt.

Die Betroffenheit streng geschützter Arten aus anderen Artengruppen kann mangels geeig- neter Lebensräume anhand der Ergebnisse der querschnittsorientierten Begehung ausge- schlossen werden, diese Beurteilung wird im nachfolgenden Text begründet.

Bei weiteren Begehungen am 15.05., 17.05., und 23.05.2019 wurden die im Plangebiet und in der näheren Umgebung vorkommenden Vogelarten akustisch wie auch optisch erfasst.

Besondere Strukturen wie die teils strukturreichen Bereiche mit Gehölzbeständen des Gartenbaubetriebs im zentralen Teil des Vorhabensbereichs wurden genauer untersucht.

Alle Vogelarten, die optisch und / oder akustisch wahrgenommen werden konnten, wurden in eine mitgeführte Karte eingetragen.

Das Plangebiet weist ein mittleres Besiedlungspotential für Feldhamster (Cricetus cricetus) auf (H ELLWIG 2002, 2010). Für den Feldhamster als sehr standorttreue Art erfüllen Acker- &

Brachflächen sowie Ackerrandstreifen insbesondere hinsichtlich der überlebenswichtigen Deckung eine wichtige Funktion. Aus diesem Grunde wurde das Gelände im Rahmen der Geländebegehung am 29.04. und 02.08.2019 gezielt nach der Standardmethode nach W IE -

DLING & S TUBBE (1998) nach Hamsterbauen abgesucht. Bei der Begehung nach der jahres- zeitlich bedingten Öffnung der möglicherweise vorhandenen Baue wurde nach Bauaus- gängen sowie Fall- und Schlupfröhren von Feldhamstern, nach Erdauswurf, nach Fraß- spuren und nach sonstigen Spuren gesucht.

Die als Habitate geeigneten Strukturen im Bereich der Lager- und Offenlandflächen des

Gartenbaubetriebs wurden bei insgesamt sechs Begehungen am 15.05, 17.05., 23.05.,

05.06., 10.06. und 13.06.2019 gezielt nach eventuell vorkommenden Reptilien abgesucht

(H ACHTEL et al. 2009).

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Die Begehungen fanden jeweils bei guten Witterungsbedingungen (trocken, sonnig bis leicht bewölkt, nicht zu windig und Temperaturen >10 °C) statt. Bei den Begehungen wurde der Schwerpunkt auf sonnenexponierte offene Bereiche mit lückiger Vegetation gelegt. Die gra- sigen Flächen mit unterschiedlichem Vegetationsaufwuchs, die Lagerflächen sowie die Gehölzsäume wurden bei den Begehungen jeweils mehrfach abgegangen und kontrolliert, da sie günstige Lebensraumbedingungen für Eidechsen aufweisen. Zusätzlich wurde der übrige Teil so kontrolliert, dass der Fokus auf den Bereichen mit günstigen Habitatstrukturen für Eidechsen lag, die einen geringen Bewuchs aufwiesen. Die Aufenthaltswahrscheinlichkeit von Reptilien ist in diesen Bereichen wesentlich höher als in Bereichen mit höherem Be- wuchs.

Das Vorkommen von streng geschützten Amphibien kann ausgeschlossen werden, da der kleine Teich auf dem Grundstück des Gartenbaubetriebs nicht die notwendigen Lebensraum- requisiten aufweist und somit keine Habitateignung für streng geschützte Amphibien bietet.

Die Biotoptypenkartierung des Plangebietes erfolgte am 12.07.2019. Bei dieser Biotoptypen- kartierung wurde insbesondere auf pauschal geschützte sowie sonstige, als Lebensraum seltener und schutzwürdiger Tier- und Pflanzenarten bedeutsame Biotoptypen geachtet.

D. Kurzcharakteristik des Plangebietes

Das Plangebiet liegt nordöstlich der Ortslage Klein-Winternheim und umfasst etwa eine Fläche von ca. 5,2 ha. Der von dem Vorhaben betroffene Bereich wird überwiegend von großen Ackerflächen eingenommen. Im zentralen Bereich, auf den Flurstücken 104 und 105, liegt ein gewerblich genutzter Gartenbaubetrieb mit versiegelten Zufahrts- und Hofflächen, Lagerstellen sowie Grünflächen. In den Randbereichen ragen die acker- und wegbe- gleitenden Raine mit teils ruderalen und teils pionierbestandenen Arten in das Plangebiet rein.

Abb. 1: Lage des Plangebiets am westlichen Ortsrand von Zornheim (Ausschnitt DTK 25 unmaßstäblich

©GeoBasis-DE / LVermGeoRP 2019, dl-de/by-2-0, www.lvermgeo.rlp.de [Daten bearbeitet])

Im Osten wird das Plangebiet durch das bestehende Gewerbegebiet begrenzt. Im Westen und Norden schließen sich weiträumig landwirtschaftlich genutzte Flächen an den Vor- habensbereich an. Die Flächen in westlicher Richtung sind häufig durch Obstfelder geprägt.

Im Norden finden sich vermehrt intensiv genutzte Ackerflächen. Südlich des Bereichs er-

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strecken sich weitere Getreideackerflächen sowie die Autobahn A63, welcher ein dichter Gehölzbestand vorgelagert ist. Der Vorhabensbereich umfasst eine Fläche von ca. 51.572 m².

Der Bereich des Vorhabens liegt weder im Bereich nationaler Schutzgebiete noch innerhalb von europäischen Schutzgebieten. Auch biotopkartierte Flächen kommen im Plangebiet sowie der näheren Umgebung keine vor.

E. Biotoptypenausstattung des Gebietes Die Biotoptypenkartierung erfolgte im Juli 2019.

Im Gebiet kommen keine nach § 30 BNatSchG bzw. § 15 LNatSchG geschützten Biotoptypen und keine Biotoptypen gemäß Anhang I der FFH-Richtlinie vor.

Nachfolgend werden die maßgeblichen Biotoptypen des Gebietes beschrieben. Die Flächen- anteile der einzelnen Biotoptypen an der Gesamtfläche des Plangebietes sind in Tabelle 1, der Bestand an Biotoptypen ist in der Karte (s. Anhang) dargestellt.

Tab. 1: Übersicht der Biotoptypen im Plangebiet

Biotoptyp Fläche (m²) Anteil

Landwirtschaftsflächen 36.478 70,7 %

Getreideacker 26.882 52,1 %

Rapsfeld 9.596 18,6 %

Ruderalbestände i. w. S. 757 1,5 %

Pionierflur 255 0,5 %

Ruderale Wiese 502 1,0 %

Gewerbliche Flächen 13.426 26,0 %

Gewerbehalle 590 1,1 %

Hof, Platz - asphaltiert 321 0,6 %

Hof, Platz - gepflastert 2.255 4,4 %

Hof, Platz - geschottert 2.077 4,0 %

Lagerfläche 1.927 3,7 %

Fußweg - geschottert 519 1,0 %

Scherrasen 3.806 7,4 %

Ruderale Wiese 658 1,3 %

Ziergehölz 975 1,9 %

Teich 298 0,6 %

Verkehrsflächen 911 1,8 %

Asphaltweg 503 1,0 %

Betonplattenweg 389 0,7 %

Grasweg 19 0,1 %

gesamt 51.572 100,0%

Landwirtschaftsflächen

Der Vorhabensbereich wird mit knapp 70 % von landwirtschaftlich genutzten Flächen ein-

genommen. Es handelt sich hierbei um größere Getreideackerflächen sowie ein Rapsfeld.

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Die meisten Ackerflächen sind mit Wintergetreide angesät. Die als Getreideäcker genutzten Flächen weisen als Begleitvegetation die für Getreideäcker typische Klatschmohn-Gesell- schaft (Secalietalia-Gesellschaft) auf. Hier wachsen in geringer Individuenzahl Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas), Einjähriges Rispengras (Poa annua), Persischer Ehrenpreis (Veronica persica), Acker-Winde (Convolvulus arvensis), Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense), Geruch- lose Kamille (Tripleurospermum perforatum), Echter Vogelknöterich (Polygonum aviculare) und Taube Trespe (Bromus sterilis).

Das Rapsfeld im nördlichen Teil des Plangebietes ist ebenfalls in schwacher Ausprägung mit der Klatschmohn-Gesellschaft (Secalietalia-Gesellschaft) bewachsen. Die Artenzusammen- setzung ist mit den Getreideäckern vergleichbar.

