Das jesuitische Intermezzo in Äthiopien

19  Herunterladen (0)

Volltext

(1)

Johannes Meier (Hg.)

» •• .

usque ad

ultimum terrae«

Die

Jesuiten und die transkontinentale

Ausbreitung des

Christentums

1540-1773

VANDENHOECK

&

RUPRECH

T

(2)

Stud

ien

zur Außereuropäischen Christentumsgesch

icht e

(Asien, Afrika, Lateinamerika) /

Stud

ies i

n the History of Christianity

i

n the Non

-Western

W

orld

[StAECG]

B

and 3 / Vol. 3

H

erausgegeben

von / Edit

ed

by

K

laus Koschorke

Johannes Meier

Umschlagabbildung.

Historisches Wappen des Jesuitenordens

Die DeutscheBibliothek- Cl le-Etnheitsaufna hme

»...usquead ultimum terrae«:

die Jesuiten und die transkontinentaleAusbreitungdes Christentums1540-1773 / Johannes Meier (Hg.).

-Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht,2000 (Studienzur AußereuropäischenChristentumsgeschichte

[A sien,Afrika,Lateinamerika];Bd. 3) ISBN 3-525-55962-3

©2000 Vandenhoeck& Ruprecht,Göttingen.

Printedin Germany.- Das Werkeinschließlichaller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt.Jede Verwertungaußerhalb

derengen Grenzen des Urheberrechtsgesetzesist ohne Zustimmung des Verlagesunzulässig und strafbar. Das gilt insbesonderefür Vervielfältigungen,Übersetzungen,

Mikroverfilmungund die Einspeicheru ng und Verarbeitung in elektronischenSystemen.

(3)

Inhaltsverzeichnis

/

Table of Contents

Einführung 5

Inhaltsverzeichnis/Table ofContents 11

1. Friedrich Spee und Franz Xaver

-Poetische Reaktionen eines Daheimgebliebenen

FRANK POHLE 13

2. La Misi6n a Indias:peregrinaci6n sinretomo (ent re la vanidadyla volunta d divina)

JoseJESUS HERNANDEZPALOMO 39

3. Mission in vielenZungen.

Der BeitragderJesuiten zu Erfassung und Klassi fizierungderSprachender Welt

REINHARD WENDT 53

4. Mission undGlaubenskampfauf derBühne:

Instrumenta lisierung des Visuellen im KatechismustheaterderJesuiten. Beispiele ausBrasilien, Japan und Deutschland zwischen 1580-1640

FERNANDO AMADOAYMORE 69

5. Die Sklaverei in der Beurte ilung desP. Luisde MolinaSJ.

NORBERTBRIESKORNSJ 85

6. Aspekte und Problemat ikderAkkommodation der Jesuiten in China

CLAUDIA VON COLLANI 99

7. DasChri stentumauschinesischem und japan ischem Blickwinkel währe nd der »JesuitischenEpoche« derMissionsgeschi chte Asiens (1549-1773 )

ARNULF CAMPS aFM 121

8. Das jesu itischeInterm ezzoinÄthiopien

(4)

12 Inhaltsverzeichnis 9. Jesuiterunissionund Ethnizitätin Nouvelle-France

im 17. und18. Jahrhundert

FRANZ-JOSEPHPOST J53

JO. DiesüdamerikanischenJesuiten-Reduk tionenim Spiegel der BerichtedeutscherMissionare

KLAUS SeHATZSJ J67

11. Chilee- EinGartenGottesam Ende der Welt

JOHANNES MEIER 183

Index der Eigennamen 203

Indexder Bibelstellen 213

(5)

Das je

suitische

In

termezzo

in

Äthiopien

VERENAB öLL

Die Geschichte der theologischenBegegnungzwischen Äthiopien und den Je-suiten ist eng mit derpolitischen Begegnungzwischen Äthiopien und Portugal verkn üpft.' Sowohl Äthiopien als auch Portugal suchten politische Verbündete im Abgrenzungskampfgegen denimmer stärkervordringenden Islam ? Im 15. Jahrhundert sandten beide Reiche Briefeund persönlicheBotschafter zur kon-kretenKontaktaufilahme.3DerportugiesischeKönigJoäoII.hatte ein besonde-res Interesse daran, den Handel - vor allem den Gewürzhandel - Venedig zu entziehen und auf Portugal zu übertragen.Er verband diesesAnliegen mit der Suche nach dem legendären Reich des Priesters Johannes." 1487 schickte er Pedro de Covilham und Alphonso de Payva in geheimnisvoller Mission Ios.'

Diese Männcr wurden ausgesucht ,dasie neben einer umfassendenBildungund kauf

-männischem Geschick des Arabischen mächtigwaren, der linguafranca desOrients.KönigJoäo gab ihnen einenBrief an den Priesterkönigundeine Weltkarte mit, in der sie das Reichdes Priesters Johannes und ihre Route- die der Gewürze- einzeichnensollten.Vgl.V.DECASTRO EALMEIDA (Ed.), Les GrandsNavigateurset Colons portugais duXVe et duXVle siecles .

Chroniq ue de Ruyde Pina. FraJo äoAlvares, Dami äo de Goes, Joäo de Barras, Garcia de Vgl.dieGeschichte derportugiesisch-äth iopischenBeziehun gen bei C.CONTIROSSINI, »Portogallo edEtiopia«in:R. Accademiad'Italia : Relazioni storiche fra l'Italia eil Portogallo

(Rom 1940) 323-359.

2 Vgl.F.M.ROGERS,Thc Questfor Eastern Christians (Minneuopolis1962) ; G.BESHAH and M.WOLDEAREGAY, TheQuestion ofthe Unionofthe Churchesin Luso-Ethi opia R

ela-tions(1500-1 632)(Lisboa 1964);M.WOLDE AREGAY,»T heLegacy01'Jes uitMissionaryActi -vities in Ethiopia« in: G. HAll ElA. LANDElS.Ru BENSON (Eds.), 771e Missionary Factor in

Ethiopia (Studien zur interkulturellen Geschichte des Christentums 110; Frankfurt 1998, 3 1-56);V.BOLL,»Vonder FreundschaftzurFeindscha ft. Die äthiopisch-orthodo xeKirche und die portugiesischen Jesuiten in Äthiopien, 16. und 17. Jahrhundert« in: K. KOSCHORKE(Hg.),

»Chris ten und Gewürze«:Konfrontation und Interaktion kolonialer und indigener C hristen-tumsvarianten(Göttingen 1998,43-58).

3 ErsteBegegnungenhattenin Jerusalemwährendder Kreuzfahrerzeitstattgefu nden.In Je -rusa1em exist ierte einäthiopisches Kloster, und jedesJahr zu Ostern pilgerten Äthiop ier zum Gra bChristi. Vgl.E.CERULLI.Etiopi in Palestina (Rome 1942/47 );C. KRAUSE,OsPortugu

e-ses na Abisslnia(Lisboa 1915),31.

4 Vgl.U.KNEFELKAMI', DieSuchenach dem ReichdesPriesterkönigsJohannes.

Darge-stellt anhand von Reiseberi chten und anderen ethnographischen Quellen des 12.-17.Jah rhun-derts(Gelsen kirchen 21986) sowie DERS.,Europa auf derSuche nach dem ErzpriesterJohun -nes(Bamberg 1990 ).Nach den katalani schen Weltkarten ausdieser Zeit, die KönigJoäo si-cherlichbekannt waren,wird das Reich schonin Ostafrikageortet. Vgl. KRA USE,Portugueses 24.

