das erarbeiten eines showkonzepts

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56 Soundcheck.de

vom bandkonzept zum showkonzep

das erarbeiten eines showkonzepts

ein stimmiges Showkonzept ist der Schlüssel zu jedem live-auftritt. neben dem Band-

beziehungsweise Bühnenkonzept, sollte ein Showkonzept Bestandteil jedes auftritts sein. denn so wie die musik ein zusammenspiel von tönen, akkorden und rhythmen ist und diese geübt werden müssen, besteht auch ein Showkonzept aus verschiedenen teilen und sollten ebenfalls eingeübt werden. denn letzten endes ist das ganze auch hier immer mehr als die Summe seiner teile.

pt teil 3

foto:christiansommer

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E

ine show kann aus sehr vielen teilen beste- hen, wie zum beispiel intro, bühnenaufgang, ansagen, songs, bühnen-performance, Zuga- be, und bühnenabgang. dabei wird die show vom erar- beiteten bühnenkonzept unterstützt und getragen. dies geschieht durch das bewusste erarbeiten eines show- konzepts, in dem die einzelheiten einer show zu einem großen ganzen zusammen gefügt werden, das der band sicherheit während des auftritts gibt. folgt nun die band einem showkonzept, kann ein showfluss entstehen, der durch ein konzert trägt und die Zuschauer mit einbe- zieht. dadurch wird das große ganze auf der bühne zu einem gemeinsamen erlebnis aller beteiligten eines konzerts. der zentrale baustein dazu ist der showplan.

der showplan sollte alle wichtigen details einer show enthalten. er wird um die setlist herum aufgebaut und ent- hält so die wichtigsten details einer show: s

list, ansagen, Übergänge, intro, outro, bühne aufgang und -abgang, Zugabe, verbeuge licht- und showeffekte und andere besond heiten. man kann den showplan auch als erw terte setlist betrachten, in der alle zur show re vanten details festgehalten werden. mit h des showplans kann sich eine band oder e einzelkünstler der abläufe einer show im vorf eines auftritts bewusst werden.

im Zentrum des showplans steht die setl die setlist sollte sich zeitlich nach der zur ver gung stehenden auftrittszeit richten und lie einen song weniger als mehr beinhalten, da

eine show ohne zusätzlichen Zeitdruck während der spiel- zeit über die bühne geht. die setlist sollte einen span- nungsbogen aufweisen, bei dem der erste song das state- ment darstellt um dann abwechslungsreiche musikstücke set abrunden. es e darauf geachtet den, dass gegen en- in „hit“ der band ge- lt wird, denn die nschliche wahrneh- ng ist darin geschult, m anfang und dem de einer show beson- e aufmerksamkeit zu enken. wenn es ht, sollte die setlist ht bei jedem gig ge- dert, sondern nur er- nzt werden, wenn The Prophecy 23: Perfekte Umsetzung …

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foto:christiansommer

foto:ekkehardkalinke

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lichst kontinuierliche setlist kann sich ein showablauf e - spielen und etablieren. dabei sollten songs, die auf der bühne nicht funktionieren, ausgetauscht werden. aber vor- sicht: nicht immer wieder neue songs ins programm auf- nehmen, sonst fehlt die kontinuität und damit auch ein ge- wisses wiedererkennungsmerkmal.

ist die setlist vollständig, werden die ansagen bezie- hungsweise Übergänge eingefügt. das bedeutet, es sollte von vornherein klar sein, welche songs angesagt werden und welche nicht (zum thema ansagen gibt es in dieser workshop-reihe noch eine eigene ausgabe). werden die songs nicht angesagt, sollten die Übergänge von einem song zum anderen festgelegt werden. gibt es einen „stump- fen“ Übergang oder wird in den nächsten song vielleicht mit einen keyboard oder einem gitarren-riff übergeleitet? kann

während eines Ü g

gitarre gestimmt werden und wie kann das aussehen oder sich anhören? all das sollte im vorfeld einer show geklärt und im showplan vermerkt werden, damit der ablauf der ansagen und der Übergänge allen klar ist.

es sollte auch geklärt, geprobt und im showplan ver- merkt werden, ob es zu beginn einer show ein intro gibt und wie es gestaltet wird. wie wird der bühnenaufgang der musiker inszeniert? gehen alle gemeinsam auf die bühne oder gehen alle einzeln zum beispiel bei einem bestimmten signal während des intros? das gleiche gilt für den bühnen- abgang. gibt es überhaupt einen und wie sieht er genau aus? gibt es ein outro? wie sieht der Zugabe-block aus und wie wird er gestaltet? gibt es ein abschließendes verbeugen der gesamten band, damit sich musiker und Zuschauer ver- abschieden können oder bleiben die musiker auf der bühne und beginnen mit dem verklingen des letzten tons ihre in- strumente abzubauen? dies sind show-aspekte, die für Zu- schauer einen hohen stellenwert besitzen. gerade die diffe- renzierte herangehensweise an diese fragen bringt nicht nur eine größere sicherheit, sondern auch ein höheres be- wusstsein für die inhalte einer show mit sich. da diese in- halte gemeinsam festgelegt und in kontakt und beziehung während einer show umgesetzt werden, wird der selbst- wert der einzelnen musiker automatisch steigen.