Ruderalbestände

Ruderale, durch fehlende Nutzung, gelegentliche Störungen und teilweise hohe Nährstoff- gehalte gekennzeichnete Vegetationsbestände bilden die Raine der Ackerflächen, die wegbegleitenden Säume sowie Teilbereiche auf dem Gelände des Gartenbaubetriebes.

Pionierflur

Die im nördlichen Teil des Plangebietes gelegenen Randbereiche entlang der östlichen Grenze sind mit einjährigen Pionierbeständen bewachsen. Die Flächen sind lediglich lückig mit der Bingelkraut-Gesellschaft (Mercurialetum annuae) bestanden. Hier treten Einjähriges Bingelkraut (Mercurialis annua), Zurückgebogener Amarant (Amaranthus retroflexus), Wei- ßer Gänsefuß (Chenopodium album) und Unechter Gänsefuß (Chenopodium hybridum) auf.

Ruderale Wiese

In den Randbereichen der Getreideäcker sowie den Wegen wachsen etwa 50 cm breite Streifen mit Pfeilkressen-Kriechqueckenrasen (Cardario-Agropyretum). Neben den namens- gebenden Arten Pfeilkresse (Cardaria draba) und Kriech-Quecke (Elymus repens) treten Mäuse-Gerste (Hordeum murinum) und Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) hinzu.

Westlich des Gartenbaubetriebes ist die durch hohe Nährstoffgehalte gekennzeichnete Beifuß-Glatthafer-Gesellschaft (Artemisia vulgaris-Arrhenatherum elatius-Gesellschaft) anzu- treffen, in der Wiesenarten wie Glatthafer (Arrhenatherum elatius), Knäuelgras (Dactylis glomerata) und Gewöhnliche Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium) gemeinsam mit stick- stoffzeigenden ausdauernden Hochstauden wie Große Brennnessel (Urtica dioica), Gewöhn- licher Beifuß (Artemisia vulgaris), Echte Nelkwurz (Geum urbanum), Orientalisches Zacken- schötchen (Bunias orientalis) sowie Krause Distel (Carduus crispus) wachsen.

Der südlich des Plangebietes gelegene Asphaltweg wird südlich des Weges durch Bestände der Rainfarn-Glatthaferwiese (Tanaceto-Arrhenatheretum) begleitet. Hier wachsen regel- mäßig Glatthafer (Arrhenatherum elatius), Knäuelgras (Dactylis glomerata), Wiesen-Löwen- zahn (Taraxacum officinale agg.), Tüpfel-Johanniskraut (Hypericum perforatum), Ausdauern- des Weidelgras (Lolium perenne), Gewöhnliche Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium), Rainfarn (Tanacetum vulgare) sowie Wilde Möhre (Daucus carota).

Gewerbliche Flächen

Die gewerblich genutzten Flächen nehmen etwa ein Viertel des Vorhabensbereichs ein. Die

Bereiche konzentrieren sich auf die Flurstücke 104 und 105 im zentralen Teil des Plan-

gebietes. Hier herrschen insbesondere versiegelten Hof- und Lagerflächen vor.

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Der nördliche und nordöstliche Teil der Parzellen ist mit regelmäßig gemähten Scherrasen bewachen, welche der Gänseblümchen-Gesellschaft (Bellidetum perennis) zuzurechnen sind. Die Bereiche weisen viel Gänseblümchen (Bellis perennis), Wiesen-Löwenzahn (Ta- raxacum officinale agg.), Ausdauerndes Weidelgras (Lolium perenne), Einjähriges Rispengras (Poa annua) sowie Kleinköpfiger Pippau (Crepis capillaris) auf.

Im südwestlichen Bereich von Parzelle 105 wächst eine durch häufige Störungen gekenn- zeichnete ruderale Wiese, welche als Rainfarn-Glatthaferwiese (Tanaceto-Arrhenatheretum) ausgeprägt ist. Die schwach ruderalisierte Wiese wird von Rainfarn (Tanacetum vulgare), Weiße Lichtnelke (Silene latifolia ssp. alba), Glatthafer (Arrhenatherum elatius), Tüpfel- Johanniskraut (Hypericum perforatum), Gewöhnliche Wiesen-Schafgarbe (Achillea mille- folium), Wilde Möhre (Daucus carota) sowie Natternkopf (Echium vulgare) eingenommen.

Der nordöstliche Teil der gewerblich genutzten Fläche ist als Freizeit- und Ziergarten ent- wickelt. Neben einem künstlich angelegten Teich sind in dem Bereich mehrere Ziergehölze gepflanzt sowie Zierbeete angelegt.

Die Bereiche im Westen des Gartenbaubetriebs sind durch versiegelte Lagerflächen charakterisiert. Hier werden unterschiedlichste Materialien wie z.B. Rindenmulch, Pflaster- steine, Natursteine etc. gelagert. Vegetationsaufwuchs ist in diesen Bereichen lediglich ver- einzelt zu finden.

Verkehrsflächen

Den verkehrsbedingten Biotoptypen wurde der Grasweg entlang der westlichen Grenze des Plangebietes zugerechnet. Der Weg ist mit einem Weidelgras-Weißklee-Mulchrasen (Lolio- Cynosuretum) mit viel Weiß-Klee (Trifolium repens), Wiesen-Löwenzahn (Taraxacum sect.

Ruderalia), Ausdauerndem Weidelgras (Lolium perenne) sowie Einjährigem Rispengras (Poa annua) bewachsen.

F. Wirkfaktoren des Vorhabens auf Arten und Biotope

Die Planung sieht eine Erweiterung des bestehenden Gewerbegebietes nordöstlich der Ortslage von Klein-Winternheim vor. Die Erschließung erfolgt von Osten über das Gewerbe- gebiet durch die Straßen 'An dem Langloos' und 'Am Pfaffenstein'.

Durch die Planung geht anlagebedingt der Biotopbestand des gesamten Bereichs verloren.

Die Realisierung des Vorhabens hat die Beseitigung nahezu der gesamten Gehölze sowie der Gras- und Krautvegetation dieser Flächen zur Folge.

Baubedingte Störungen betreffen das gesamte Plangebiet und die unmittelbare Umgebung.

Im Vorgriff auf die Baumaßnahmen ist der gesamte Vegetationsbestand im Bereich der ge- planten Bauflächen zu beseitigen. Hierdurch kommt es zur Tötung der dort lebenden Pflanzen und wenig mobiler Tiere, die nicht flüchten können. Das Ausmaß der Schädigung der Fauna hängt wesentlich vom Zeitpunkt der Ausführung der Baumaßnahmen ab und lässt sich durch eine zeitliche Steuerung und begleitende Maßnahmen vermindern.

Im Zuge der Baumaßnahmen kommt es zu einer temporären Beeinträchtigung angrenzender

Kontaktbiotope durch Lärm und visuelle Störungen. Hiervon sind in erster Linie störemp-

findliche Vögel im Bereich des Plangebiets und dessen näherer Umgebung betroffen, wobei

die südlich gelegene Autobahn sowie das östlich angrenzende, bereits bestehende,

Gewerbegebiet eine erhebliche Vorbelastung des gesamten Gebietes darstellt.

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Betriebsbedingte Störungen durch die Erweiterung des Gewerbegebietes sind im stark fre- quentierten Bereich der A63 sowie der angrenzenden Bebauung vernachlässigbar, zumal der Gewerbepark lediglich um etwa 200 m in Richtung Westen ausgedehnt wird.

G. Habitateignung für streng geschützte Arten

Das Plangebiet besteht zum Großteil aus Getreideackerflächen sowie einem gewerblich genutzten Gartenbaubetrieb. Im Plangebiet selbst gibt es keine flächenhaften Gehölz- bestände, lediglich einige Einzelgehölze. Aufgrund der großen Offenheit besitzt das Gebiet in erster Linie Habitateignung für Halboffen- und Offenlandarten, in den Rand- und Übergangs- bereichen im Süden und Osten auch für Arten mit stärkerer Bindung zu Sträuchern und Gehölzen. Die Ackerflächen besitzen eine mittlere Eignung für Feldhamster.