(6)

138 Verena Böll

Pedro de Covilham konnte indas Innere Äthiopiensvordringen und wurde von König Eskender (1478-1494) an seinem Hof zwar herzlich empfangen, doch durfte er Äthiopiennicht mehr verlassen." Königin Eleni,die anfangs stellver -tretend für ihren Sohn Lebna Dengel (1508-40) regierte,sandte einen Brief an KönigManuel 1. DiePortugiesen beschließen, eine weitere Gesandtschaft nach Äth iopien zu schicken , um die Möglichkeit, den Hande l zu monopolisieren, auszukundschaften.7Die Gesandtschaft, geleitetvon Rodrigo de Lima, erreicht 1520 Äthiopien.Sie treffen am Hof des Königs Lebna Dengel, der zwischen-zeitlich die Regierungsge schäfte von seiner MutterEleni übernommen hat, ih -ren Landsman Pedrode Covilham, der sie indie äthiop ischen Verhältnisse ein-führt. Rodrigo de Lima und seineLeutebleibensiebenJahrein Äthiopien, ohne jedoch ein Abkommen unterzeichen zu können. Doch auf-dem Gebiet der The ologie kommt es zu einem konkre ten Austausc h.8 Der äthiopische König und seine orthodoxen Klerikerführen intensive Gespräche mit Francisco Alva-rez, dem mitgereisten Kaplander Portugiesen.Dank des ausführlichen Berich-tes von Francisco Alvare z, der seine Zeit in Äthiopien schriftlich festhält, ist uns diese Begegnun g zwischen Äthiopien und Portuga l aus portugiesischer Sicht gut dokumentiert." Alvarez Buch wurde rasch in mehrere europäische Sprachen übersetzt. !"Die Gesandtschaft verläßt Äthiop ien 1526, in Begleit ung des gelehrtenMönchs SägaZä' ab. Als Austauschfür ihn bleibtJoäo Bermudez inÄthiopienzurück.

In den nachfol genden Jahren wird der Kontakt zwischen Äthiopien und Por-tugal weitergepflegt. Als die militärischen Auseinandersetz ungen inÄthiopien

Resend e, Castanheda (Paris 1934),130.Alphonso de Payvaerreichte Äthiopien,doch istsein weiteres Schicksalnich tnachweisb ar.

6 PedrodeCov ilhamheiratete eine adlige Äthiop ierin undlebte inder Nähedes könig li-chen Ho fes.Daßer als Ausländerzumäthiopi schenHofstaat gehörte,war nicht ungewöhnlich , Griechen undArmenierwaren dort ständ igvertreten.

7 Vgl. U.KNEFELKAMP, »Vom Nutzen einer Begegnung - die erste portugiesische Ge -sandtschaft inÄthiopien (1520-26)« in: H.-J. KÖNIG/W. REINHARD(Hg.), Der europäische Beobachter außereuropäischerKulturen(Beiheft derZeitschrift fürHistorische Forsc hu ng 7, 1989, 135-152).Vgl.auchD.HOOK,»A note011thebooks sentto PresterJohnby KingManuel I« (Studia37,1973,303-315).

8 Vgl. C. CONTIROSSINI, »StoriadiLebnaDenge l red'Etiopi a sinoalle primelotte contro AhmadbenIbrahim«(Rendicontidella Reale AccademiadieLincei, Settembre1894,617-640).

9 Vgl.C.F.BECKINGI IAMandG.W.B. HUNTINGFORD (Hg.), The Prester John0/theI

n-dies.A true Relation of the Lands of the Prester lohn, beingthe narrative of the Portug uese Embassy to Ethiopia in 1520 written by Father Franc isco Alvares. (Hakluyt Society Series II1114- l 15;Cambridge1961,Vol. 1-2).

10 Vgl. C.F.BECKINGHAM, »Europea n Sources for Ethiop ian History before 1634«in: B. HEINTZEIA. JONES (Eds.), European Sources for Sub-Saharan Africa before 1900. Use and Abuse(Paideuma 33;Stuttgart 1987, 167-178);C. BECKINGIIAM,»No tes on an unpublishcd Manus cr ipt ofFrancisco Alvares: Verdade ra inforrnacäodas terras do Preste Joäo das Ind ias« (Annales d'Ethiopie 4, 196 1, 139-154). Das Buch von Alvarez vertiefte die Kenntnis über Äthiopienin Europa.

(7)

Das jesuitische Intermezzo in Äthiopien 139 zwischen christlichen Herrschern und muslimischen Eroberern, vor allem Ahrnad Ibn Ibrahim al-Gazi (Gran), sich zuspitzen, fragt Äthiopien erneut um ein militärisches Bündnis in Portugal und Rom an.Portugal kämpft in dieser Zeit gegen die türkische Flotte um den Zugang zum Roten Meer. Unter der Leitung von Christoväo da Gama werden 400 Soldaten nach Äthiopien zur

»Verteidigung des christlichen Glaubcns« entsandt. In den Jahren 1541-43 kämpfen die Portugiesen gegen die Muslime in Äthiopien. Sie können schließ-lich die Kämpfe für sich entscheiden, obwohl Christov äo da Gama in der Schlacht stirbt. Die überlebenden Portugiesen bleiben größtenteils im Land. Der Bericht über den erfolgreichen Kampf zur Verteidigung des christlichen Glau-bens in Äthiopien, verfaßt von Miguel Castanhoso, erfährt wiederum eine weite Verbreitung, nicht nur in Portugal, sondern auch in Rom." Papst Paul III. schreibt daraufhin dem äthiopischen König Galawdewos (Claudius, 1540-59) und kündigt die Ankunft von Glaubenstärkern- Missionaren- an.12

1. Die Jesuiten in Äthiopien

1556 erreicht der Jesuit G. Rodriguez den Hof von Galadewos. Mit seinem Er-scheinen werden die theologischen Gespräche fortgesetzt. Doch wird dieser theologische Austausch zu einer neuen Herausforderung für beide Seiten, die knapp ein Jahrhundert - bis 1632 - andauern wird. Die Grenzen zwischen Theologie und Politik sind weiterhin fließend.Die Jesuiten leben direkt am Kö-nigshof - der nie von einer stabilitas loci gekennzeichnet war, vielmehr aus einer Zeltstadt bestand und bei Bedarf weiterzog - sowie bei den Portugiesen, im Norden des Reiches, in Tigre und am Lake Tana.1559 müssen aber alle Je-suiten den Königshof verlassen und ziehen nach Fremona.Unter ihnen ist auch der in Rom zum Bischof geweihte Andres de Oviedo, der anstelle des für Äthiopien geweihten Patriarchen Nufies Barreto,der in Goa geblieben ist, mis-sioniert. Vom König verbannt, entfaltet er in Fremona seinen größten Wir-kungskreis.l' Die türkische Vorherrschaft am Roten Meer verhindert die An-kunft weiterer Jesuiten. Die Kämpfe zwischen Christen und Muslimen flammen wieder auf. Sie führen im äthiopischen Gebiet zu einer Zersplitterung und Auf-teilung des Herrschaftgebietes. Einige Provinzen verbinden sich mit den Türken gegen König Särsa Dengel (1563-97).

II Vgl. E.LIlTMi\NN (Hg.),Miguel de Castanhoso: Die Heldentaten des Dom Christoph da Gama in Abessinien. Übersetzt und herausgegeben von Enno Littmann (Berlin 1907).

