Beschäftige im sächsischen Gesundheitswesen 2030 aktualisierte Berechnung des voraussichtlichen Bedarfs

Volltext

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Vorbemerkungen

In einem gemeinsamen Projekt des Statistischen Landesamtes mit dem Gesundheitsökonomischen Zentrum der Technischen Universität Dresden wur- de der benötigte Bedarf an Beschäftigten im sächsi- schen Gesundheitswesen für die Jahre 2020, 2025 und 2030 geschätzt.

Damit sollte auf die Frage eine Antwort gegeben ZHUGHQ LQZLHZHLW GLH GHPRJUD¿VFKH (QWZLFNOXQJ der nächsten Jahre eine verstärkte Inanspruchnah- PHGHU(LQULFKWXQJHQGHV*HVXQGKHLWVZHVHQVQDFK sich zieht und ob damit ein erhöhter Bedarf an Per- sonal im sächsischen Gesundheitswesen entsteht.

In Abstimmung mit den Gesundheitsökonomischen Gesamtrechnungen des Bundes und der Länder1) bezieht sich die gewählte Abgrenzung des Gesund- heitswesens auf die Bereiche, die einen starken direkten Bezug zur Bevölkerungsentwicklung und damit zum Umfang der nachgefragten Dienstleistun- JHQ KDEHQ (V KDQGHOW VLFK JUXQGVlW]OLFK XP (LQ- richtungen, die in der Gesundheitspersonalrechnung des Bundes und der Länder2)GHQ(LQULFKWXQJVDUWHQ Nr. $PEXODQWH(LQULFKWXQJHQVRZLH1U 3 - Stati- RQlUHXQGWHLOVWDWLRQlUH(LQULFKWXQJHQ]X]XUHFKQHQ VLQG (QWVSUHFKHQG ZHUGHQ GLH VlFKVLVFKHQ .UDQ- kenhäuser, die Vorsorge- oder Rehabilitationsein- ULFKWXQJHQGLHVWDWLRQlUHQ3ÀHJHHLQULFKWXQJHQXQG GLH DPEXODQWHQ (LQULFKWXQJHQ $U]WSUD[HQ =DKQ- DU]WSUD[HQ3UD[HQVRQVWLJHUPHGL]LQLVFKHU%HUXIH

$SRWKHNHQ(LQ]HOKDQGHOLP*HVXQGKHLWVZHVHQXQG

(LQULFKWXQJHQGHUDPEXODQWHQ3ÀHJHEHWUDFKWHW 'LH(LQ]HOKHLWHQ]X3URMHNWDXIEDXXQG±RUJDQLVDWL- RQ>@VRZLHGLH(UJHEQLVVHZXUGHQDQDQGHUHU6WHO- le bereits dargestellt. [1]

'LH GDPDOLJHQ %HUHFKQXQJHQ IX‰WHQ DXI GHQ (U- gebnissen der 5. Regionalisierten Bevölkerungs- prognose für den Freistaat Sachsen sowie den (UJHEQLVVHQ DXVJHZlKOWHU )DFKVWDWLVWLNHQ 1DFK 9RUOLHJHQ GHU (UJHEQLVVH GHU 5%9 IU GLH (QW- wicklung der Bevölkerung im Freistaat Sachsen konnten die Berechnungen unter Nutzung weiterer aktueller statistischer Informationen zur Inanspruch- QDKPHYRQ(LQULFKWXQJHQGHVVlFKVLVFKHQ*HVXQG- heitswesens überarbeitet werden.

Methodik

Die hier vorgestellten Berechnungen basieren auf GHU5%9IUGHQ)UHLVWDDW6DFKVHQ'LHVH9RUDXV- berechnung der sächsischen Bevölkerung wurde in zwei Varianten durchgeführt. Dementsprechend wurden die Berechnungen auch für diese beiden Varianten durchgeführt. In der Variante 9 ZLUG die voraussichtliche Bevölkerungsentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Zuwanderung aus MQJVWHU=HLWPRGHOOKDIWTXDQWL¿]LHUW,QGHU9DULDQ- te 9VLQGGLH$QQDKPHQDXVGHU koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Im Rahmen einer Zusammenarbeit des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen mit der 7HFKQLVFKHQ8QLYHUVLWlW'UHVGHQ78'UHVGHQZXUGHELVGHU%HGDUIDQ%HVFKlIWLJWHQLP sächsischen Gesundheitswesen bis 2030 vorausberechnet. [1]

1DFK9RUOLHJHQQHXHVWHU(UJHEQLVVHIUGLH]XNQIWLJH(QWZLFNOXQJGHU%HY|ONHUXQJGXUFKGLH 5HJLRQDOLVLHUWH%HY|ONHUXQJVYRUDXVEHUHFKQXQJ5%9IUGHQ)UHLVWDDW6DFKVHQZXUGHQXQWHU 1XW]XQJGHUDNWXHOOHQ(UJHEQLVVHGHU.UDQNHQKDXVXQG3ÀHJHVWDWLVWLNVRZLHGHU*HVXQGKHLWVSHUVR- nalrechnung diese Berechnungen aktualisiert und werden hier vorgestellt.