Aufgrund der Biotoptypenausstattung des Vorhabensbereichs ist nicht mit einem Vor- kommen von Fledermäusen zu rechnen. Die streng geschützten Säugetiere sind allenfalls mit Zufallsaufenthalten zur Nahrungssuche im Gebiet anzutreffen.

Die strukturreichen, gehölzarmen, mäßig bewachsenen Bereiche auf den Flurstücken 104 und 105 bieten günstige Habitatbedingungen für die streng geschützte Zauneidechse. Es finden sich sowohl Sonnen-, Eiablage- als auch Versteckmöglichkeiten sowie ein ausreich- endes Nahrungsangebot für die streng geschützte Art dieser Gruppe.

Mit weiteren Arten ist im Bereich des Vorhabens nicht zu rechnen.

H. Artenschutzrechtliche Prüfung H.1 Relevanzprüfung

In der artenschutzrechtlichen Prüfung werden alle europarechtlich geschützten Arten unter- sucht, die im Wirkraum des Vorhabens zu erwarten sind und die durch die vorhabensspe- zifischen Wirkfaktoren betroffen sein können.

Im Rahmen einer Relevanzprüfung, die im Rahmen der artenschutzrechtlichen Prüfung grundsätzlich durchzuführen ist, werden zunächst die Arten aus allen europarechtlich ge- schützten Arten 'herausgefiltert' (Abschichtung), für die eine verbotstatbeständliche Be- troffenheit durch das jeweilige Projekt mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden kann (Relevanzschwelle) und die daher einer detaillierten artenschutzrechtlichen Prüfung nicht mehr unterzogen werden müssen.

Im Rahmen der Artenschutzrechtlichen Prüfung erfolgte eine Bestandskartierung der Biotop- typen, die als Grundlage für die Beurteilung der Habitateignung für die verschiedenen streng geschützten Arten dient. Zur Beurteilung der möglichen Betroffenheit streng bzw. europa- rechtlich geschützter Arten erfolgte eine artenschutzrechtliche Vorprüfung zur Einschätzung des eventuellen Vorkommens im Gebiet. Hierzu wurde für alle in der weiteren Umgebung des Vorhabens nachgewiesenen streng geschützten Arten (Nachweise im Bereich der Topo- graphischen Karte TK25, Blatt 6015 Mainz gemäß ARTeFAKT, L ANDESAMT FÜR U MWELT

R HEINLAND -P FALZ , 2019) eine Relevanzprüfung durchgeführt zur Klärung der Frage, ob die Habitatansprüche im Vorhabensgebiet erfüllt sind. Die Biotoptypenpräferenzen und Habitatansprüche der Arten werden in diesem Prüfungsschritt entsprechend den Angaben in den Handbüchern Europäische Vogelarten in Rheinland-Pfalz (L ANDESBETRIEB M OBILITÄT

R HEINLAND -P FALZ (H RSG .) (2008a) bzw. streng geschützte Arten in Rheinland-Pfalz (L ANDES -

BETRIEB M OBILITÄT R HEINLAND -P FALZ (H RSG .) (2008b) eingesetzt.

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Für Arten mit Habitatbindung an Biotoptypen bzw. Biotoptypenkomplexe, die im Plangebiet nicht vorkommen, kann die verbotstatbeständliche Betroffenheit mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden. Diese Arten liegen somit unterhalb der Relevanzschwelle und müssen bei der weiteren artenschutzrechtlichen Prüfung nicht betrachtet werden. Für Arten, deren Präsenz aufgrund der Biotopausstattung des Gebietes möglich ist (relevante Arten), ist hingegen die Betroffenheit durch das Vorhaben in einem weiteren Verfahrensschritt zu prüfen (vgl. L ANDESBETRIEB M OBILITÄT R HEINLAND -P FALZ 2011).

Das Ergebnis der Relevanzprüfung findet sich im Anhang als Anlage I. Die Tabelle zeigt die Lebensraumpräferenzen der im weiteren Umfeld des Bebauungsplangebietes vorkommenden streng geschützten Arten. Die Lebensraumtypen, die im Bebauungsplangebiet oder in dessen unmittelbarer Nähe vorkommen, sind in der Anlage grau hinterlegt und fett gedruckt: Ackerland, Obstland, Baumschulen und Gartenland, Industrie- und Gewerbegebiete, Gebäude/Bauwerke, Gehölze und Krautbestände. Als Ergebnis nennt die Relevanzprüfung diejenigen gemeinschafts- rechtlich geschützten Arten, die aufgrund ihrer Habitatpräferenzen und der Biotopausstattung des Bebauungsplangebietes dort potenziell geeignete Lebensräume vorfinden. Diese Arten sind in der Anlage ebenfalls durch graue Hinterlegung gekennzeichnet.

Von den insgesamt 175 in der Umgebung von Klein-Winternheim (Bereich Topographische Karte TK 25, Blatt 6015 Mainz) vorkommenden streng bzw. europarechtlich geschützten Arten nutzen 99 Arten Biotoptypen, die zur Habitatausstattung des Plangebietes zählen, als (Teil-)-Lebensraum.

Diese Arten werden in einem weiteren Verfahrensschritt einer vertiefenden Prüfung unterzogen.

H.2 Vertiefende Artenschutzrechtliche Vorprüfung

Die 99 gemeinschaftsrechtlich geschützten Arten, deren Möglichkeit des Vorkommens ober- halb der Relevanzschwelle liegt, werden im nächsten Schritt einer vertiefenden artenschutz- rechtlichen Prüfung unterzogen. Hierzu werden ihre Habitatansprüche detaillierter analysiert und mit der Biotopausstattung des Bebauungsplangebietes abgeglichen, das Ergebnis be- gründet. Für Arten, deren Habitatansprüche im Bebauungsplanbereich erfüllt werden und deren Vorkommen somit denkbar ist, wird die Betroffenheit durch die Planung vor dem Hintergrund der aus ihr entstehenden Wirkfaktoren geprüft und erläutert. Die Ergebnisse der vertiefenden artenschutzrechtlichen Vorprüfung sind in Anlage II dargestellt.

Für insgesamt 71 dieser der vertiefenden artenschutzrechtlichen Vorprüfung unterzogenen Arten erfüllt die Ausstattung der Biotope / Habitate im Plangebiet (Größe, Lage, bei oligo- phagen Arten Vorkommen geeigneter Futterpflanzen, Kontaktlebensräume) nicht die Exis- tenzvoraussetzungen, so dass deren Abundanz im Plangebiet (abgesehen von zufälligen Aufenthalten) ebenfalls mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

Somit verbleiben 28 streng bzw. europarechtlich geschützte Arten, deren Vorkommen im Plangebiet aufgrund der Biotoptypenausstattung und -ausprägung möglich oder wahr- scheinlich ist. Es handelt sich um Säugetiere, Reptilien und Vögel.

Anmerkung: Die artenschutzrechtliche Vorprüfung behandelt lediglich die im Vorhabens-

bereich und dessen unmittelbarer Nachbarschaft tatsächlich vorkommenden Biotoptypen

(s. o.). Da im Umfeld der Planung weitere Biotoptypen anzutreffen sind und diese teils durch

Arten besiedelt werden, welche sich gelegentlich und zufällig auch im Planbereich aufhalten,

ist es naheliegend, dass etliche Arten nachgewiesen werden, die im Rahmen der Relevanz-

prüfung durch den Abgleich mit den vorkommenden Biotoptypen herausgefiltert und dem-

nach nicht in der vertiefenden artenschutzrechtlichen Prüfung berücksichtigt wurden. Für

diese Arten besitzt der Vorhabensbereich jedoch keine größere Relevanz als Lebensraum.

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Fledermäuse

Im Gebiet sind Jagdflüge und sonstige Flugbewegungen von Fledermäusen zu erwarten.

Alle heimischen Arten zählen zu den streng geschützten Arten. Es ist davon auszugehen, dass zumindest die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus), die häufigste Fledermaus in Rheinhessen, die Bereiche des Plangebietes als Jagdhabitat und Flugraum nutzt.

Das Plangebiet besitzt jedoch keine Quartiermöglichkeit für Fledermäuse; es gibt keine Gebäude (mit Ausnahme des Gebäudes des Gartenbaubetriebs, welches durch die Planung keiner Änderung unterliegt) und keine Gehölze mit entsprechender Habitatqualität, um Fledermäusen als Quartier dienen zu können. Auch gibt es in der näheren Umgebung keine Habitate mit einer besonderen Quartiereignung für Fledermäuse. Die Nutzung des Luf- traumes als Flug- und Jagdraum bleibt auch bei Umsetzung der Planung weiterhin erhalten.

