uniforum 19 (2006) Nr. 3

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Wo Forschung behindert wird: Militante Gentechnik-Gegner haben das Gerstenfeld am al-ten Steinbacher Weg attackiert und Biosicherheitsprojekt damit stark beschädigt. Die Universität stellte Strafantrag.

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Warum der Hochschulstand-ort Gießen schon sehr früh in Gefahr war: Ein Beitrag zur Universitätsgeschichte erinnert an das zähe Ringen um die Wiederer-richtung der Ludoviciana im Jahr 1650.

Heuschrecken auf der Liebigstraße

„Straße der Experimente“ war Höhepunkt der dritten Gießener Wissenschaftstage – 31 Gruppen hatten

Stationen aufgebaut

Zeitung der Justus-Liebig-Universität Gießen

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Wie ein Gesamtspielplan

ent-steht: Zahlreiche Programm-punkte werden zurzeit kon-zipiert und vorbereitet, die zum Gelingen des Universitätsjubiläums 2007 beitragen sollen. Das Projektteam erhielt Verstärkung.

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Welche Sorgen Fach-schaften haben: Bei den Germanisten engagieren sich vor allem ältere Semester, die vor Prüfungen stehen. Damit viele gute Ideen umgesetzt werden kön-nen, sind jetzt Jüngere gefragt.

Von Tim Lochmüller

Mit einer außerordentlich be-lebten „Straße der Experimente“ sind am 21. Mai in Gießen die dritten Wissenschaftstage zu Ende gegangen. „Wir haben eine bunte Vielfalt von Ausstellern, es hat alles gepasst“, sagte Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher, Lei-ter des Mathematikums, als einer der Veranstalter. 31 Gruppen von Hochschulen, Schulen, Unter-nehmen und privaten Initiativen hatten ihre wissenschaftlichen

Versuche aus dem Alltag auf der teilweise gesperrten Liebigstraße aufgebaut – vom Spaghetti-Koch-automaten bis zum Babysimula-tor. Die Experimentiermeile war der Höhepunkt des dreitägigen Wissenschaftsfestivals.

Frühjahrssturm „Gertrud“ hat-te den Veranstalhat-tern, zu denen neben dem Mathematikum die Stadt Gießen, die Justus-Liebig-Universität und die Fachhoch-schule Gießen-Friedberg zählten, zunächst Schwierigkeiten berei-tet: Freiwillige mussten die vom

Wind zerstörten Standzelte am Sonntagmorgen erneut aufbau-en. „Die haben einen enormen Einsatzwillen gezeigt“, lobte Beu-telspacher. Im Verlauf des Tages nutzten Hunderte von Besuchern das größtenteils freundliche Wet-ter, um ihren wissenschaftlichen Horizont auf unterhaltsame Wei-se zu erweitern.

So stand am Vormittag der sechsjährige Alex an einem Stand der JLU und testete behutsam mit einem Pinsel den Beinreflex der Stabheuschrecke. So etwas

ha-be er noch nie gesehen, sagte er. „Das ist echt gut.“ Das Institut für Biologie-Didaktik hatte die Tiere mitgebracht. Sie stehen auch Leh-rern zur Verfügung, die die leicht zu haltenden Tiere im Unterricht ihren Schülern vorführen möch-ten, wie Regula Muheim-Lenz vom Institut erzählte.

Am Stand der Grundschule Steinbach versuchte sich neben anderen auch die achtjährige Jenny daran, Töne aus einer Gieß-kanne mit angeschlossenem

Geburtstagsgeschenke

für die Universität

Aktion zum Uni-Jubiläum

chb. Wer Kinder hat, kennt das Prinzip. Das Geburtstagskind stellt sich ein Körbchen mit er-hofften Gaben beim örtlichen Spielwarenhändler zusammen. Aus diesem können sich die Gäste später ein passendes Geschenk heraussuchen – Enttäuschungen ausgeschlossen, Freude vorpro-grammiert.

Genauso funktioniert die Ak-tion „Geburtstagsgeschenke für die Universität“, die JLU-Präsident Prof. Dr. Stefan Hormuth kürzlich erläuterte. „Wer Geburtstag hat, darf sich etwas wünschen“, stellte er fest. Jeder, der die Justus-Liebig-Universität zum Jubiläum unter-stützen möchte, sei herzlich ein-geladen, dies zu tun. Denn „infra-strukturelle Defizite“ gebe es be-kanntlich genug. Alle Geschenke sollen zweckgebunden sein und „der Unterstützung und Verbesse-rung der Qualität der Lehre“ die-nen. Kleine Beiträge sind genauso willkommen wie große Präsente.

Schon für fünf Euro bekomme man beispielsweise ein juristisches Taschenbuch, sagte Hormuth. Der Spender könne zum Dank nament-lich – etwa mit einem Exlibris – genannt werden. Und wenn ein Spender sich gar bereit erkläre, die Komplettsanierung eines Hörsaals zu übernehmen, könne der Raum fünf Jahre lang nach dieser Person benannt werden. Das „Spitzenpro-jekt“ zählte der Uni-Präsident auch gleich mit auf: Ein großer Wunsch ist der Neubau der Probebühne für die Theaterwissenschaftler, die Stadt und Universität weit-hin bekannt gemacht haben. Die Erfüllung dieses Wunschs würde immerhin eine Dreiviertelmillion Euro kosten. Potenzielle Spender und Sponsoren sind also jederzeit willkommen.