(V]HLJWVLFKGDVVGLHK|FKVWHQ%HGDUIV]XZlFKVHLP9HUJOHLFK]XLQGHQ3ÀHJHHLQULFKWXQJHQ zu verzeichnen sein werden. Für diesen Bereich wird deshalb in drei Szenarien der durchschnittliche MlKUOLFKH%HGDUIDQ3HUVRQDO]XZDFKVELVEHUHFKQHW1HEHQGHP0HKUEHGDUIGXUFK(UK|KXQJ der Anzahl der zu betreuenden Personen wird ebenfalls beachtet, dass ein großer Teil des Personals, ZHOFKHV]XU]HLWLQGHQ3ÀHJHHLQULFKWXQJHQEHVFKlIWLJWLVWELVDXVGHP%HUXIDXVVFKHLGHW

Beschäftige im sächsischen Gesundheitswesen 2030 aktualisierte Berechnung des voraussichtlichen Bedarfs

Dr. Bernd Richter

_ _ _ _ _

1) siehe www.ggrdl.de 2) siehe>@

(2)

%XQGHVDPWHV9DULDQWH G1-L1-W2) umgesetzt. Hier wird von einer nur wenig erhöhten Zuwanderung ge- genüber dem Basisjahr 2014 ausgegangen. [3]

'LH QHEHQ GHQ (UJHEQLVVHQ GHU %HY|ONHUXQJVYR- rausberechnung genutzten weiteren Datenquel- len wurden an anderer Stelle bereits ausführlich dargestellt. [1]3) (V KDQGHOW VLFK XP GLH .UDQNHQ KDXVVWDWLVWLNGLH3ÀHJHVWDWLVWLNVRZLHGLH*HVXQG- heitspersonalrechnung. Aus diesen Datenquellen wurden die Informationen zum 31.12.2015 genutzt.4) )UGLH(UPLWWOXQJGHVEHQ|WLJWHQ3HUVRQDOVLP3ÀH- JHEHUHLFKXQGLQGHQ.UDQNHQKlXVHUQXQG9RUVRU- ge- oder Rehabilitationsreinrichtungen wird auf der Basis der Informationen zur Anzahl der betreuten Personen je Altersjahr für die betrachteten 100 Al- tersjahre die jahrgangsbezogene Wahrscheinlich-

NHLWHUPLWWHOWSÀHJHE]ZEHKDQGOXQJVEHGUIWLJ]X VHLQ XQG GLH 'LHQVWH GHU HQWVSUHFKHQGHQ (LQULFK- tungen in Anspruch zu nehmen.

'LH6FKlW]XQJGHUSÀHJHEHGUIWLJHQE]ZVWDWLRQlU zu behandelnden Personen in der Zukunft basiert auf der Annahme, dass sich diese Wahrscheinlichkeiten IU GLH HLQ]HOQHQ -DKUJlQJH QLFKW lQGHUQ 6WDWXV quo-Ansatz). Weiterhin wird bei den Berechnungen GDYRQDXVJHJDQJHQGDVVDXFKDQGHUH(LQÀXVVIDN- toren, wie z. %LP%HUHLFKGHU3ÀHJHGLHMDKUJDQJV-

_____

3) Dieser Artikel enthält ein Quellenverzeichnis über weitere Veröf- IHQWOLFKXQJHQLP5DKPHQGHV3URMHNWHVXQGIDVVWGLH(UJHEQLVVH zusammen.

,P5DKPHQGHU3ÀHJHVWDWLVWLNHUIROJWGLH(UKHEXQJ]XGHQDP- EXODQWHQXQGVWDWLRQlUHQ(LQULFKWXQJHQMHZHLOV]ZHLMlKUOLFK]XP 'H]HPEHU 'HPHQWVSUHFKHQG ZXUGHQ KLHU GLH (UJHEQLVVH von 2015 genutzt.