Für Arten wie die Zwergfledermaus, die Insekten auch im Strahlbereich künstlicher Lichtquellen jagt, verbessert sich die Nahrungssituation bei Realisierung der Planung.

Eine Betroffenheit der Fledermäuse im Sinne der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG kann somit mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden.

Feldhamster

Das Plangebiet weist ein mittleres Besiedlungspotenzial für Feldhamster (Cricetus cricetus) auf (H ELLWIG 2002, 2010). Aus diesem Grunde wurde die Ackerfläche gezielt nach der Standardmethode nach W EIDLING & S TUBBE (1998) nach Hamsterbauen abgesucht.

Die aktuelle Seltenheit des Feldhamsters in Rheinland-Pfalz aufgrund massiver Bestands- einbrüche lässt eine aktuelle Besiedelung der Ackerflächen trotz ihrer grundsätzlich guten Eignung als unwahrscheinlich erscheinen.

Bei der Begehung wurde gezielt nach Fall- und Schlupfröhren von Feldhamstern, nach Erdauswurf, nach Fraßspuren und nach sonstigen Spuren gesucht. Es konnten auf den Getreideackerflächen weder Röhren (Gänge), noch Fraß- oder Kotspuren entdeckt werden.

Das Rapsfeld im nördlichen Teil des Plangebietes wurde am 02.08.2019 ebenfalls gezielt nach möglichen Hamstervorkommen geprüft. Es konnten auch im Bereich des Rapsfeldes keine Röhren (Gänge) bzw. Fraß- oder Kotspuren nachgewiesen werden.

Es kommen somit keine Individuen des Feldhamsters im Vorhabensbereich vor. Eine Betroffenheit der Art durch das Vorhaben kann somit mit hinreichender Sicherheit ausge- schlossen werden.

Vögel

Die Erfassung der Vögel erfolgte am 15.05., 17.05., und am 23.05.2019 auf der Basis einer Revierkartierung nach B IBBY et al. (2000) und in Anlehnung an die Methodenvorgaben in S ÜDBECK et al. (2005). Systematik und Nomenklatur der Arten richten sich nach B ARTHEL &

H ELBIG (2005). Die Vogelarten wurden akustisch wie auch optisch erfasst. Zur Abgrenzung

benachbarter Reviere wurde besonders auf synchron singende Männchen und revier-

anzeigende Individuen und Paare geachtet. Die Ergebnisse stellen eine Momentaufnahme der

Avifauna dar. Naturgemäß können durch drei Begehungen nicht alle Aktivitäten der dort

vorkommenden Arten erfasst werden. Trotz dessen liefern die Begehungsergebnisse eine

ausreichende Grundlage für die Potenzialabschätzung zum Vorkommen artenschutzrechtlich

relevanter Arten.

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Insgesamt konnten 22 Vogelarten im Untersuchungsgebiet, knapp außerhalb oder lediglich überfliegend festgestellt werden. Die Liste beinhaltet sieben Arten, die lediglich als Nah- rungsgast bzw. Überflieger oder Durchzügler festgestellt wurden (Mäusebussard, Turmfalke, Rabenkrähe, Mehlschwalbe, Rauchschwalbe, Star und Stieglitz). Sie werden in erster Linie als potenzielle Nahrungsgäste eingestuft, das Bruthabitat kann jedoch in der näheren Umgebung des Untersuchungsgebiets liegen. Die Schwalben nutzen den Luftraum über dem Untersuchungsgebiet zur Insektenjagd, die Greifvögel die Ackerfläche zur Jagd auf Klein- säuger. Eine Betroffenheit liegt bei den genannten Arten nicht vor.

Bei den verbliebenen 15 Arten kann davon ausgegangen werden, dass sie das Plangebiet sowie insbesondere die angrenzenden Kontaktbiotope als Bruthabitat nutzen. Hierbei spielen aus ornithologischer Sicht insbesondere die Gehölze, Ablagerungen und die Gewerbehalle eine bedeutende Rolle.

Hinsichtlich des Artenspektrums kommen insbesondere die typischen Arten des Siedlungs- rands, des Halboffenlands und teilweise der Agrarlandschaft vor. Das Untersuchungsgebiet beherbergt eine überschaubare Anzahl an Vogelarten. Dies ist auf die Größe des Plan- gebietes, auf den geringen Strukturreichtum sowie die wenigen Lebensraumtypen auf über- schaubarem Raum rückzuschließen.

Der Großteil der nachgewiesenen Vogelarten ist weit verbreitet und im Bestand nicht ge- fährdet. Als planungsrelevante Arten werden daher hier nur geschützte Arten gemäß Art. 4 bzw. Anh. I Vogelschutzrichtlinie (VRL), nach Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) streng geschützte Arten sowie Arten der Roten Liste Deutschland (RL BRD) und Rheinland-Pfalz (RL RLP) verstanden. Die Angaben zu den einzelnen Arten stammen aus dem 'Handbuch der Vögel Mitteleuropas' (G LUTZ VON B LOTZHEIM et al. 2001), dem 'Kompendium der Vögel Mittel- europas' (B AUER et al. 2005), den 'Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands' (S ÜDBECK et al. 2005) sowie der 'Vogelwelt von Rheinland-Pfalz' (D IETZEN et al. 2015-2017).

Mit Mäusebussard und Turmfalke konnten zwei Arten, die nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt sind, erfasst werden. Für diese Arten besitzt das Plangebiet jedoch keine höhere Bedeutung, da sie lediglich als Nahrungsgäste oder Überflieger eingestuft werden.

Keine der genannten Arten brütet innerhalb des Vorhabensbereichs oder den angrenzenden Kontaktbiotopen. Eine Betroffenheit der streng geschützten Greifvögel kann ausgeschlossen werden. Es konnte zwar ein Horst in einer Kiefer nachgewiesen werden. Dieser war jedoch während der Erfassungszeit nicht besetzt. Brutmöglichkeiten für die beiden Arten befinden sich in räumlicher Nähe zum Untersuchungsgebiet, so dass im Falle einer Besetzung durch eine der beiden Arten ein Verlust zu keiner Beeinträchtigung des lokalen Bestands und somit zu keiner Betroffenheit nach §44 BNatSchG führt.

Der Anteil beobachteter Rote-Liste-Arten ist mit sieben Arten für den vorhandenen Lebens- raum bezüglich der Artenzusammensetzung als normal anzusehen. Bis auf den Haus- sperling besitzt keine der Arten eine größere Relevanz für das Vorhabensgebiet, da sie lediglich als Nahrungsgäste oder Überflieger eingestuft wurden oder knapp außerhalb des Plangebiets brüten. Bis auf den Haussperling konnten keine Anhaltspunkte für eine mögliche Brut dieser Arten im Untersuchungsgebiet bzw. dessen unmittelbaren Randbereichen bzw.

Kontaktbiotopen festgestellt werden. Teilweise wurden die Arten lediglich bei einer Be-

gehung beobachtet.

(13)

Tab. 2: Festgestellte Vogelarten im Untersuchungsgebiet und der näheren Umgebung; Wertgebende Arten sind grau unterlegt. Status B - Brutvogel, BV - Brutverdacht, N - Nahrungsgast, Ü - Überflieger;

Rote Liste BRD / RLP: 3 - gefährdet, V - zurückgehend, Art in der "Vorwarnliste", a = außerhalb Plangebiet, BNatSchG - Bundesnaturschutzgesetz: § besonders geschützte Art; §§ - streng geschützte Art, §§§ streng geschützte Art gemäß EG-ArtSchVO Nr.338/97

Deutscher Name Wissenschaftlicher Name RL RLP RL BRD Schutz Status

Amsel Turdus merula § B

Bachstelze Motacilla albe § B

Blaumeise Cyanistes caeruleus § BV

Buchfink Fringilla coelebs § BV

Buntspecht Dendrocopos major § BV

Elster Pica pica § B

Feldlerche Alauda arvensis 3 V § Ba

Grünfink Chloris chloris § BV

Hausrotschwanz Phoenicurus ochruros § B

Haussperling Passer domesticus 3 V § B

Kohlmeise Parus major § B

Mäusebussard Buteo buteo §§§ N

Mehlschwalbe Delichon urbicum 3 3 § N

Mönchsgrasmücke Sylvia atricapilla § B

Rabenkrähe Corvus Corone § N

Rauchschwalbe Hirundo rustica 3 3 § N

Ringeltaube Columba palumbus § B

Star Sturnus vulgaris V 3 § N

Stieglitz Carduelis carduelis § N

Turmfalke Falco tinnunculus §§§ N

Zaunkönig Troglodytes troglodytes § BV

Zilpzalp Phylloscopus collybita § BV

Lediglich der Haussperling konnte als Brutvogel innerhalb des von der Planung betroffenen Bereichs nachgewiesen werden. Die Art brütet mit zwei bis drei Brutpaaren in den Nischen des Lagergebäudes. Die Feldlerche brütet definitiv außerhalb des Plangebiets im westlichen Ackerstreifen. Möglicherweise besitzt der Acker im Plangebiet ein zu großes Störpotential bzw. spielen auch Kulisseneffekte durch die Bebauung und den Gehölzgürtel entlang der Autobahnauffahrt eine Rolle.