12 Zu dem Briefwechsel zwischen Papst Paul III. und König Galawdewos vgl. H. Du-ENSING, »Ein Brief des abessinischen Königs Asnaf Sagad (Claudius)an Papst Paul III.aus dem Jahre 1541« (Nachrichten der K. Gesellschaft der Wissenschaften zu Gottingen. Phil.-hist.

Klasse I,1904, 70-93) undM.WOLDEAREGAY, Two unedited letters ofGalawdewos emperor ofEthiopia,1540-1559 (Lisboa: Centro de Estudos Historicos Ultrarnarinos, 1964).

(8)

140 VerenaSäli

Erst 1602/3 gelingt es dem Jesuiten Pedro Paez, zum Hof des äthiopischen Königs Zä Dengel (1603-1604)vorzudringen."Pedro Paez bleibt für 20 Jahre, bis zu seinem Tod 1622, beim äthiopischen König.In diesen zwanzig Jahren bewirktder Jesuit bedeutsame Veränderungen im äthiopischen Reich.Als 1624 u.a. die jesuitischen Missionare Manoel de Almeida, Manoel Barradas, Jeronirno Lobo undJuan de Velasco und 1625 Alphonso Mendez das afrikani-sche Landerreichen,beginnt die letzte Periodeder Jesuiten.

Alphonso Mendez ist, wie sein Vorgänger Barreto, in Rom zum Patriarchen geweiht worden. Alphonso Mendez fiihrt die Gespräche, die sich nun immer mehr von der theologisc henzur politischen Ebene verschieben, mit der Absicht der Union fort. " Als Susenyos zusammen mit Alphonso Mendez 1628 den Katholizismus zur offiziellen Religion Äthiopiens erklärt, ist die jesuitische Mission ihrem Ziel der Union sehr nahe gekommen. Doch die Proklamation

dieses Schrittes führt zukriegerischenAuseinandersetzungen im ganzen I-Ioch -land . Der äthiopische Klerus verbindet sich mit den politischen Gegnern von Susenyo s.Susenyos wirddurchseinenSchritt immer mehr zum Außensei ter.Er

muß 1632 abdanken, einaußergew öhnlicherSchritt inder Geschichtederäthio -pischen Könige, deren Herrschaft sonst erst mit dem Tod endet. Die Konse -quenzen der Abdankungwaren auchfür dieJesuiten folgenschwer :Siewurden

alle sofort vom Königshof und wenig später des Landes verwiesen." Am 25.

Juni 1632 wird die äthiopisch-orthodoxe Kirche wieder als offizielle Kirche eingese tzt.

2. Jes

uitische

Kenntnis

se

über Äthiop

ien

Ignatiusvon Loyola selbst hatte ein starkes Interesse an der Äthiopienmission entwickelt. Es war sein erklärtes Ziel, daß Jesuiten den Missionsauftrag für Äthiopien erhielten.I? Wie oben erläutert, ist der Aufenthalt der Jesuiten in

en-gem Zusammenhan gmit der portugiesischen Seefahrergeschichte zu sehen, die meisten Jesuiten in Äthiopien warenebenfalls Portugiesen.Die Kenntnisse der

14 Vgl.M.AßlR, »Ethiopiaandthe Horn ofAfrica«in:TheCambridg e History ofAfrica, c.

/600- / 790.Vol.4(Cambridge1975, 537-577).Zu seiner Person und seinemAufe nthalt vgl. P.

PAIS,Historiada Etiopia. Vol.1- 3(Porto1945-4 6);H.PENNEC,»Lamission jesuiteenE thio-pie au temp s de Pedro Paez (1583-1622)etses rapports avecle pouvoir ethio pien ne«

(Ras-segnadiStudiEtiop ici36,1992/1994,77- 115; 37, 1993/1995, 135-166;38, 1994/1996,

139-181).

15 Vgl. M.F.M .PERElRA ESTEVES,Chronicade Susenyos,rei de Ethiopia .Vol1- 2 (Lisboa 1892- 1900).

16 Vgl. U. KNEFELKAMI', »Mission und Kolonial ismus. Die Por tugiesen in Äthiopien

(1520-1640)«(AujSätzezurportugiesisc henKulturgeschich te;Münste r1993,1-232).

17 Vgl. T.TAM RAT, »EvangelizingtheEvange lized:TheRoot Problembetwcen Missions andtheEthiopianOrthodox Church« in:G.IIAI LE/A.LANDE/S.RUßENSON(Eds.),The

(9)

Das jesuitischeIntermezzoinÄthiopien 141 Jesuiten über Äthiop ien stammen vorrangigaus den schriftlichen Berichtender portugiesischenSeefahrer,vor allem auch im Hinblick auf Theologie und Kir

-che.lx

Eine anderewichtige Quelle war das viel gelesene Buch Fides,religio,m o-resque Aethiopiumdes portugiesischen Humanisten Damiäo de Gois, das 1540 in Löwen erschien.J9Damiäode Gois (1502-1574)läßt in seinem Buch den o.g. ÄthiopierSäga Zä'ab zu Wort kommen.Säga Zä'ab war als Botschafter

Äthio-piens mit Fransisco Alvarez 1527 nach Portugal gereist. 1533 begegnen sich Darniäode Goisund Säga Zä'abund werden Freunde.Säga Zä'ab beklagt sich bei Damiäo de Gois über Anfeindu ngen der katholischen Geistlichen ihm ge-genüber, der ihn daraufhin bittet, den orthodoxen Glauben der Äthiopier schriftlich aufzuzeichnen. Damiäode Gois übersetztedieses Zeugnis ins Latei-nische und veröffentlichte es, zusammen mit kenntnisrei chen Erörterungen,

weiterenQuellen und einigenBriefen der äthiop ischenund portugiesischen Kö-nige, unter dem o.g. Titel. 154 1 wird das Buch durchdie portugiesischeInqui

-sition verboten mit dem Argumen t, derInhalt stelle eine Gefahrdu ng für den christl ichen Glauben dar. 1550 wird Darniäo de Gois selber durch einen Landsmann, den Jesuite npaterSirnäoRodrigues, bei der Inquisition wiederholt

denunziert und wenig später inhaftiert.t'' Das Zusamm entretfen zwischen den geistige n Hauptströ mungen des 16. Jahrhunderts in Europa, dem Humanismus auf der einen Seite und der Inquisition,Kolonalisation und Mission auf der an-derenSeite, spiegelt sich in der Rezeption des Bucheswider.

Hier kommt nun aber noch einanderer wichtiger Aspekt hinzu:Rom. Und zwar in dreierlei Hinsicht: Ignatius von Loyolas Aufenthalt in Rom,der päpstli

-che Briefverkehr mit den portugiesischen Königen und die äthiopisc henBriefe an den Papst? ' Ignatius vonLoyola beschäftigtsich in seinen letzten Jahren in Rom ausg iebig mit Äthiopien. InRom trifft er auch den äthiopischen Mönch

18 Vgl. S.TEDESCIII, »Paolo Giovioela conoscenzadell'Etiopianel Rinascimento«in:Atti

dclConvegnoPaolo Giovio:ilRinascimentoela Memorio(Corno 1985).Gerade daso.g,Buch

von Fransisco Alvarezsetzte sichausführlichmit Kirche undTheologiein Äthiopienauseinan

-der.