2020 2025 2030 2020 2025 2030

Insgesamt

.UDQNHQKlXVHU

Vorsorge- oder

Rehabiliationseinrichtungen

ambulante Pflegedienste

stationäre Pflegeeinrichtungen 29 057 33 800 37 700 40 400 33 300 37 100 39 900 VRQVWLJHDPEXODQWH(LQULFKWXQJHQ

Insgesamt

zusätzlicher Bedarf im Vergleich zu 2015

.UDQNHQKlXVHU

Vorsorge- oder

Rehabiliationseinrichtungen

ambulante Pflegedienste - 2 528 4 428 5 328 2 328 4 228 5 028

stationäre Pflegeeinrichtungen

VRQVWLJHDPEXODQWH(LQULFKWXQJHQ

Insgesamt

zusätzlicher Bedarf im Vergleich zu 2015 in Prozent

.UDQNHQKlXVHU - 4,1 3,8 2,7 1,0 1,0 0,4 Vorsorge- oder

Rehabiliationseinrichtungen - 1,1 -0,7 -2,5 -0,7 -2,5 -4,3

ambulante Pflegedienste - 13,6 23,8 28,7 12,5 22,8 27,1

stationäre Pflegeeinrichtungen - 16,3 29,7 39,0 14,6 27,7 37,3

VRQVWLJHDPEXODQWH(LQULFKWXQJHQ - 4,1 3,8 2,7 1,0 1,0 0,4

Insgesamt - 7,4 11,0 12,5 4,9 8,6 10,4

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Tab. 1 Voraussichtlicher Personalbedarf in ausgewählten Bereichen des sächsischen Tab. 1 Gesundheitswesens 2020, 2025 und 2030

,Q$QDORJLH]XU9HU|IIHQWOLFKXQJGHU(UJHEQLVVHGHU5%9IUGHQ)UHLVWDDW6DFKVHQVLQGGLHRULJLQlUHQ%HUHFKQXQJVHUJHEQLVse auf volle 100 gerundet.

$UWGHU(LQULFKWXQJ

Beschäftigte in Vollzeitäquivalenten Basisjahr

2015

Variante 11) Variante 21)

(3)

EH]RJHQH 9HUWHLOXQJ GHU 3ÀHJHEHGUIWLJHQ DXI GLH P|JOLFKHQ9HUVRUJXQJVDUWHQVWDWLRQlUH%HWUHXXQJ ambulante Betreuung und Versorgung zu Hause durch Angehörige oder andere Privatpersonen)5) in den einzelnen Altersjahren bzw. das Verhältnis Personal in Vollzeitäquivalenten zu behandelten 3DWLHQWHQE]Z3ÀHJHEHGUIWLJHQNRQVWDQWEOHLEHQ Für die stationäre medizinische Betreuung wird wei- terhin vorausgesetzt, dass der Anteil der sächsi- VFKHQ3DWLHQWHQGLHLQ.UDQNHQKlXVHUQDX‰HUKDOE Sachsens betreut werden und somit hier nicht in die

%HUHFKQXQJHQ HLQÀLH‰HQ VRZLH GHU$QWHLO GHU 3D- tienten, die ihren Wohnort außerhalb von Sachsen KDEHQXQGLQVlFKVLVFKHQ.UDQNHQKlXVHUQEHWUHXW werden, sich nicht wesentlich ändern wird. An an- derer Stelle wurde gezeigt, dass diese beiden Pa- tientengruppen bezogen auf die Gesamtzahl der in VlFKVLVFKHQ .UDQNHQKlXVHUQ EHKDQGHOWHQ 3DWLHQ- ten quantitativ sehr gering sind, sich von der Anzahl KHU NDXP XQWHUVFKHLGHQ XQG DXFK GHUHQ (QWZLFN- lung im Zeitverlauf kaum Änderungen aufweist. [4]

Für den ambulanten Bereich liegen im Rahmen der amtlichen Statistik Informationen nicht in dem Maße vor, wie für den stationären Bereich. Deshalb wur- de angenommen, dass sich die Inanspruchnahme GHU .DSD]LWlWHQ LP DPEXODQWHQ %HUHLFK LQ =XNXQIW QLFKW ZHVHQWOLFK YRQ GHU ]XNQIWLJHQ (QWZLFNOXQJ im stationären Bereich, hier speziell bei der statio- QlUHQ%HWUHXXQJLQ.UDQNHQKlXVHUQXQWHUVFKHLGHW Das heißt, die errechneten Beschäftigungszuwäch- se bzw. -rückgänge für das Personal insgesamt in GHQ.UDQNHQKlXVHUQZXUGHQUHODWLYDXIGHQDPEX- ODQWHQ%HUHLFKRKQHGLHDPEXODQWHQ3ÀHJHGLHQVWH übertragen. Grundlage hierfür bildete die Gesund- heitspersonalrechnung 2015. Auf der Basis der dort ermittelten Angaben zu den Beschäftigten im ambu-

lanten Bereich wurde anhand der Veränderungsra- ten in der stationären medizinischen Versorgung in GHQ.UDQNHQKlXVHUQGHU]XNQIWLJH3HUVRQDOEHGDUI IUGHQDPEXODQWHQ%HUHLFKHUPLWWHOWYJO>@