die besonderheiten einer bühnen-performance können genauso bestandteil eines showplans sein. eine stimmige performance hat spezielle punkte in einer show, die auch in den showplan aufgenommen werden können, wie bei- spielsweise spezielle laufwege, publikumsanimation durch

foto:felixwalther

Ebenso gehören Ansagen…

während eines Übergangs oder einer ansage vielleicht die d ussehen oder

foto:thomasbrauchle

…Publikumsanimationen…

sich die zeitlichen vorgaben ändern. nur durch eine mög- i h ein showablauf ein-

foto:christiansommer

…und besondere Aspekte der Performance zum Inhalt eines Showplans.

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me aktionen, interpretationen oder bewusste blick- kontakte. diese punkte sollten als haltepunkte in einer show verstanden werden, die bewusst und authentisch erarbeitet und gestaltet werden. genau wie der einsatz von licht oder lichteffekte kann der musiker durch diese haltepunkte akzente setzen, welche die stimmung der songs hervorheben und auf das publikum übertragen.

die anfertigung eines showplans kann gemein- sam im proberaum erfolgen und entspricht dem

„drehbuch“ einer show. als beispiel soll der nach- folgende showplan zeigen, welche rubriken ver- merkt sein sollten, die sich wiederum an dem büh- nenkonzept orientiert. bildet ein funktionales büh- nenkonzept die basis des showkonzepts, so kann der showplan in drei rubriken aufgeteilt werden: ansagen/

Übergänge, songs und technik. steht der künstlerische an- satz im bühnenkonzept im vordergrund, so basiert der showplan auf vier rubriken: ansagen/Übergänge, songs, technik und performance. wird der showplan auf einem umfassenden bühnenkonzept aufgebaut, so kann der showplan fünf rubriken enthalten: ansagen/Übergänge, songs, technik, performance und konzept.

rubriken eines funktionalen showplans:

ansagen/Übergänge Songs technik rubriken eines künstlerischen showplans:

ansagen/Übergänge Songs technik performance rubriken eines umfassenden showplans:

ansagen/Übergänge Songs technik performance konzept die untergliederung dient allein einer besseren Übersicht und ermöglicht daher eine differenziertere sicht der beteilig- ten auf die show. so können einzelne aspekte besser kenntlich gemacht werden und zum beispiel in einer nach- besprechung einer show genauer benannt werden.

der showplan sollte einmal erstellt werden und nach den ersten auftritten anhand der reaktionen des publikums überprüft und gegebenenfalls geändert werden. es reicht natürlich vollkommen, wenn die einzelnen punkte stich- wortartig aufgezählt werden. darüber hinaus nützt es wenig den showplan nur theoretisch zu erörtern. es lohnt sich im vorfeld einer show im proberaum oder auf einer Übungsbühne diesen in einem stück umzusetzen. das

heißt, im proberaum eine reale räumliche bühnensi- tuation mit imaginärem publikum herzustellen um einen ganzen auftritt ohne unterbrechungen zu spielen. diesen probe-gig mit ansagen, Übergängen, performance und je

heißt im proberaum eine reale rä li h büh ansage i

2. Song (name) ansage ii

3. Song (name) Übergang

4. Song (name) ansage iii

5. Song (name) Übergang

6. Song (name) ansage iv

7. Song (name) ansage zugabe

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outro z.B. Frontlight z.B. gemeinsames ver- beugen, dann gemein- samer abgang

z.B. licht auf Bühnenban- ner, nur Bandfarbe

Ob Live, im Studio, In-Ear Tool oder mit Box – mit diesem Equipment kommt das Maximum an Groove und Sound von meinem Bass.

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nach ausstattung des proberaums oder der Übungsbüh mit der entsprechenden technik beziehungsweise d konzept umsetzen. dies dient hauptsächlich zur körp chen, geistigen und seelischen verankerung der show läufe.

nur wenn das „wie“ und das „wo“ geklärt ist, kann

„was“ zur vollen entfaltung kommen. so können peinli momente auf der bühne, wie zum beispiel verbale unter- brechungen durch einen mitmusiker bei ansagen, lange pausen zwischen den songs oder das erbitten einer Zugabe vermieden werden. durch klare absprachen, bestimmende gesten oder worte, durch unmissverständliche bewegun- gen wird eine show prägnanter und eindringlicher. eine show ist wie ein musikstück: auch da darf der musiker den einsatz nicht verpassen und die musik folgt einem gewis- sen und sorgfältig arrangiertem plan. und trotzdem ist noch platz für improvisation. bei einer show gibt es ebenfalls einsätze, die nicht verpasst werden dürfen. die show sollte einem ausgearbeiteten showplan folgen und das showkon- zept umsetzen und trotzdem ist ein großer spielraum für den augenblick.