Insgesamt betrachtet handelt es sich um ein entsprechend der vorherrschenden Habitat-

ausstattung typisches Gewerberandgebiet. Neben vielen noch weit verbreiteten, jedoch teil-

weise rückläufigen Arten beherbergt das Gebiet auch einige Rote-Liste- und streng

geschützten Arten.

(14)

Kommentare zu nach BNatSchG streng geschützten Vogelarten und Vogelarten der Roten Listen RLP und BRD

Wie oben schon erwähnt, werden hier folgende Arten nicht näher behandelt, da das Plangebiet für sie keine größere Relevanz besitzt und das Brutvorkommen nicht im Bereich des Vorhabens selbst liegt:

- Mäusebussard (§§§, RL RLP: -, RL BRD: -): Überflieger, Nahrungsgast - Turmfalke (§§§, RL RLP: -, RL BRD: -): Überflieger, Nahrungsgast - Mehlschwalbe (§, RL RLP 3, RL BRD: 3): Nahrungsgast

- Rauchschwalbe (§, RL RLP 3, RL BRD: 3): Nahrungsgast

- Star (§, RL RLP V, RL BRD: 3): Nahrungsgast, Brut außerhalb - Feldlerche (§, RL RLP 3, RL BRD: V): Nahrungsgast, Brut außerhalb

Haussperling (RL RLP 3, RL BRD: V):

Der Haussperling konnte an allen Terminen nachgewiesen werden. Die Art brütet mit min- destens zwei Brutpaaren in den Dachnischen des Lagergebäudes bzw. im Lagergebäude.

Durch die Planung gehen keine Brutreviere verloren. Falls das Gebäude im Zuge der Neu- planung dennoch abgerissen werden sollte, kann der Verlust der Brutreviere im Plangebiet jedoch leicht kompensiert werden. Es sind ausreichend geeignete Habitate für die an- spruchsvolle Art in räumlicher Nachbarschaft. Die Art ist an jährliche Nistplatzwechsel gewöhnt und ist problemlos in der Lage auf diese Bereiche auszuweichen. Eine Betroffenheit nach § 44 BNatSchG kann somit ausgeschlossen werden.

Kommentar Avifauna:

Das Untersuchungsgebiet spielt für die Avifauna eine eher untergeordnete Rolle. Der Anteil an Brutvögeln ist relativ gering, lediglich als Nahrungshabitat besitzt der Bereich eine höhere Bedeutung. Die Anzahl an Brutvögeln im Gebiet bezieht sich in erster Linie auf die struktur- reicheren Randbereiche bzw. der Garten mit dem Teich und den Gehölzen im Osten sowie dem Lagergebäude. Die im Untersuchungsgebiet vorkommenden Brutvögel gehören zu den weit verbreiteten und im Bestand nicht akut gefährdeten Arten. Sie sind allesamt an jährliche Nistplatzwechsel gewöhnt und ebenfalls problemlos in der Lage auf benachbarte, in aus- reichendem Maße vorhandenen Flächen auszuweichen. Die im Plangebiet brütenden Arten sind von dem Bauvorhaben weder indirekt noch direkt betroffen. Somit liegt für keine Art eine Betroffenheit nach § 44 BNatSchG vor.

Um die Tötung oder Verletzung von Tieren und die Zerstörung von Fortpflanzungsstätten und somit das Eintreten der Artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände gemäß § 44 Abs. 1 BNatSchG zu vermeiden, sind die Gras- und Krautbestände in der Winterperiode vom 01.Oktober bis 28./29. Februar zu entfernen. Bei absehbarem Beginn der Baumaßnahmen in der Brutperiode sollte die Vegetation in den betroffenen Bereichen ab März monatlich durch eine Mulchmahd beseitigt werden, um die Ansiedlung von Bodenbrütern und, infolge dessen, die Zerstörung von deren Gelegen oder die Tötung von nicht-flüggen Jungvögeln zu ver- meiden. Gehölze sind ebenfalls in der gesetzlich zulässigen Frist vom 01.Oktober bis 28./29.

Februar zu beseitigen.

(15)

Reptilien

Die Zauneidechse (Lacerta agilis) als charakteristischer Besiedler von Grünlandbereichen und Saumbiotopen benötigt gehölzarme bis mäßig verbuschte Lebensräume mit einem Deckungsgrad höherer Gras- und Staudenvegetation von 30 bis 80 %, dazu niedrigwüchsige bis vegetationsfreie Bereiche sowie, als essenzielle Habitatstrukturen, Sonnenplätze, Ei- ablageplätze und Überwinterungsplätze in räumlicher Nachbarschaft. Diese Bedingungen sind innerhalb des untersuchten Gebiets teils auf den Flurstücken 104 und 105, ins- besondere in den nördlichen sowie südlichen Randbereichen, gegeben. Die von der Planung betroffenen Flächen bieten der Zauneidechse in Teilbereichen geeignete Sonnen- und Eiablageplätze sowie ein ausreichendes Nahrungsangebot oder Möglichkeiten zur Überwinterung.

Im Rahmen der sechs Begehungen konnte lediglich ein Exemplar der streng geschützten Zauneidechse nachgewiesen werden. Dabei wurde ein vorjährig geschlüpftes Individuum beobachtet, das an zwei verschiedenen Tagen auf demselben Stein am Teich nordwestlich des Gebäudes sonnend angetroffen wurde. Weitere Nachweise der Art konnten trotz guter Erfassungsbedingungen nicht erbracht werden.

Aufgrund des Nachweises von lediglich einem Individuum wird dieser als Einzelfund eingestuft, das Tier ist möglicherweise durch Verschleppung mit Grünschnitt oder Stein- material auf das Gelände gelangt. Im Zuge der in kleinen Teilbereichen (insbes. Lager- flächen) vorhandenen Eignung des Geländes als Zauneidechsenlebensraum lässt sich nicht mit völliger Sicherheit ausschließen, dass es auf dem Gelände des Gartenbaubetriebes eine Besiedlung einzelner Teilflächen mit Zauneidechsen in sehr geringer Dichte gibt, die metho- disch bedingt unterhalb der Nachweisgrenze liegt. Aufgrund der sehr geringen Größe der als Lebensraum geeigneten Flächen, der hohen räumlich-zeitlichen Dynamik der Lagerflächen, die sowohl eine erfolgreiche Eiablage als auch eine ebensolche Überwinterung unmöglich erscheinen lassen, sowie der fehlenden Vernetzung zu nachweislich von Zauneidechsen besiedelten Lebensräumen ist mit hinreichender Sicherheit davon auszugehen, dass es im Plangebiet, trotz des Nachweises eines Einzeltieres, aktuell keine dauerhafte lokale Teil- population von Zauneidechsen gibt, ungeachtet des zweifachen Nachweises eines Einzel- tieres. Für das in dem als Ziergarten gestalteten Bereich des Gartenbaubetriebes nach- gewiesene Individuum erhöht sich, wie auch für eventuell im Bereich der Lagerfläche lebenden Einzelindividuen, das Tötungsrisiko durch die Realisierung der Planung nicht signifikant gegenüber dem allgemeinen Tötungsrisiko im Rahmen der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung des Gartenbaubetriebes. Aus diesem Grund ist die Zauneidechse nach unserer fachgutachterlichen Einschätzung von der Planung aktuell nicht im Sinne der artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände betroffen, da es bei der Realisierung nicht zu einer signifikanten Erhöhung des Tötungsrisikos für Zauneidechsen und somit in Verbindung mit der Legalausnahme des § 44 Abs. 5 BNatSchG auch nicht zu einem Verstoß gegen die Zugriffsverbote des § 44 Abs. 1 BNatSchG kommt.