19 Vgl.S. UHLlG/G. BÜIIRING.Damian de Gois'Schrift über Glauben lind Sillen der

Äthiop ier(ÄthiopistischeForschungen 39;Wiesbaden 1994);M. BATAILLONIJ.-C.MARGOLIN etal.,Damiäode Gois,humaniste europeen. Etudespresentcespar J.V.de I'inaMurtins(Paris 1982) .Das Buch erlebterasch mehrere Auflagenundwar in Portugalals auchin Rom viel

gele-sen.Damiäode Goisnimmtdie Herausforderungdestheologischen Gesprächesmit dem fr

em-den,orthodoxenÄthiopieran.

20 Vgl. UHLlG. Damian de Gois37.SeinDenunziant hatteIgnatius von Loyola selber ken

-nengelernt.ein Gesprächüberdas Buchvon Goisist wahrscheinlich.

21 Vgl. M.DA LEONESSA,SantoStefano Maggiaredegli Abissini ele Relazioni Romuno

-Etiopic he(Cittädei Vaticano 1929)sowiegrundsätzlichA.TEKLEHAYMANOT,»Thc Struggle

for the iEthiopianizationcof the Roman Catholic Tradition« in: G. HAlLE, A. LANDE,S.

RUBENSON(Eds.),TheMissionaryFactorin Ethiopia 135-154.Aus äthiopischerSicht wurde

der Papst nicht nur inseinerkirchlichenFunktionangeschrieben,sondernauch als Wel

(10)

142 VerenaBöll

Täsfa Seyon. Täsfa Seyon lebt seit 1536 in dem äthiopischen Kloster Santo

Ste fano degliAbissini (dei Mori) und überset ztdort die äthiopischen Sch riften

in Zusammenarbeit mit mehreren europäischen Gelehrt en ins Lateinische.22

Ignatius hat die Gelegenheit, sich bei Täsfa Seyon über Äthiopien und den or

-thodoxen Glauben zu inform ieren.f Bezüglich des Briefwechsels ist neben

an-deren Briefender BriefvonKönigGalawdewos an PapstPaul III. aus dem .Jahre

1541 für die jesuitische Entsendung ausschlaggeb end, denn Papst Paul III. re

a-giert aufdas äthiopische Anliegen,indemerinZusamme narbeit mit dem

portu-giesischen König die Jesuiten auserwählt." Der Papst kündigt Galawdew os

1545die Absendung eines Legaten und einiger Missionare an?5

Daß nun dieJesuiten für Äthiopien ausgesucht wurden, lag an ihrem

Selbst-verständnis oder Gelübde des Papstgehorsames und an Ignatius von Loyolas

Interessean Äthiopien.In einem Antwortschreiben von Oktober 1546 bot sich

Ignatius sogar selber als Missionar für Äthiopien an,einAnbieten,das als

au-ßergewöhnlicheingestuft werden muß, unternahm doch Ignatius während seiner

römischen Zeit kaum noch Reisen.Er pflegteeinenintensiven Briefwech sel mit

dem äthiopischen König und ab 1555 mit seinen Ordensbrüdern inÄthiopien .

Die Briefe des Ignatius an den äthiopischen König Galawdewos(1540-59) bil

-den eine wichtige Quelle für die geschichtliche Einordnung der .Jesuitenzeit in

Äthiopien." Das neben diesen Briefen älteste Dokument von jesu itischerSeite

bezüglich der Äthiopienmission hat CamiIlo Beccari 1903 herausgegeb en ." Es

ist eine Information von Ignatius von Loyola an den König von Portugal, Joäo

22 Vgl. R.LEFEVRE, »Documen ti e NotiziesuTäsfa Seyon ela sua attivitaRom an anel,

Sec.XVI« (Rassegna di studi Etiopici24,1971, 74- 133).Täsfa Seyon bereitetu.a. dieed itio

princ eps desäthio pischenNeuenTestamentsvor, die 1549in Rom ersche int.

23 Vgl. R.LEFEVRE,»Docurn enti«126u.130.

24 Vgl. U. KNEFELKAMP, »Portugal, Rom und Äthiopien im 16./17. Jahrhundert. Vom

ScheiternderkatholischenMissionam RotenMeer«(Mare Liberum6, 1993,189-202). 2S Vgl. vor allemR.S.WHITEWAY,The PortugueseExpedition to Abyssiniain /54/-1543,

as Narratedby Castanhoso,withsome Contemporary Letters,theShort AccountofBermude z, and Certain Extracts from Correa(London 1902).Schon mit der Bulle »Romanus Pon tifex« vom 8.Janu ar 1455hattePapstNikolausV.alleRechte an Afrika Portugalübertragen , ein her-gehe nd mitder weltlichenSouveranitätüber alle eroberten Geb iete.Und Pap stCa lixtIII.legte in derBulle »Intercetera«vom13.Mai 1456die geistliche Jurisdiktionsgewaltüber Afrika in dieHändedes portugiesischenChr istusorden, dessen Großme isterPrinzHeinrich derSeefahrer war. Zu der Frage derUnion mitder koptischen Kirche vgl. auch O.W.MEINARDUS, »Pe ter Heyling inthe Light ofCatholicHistor iography«iOstkirchlicheStudien18,1969, 16-22),16.

26 Vgl. C.BECCARI,Notizia esaggidi opereedocumentiinediti riguardantilastoria di

Etiopia durantei secoliXVI,XVII eXVIII,con otto facsim ili e due carte geografichc(Rorna 1903),6-74.Die Briefe sindentha lten im8.BandderMonumenta Ignatiana.Seriesprima:S. Ignatii Epistolaeet Instructiones. Bd. 1-12(Madr id1903-1911),46ü-477.DieserBand enthält auch einenAnhang: Appendixde rebusAethiopicis(675-729),in demdieBerichteder ersten

Jesuiten inÄthiopiengesammelt sind.

27 Vgl. C.BECCARI,Rerum Aethiopicarum ScriptoresOccidentales inediti a saeculoXVI

(11)

Das jesuitische Intermezzo inÄthiopien 143

III,aus demJahre 1551. Dieses Schriftstück trägtdenTitel:Informationan Ihre Hoheit über diePersonenunserer Gesellschaft,die in dasReichdes Priesters Johannes gehen und über andere Bemerkungen, dieunseren Herrn nötig er-scheinen, sie Ihrer Hoheit darzustellen , wieSie es angeordnet hat.28 Ignatius setzt sich darin mit dem Charakter und den moralischen und physischen Eige n-scha ften der Missionare auseinander,besondersüberden zuweihenden k atholi-schen Patriarchen von Äthiopien und seine beiden Bischöfe. Ignatius k orre-spondiert also aus Rom im AuftragdesPapstesmit demportugiesischen König über den zu entsendenden jesuitischen Patriarchen für Äthiopien. Daraus ist ersichtlich, daß sowohl die katholische Kirche, dieJesuiten als auch Portugal sich sicher fühlen,daß die äthiopisch-orthodoxe Kirche mit Rom unieren will und ein Portugiese, ein Jesuit ,ihr Patriarch sein wird.