das erarbeitete bühnenkonzept liefert den rahmen für das showkonzept. das bühnenkonzept, das aus dem band- konzept abgeleitet und auf verschiedenen ebenen entwi-

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teile des bandkonzepts. das heißt, im showkonzept s meln sich viele attribute die eine band ausmachen. es de- finiert eine band und harmoniert im besten fall mit der musik und den texten. weiterhin transportiert es das image der band nach außen. dadurch wird der kern einer band für den konsumenten einer show sichtbar. dies ist vor al- lem für die identifikation des publikums mit der band wich- tig und für die fanbindung unerlässlich.

damit die einzelnen komponenten des showkonzepts adäquat umgesetzt werden können, kommt es auf eine gute vorbereitung an. im vorfeld eines auftritts sollte die bühnen- größe und die technische ausstattung des venue abgeklärt werden. pünktliches erscheinen am veranstaltungsort sowie die physische und mentale vorbereitung auf die show sind ebenso grundvoraussetzungen für professionelles arbeiten auf der bühne und vermeidet böse Überraschungen, wie showkonzept

entwickelt euren Showplan: anhand eures entwickelten Band- und Bühnen konzepts legt ihr die rubriken eures Showplans fest. dann erstellt ihr ein Setlist, mit der ihr meistens auftretet. achtet darauf, dass die Setlist ab wechslungsreich gestaltet ist und ein „hit“ am ende steht. klärt ab, vor we chen Songs es ansagen oder Übergänge und ob es ein intro und/oder e outro gibt. klärt auch den Schlusseurer Show ab: Spielt ihr eine zugab verbeugt ihr euch gemeinsam? danach solltet ihr die rubriken mit Stichwo ten ausfüllen und die entsprechenden einstellungen und handlungen auf d Bühne oder Besonderheiten während des Showablaufs eintragen.

nach einer Show könnt ihr den Showplan ergänzen. wenn zum Beispiel ein Song zum wiederholten male beim publikum nicht gut ankam und ihr ih durch einen neuen ersetzt, dann muss das im Showplan vermerktwerden die rubriken zu diesem Song müssen auch wieder neu besetzt werden.

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foto:felixwalther

Die Setlist ist fester Bestandteil eines Showplans…

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foto:christiansommer

…oder die Festlegung der Energielevels.

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zum beispi - rend des soundchecks oder unkonzentriertes und fahriges auftreten. eine gute vorbereitung beginnt jedoch nicht nur am veranstaltungsort sondern schon im proberaum bei- spielsweise beim Zusammenpacken der benötigten dinge für den auftritt. eine liste mit den instrumenten, techni- schen geräten, bühnenaufbauten, kostümen, schminku- tensilien, merchandise, wechselgeld, autogrammkarte, et cetera, kann hilfreich sein damit diese nicht vergessen wer- den. so wird unnötiger stress beim organisieren vor ort er- spart oder ärger, der sich meist sehr ungünstig auf das bandklima und somit auf den anstehenden auftritt auswirkt.

die individuelle physische und mentale vorbereitung auf einen auftritt ist ein weiterer zentraler punkt in den vorbe- reitungen. ob sich der musiker durch gesangsübungen, warmspielen, entspannungstechniken oder durch Zusam-

mensein mit den bandmitgliedern im backstage-bereich auf den auftritt mental und physisch vorbereitet. Jeder muss selbst herausfinden, wie und durch was er die beste Zentrierung und energie erlangt, um seine bestmögliche leistung auf der bühne abzurufen. gerade ein gemeinsa- mes band-ritual vor dem auftritt vermag der energie und Zentrierung noch einmal einen entscheidenden impuls zu geben, um anschließend die bühne zu betreten und die ein- zelnen teile des showkonzepts zu einem großen ganzen zusammenzufügen: der performance. darum geht es in der nächsten ausgabe.

marcus kohne

Autor

marcus kohne

marcus kohne ist diplom Sozialpädagoge, theater- pädagoge, gestalttherapeut und circuspädagoge.

er arbeitet als freier performance-coach und hat bisher über 100 Bands für Support- und head- linershows gecoacht. die künstler traten unter an- derem beim Southside Festival, beim wacken open air, beim maifeld derby und bei der Jazz open auf. er ist langjähriger freier dozent für play live, den landesweiten Bandförderpreis in Baden-württemberg.

www.centrum-mikado.de zum beispiel Zeitdruck beim aufbau beziehungsweise wäh-

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foto:thomasbrauch

…wie der gezielte Einsatz bestimmter Lichteffekte...

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