Sonstige streng geschützte Reptilien kommen im Plangebiet nicht vor.

Sonstige Artengruppen

Für streng bzw. europarechtlich geschützte Arten aus anderen als den behandelten Artengruppen besitzt das Plangebiet keine geeigneten Lebensvoraussetzungen.

Das Vorkommen der streng geschützten Haselmaus (Muscardinus avellanarius) kann

mangels ausreichend großer Gehölzstrukturen innerhalb des Bebauungsplangebietes mit

hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden.

(16)

Der Nachtkerzenschwärmer (Proserpinus proserpina) benötigt als Raupenfutterpflanzen Kräuter der Gattungen Nachtkerze oder Weidenröschen sowie bevorzugt feuchte Standorte.

Im Plangebiet kommen keine Nachtkerzen und Weidenröschen in sehr geringer Abundanz vor, so dass die Ansprüche der Art nicht erfüllt werden (vgl. H ERRMANN & T RAUTNER 2011).

Die sonstigen im Klein-Winternheimer Raum vorkommenden streng geschützten Schmetter- linge benötigen Biotoptypen und Raupenfutterpflanzen, die dem Plangebiet fehlen.

Aufgrund des Fehlens von Gewässerstrukturen mit ausreichend guter Habitatqualität kann eine Betroffenheit streng geschützter Muscheln und Schnecken, Libellen sowie das von Amphibien negiert werden.

Xylobionte (Totholz besiedelnde) Käfer fehlen im Gebiet, da die im Plangebiet befindlichen Bäume zu vital sind und somit die Habitatqualität nicht erfüllt ist.

Eine Betroffenheit von streng bzw. europarechtlich geschützten Arten aus sonstigen Arten- gruppen durch die Realisierung des Vorhabens kann somit ausgeschlossen werden.

Zusammenfassung

Somit ergibt die vertiefende Artenschutzrechtliche Prüfung folgendes Ergebnis:

Tab. 3: Betroffenheit der im Gebiet nachweislich oder vermutlich vorkommenden streng bzw. europa- rechtlich geschützten Arten (nur Arten mit Bindung an Biotoptypen des Gebietes, betroffene Arten grau hinterlegt)

Art Biotoptypen Erläuterung Betroffenheit

Lacerta agilis Zauneidechse

Obstland,

Baumschulen und Gartenland, Krautbestände

Art konnte mit einem Exemplar im Ge- biet nachgewiesen werden, welcher als Einzelfund eingestuft wird (das Tier ist mglw. durch Verschleppung mit Grün- schnitt o.ä. auf das Gelände gelangt, da sich das Tötungsrisiko durch Realisierung der Planung nicht signi- fikant gegenüber dem allgemeinen Tötungsrisiko im Rahmen der ord- nungsgemäßen Bewirtschaftung des Gartenbaubetriebs erhöht, kommt es somit in Verbindung mit der Legal- ausnahme des § 44 Abs. 5 BNatSchG nicht zu einem Verstoß gegen die artenschutzrechtlichen Verbotstat- bestände des § 44 Abs. 1 BNatSchG Sollten auf dem Gelände des

Gartenbaubetriebes Veränderungen erfolgen, sind diese Bereiche erneut auf ein Vorkommen der Zaun- eidechse zu prüfen

nein

Buteo buteo Mäusebussard

Ackerland, Gehölze Art konnte als Nahrungsgast be- obachtet werden und brütet definitiv nicht im Vorhabensgebiet oder den Kontaktbiotopen;

da die Art angesichts ihres Aktions- radius das Plangebiet nicht zwing- end als Brut- und Nahrungsstätte benötigt, ist sie von der Planung im Sinne der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG nicht betroffen

nein

(17)

Art Biotoptypen Erläuterung Betroffenheit Falco tinnunculus

Turmfalke

Ackerland, Gehölze Art konnte als Nahrungsgast be- obachtet werden und brütet definitiv nicht im Vorhabensgebiet oder den Kontaktbiotopen;

da die Art angesichts ihres Aktions- radius das Plangebiet nicht zwing- end als Brut- und Nahrungsstätte benötigt, ist sie von der Planung im Sinne der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG nicht betroffen

nein

Phasianus colchicus Fasan

Ackerland, Krautbestände

Art konnte im Gebiet nicht beobachtet werden;

verbreitete und zumeist häufig auftretende Art, aufgrund ihrer Häufigkeit und ihres weiten Lebensraumspektrums wäre sie in der Lage, auf andere Habitate auszuweichen,

daher bestünde keine Betroffenheit im Sinne der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG

nein

Columba palumbus Ringeltaube

Gehölze Art konnte im Gebiet als Brutvogel beobachtet werden;

verbreitete und zumeist häufig auftretende Art, aufgrund ihrer Häufigkeit und ihres weiten

Lebensraumspektrums in der Lage, auf andere Habitate auszuweichen, daher keine Betroffenheit im Sinne der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG

nein

Apus apus Mauersegler

Industrie- und Gewerbegebiete, Gebäude/Bauwerke

Art konnte im Gebiet nicht festgestellt werden;

verbreitete und zumeist häufig auftretende Art, aufgrund ihrer Häufigkeit und ihres weiten

Aktionsradius wäre sie in der Lage, auf andere Jagdhabitate

auszuweichen,

daher bestünde keine Betroffenheit im Sinne der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG

nein

Dendrocopos major Buntspecht

Obstland, Gehölze Art konnte im Gebiet festgestellt werden, es besteht Brutverdacht;

verbreitete und zumeist häufig auftretende Art, aufgrund ihrer Häufigkeit und ihres weiten

Lebensraumspektrums in der Lage, auf andere Habitate auszuweichen, daher ist sie von der Planung im Sinne der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG nicht betroffen

nein

(18)

Art Biotoptypen Erläuterung Betroffenheit Alauda arvensis

Feldlerche

Ackerland, Krautbestände

Art nutzt das Gebiet aktuell als Nahrungshabitat und wurde direkt außerhalb im westlichen

Ackerstreifen brütend festgestellt, evtl. besitzt der Acker im Gebiet ein zu großes Störpotential;

verbreitete und zumeist häufig auftretende Art, aufgrund ihrer Häufigkeit und ihres weiten

Lebensraumspektrums in der Lage, auf andere Habitate auszuweichen, daher keine Betroffenheit im Sinne der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG

nein

Hirundo rustica Rauchschwalbe

Gebäude/Bauwerke Art nutzt das Gebiet aktuell als Nahrungshabitat, keine Brutvorkommen im Gebiet, verbreitete und zumeist häufig auftretende Art, aufgrund ihrer Häufigkeit und ihres weiten Aktionsradius in der Lage, auf andere Jagdhabitate auszuweichen, daher keine Betroffenheit im Sinne der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG

nein

Delichon urbica Mehlschwalbe

Industrie- und Gewerbegebiete, Gebäude/Bauwerke

Art nutzt das Gebiet aktuell als Nahrungshabitat, keine Brutvorkommen im Gebiet, verbreitete und zumeist häufig auftretende Art, aufgrund ihrer Häufigkeit und ihres weiten Aktionsradius in der Lage, auf andere Jagdhabitate auszuweichen, daher keine Betroffenheit im Sinne der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG

nein

Motacilla alba Bachstelze

Industrie- und Gewerbegebiete, Krautbestände

Art konnte als Brutvogel im Gebiet festgestellt werden;

verbreitete und zumeist häufig auf- tretende Art, aufgrund ihrer Häufig- keit und ihres weiten Lebensraum- spektrums in der Lage, auf andere Nahrungshabitate auszuweichen, daher keine Betroffenheit im Sinne der Verbotstatbestände des § 44

BNatSchG

nein

Troglodytes troglodytes Zaunkönig

Gehölze Art konnte im Gebiet festgestellt werden, es besteht Brutverdacht;

verbreitete und zumeist häufig auftretende Art, aufgrund ihrer Häufigkeit und ihres weiten