Eine wichtige Rolle bei der Entsendung der Jesuiten nach Äthiopien spielt auch die Persondes Joäo BernlUdez.29Joäo Bermudez kam mit den portugiesi -schen Soldaten nach Äthiopien und ernannte sich dort selber zum Patriarchen. Eine Weihe aber hatte er nie erhalten. Ausäthiopischer Sicht ist keine Anerken-nung des Bermudez erfolgt,zumal dieäthiopisch-orthodoxe Kirche dem k opti-schen Patriarchen unterstand . Bermudez schreibt nach seiner Rückkehr nach Portugal an den Papst in Rom. Aus diesem Anlaß beschließt der Papst, der Bermudez nicht anerkennt, die Weihe undEntsendung eines echten Patriarchen. Wie der oben erwähnte Briefdes Ignatius an den portugiesischen König zeigt, wird die Entscheidung über den richtigen Mann für diese Aufgabe zusammen vorgcnommen.i" Das Ereignis, daß Jesuiten zu Bischöfen und sogar zu Patriar-chen geweiht werden, ist eine große Ausnahme für diese frühe Periode der Je-suiten."

Von denJesuiten,die Ignatius vorschlä gt,wird u.a.Andres de Oviedo ausge -sucht,der als Bischof 1556 Äthiopien erreicht. Er ist ausgestattet mit den ge-nauen Instruktionen von Ignatius, wie er bei seiner Mission vorzugehen hat. Diese Instruktionen des Ignatius tragen den Titel: Ermahnungen, die bei den Überzeugungsarbeiten helfen können, das Königreich des Priesters Johannes

zur Union mit der katholischen Kirche und Glauben zu bewegen.32 In ihnen beschreibt Ignatius von Loyola minutiös, was in Äthiopien zu beachten ist. Er betont die Wichtigkeit des Erlernens der äthiopischen Sprachen und der Adap-tationan die äthiopischen Bräuche. Gemäß der jesuitischen Art der Vorgehens-weise ist das oberste Ziel die Überzeugungsarbeit bei der äthiopischen Elite,der

28 Vgl. C.BECCARI,Notizia ,231.

29 Vgl. S.EURINGER,»Der Pseudo-Patriarch Bermudez«(Theologie lindGlaube 7, 1925, 226-256); E.HAMMERSCHMIDT. »Die PortugieseninÄthiopien im 16.Jahrhundert«( Ostkirch-liehe Studien11,1962,306-3 17) 311.

)0 Vgl.C.BECCARI,Notizia,292.

)) Vgl. D.ALDEN,The Making ofan Enterprise(Stanford 1996), 154ff.

(12)

144 Verena Böll

königlichen Familie, dem Klerus am Hof und den Hotbeamten.33Doch welche Verhält nissse trafen die Jesuiten in Äthiopien, insbesondereseitens der Kirche

und der Theologie, an?

3. Die äthiopi

sche

Theologie

Äthiopien befand sich nachdem Krieg mitden Muslimen in einer Periode des Wiederau tbaues. Der Königwar bestrebt, die abtrünnigen Regionen und Pro-vinzen in seine Herrschaft einzugliedern, entweder durch diplomatisches Ge-schick oder durch Eroberungsfe ldzüge . Diese Zersplitterung des Landes war allerdings auchkennzeichnendfür die Situation der äthiopisc h-orthodoxen Kir-che.Das Zentrum der Kirche war immer der jeweilige Königshof. Der König wurde als das eigentliche äthiop ische Oberhaupt der Kirche angesehen, juris -diktionell war dies aber der koptische Metropoli t, der aus Ägypten entsandt wurde und am Königshof residiert e, Seine äthiopischen Berater und weitere Geistliche gehörten dieserHotkircheebenfalls an.Daneben existierte aber eine Anzahlvon bedeuten den Klöstern, die weitestgehendautonom waren. Die Äbte

dieser Klöster und ihre Mitmönche setztensich intensiv mit theologischen Fra-gen auseinander. Ihre Lehrmeinungwich häutig von derTheologie der Hotkir-ehe, gerade bei dogmatischen Fragen, ab. Die Bevölkerung folgte den u nter-schi edlichen Lehrm einung enundbezeichnete sich z.B. alsAnhängerder Lehre von Ewostatewos aus dem Kloster Däbrä Särabioder der Stephanitendes

Klo-sters Qwäyyasa oder alsAnhänger der Hotkirche.Trotzdem verstanden sich alle

Klöster als äthiopisch-orthodox,zueinem offiziellenSchisma kam es nicht. Die

Könige beriefen von Zeit zu Zeit Konzilien ein, auf denen die verschiedenen Lehnneinungcnerörtertunddiskutiert wurden.

Im 16.Jahrhundert stand in Äthiopien die Wesenheit der Gottheit im Zen-trum der Auseinan dersetzun gen." Diskutiert wurde das Verhältnis zwischen

Vater,Sohn und hl. Geist.35Die Kunstdes Disputeswar hoch entwickelt, jede Seite trug ihreAnsichtenvor und belegte dies ausführlich an Hand der Sc

hrif-ten.Eine Auslegung olme Beweise ausden Schriften wurde nicht akzeptiert.i''

Das Ziel, die Gegensei tevonder RichtigkeitdereigenenTheologie zu üb

erzeu-gen,konnte dennoch manchmal nicht erreichtwerden. Indiesen Fällen griff der

33 Vgl.AlOEN,Making, ISS.

}4 Vgl.A.BARTNICKI/J.MANTEL-NIECKO,»Therole andsignifieanee ofthe religio usco n-flietsandpeopl c 's movem ents in thepolitieallifeofEthiopiain the Seventee nthundEightee nth cenluries«(Rassegna diStudiEtiopic i 24,197 1,5-39).

}5 Zu den theologisch en Ause inande rsetzunge n innerhalb der äthiop ischen Kirche vgl.

grundleg endG.HAlLE, »ReligiousControve rsiesund the Gro wthofEthiopicLileratureinthe Fourleen thund FifieenthCenturies«(Griens Christianus65,1981,102-136).

36 Die Bibel,aberauch die Kirchenväte rund Kirche ngesc lzebilde ten die Grund lage der Schriften,die zumBeweis derLehrme inungen heran ge zogenwurden.

(13)

Das jesuitische Intermezzo in Äthiopien 145 König als höchste Autorität regulierend ein. Wie oben erwähnt, beteiligte sich schon König Galawdewos an den Gesprächen seiner Theologen mit dem

Portu-giesen Francisco Alvarez und nun mit den ersten Jesuiten im Lande, Diaz und

Rodriguea." Trotz der Unterschiede zwischen der äthiopisch-orthodoxen und der katholischen Kirche betonte er den gemeinsamen christlichen Glauben.

Die-se Anerkennung forderte er aber auch für sich und Die-seine Kirche, gleichwertig

neben der römischen.Eine Anerkennung des Papstes im Sinne einer Union

bei-der Kirchen lehnte er entschieden ab.