Zusätzlicher Personalbedarf im Gesundheitswe- VHQLQIROJHGHVGHPRJUD¿VFKHQ:DQGHOV Am Jahresende 2015 waren in den hier betrachte- ten Bereichen des sächsischen Gesundheitswesens 153 315 Vollzeitäquivalente tätig. 2030 werden vo- UDXVVLFKWOLFK ]ZLVFKHQ 9 XQG 99ROOEHVFKlIWLJWHEHQ|WLJW8QWHUGHU$QQDKPH dass sich die durchschnittliche Arbeitszeit der Be- schäftigten nicht ändert, entspricht dies einem An- VWLHJGHVEHQ|WLJWHQ3HUVRQDOV]ZLVFKHQ9 XQG3UR]HQW9

Immerhin entsteht damit ein Mehrbedarf, der in der

*U|‰HQRUGQXQJ YRQ 9 ELV 9 Vollzeitäquivalenten liegt. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Beschäftigungszeit von 80 Pro- zent der Vollarbeitszeit entspricht dies zwischen 20 000 und fast 24 000 Personen.

'LHVHU 0HKUEHGDUI IlOOW YRU DOOHP LP 3ÀHJHEHUHLFK an. Dort werden 2030 etwa 5 000 Vollzeitäquivalente LQDPEXODQWHQ3ÀHJHGLHQVWHQXQGHWZD9ROO- ]HLWlTXLYDOHQWH LQ VWDWLRQlUHQ 3ÀHJHHLQULFKWXQJHQ mehr benötigt als 2015. Damit fallen etwa 9 von 10 der zusätzlich benötigten Vollzeitäquivalente auf GHQ3ÀHJHEHUHLFK

- 10 0 10 20 30 40 50

V1 V2 V1 V2 V1 V2 V1 V2 V1 V2

Stationäre Pflege Ambulante

Pflege .UDQNHQKlXVHU 6RQVWLJHDPEXODQWH (LQULFKXQJHQ

Vorsorge- oder Rehabilitations- einrichtungen

Abb. 1 Voraussichtliche Veränderung der Beschäftigtenzahl in Vollzeitäquivalenten für Abb. 1 ausgewählte Bereiche dessächsischenGesundheitswesens2020,2025und2030 Abb.1imVergleichzumBasisjahr2015

Abb. 1Prozent

2020 2025 2030 V1 V2 _ _ _ _ _

(VLVWDXFKHLQH.RPELQDWLRQGLHVHU+LOIHDUWHQP|JOLFK,P5DKPHQ GHU3ÀHJHVWDWLVWLNHUIDVVWXQGDXVJHZLHVHQVLQGGLHVH(PSIlQJHU GHUHQ3ÀHJHGXUFKDPEXODQWH3ÀHJHGLHQVWH]XVDPPHQPLWGHQ$Q- gehörigen oder anderen Privatpersonen erfolgt.

'LHGXUFKVFKQLWWOLFKH%HVFKlIWLJXQJV]HLWZXUGHDOV4XRWLHQWGHU%H- schäftigten in Vollzeitäquivalenten und Beschäftigten in Personen EHUHFKQHW)UGHQ%HUHLFKGHU3ÀHJHZXUGHIUGHQHLQ :HUW YRQ 3UR]HQW HUPLWWHOW IU GLH .UDQNHQKlXVHU EHWUXJ GHU Durchschnittswert für 2015 84,9 Prozent.

(4)

In der stationären medizinischen Betreuung und bedingt durch den Schätzansatz auch in den ambu- ODQWHQ PHGL]LQLVFKHQ (LQULFKWXQJHQ DX‰HUKDOE GHU 3ÀHJHIlOOWJHJHQEHUHLQJHULQJHU0HKU- EHGDUI DQ 3HUVRQDO DQ GHU ]ZLVFKHQ 9 XQG 3UR]HQW9OLHJW

Für die Vorsorge- oder Rehabilitationsreinrichtun- gen wird bei dem gewählten Status-quo-Ansatz mit einem Rückgang des Personalbedarfs um etwa 200 Vollzeitäquivalente gerechnet. Das wäre nach V1 ein Rückgang um 2,5 Prozent, nach V2 um 4,3 Prozent.