Lebensraumspektrums in der Lage, auf andere Nahrungshabitate auszuweichen, daher

keine Betroffenheit im Sinne der Ver- botstatbestände des § 44 BNatSchG

nein

(19)

Art Biotoptypen Erläuterung Betroffenheit Phoenicurus ochruros

Hausrotschwanz

Industrie- und Gewerbegebiete, Krautbestände

Art konnte im Gebiet als Brutvogel festgestellt werden;

verbreitete und zumeist häufig auftretende Art, aufgrund ihrer Häufigkeit und ihres weiten

Lebensraumspektrums in der Lage, auf andere Nahrungshabitate auszuweichen,

daher keine Betroffenheit im Sinne der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG

nein

Turdus merula Amsel

Baumschulen und Gartenland, Industrie- und Gewerbegebiete, Gehölze

Art konnte als Brutvogel im Gebiet festgestellt werden;

verbreitete und zumeist häufig auftretende Art (Buschbrüter, seltener Gebäude- und Nischenbrüter), aufgrund ihrer Häufigkeit und ihres weiten

Lebensraumspektrums in der Lage, auf andere Habitate auszuweichen, daher keine Betroffenheit im Sinne der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG

nein

Phylloscopus collybita Zilpzalp

Gehölze Art konnte im Gebiet festgestellt werden, es besteht Brutverdacht;

verbreitete und zumeist häufig auf- tretende Art, aufgrund ihrer Häufig- keit und ihres weiten Lebensraum- spektrums in der Lage, auf andere Habitate auszuweichen,

daher keine Betroffenheit im Sinne des § 44 BNatSchG

nein

Parus caeruleus Blaumeise

Gehölze Art konnte im Gebiet festgestellt werden, es besteht Brutverdacht;

verbreitete und zumeist häufig auf- tretende Art, aufgrund ihrer Häufig- keit und ihres weiten Lebensraum- spektrums in der Lage, auf andere Nahrungshabitate auszuweichen, daher keine Betroffenheit im Sinne der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG

nein

Parus major Kohlmeise

Gehölze Art konnte im Gebiet als Brutvogel festgestellt werden;

verbreitete und zumeist häufig auf- tretende Art, aufgrund ihrer Häufig- keit und ihres weiten Lebensraum- spektrums in der Lage, auf andere Nahrungshabitate auszuweichen, daher keine Betroffenheit im Sinne der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG

nein

(20)

Art Biotoptypen Erläuterung Betroffenheit Sturnus vulgaris

Star

Gehölze Art nutzt das Gebiet aktuell als Nahrungshabitat, keine Brut- vorkommen im Gebiet;

verbreitete und zumeist häufig auf- tretende Art, aufgrund ihrer Häufig- keit und ihres weiten Aktionsradius in der Lage, auf andere Nahrungs- habitate auszuweichen,

daher keine Betroffenheit im Sinne der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG

nein

Passer domesticus Haussperling

Industrie- und Gewerbegebiete, Gebäude/Bauwerke

Art brütet mit mind. zwei Brutpaaren im Lagergebäude; durch die Planung gehen keine Brutreviere verloren;

sollte das Gebäude im Zuge der Neuplanung dennoch abgerissen werden, kann der Verlust der Brut- reviere im Plangebiet kompensiert werden, es sind ausreichend geeig- nete Habitate für die anspruchsvolle Art in räumlicher Nachbarschaft; die Art ist an jährliche Nistplatzwechsel gewöhnt und ist problemlos in der Lage auf diese Bereiche

auszuweichen,

eine Betroffenheit nach § 44 BNatSchG kann somit ausgeschlossen werden.

nein

Fringilla coelebs Buchfink

Industrie- und Gewerbegebiete, Gehölze

Art konnte im Gebiet festgestellt werden, es besteht Brutverdacht;

verbreitete und zumeist häufig auftretende Art, aufgrund ihrer Häufigkeit und ihres weiten

Lebensraumspektrums in der Lage, auf andere Habitate auszuweichen, daher keine Betroffenheit im Sinne der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG

nein

Carduelis chloris Grünfink

Gehölze Art konnte im Gebiet festgestellt werden, es besteht Brutverdacht;

verbreitete und zumeist häufig auftretende Art (Freibrüter)

aufgrund ihrer Häufigkeit und ihres weiten Lebensraumspektrums in der Lage, auf andere Nahrungs- und Bruthabitate auszuweichen, daher keine Betroffenheit im Sinne der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG

nein

(21)

Art Biotoptypen Erläuterung Betroffenheit Carduelis carduelis

Stieglitz

Baumschulen und Gartenland, Gehölze, Krautbestände

Art konnte im Gebiet als

Nahrungsgast beobachtet werden, keine Brutvorkommen;

verbreitete und zumeist häufig auftretende Art (Freibrüter), aufgrund ihrer Häufigkeit und ihres weiten Lebensraumspektrums in der Lage, auf andere Nahrungshabitate auszuweichen,

daher keine Betroffenheit im Sinne der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG

nein

Cricetus cricetus Feldhamster

Ackerland Bei den Begehungen auf den Getreideackerflächen konnte die Art im Gebiet nicht festgestellt werden;

auch im Bereich des Rapsfeldes im Norden des Plangebietes konnten keine Nachweise der streng geschützten Säugetierart erbracht werden;

es kommen somit keine Individuen des Feldhamsters im Vorhabens- bereich vor;

Eine Betroffenheit der Art kann somit mit hinreichender Sicherheit

ausgeschlossen werden

nein

H.3 Artenschutzrechtliche Beurteilung

Für Fledermäuse fehlen im Untersuchungsgebiet Strukturen, die ihnen als Quartier dienen könnten (Gebäude mit entsprechender Habitateignung (Ausnahme ist das Gebäude des Gartenbaubetriebs, welches jedoch keiner Änderung unterliegt), Bäume mit Höhlungen oder großflächigen Rindenablösungen). Das Plangebiet wird vermutlich als fakultatives Jagd- habitat genutzt, jedoch ohne direkten Bezug zum Boden (insbesondere die strukturreicheren Randbereiche südlich und östlich des Plangebietes). Dafür sind die Fledermäuse lediglich auf den Luftraum angewiesen. Dieser bleibt auch bei Realisierung des Vorhabens als Jagd- und Fluggebiet erhalten. Für Arten, die Insekten im Kunstlicht der Beleuchtungseinrichtungen jagen, verbessert sich bei Realisierung der Planung die Eignung des Gebietes als Jagd- habitat. Insgesamt weist das Gebiet lediglich eine geringe Bedeutung für Fledermäuse auf.

Da durch das Vorhaben keine Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der Gruppe der Fleder- mäuse beeinträchtig werden, besteht keine Betroffenheit der Art gemäß § 44 BNatSchG.

Im Bereich des Vorhabens treten keine flächenhaft ausgeprägten Gehölzbestände auf. Im Bereich des Gartenbaubetriebes auf den Parzellen 104 und 105 stehen mehrere Einzelgehölze, welche jedoch größtenteils vital sind. Das Vorkommen von Fledermäusen, Höhlenbrütern (z.B. Grünspecht) oder Gartenschläfern ist somit ausschließlich auf den temporären Aufenthalt zum Nahrungserwerb oder zur Rast beschränkt. Aufgrund des fehlenden Gehölzanteils ist zudem ein Vorkommen der streng geschützten Haselmaus (Muscardinus muscardinus) auszuschließen.

Die Begehungen für die Hamsterkartierung konnten zu geeigneten Zeitpunkten, vor

Vegetationsschluss bzw. im Anschluss daran, durchgeführt werden. Die großen Getreide-

ackerflächen sowie das Rapsfeld wurden intensiv abgesucht. Es gibt nach derzeitigem Stand

keine Hinweise auf aktuelle Feldhamstervorkommen im Bereich des Vorhabens. Der

(22)

fehlende Nachweis auf den grundsätzlich gut geeigneten Getreideäckern sowie dem Rapsfeld im Norden des Plangebietes zeigen, dass der Bereich nicht durch die streng geschützte Art besiedelt wird. Das Vorkommen des streng geschützten Feldhamsters (Cricetus cricetus) im Gebiet und somit eine Betroffenheit der Art kann somit mit hin- reichender Sicherheit ausgeschlossen werden.