Entsprechend schwierig war es für die Jesuiten, ihre Mission zu erfüllen; sie wurden, wie oben erwähnt, vom König zu den portugiesischen Siedlungen im Norden geschickt. So verdrängt an die Peripherie entwickeln die Jesuiten dort ihren neuen Wirkungskreis. Das Hauptaugenmerk gilt nun den Portugiesen und ihren Nachkommen, die wegen der mangelnden katholischen Präsenz zur

Litur-gie der äthiopisch-orthodoxen Kirche gehen. Andres de Oviedo bemüht sich

nun, diese Entwicklung rückgängig zu machen. Neben den Kirchen wird daher in jesuitischer Manier ein Kolleg, eine Schule in Frcmona, später auch in D

äm-bya, gegründet. In diesen Schulen werden nicht nur die portugiesischen Ab

-kömmlinge unterrichtet, auch die Kinder der Noblen dieser Gegend werden

aufgenommen. Die Jesuiten versuchen, die Methode ihrer Schulen in Europa

auch hier anzuwenden, vor allem durch Analyse der Geschichte und der

Schrif-ten die »Wahrheit« aufzuzeigen. Ein wichtiger Aspekt ist hierbei die Vorstel-lung, die Christen Äthiopiens- in den Augen der Jesuiten die»Häretiker«- von ihren Fehlern zu überzeugen und auf den rechten Weg zurückzuführen,

Die theologischen Auseinandersetzungen zwischen den Jesuiten und Ortho-doxen kommen aber auch hier nicht zum Erliegen. Einige äthiopische Priester

kommen zur Schule der Jesuiten und suchen das Gespräch.Ob diese Gespräche

zu nachhaltigen Konversionen gefiihrt haben, ist nicht belegt. Belegt ist aber, daß die äthiopische Seite beeindruckt war von der Cartilha.Die Cartilha,auch Cartinha genannt, ist ein kleines Heftehen, das das Lesen anhand eines

Kate-chismus beibringt. König Manuel I.gab als Gastgeschenk für den äthiopischen

Herrscher 1520 einige Exemplare mit, später brachten die Jesuiten neuere Auf-lagen mit.38 In der Schule wurden sie von den Jesuiten als Unterrichtsmaterial

37 Vgl. IIAMMERSCIIMIDT.Portugi esen, 315.Nach diesen Gesprächen schrieb König Ga-lawdewos sein berühmtes Werk »Confess io Fidei«,auch »Confessio Claudii« genannt. das Glaubensbekenntnis.Mit dieser Schrill stellt er einige Behauptungen der katholischen Portugie-senrichtig. Mit den Eingangsworten spricht er die Jesuiten direkt an: »Damit du die Richtigkeit meines Glaubens erkennst.«Vgl. E.ULLENDORFF,»The Confessio Fidei of King Claudius of Ethiopia«(Journal of SemiticStudies 32/1, 1981, 159-176),176.Galawdewos widerlegt u.a.

den Vorwurf der Wiedertaufe. Vgl.Böt.t,Freundschaft, 51.

38 Vgl.A.CORTESPINTO, Da Famosa Arte da Imprimissäo (Lisboa 1948). 1539 edierte der berühmte Portugiese J.DEBARROS die »Cartilha«mit dem Titel:Cartinha com os prcceitos e mandamentos da Santa MadreIgreja;vgl. A.CORTESI'INTO,»A Gramatica e a Cartilha de Joäo dc Barros«(Liceus de Portugal.Outubro, 1945).

(14)

146 VerenaBöll

eingesetzt. Bedeutsam isthierbei,daß diese Cartilha von denJesuiten ins Geez,

wahrscheinlichaberauch insAmharischeübersetzt wurde.Der orthodoxe Kle

-rus konnte sich dadurch intensiv mit demInhalt auseinandersetzen.

4. Auf

einandertreffen

der Theologien

Bei diesem theologischen Austausch im Norden des Landes beteiligten sich

einige Landesfürsten, und einige Adlige zeigten großeSympathie für dieka

tho-lische Kirche, doch größere Konversionen blieben aus. Erst König Susenyos

zeigt wieder Interesse an den Jesuiten.39 Die jüngste Geschichte der militä

ri-schen Erfolge der Portugiesen zumVorbild nehmend,sucht er-nachgeeigneten Mitteln undVerbündeten, seine Macht und seine Stellung im Landezu festigen. Einenger Kontakt mitden Abgesandtendes mächtigenWeltbeherrschers,dem Papstin Rom,erscheintihm der sichersteWeg. Durchdie Almahme des Ka tho-lizismus will erseine Machtposition ausbauen, der Gedanke des Absolutismus spielt hierbei einegroße Rolle.40 Der neue Jesuit am Königshof, Pedro Paez,

wirdsoim Gegensatz zu seinem Vorgängersehr freundlichempfangen und darf

dableiben.Susenyos, gleich wie die anderen orthodoxen Gelehrten, ist beein

-druckt von Paez' Persönlichkeit. Paez,geboren 1546 in Spanien, studierte an der Universität Coimbra in Portugal und gehörte dem Jesuitenorden seit 1582 an.Besondere Akzeptanz bei den Äthiopiem verschafften ihm seine asketische Lebensweise, aber auchseinepraktischen Fähigkeiten,dieim Bau von Kirchen ihren Ausdruckfanden.4 1Paez hielt sicheindeutigan die speziellen Weisungen von Ignatius.Paez Sprachkenntnissedes Arabischen, des Altäthiopischen und des Amharischen öffneten ihm die Türen des Hofes.42Paez betrieb einein tensi-ve Lektüre der äthiopischen Schriften und ihrer Auslegungen.Er beschäftigte sich mitdem Kirchenkalender und den äthiopischenHeiligen. Fasziniert vom äthiopischen Heiligen Täklä Haymanot, übersetzte er seine Vita (Gädl) ins Portugiesische.Y

39 Vgl. T.8EYENE,La politicacattolicadiSeltan Sagad 1(/60 7-1 632)e ICi missionedella

comp agnia di Gesu in Etiupia. Preceden ti, evuluzione e problematiche 1589-1632 (Rorna

1983).

40 Vgl.S.8.CHERNETSOV,»TheRo1e of Catholicism inthe History ofEthiopiaofthe first

halfof the 17th century« (Ac/es delaXe conference internationaledes etudes ethiopiennes.

Paris1988.Etudesethiop ienneI,1994, 205-212).

41 Vgl.P.TACCHI-VENTURE,»PietroPaez, Apostol odell'Abissiniaalprincipi o deiSecolo XVII«(Civil/aCattolica3,190 5,560-581 ).

42 Vgl.BECCARl,Rerum,1I-I11.

43 Vgl. E.PEREIRA,Vida de Takla Huymanotpelo P.Man. de Alme ida(Lisboa 1899): P.

PAEZ.»Litterae annuae Ethiop iaeanni 1617«in:Lettereannue dei Giap one, China, Goa, et

Ethiopia.ScrittialM.R.P. GeneraledellaCompagniade Gesü.Da Padridella stessaCompagnia

(15)

Das jesuitische Intermezzo in Äthiopien 147 Seine theologischen Gespräche mit König Susenyos (1607-1632) und ortho-doxen Priestern sind geprägt von einem lebhaften und einfühlsamen Stil. Die theologischen Auslegungen Paez' führen jedoch zu offenen Streitigkeiten mit den äthiopischen Theologen. Folglich werden nun ebenfalls Konzilien am Hof des Königs einberufen. Paez und seine Mitbrüder waren die Herausfordererfür die Äthiopier. Seine Kenntnisse befähigten ihn dazu, in den theologischen Kontroversen die Argumente der orthodoxen Seite zu widerlegen. Dennoch nahm er Rücksicht auf die Glaubenstradition der äthiopischen Kirche, z.B. bei der Sabbatobservanz. Beispielhaft seien hier das Konzil und die Disputationen von 1614 angeführt, Im Zentrum der Debatte stand das Thema der Beichte. Ignatius von Loyola wies der Beichte eine große Bedeutung zu, die Jesuiten sollten mindestens einmal pro Woche beichten." WichtigerAspekt bei der Mis -sion, festgelegt in den Konstitutionen, war die Lehre, dieses Sakrament so oft wie möglich zu empfangen. In der orthodoxen Sicht der Äthiopier hatte die Beichte einen anderen Stellenwert. Mit den Worten des Jesuiten Manoel Barradas ausgedrückt:

»Die Beichte war nie und ist auch jetzt kein Brauch in ihrem Land. Wäre es bei Gott doch so gewesen,dann wären viele Seelen nichtverloren ...Sie folgen nicht dem richtigen Vorgehen der Absolution beim Sakrament der Beichte,es gibt bei ihnen keine Absolution.«45

Dementsprechend verlangen die Jesuiten auch von allen Äthiopiern, die den katholischen Glauben annehmen, eine Beichte abzulegen. Die Beichte wurde von den Orthodoxen nicht als eine persönliche Angelegenheit zwischen Beich-tenden und Beichtvater angesehen, sondern alseine Art Generalbeichte am Kar -freitag vollzogen. Ein wichtiger Aspekt aber, der hier mitspielte, war die Funk-tion der Jesuiten als Hotbeichtväter. An vielen Höfen Europas (so Wien,

Madrid, Lissabon) gab es Jesuiten als Beichtväter. Paez war dies bekannt. Und er wurde Beichtvater von König Susenyos. Dadurch wurde die klerikale Hierar -chieam Königshofverändert. Überzeugt von denAuslegungen Paez', versuchte König Susenyos seine Priester zu beeinflußen, einer Union mit Rom z uzustim-men. Paez konnte nun dadurch, daß er als Beichtvater Susenyos engster Ver -trauter war, in das politische Tagesgeschäft eingreifen. Besonders gefährliche Gegner Susenyos wurden mit einem Amt versehen und in eine andere Region geschickt in der Hoffnung, daß sie dort Loyalität bewiesen und nicht weiter ge-gen den König opponierten.

Die Taufe von Susenyos 162 1/22 nach römischen Ritus bildet den Höhe-punkt des Wirkens von Pedro Paez in Äthiopien.Mitdiesem Akt band sich Su-senyos noch enger an diePerson von Paez. Diese religiöse Handlung hatte poli -tische Folgen, der Adel am Hof begann,sich von den Jesuiten zu distanzieren.

44 Vgl,Monumenta Historica SocietatisJesu64.349 (Constitutiones SJ III, c.Lll ),

(16)

148 Verena Böll

Der orthodoxe Klerus be fürchtete weitere Schritteauf die römische Kirche zu, einhergehend mitdem Verlust derkirchlichen wie politischen Unabhängigkeit.

Pedro Paez versuchte, die Stimmung am Hof zu retten, seine Gottesdienste, an denen Susenyos teilnahm, liefen weiterhinnach äthiopischen Ritus ab.

Die immer noch starke Vorherrschaft der türkischen Flotte im Roten Meer und dieExpansionen ihrer Verbündeten im Landesinneren machten es weiterhin für Susenyos notwendig, sich mit den christlichen Reichen zu verbünden. Der Briefwechsel, den Paez mit den portugiesischen Königen und den Päpsten führte, bestätigte Susenyos nur in seiner Überzeugung, durch eine Union mit Rom mehr Macht zubekomm en und indas Weltgescheheneinbezogen zu we

r-den, dazuzugehöre n." Seinen Entschluß, diesen Schritt zu vollziehen, kann auch der Todvon Paez 1622 nicht ändern, obwohl die Schwierigkeitenam Hof

mit Eintre ffen des neuen Patriarchen Mendez (ca. 1570-1656) noch größer werde n.47

Neben seinem kont rären Charakter zuPaez wird auch die deutliche Distanz

zu Ignatius' Anweisungen und Lehre deutlich. Mendez will eine Reform der Kirche mitallen Mitteln durchsetzen, so beharrt er aufder Anwendung des l a-teinischen Ritus.48 Hier läßt er sich auf keine Zugestä ndnisse ein. Doch trotz

dieser zugespitzten Situationundderimmer offeneren Feindseligkeitengegen

-über den Jesuiten vollzieht Susenyos 1628 seinen Entschluß und proklamiert den kath ol ischenGlauben alsoffizielleReligionseines Landes. Der Schritt S

u-senyos führt zur politischen Explosion, zum Bürgerkrieg, wie zu Beginn ge-schi ldert. Diewichtigstenreligiösen Zentrenim Land,neben den einzelnenKlö -stern auch theologische Schulen,Z.B.in Axum, stellen sichsofort gegen diesen Entschluß ihres Herrschers. Die Priester und Gelehrten betonen in Predigten und Schriften ihre Treue zur äthiopisch-orthodoxen Kirche und ihre Loyalität gegenüber dem koptischen Metropoliten. Susenyos versucht, seine

Entschei-dung mitmilitärischenMaßnahmendurchzusetzen.

Susenyos und Mendez gelingt es indes nicht, die Situation zu beruhigen.V Eine Unter st ützung der in Goa ansässigen Jesuiten und der portugiesischen Krone bleibt aus.Susenyos merkt, daßihm keine ausländ ische Militärhilfe.wie

im Jahrh undert davor, zuteil werden wird und zieht die Konsequenzen. Nach

seinerAbdank ung 1632 tritt sein Sohn Fasilädäs die Herrschaft an. Fasilädäs

macht so fort den Schritt seines Vaters rückgä ngig, die äthiopisch-orthodoxe

Kirche wirdwiederoffizielle Hofkirche.Mendez verläßt Äthiopien und begibt sich nach Goa. Die Stimmung der Jesuiten in Goa ist gespalten. Mendez und

46 Vgl.H. PENNEC,»Lacorrespondanceroyale ethiopico-europeenne de 1607, traduiteel

reinterpretee« (CahierduCRA9,1998, 91-1 11). 47 Vgl. BECCARI,Rerum ,IX,428-30.

48 Vgl. ALOEN, Making, 156. Mendez hat im Gegensatz zu seinem Vorgänger keine

sprachlichenFähigkeiten.ZuseinenBriefen nach Rom und Portugal vgl.C.BECCARI,Notizia,

131 ff.

(17)

Das jesuitisc he Intermezzo in Äthiopien 149

einige andere hoffen, daß sie nach einiger Zeit, dank militärischer

Unterstüt-zung, nach Äthiopienzurückkehren können, um ihre Mission fortzusetzen.Die

meisten anderen jedoch haben diese Hoffnung eines erfolgreichen Unterneh

-mens in Äthiopienaufgegeben undwenden sichanderenAufgaben zu.

5

.

Weiterw

irken

der theologischen Herausforderung

Inder Auflehnung gegen den Katholizismus und gegen eine Union entsteht ein

neuer Typ des religiösen Gehorsams: Der/die Märtyrer/in. Die Bevölkerung,

aberhauptsächlich Nonnen und Mönche,die sich für ihr Land,das auserwählte,

keineandere Kircheals ihre zwölfJahrhunderte alte äthiopisch-orthodoxe Kir-chevorstellenkönnen,boykottierenden SchrittSusenyos.Fürsie besteht keine

Veranlassungzukonvertieren. Sie ziehen im Land umher und rufen die

Bevöl-kerung zum Ungehorsam auf. Besondere Aufmerksamkeit erregen die beiden

Märtyrerinnen, Wälättä Petros und WälättäPawlos,beides Nonnenadliger

Her-kunft.In der Vita von WälättäPetres wird geschildert,wie sie sich unerschrok-ken für den orthodoxen Glauben einsetzt" Siewird deswegen vor das königli-che Tribunal zitiert.Dort trifft sie wiederholt mit den Jesuiten zusammen. Doch alle Bestrebungen,sie zu bekehren, sindumsonst.5J

Trotz der Ausweisung der Jesuitenaus Äthiopien kann von einem

Weiter-wirken der theologischenHerausforderunggesprochen werden.r' Über ihre Er-lebnisse in Äthiopien schreiben die Jesuiten Berichte, die der breiten

Öffent-lichkeit zugänglich gemacht werden. Diese schriftlichen Zeugnisse, 1903 von

Camillo Beccari alsSammelwerkRerum Aethiopicarum Scriptores

Occidenta-les ediert, sind Beleg für die jesuitische Sicht der Ereignisse.r' Durch die

50 Vgl. L.RICCI,Vilil diIVlllal/ll Pietros(CSCO316,Script. Acth.61; Louvain (979). G

e-boren 1595, verläß tsieihrenMann und wirdNonne.Siezieht in den Norden und predigtdort

gegenden Katholizismus.Nochheu te wird WälättäPetresin Äthiopien verehrt,ihr Kloster ist einePilger stättefür vieleFrauen.