3HUVRQDOEHGDUI LQ GHQ 3ÀHJHHLQULFKWXQJHQ ELV 2030

Der Mehrbedarf an Personal im sächsischen Ge- sundheitswesen bis 2030 fällt zum größten Teil in GHU3ÀHJHDQ'LHELVKHULJHQ%HUHFKQXQJHQTXDQ- WL¿]LHUHQ GHQ 0HKUEHGDUI JHJHQEHU LQIROJHGHVGHPRJUD¿VFKHQ:DQGHOV1LFKWLQGLH 6FKlW]XQJHQHLQJHÀRVVHQLVWGHU)DNWGDVVYLHOH 2015 Beschäftigte bis 2030 aus dem Beruf aus- scheiden und ebenfalls ersetzt werden müssen.

Deshalb soll im Folgenden darauf eingegangen werden, wie viele Personen jährlich eine Tätigkeit LQHLQHUGHU3ÀHJHHLQULFKWXQJHQ6DFKVHQVDXIQHK-

PHQPVVHQXPGHQUHDOHQ%HGDUIDQ3ÀHJHSHU- sonal zu decken.

,P5DKPHQGHU3ÀHJHVWDWLVWLNOLHJHQ,QIRUPDWLRQHQ zum Alter der Beschäftigten vor. Diese Informatio- nen geben einen Anhaltspunkt für den möglichen (LQWULWWLQV5HQWHQDOWHU

Dementsprechend ist es notwendig, von der Nut- zung der Vollzeitäquivalente abzugehen und die be- schäftigten Personen zu betrachten. Dazu wird die Information genutzt, dass am 15.12.2015 die durch- VFKQLWWOLFKH $UEHLWV]HLW LQ GHU 3ÀHJH 3UR]HQW der Vollarbeitszeit entspricht. Dieser Wert wird auch für den Prognosezeitraum angenommen. In Tabel- le 2 sind die entsprechenden Berechnungen für die Prognosejahre 2020, 2025 und 2030 abgebildet.

In zwei Szenarien wird angenommen, dass

ű alle am 15.12.2015 Beschäftigten, die am Jahres- ende 2030 unter 70 Jahre alt sind, dann noch in GHU3ÀHJHEHUXIVWlWLJ6]HQDULR$E]Z

ű alle am 15.12.2015 Beschäftigten, die am Jahres- HQGHXQWHU-DKUHDOWVLQGGDQQQRFKLQ GHU3ÀHJHEHUXIVWlWLJ6]HQDULR%VLQG

Dementsprechend wird angenommen, dass Per- VRQHQGLHDP-DKUHXQGlOWHU6]H-

V11) V21) V11) V21)

20152)

20203) 54 900 54 100 72 277 71 224

20253)

20303)

2020

2025

2030

2020 15,3 13,6 15,3 13,6

2025 27,4 25,8 27,4 25,8

2030 35,0 33,3 35,0 33,3

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,Q$QDORJLH]XU9HU|IIHQWOLFKXQJGHU(UJHEQLVVHGHU5%9IUGHQ)UHLVWDDW6DFKVHQVLQGGLH(UJHEQLVVHGHURULJLQlUHQ Berechnung auf volle 100 gerundet.

Tab. 2 Voraussichtlicher Bedarf an Beschäftigten in den ambulanten und

stationären Pflegeeinrichtungen Sachsens am Jahresende 2020, 2025, 2030

Jahr Voraussichtlicher Bedarf an Beschäftigten

Vollzeitäquivalente Personen

Veränderung zu 2015 absolut

Veränderung zu 2015 in Prozent

%HUHFKQXQJHQGXUFKJHIKUWMHZHLOVDXIGHU%DVLVGHU9DULDQWHQXQGGHU5%9IUGHQ)UHLVWDDW6DFKVHQ

(UJHEQLVVHGHU3IOHJHVWDWLVWLN'LH%HUHFKQXQJHQIUGHQVWDWLRQlUHQ%HUHLFKHUIROJWHQIUGLHYROOVWDWLRQlUEHWUHXWHQ 2)Pflegebedürftigen.

(5)

QDULR$E]Z-DKUH6]HQDULR%XQGlOWHUVLQG nicht mehr zur Verfügung stehen.7) Die in Szenario A und B angenommenen Altersgrenzen für den Ren- teneintritt bilden in etwa die jetzigen gesetzlichen 5HJHOXQJHQDE$QKHEXQJGHV5HQWHQHLQWULWWVDOWHUV DXI -DKUH GLH 0|JOLFKNHLW GHV DEVFKODJVIUHLHQ früheren Renteneintritts für langjährig Versicherte bzw. eines früheren Renteneintritts mit Abschlägen).