Für die nachgewiesenen Vogelarten spielt das Vorhabensgebiet eine untergeordnete Rolle, da die Bruthabitate überwiegend in den Randbereichen oder außerhalb des Gebietes liegen.

Das Plangebiet fungiert somit primär als, ebenfalls untergeordnetes, Nahrungshabitat. Das Plangebiet weist keine optimalen Bedingungen für die nachgewiesenen Arten auf, diese können problemlos auf Habitate in der näheren Umgebung ausweichen.

Der Haussperling konnte an allen Terminen nachgewiesen werden. Die Art brütet mit min- destens zwei Brutpaaren in den Dachnischen des Lagergebäudes bzw. im Lagergebäude.

Durch die Planung gehen keine Brutreviere verloren. Falls das Gebäude im Zuge der Neu- planung dennoch abgerissen werden sollte, kann der Verlust der Brutreviere im Plangebiet jedoch leicht kompensiert werden. Es sind ausreichend geeignete Habitate für die an- spruchsvolle Art in räumlicher Nachbarschaft vorhanden. Die Art ist an jährliche Nistplatz- wechsel gewöhnt und ist problemlos in der Lage auf diese Bereiche auszuweichen. Eine Betroffenheit gemäß § 44 BNatSchG kann somit ausgeschlossen werden.

Bei einer Beseitigung der Acker- und Krautvegetation (mit nachfolgender wiederkehrender Vegetationsstörung bis Baubeginn) sowie der vorhandenen Einzelgehölze in der Winter- periode (Oktober bis Februar) kann eine direkte Schädigung der Vogelarten des Gebietes und dessen Randbereichen im Sinne der artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände des

§ 44 Abs. 1 BNatSchG (Tötungsverbot) ausgeschlossen werden.

Das Gebiet weist in Teilbereichen auf den Flurstücken 104 und 105 Eignung für die streng geschützte Zauneidechse auf. Insbesondere die nördlichen sowie südlichen Randbereiche des Gartenbaubetriebes bieten der Zauneidechse in Teilbereichen geeignete Sonnen- und Eiablageplätze sowie ein ausreichendes Nahrungsangebot oder Möglichkeiten zur Über- winterung.

Im Rahmen der sechs Begehungen konnte lediglich ein Exemplar der streng geschützten Zauneidechse nachgewiesen werden. Dabei wurde ein vorjährig geschlüpftes Individuum beobachtet, das an zwei verschiedenen Tagen auf demselben Stein am Teich nordwestlich des Gebäudes sonnend angetroffen wurde. Weitere Nachweise der Art konnten trotz guter Erfassungsbedingungen nicht erbracht werden.

Aufgrund des Nachweises von lediglich einem Individuum wird dieser als Einzelfund

eingestuft, das Tier ist möglicherweise durch Verschleppung mit Grünschnitt oder Stein-

material auf das Gelände gelangt. Im Zuge der in kleinen Teilbereichen (insbes. Lager-

flächen) vorhandenen Eignung des Geländes als Zauneidechsenlebensraum lässt sich nicht

mit völliger Sicherheit ausschließen, dass es auf dem Gelände des Gartenbaubetriebes eine

Besiedlung einzelner Teilflächen mit Zauneidechsen in sehr geringer Dichte gibt, die metho-

disch bedingt unterhalb der Nachweisgrenze liegt. Aufgrund der sehr geringen Größe der als

Lebensraum geeigneten Flächen, der hohen räumlich-zeitlichen Dynamik der Lagerflächen,

die sowohl eine erfolgreiche Eiablage als auch eine ebensolche Überwinterung unmöglich

erscheinen lassen, sowie der fehlenden Vernetzung zu nachweislich von Zauneidechsen

besiedelten Lebensräumen ist mit hinreichender Sicherheit davon auszugehen, dass es im

Plangebiet, trotz des Nachweises eines Einzeltieres, aktuell keine dauerhafte lokale Teil-

population von Zauneidechsen gibt, ungeachtet des zweifachen Nachweises eines Einzel-

tieres. Für das in dem als Ziergarten gestalteten Bereich des Gartenbaubetriebes nach-

gewiesene Individuum erhöht sich, wie auch für eventuell im Bereich der Lagerfläche

(23)

lebenden Einzelindividuen, das Tötungsrisiko durch die Realisierung der Planung nicht signifikant gegenüber dem allgemeinen Tötungsrisiko im Rahmen der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung des Gartenbaubetriebes. Aus diesem Grund ist die Zauneidechse nach unserer fachgutachterlichen Einschätzung von der Planung aktuell nicht im Sinne der artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände betroffen, da es bei der Realisierung nicht zu einer signifikanten Erhöhung des Tötungsrisikos für Zauneidechsen und somit in Verbindung mit der Legalausnahme des § 44 Abs. 5 BNatSchG auch nicht zu einem Verstoß gegen die Zugriffsverbote des § 44 Abs. 1 BNatSchG kommt.

Bedingt durch die Nutzung des Geländes des Gartenbaubetriebes sind Verschleppungen von Zauneidechsen (und ggf. weiteren streng geschützten Arten) auf dieses Grundstück immer möglich. Mit der Etablierung einer reproduktionsfähigen (Teil-)Population ist aus den genannten Gründen bei gleichbleibender Nutzung nicht zu rechnen. Ungeachtet dessen ist diese Einschätzung vor einer grundlegenden Veränderung von Teilen der Parzellen ## 104 und 105 erneut zu beurteilen. Die zu bebauenden Flurstücksteile sind zeitnah vor der geplanten Überbauung erneut auf das Vorkommen von Zauneidechsen zu prüfen. Eventuell vorkommende Reptilien sind nach Rücksprache mit der zuständigen Unteren Naturschutz- behörde abzufangen und in geeignete, dauerhaft verfügbare Lebensräume umzusetzen.

Sollte im Rahmen weiterführender Untersuchungen festgestellt werden, dass die streng geschützten Zauneidechse die o.g. Bereiche mit einzelnen Individuen besiedelt, lässt sich eine Betroffenheit der Art bei Realisierung des Vorhabens nicht durch eine Regelung der Bauzeiten vermeiden.

Zauneidechsen reagieren auf Bedrohung durch Flucht in die nächstgelegene Deckung (Bodenspalte, Mauseloch, Unterschlupf bietenden Gegenstand, Gebüsch). Hierdurch fühlen sie sich sicher, ohne jedoch der Gefährdung durch Baumaschinen tatsächlich zu entgehen.

Ohne Maßnahmen zum Schutz der Zauneidechsen würde es bei Realisierung des Vorhabens mit einer Überplanung der o.g. Lebensräume zwangsläufig zur Tötung oder Verletzung von Tieren und somit zum Verstoß gegen das Tötungsverbot des § 44 Abs. 1 Nr.

1 BNatSchG ("Es ist verboten, wildlebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören") kommen.

Sollte das Gebiet in den genannten Teilbereichen durch einzelne Individuen der streng geschützten Zauneidechse besiedelt sein, so sind diese nach Rücksprache mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde abzufangen und in geeignete, dauerhaft verfügbare Lebensräume umzusetzen.

Weitere streng bzw. europarechtlich geschützte Arten aus der Artengruppe der Reptilien kommen im Gebiet nicht vor und sind somit nicht im Sinne der artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG betroffen.

Das Untersuchungsgebiet weist keine Eignung für streng geschützte Amphibienarten auf, da im Umfeld keine geeigneten Laichgewässer vorkommen und das Gebiet auch keine Eignung als Teil des Landlebensraumes aufweist. Der künstlich angelegte, vollständig mit Folie verbaute Teich im Bereich des Gartenbaubetriebes erfüllt nicht die nötigen Habitatbeding- ungen für streng geschützte Amphibien.

Es gibt im Gebiet kein Totholz, welches streng geschützten xylobionten (totholzbesiedeln-

den) Käferarten eine Lebensgrundlage bieten könnte. Für sonstige in der Umgebung von

Klein-Winternheim vorkommende streng geschützte Insektenarten fehlen ebenfalls die ge-

eigneten Lebensräume (so für die an strukturreiche und trocken-warme Magerrasen ge-

bundene Westliche Steppen-Sattelschrecke / Ephippiger ephippiger) oder die zwingend

Abbildung

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Referenzen

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