51 Eine ande re Reaktion des orthodoxen Klerus ist die der Produktion theologischer Schriften. ZahlreicheTraktatezurVerte idigung des orthodoxen Glaube nsentstehen,geschr ie-ben vom Hofklerus.aberauch von den rivalis ierenden Klöstern.Das Werk mitdem Titel:

SII-lI'ilna nafs- Zufluchtder Seele istinForm eines Briefes anden KönigZä Dengel (1603-04)

gehalten und verteidi gt das alexand rinischeGlaubensbekenntnis, vgl. BOLL. Freundschaft 52. Die SchriftFekkare mälükot- Auslegung derGOI/heilist eine Abhandl ungüber die Wesenheit

derGottheit, vgl. E.CERLJLLI,Scrittiteologicietiopici deisecoli XVI-XVII (CittadeI Vaticano

1958)1-1 52.

52 Vgl. E.VAN DONZEL,»King Fasilidas(sie),AbunaMarqosand Abeto Galawdewos«in: J.SEGERTIJ.E.BODROGl.IG ETI (Hgg.),Ethiopian Studies.Dedicatedto Wolf Leslau on the Oe

-casionofhisSeventyfifthBirthday,November 14th, 1981,by hisfr iends and colleagues (Wies -baden1983,419-429).

53 Vgl.BECCARl,Rerum.In denSchriftensindz.T.auch kritische Tönebemerkba r.Der Je-suitManoelBarrad as, der mit Mendez nach Äthiop ienkam,untern ahm bei seinemAufentha lt im Norden des Landesweitreic hendeethnologischeStudienund kam dadurchzuderErkenntnis,

(18)

150 Verena BölI

Schriften derJesuiten wurde auch die Legende vom Reich des Priesters Johan -nesdurch die Legende der Königinvon Saba ersetzt.54

Der Gründer der Äthiopistik, derDeutsche HiobLudolf,geboren 1625in Er-furt, benutzt neben Angaben seines äthiopischen Informanten Abba Gregorios die Schriften der Jesuiten für seineHistoriaAethiopica und Theologia A

ethio-pica" In Äthiopien beginnt nach der Ausweisung der Jesuiten eine Zeit der

Aufarbeitung.Da nun fast allen EuropäernderZugang nach Äthiopien verwehrt ist- König FasiIädäs schloß deswegen eigens einen Pakt mit den Türken, die die Küste bewachten - besinnt sich die äthiopisch-orthodoxe Kirche auf ihre Wurzeln.WeitereSchriften werden abgefaßtoderaus dem Arabischen ins Alt-äthiopische übersetzt, z.B.dasWerkHaymanota Abaw (Glaubeder Väter).Eine neue Entwicklungfindetauch statt: Die Übersetzungenins Aniharische.Waren bis dahinalle religiösenSchriftenÄthiopiens auf Geez geschrieben, kommt nun das Amharischehinzu. Das Einsetzen des Amharischen anstelle des Geez kann sicherlich als Reaktion auf die Jesuiten verstanden werden. Die äthiop isch-orthodoxe Kirche war nun bestrebt, ihre Schriftenden Gläubigen na hezubrin-gen. In dieserZeit entstanden auch dieamharischenKommentare, die die hl. Schriften und die äthiopische Liturgie auslegen und erklären.56 Weitere For-schungen zum literarischen Schaffen Äthiopiens im 17. Jahrhundert unter die -sem Gesichtspunktsindein Desideratum.

Z

usammenfassung

DieJesuiten folgten 1556mit einem Missions-und Unionsauftrag des Papstes den portugiesischen Seefahrern,die Äthiopien militärischen Beistand geleistet hatten. Die Jesuiten führten einen intensiven theologischen Austausch mit den äthiopischen Klerikern undKönigen.Einem von ihnen,Pedro Paez,gelingt es,

dank theologischer Gespräche und diplomatischem Geschick König Susenyos 1622 zur Annahme des Katholizismus zu bewegen. Äthiopische Bevölkerung undKlerus zeigendaraufhin vielfältigepolitische und theologischeReaktion en.

daß die Bevölkerung den Schritt einer Union niema ls vollzie hen würde. Vgl. MANOEL

BARRADAS. Tractatus Tres Historico- Geograp hici (1634) .A SeventeenthCentury Historical and Geogr aphic al Account ofTigray, Ethiopia (Äthiopistische Forschunge n 43; Wiesbaden

1996).

S4 Das äthiopischeBuch KebräNägästberichtetvonderBegegnungder KöniginvonSaba,

einer Äthiopierin,mit Salomon inJerusalcm.Vgl.C.BEZOLD,KebraNagast: dieHerrlichk eil der König e (München 1909).

ss Vgl. S. UHLIG (Hg.),Hiob LudoljssTheologia Aethiopicat (Äthiopistisc heForschunge n 14 ; Wiesbade n 1983 ).

S6 Vgl. R. COWLEY,Ethiopian Biblical Interpretation :a study in exegeticaltradition and

hermencutics (Cambridge 1988). Vgl. auchdie Übersetz ung des Evangelienk ommentars von Maldonnat ins Amharische :BECCARI ,RerumIII, 44 1.

(19)

Das jesuitische Intermezzo in Äthiopien 151 Nach Ausweisung der Jesuiten 1632 wirken die theologischen Herausforderun-gen aufbeiden Seiten nach.

Abstract

In 1556 the Jesuits, sent out with a papal instruction to a mission and

unifica-tion, accompanied the Portuguese seamen who gave military assistance to

Ethiopia. The Jesuits had an intensive theological dialogue with Ethiopian priests and kings. Pedro Paete managed to convince King Susenyos to accept Catholicism in 1622 as a result of theological conversations and diplomatie

tal-ent. The Ethiopian people and clergy drew many political and theological con

-sequences from that event. After the expulsion of the Jesuits in 1632 the theo-logical influence continued.

Resumen

Los jesuitas siguieron en 1556 con el encargo papal de misi6n y uni6n a los navegantes portugueses, que habian prestado apoyo militar a Etiopia. Los je-suitas llevaron a cabo un intenso intercambio teolögico con los clerigos y reyes

etiopes.Pedro Paez, gracias a dichas conversaciones teol6gicas y a su habi1idad

diplomatica, consigui6 que el rey Susenyos se convirtiese al catolicismo en 1622. A consecuencia de ello, tanto el pueblo etiope corno el clero mostraron diversas reacciones politicas y teol6gicas. Tras la expulsi6n de los jesuitas en

Abbildung

Updating...

Referenzen

Verwandte Themen :