Diese Szenarien sind sehr optimistisch, da davon ausgegangen wird, dass alle betroffenen Beschäf- tigten bis zum Renteneintrittsalter ihren Beruf aus- üben.

In einem dritten Szenario wird deshalb die Informa- tion verarbeitet, dass die durchschnittliche Verweil- GDXHU LP %HUXI NU]HU DOV ]HKQ -DKUH LVW (V ZLUG davon ausgegangen, dass somit im betrachteten

=HLWUDXP DOOH (QGH EHVFKlIWLJWHQ 3HUVRQHQ ausgeschieden sind und ersetzt werden müssen.8) Abweichend von den bisherigen Berechnungen wird der Personalbedarf nicht für die ambulanten und VWDWLRQlUHQ 3ÀHJHHLQULFKWXQJHQ VHSDUDW VRQGHUQ für die Summe geschätzt. Damit werden mögliche Ungenauigkeiten, die dadurch bedingt sind, dass

sich das Verhältnis der beiden Betreuungsarten in Zukunft ändert, ausgeschlossen. Gleichzeitig wird der Aussagewert der Berechnungen nicht beein- trächtigt, da das entsprechend benötigte Personal in der Regel sowohl ambulant als auch stationär ein- setzbar ist.

Der Bedarf wird grundsätzlich in Szenario A am niedrigsten und im Szenario C am höchsten einge- schätzt. Ursache dessen ist, dass diese beiden Sze- QDULHQ H[WUHPH$QQDKPHQ WUHIIHQ 6]HQDULR$ IX‰W auf den gesetzlichen Bestimmungen zum Renten- eintrittsalter, Szenario C auf der jetzigen Situation ]XUGXUFKVFKQLWWOLFKHQ9HUZHLOGDXHULP3ÀHJHEHUXI (VLVWGDYRQDXV]XJHKHQGDVVLQVJHVDPWELV ein zusätzlicher durchschnittlicher jährlicher Bedarf

Szenario A Szenario B Szenario C

zusätzlicher Bedarf bis 2030

%HVFKlIWLJWHDP

(QGH]XVlW]OLFKEHQ|WLJWHV3HUVRQDODXIJUXQG der erhöhten Anzahl Pflegedürftiger

Prognosevariante 1 21 948 21 948 21 948

Prognosevariante 2 20 895 20 895 20 895

(QGH]XVlW]OLFKEHQ|WLJWHV3HUVRQDODXIJUXQG

ausscheidender Beschäftigter bis 2030

=XVlW]OLFKHU%HGDUIELV(QGHLQVJHVDPW9

=XVlW]OLFKHU%HGDUIELV(QGHLQVJHVDPW9 durchschnittlicher jährlicher Mehrbedarf 2016 - 2030

$Q]DKO]XEHUFNVLFKWLJHQGHU-DKUHELV Jährlich zusätzlich benötigtes Personal aufgrund der

erhöhten Anzahl Pflegedürftiger

3URJQRVHYDULDQWH

Prognosevariante 2 1 393 1 393 1 393

Jährlich zusätzlich benötigtes Personal aufgrund

ausscheidender Beschäftigter bis 2030

Jährlicher zusätzlicher Bedarf insgesamt

3URJQRVHYDULDQWH

Prognosevariante 2 2 309 2 950 5 573

Tab 3. Beschäftige in sächsischen Pflegeeinrichtungen - voraussichtlicher Mehrbedarf an Tab 3. Personen bis 2030

_____

7) In den standardisierten Auswertungen wird das Alter der Beschäftig- ten in Fünferschritten ausgewiesen. Deshalb die Simulation in die- sen Altersintervallen.

8) Verschiedene Quellen weisen unterschiedliche Werte für die durch- VFKQLWWOLFKH9HUZHLOGDXHULQGHU3ÀHJHDXILQGHU5HJHOQLFKWK|KHU DOV -DKUH 9JO]%'HXWVFKHU %HUXIVYHUEDQG IU 3ÀHJHEHUXIH 0DQLIHVW GHU 3ÀHJHEHUXIH ,QIRUPDWLRQHQ ]XP DNWXHOOHQ 6WDQG GHU 3ÀHJHEHUXIH 6HLWH http://www.dbfk.de/manifest/der-hintergrund

$EUXIDP

(6)

an Beschäftigten insgesamt zwischen 2 300 und 3HUVRQHQEHVWHKW

Dieser entsteht zum einen durch die steigende An- ]DKO 3ÀHJHEHGUIWLJHU $XV GLHVHP *UXQG LVW YRQ einem jährlichen Mehrbedarf von etwa 1 400 Be- schäftigten auszugehen.

Zum anderen müssen aus dem Beruf ausschei- dende Beschäftigte ersetzt werden. Dazu wer- den jährlich je nach Szenario zwischen 900 und 4 200 Beschäftigte zusätzlich benötigt.

Damit hängt der zusätzliche Bedarf hauptsäch- lich von den Annahmen zur Verweildauer der am 31.12.2015 Beschäftigten im Beruf ab.

Strukturelle Änderungen in der ambulanten und stationären medizinischen Betreuung zu erwarten (V]HLJWVLFKGDVVLQGHUVWDWLRQlUHQXQGDPEXODQ- ten medizinischen Betreuung nur mit einem gerin- gen Mehrbedarf an Personal zu rechnen ist. Anders DOV LQ GHU 3ÀHJH ZR GHU %HGDUI KLQVLFKWOLFK GHU

%HUXIVDEVFKOVVHXQG4XDOL¿NDWLRQHQGHVQDFKJH- fragten Personals tendenziell kaum einer Änderung unterzogen sein dürfte, wird sich besonders in der stationären medizinischen Betreuung das Anforde- UXQJVSUR¿ODQGLH%HVFKlIWLJWHQlQGHUQ

In Abbildung 2 sind die Anzahl der in sächsischen .UDQNHQKlXVHUQ EHWUHXWHQ 3DWLHQWHQ XQG GLHHQWVSUHFKHQGHQ:HUWHIUDEJHELOGHW(V zeigt sich, dass sich die Altersstruktur der zu behan- delnden Patienten ändern wird.

Tendenziell wird die Anzahl der älteren Patienten ansteigen, während die jüngeren Jahrgänge Alters- intervalle aufweisen, für die sich die Zahl der zu erwartenden Patienten stark verringern wird. So ist

für die Altersgruppe 85 Jahre und älter ein Zuwachs GHU3DWLHQWHQ]DKOHQYRQIDVW3UR]HQW]XHUZDU- ten. Für die Gruppe der 24- bis unter 39-Jährigen ergibt sich dagegen ein Rückgang der zu erwarten- GHQ .UDQNHQKDXVEHKDQGOXQJHQ XP PHKU DOV HLQ )QIWHOIUGLHELVXQWHU-lKULJHQHLQ5FN- JDQJ YRQ 3UR]HQW (QWVSUHFKHQG ZHUGHQ VLFK das zu behandelnde Diagnosespektrum und die An- IRUGHUXQJHQDQGLH4XDOL¿NDWLRQGHVPHGL]LQLVFKHQ Personals ändern.

Ausblick

Die hier vorgelegte Aktualisierung der Berech- nungen zum zukünftigen Personalbedarf im säch- sischen Gesundheitswesen bestätigt die bisher IHVWJHVWHOOWHQ ]ZHL (QWZLFNOXQJVWHQGHQ]HQ :lK- rend im Bereich der ambulanten und stationären 3ÀHJHYRQHLQHPVWDUNHQ$QVWLHJDXV]XJHKHQLVW wird sich die Anzahl des benötigten Personals in den anderen betrachteten Bereichen nur unwesent- lich verändern. Der hier gewählte Ansatz gestattet es lediglich, diese grundsätzlichen Aussagen für GHQ 3HUVRQDOEHGDUI LQ GHU =XNXQIW ]X WUHIIHQ (V JLEW YLHOH )DNWRUHQ GLH HEHQIDOOV HLQHQ (LQÀXVV KDEHQGLHDEHUEHLGHUKLHUJHZlKOWHQNRPSOH[HQ

%HWUDFKWXQJNHLQH%HDFKWXQJ¿QGHQNRQQWHQ'D]X gehören z. B. sich ändernde politische Rahmenbe- dingungen, der medizinisch-technische Fortschritt oder Änderungen im Gesundheitsverhalten der

%HY|ONHUXQJ 6R ZHUGHQ ]% YRQ 3ÀHJH- EHGUIWLJHGXUFKDPEXODQWHRGHUVWDWLRQlUH3ÀHJH- dienste betreut. Die Betreuung der restlichen 41 von 3ÀHJHEHGUIWLJHQHUIROJW]X+DXVHGXUFK9HU- wandte bzw. andere nicht kommerziell tätige Per-

- 4 000 - 2 000 0 2 000 4 000 8 000 10 000

Abb. 2 Voraussichtliche Veränderung der Anzahl der in sächsischen Abb. 2 Krankenhäusern behandelten Patienten1)2030 zu 2015 nach Alter

1) einschließlich Stunden- und Sterbefälle, ohne gesunde Neugeborene

2) das Alter 0 umfasst die unter 1-Jährigen, das Alter 10 Jahre umfasst die 10- bis unter 11-Jährigen, usw.

'DWHQTXHOOHIU5%9IUGHQ)UHLVWDDW6DFKVHQELV9DULDQWH

99 u. älter Alter in Jahren2)

Patientenrückgang oder -zuwachs

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sonen. Ändern sich hier die Rahmenbedingungen, ]%GLH+|KHGHVJH]DKOWHQ3ÀHJHJHOGHVRGHUGLH 0|JOLFKNHLWHQ HLQHU %HIUHLXQJ YRQ GHU EHUXÀLFKHQ 7lWLJNHLWIUGLH$QJHK|ULJHQ]XP=ZHFNHGHU3ÀH- JH NDQQ VLFK GHU$QWHLO GHU ]X +DXVH JHSÀHJWHQ Personen schnell ändern. Das heißt, auch der An- WHLO GHU LQ GHQ 3ÀHJHHLQULFKWXQJHQ EHWUHXWHQ 3HU- VRQHQ ZUGH VLFK JHJHQOlX¿J lQGHUQ ZDV HLQHQ (LQÀXVV DXI GDV EHQ|WLJWH 3HUVRQDO KlWWH GHU LP hier gewählten Schätzmodell nicht abgebildet wird.

(VLVWGDYRQDXV]XJHKHQGDVVGHUZLVVHQVFKDIW- lich-technische Fortschritt auch im Gesundheitswe- VHQ ]X HLQHU (QWODVWXQJ GHV 3HUVRQDOV IKUW XQG sich dadurch die Anzahl der betreuten Patienten E]Z 3ÀHJHEHGUIWLJHQ MH %HVFKlIWLJWHQ HUK|KW Die Folgen für den Personalbedarf im Bereich der 3ÀHJH ZXUGHQ LP 5DKPHQ GHU LP 6WDWLVWLVFKHQ Landesamt durchgeführten Analysen in einer Mo- GHOOUHFKQXQJGDUJHVWHOOW>@(VLVWMHGRFKVFKZLH- rig, das Ausmaß der Personalentlastung verlässlich ]XTXDQWL¿]LHUHQXQGLQGHQYRUJHVWHOOWHQ6FKlW]- DQVDW]HLQÀLH‰HQ]XODVVHQ

Der festgestellte Rückgang des benötigten Per- sonals bei den Vorsorge- oder Rehabilitations- einrichtungen basiert auf der Annahme, dass die Inanspruchnahme der dort angebotenen Leis- tungen durch die Bevölkerung in den einzelnen Altersjahren konstant bleibt. Neben möglichen Än- derungen für die Gewährung einer Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme im Rahmen der medizi- nischen Versorgung ist es denkbar, dass auch das gestiegene Gesundheitsbewusstsein der Bevölke- rung zu einer verstärkten Inanspruchnahme auf der Basis privater Finanzierung führt.

'LH KLHU YRUJHVWHOOWHQ (UJHEQLVVH VLQG XQWHU %H- rücksichtigung dieser Sachverhalte als Schätzung für die Größenordnung des sich verändernden Per- sonalbedarfs im Gesundheitswesen zu verstehen, welche unter Nutzung der aktuell verfügbaren Da- ten der amtlichen Statistik erstellt wurde.

Literatur- und Quellenverzeichnis

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,Q6WDWLVWLNLQ6DFKVHQ6±

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*HVDPWUHFKQXQJHQGHU/lQGHU$***5G/

Gesundheitspersonalrechnung auf Länderebene nach (LQULFKWXQJHQ%HDUEHLWXQJVVWDQG-DQXDU Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, 2017.

1LFKWVYRUKDQGHQJHQDX1XOO

weniger als die Hälfte von 1 in der letzten besetzten Stelle, jedoch mehr als nichts Angabe fällt später an

Zahlenwert nicht sicher genug

Zahlenwert unbekannt oder geheim zu halten Tabellenfach gesperrt, weil Aussage nicht sinnvoll Aussagewert ist eingeschränkt

YRUOlX¿JH=DKO berichtigte Zahl geschätzte Zahl -

0

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Zeichenerklärung

Abbildung

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Referenzen

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