Der „Wunschzettel“ wird ab so-fort universitätsintern im Projekt-büro für das Universitätsjubiläum unter Federführung von Susanne Beranek zusammengestellt. In diesem Zusammenhang sind alle Fachbereiche, Zentren und

Einrich-tungen aufgerufen, dem Projektbüro kurzfristig ihre individuellen Wünsche mit-zuteilen, damit die aktuelle Liste entsprechend er-weitert werden kann.

Zur Aktivierung von Sponsoren ist geplant, alle in den offiziellen Katalog auf-genommenen Wunsch-Projekte in kontinuierlich fortlaufenden Aktionen der Öffentlichkeit vor-zustellen und auch im Internet verfügbar zu machen. (Siehe wei-tere Berichte auf Seite 3).

Kontakt:

Projektbüro „Jubiläum“ Susanne Beranek, MBA

E-Mail: susanne.beranek@uni-gie-ssen.de

www.uni-giessen400.de

Schnelle Hilfe

für Indonesien

mfp/chb. Erneut blickte die Welt zuletzt in das von Naturkatast-rophen geschüttelte Indonesien. Das Erdbeben am 26. Mai richtete große Schäden an. Fachbereiche der JLU pflegen seit Jahren inten-sive Kontakte zu Forschern in In-donesien. Mehrere Initiativen aus der Universität sollen nun dazu dienen, konkrete Hilfe anzubie-ten. Wenige Tage nach dem Beben luden die Geographen zu einer Be-nefizveranstaltung ein. Über 100 Menschen informierten sich über die Lage in der Region. 1.130 Euro an Spenden kamen zusammen.

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Volker Metag, Dekan des Fachbereichs 07, erklärte Dr. Frank Volker die Zusammen-hänge zwischen Plattenverschie-bung, Vulkanismus und Erdbe-ben. Prof. Dr. Ulrich Scholz, der die Region durch Exkursionen sehr gut kennt, erzählte von den Menschen und ihrer Lebensweise um den Vulkan Merapi. Seine Ar-beitsgruppe hatte bereits Kontakt zu Freunden in Yogyakarta aufge-nommen.

JLU-Präsident Prof. Dr. Stefan Hormuth dankte für die schnel-le Reaktion der Geographen. Er selbst hatte früher die befreun-dete Universität Gadjah Mada in Yogyakarta besucht und war beeindruckt von der Gastfreund-schaft. Hormuth hatte per E-Mail bei Universitätspräsident Surat Keputusan angefragt, wo die Hil-fe zurzeit am nötigsten ist.

Jede weitere Spende ist will-kommen. Prof. Scholz und sein Mitarbeiter Tobias Lux werden im August erneut nach Java rei-sen und bei dieser Gelegenheit die Spendengelder persönlich an die richtigen Adressaten übergeben.

Bankverbindung Prof. Ulrich Scholz Kto: 0180562 Deutsche Bank Gießen BLZ 513 700 24 Telefon: 0641/99-36200

Ulrich.Scholz@geogr.uni-giessen.de

Forschung und Lehre mit Blick auf das östliche Europa

Das Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo) wird am 14. Juli offiziell gegründet – Hochrangige Vertreter der Partneruniversitäten und Konsulate in Gießen erwartet

Von Charlotte Brückner-Ihl

Die interdisziplinäre Forschungs- und Lehrlandschaft an der JLU erweitert sich und erhält zahlrei-che neue Impulse: Das Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo) feiert am 14. Juli im Beisein des Hessischen Ministers für Wissen-schaft und Kunst Udo Corts seine Eröffnung.

Damit ist die aufwändige kon-zeptionelle Phase abgeschlossen, und das regionalwissenschaftliche Zentrum für Forschung und Lehre zum östlichen Europa wird offi-ziell gegründet. Eingeladen sind zahlreiche hochrangige Vertreter aus dem gesamten östlichen Euro-pa, allen voran die Partneruniver-sitäten der JLU und die Konsulate der Zielländer des Zentrums.

Die Fächer Osteuropageschich-te, Slavistik und Turkologie wid-men sich im Verbund mit den Politik-, Rechts- und Wirtschafts-wissenschaften interdisziplinärer Forschung und Lehre zum östli-chen Europa. In Kooperation mit dem Herder-Institut in Marburg und Partnerinstitutionen im Öst-lichen Europa stellt sich das Gie-ßener Zentrum dem fchübergrei-fenden Dialog zu Gegenwart und Geschichte der Region.

Es ist ein besonderes Merkmal der Gießener Konzeption, dass die Regionen des gesamten öst-lichen Europas unter Einschluss der Türkei sowie des türkspra-chigen Raumes der ehemaligen Sowjetunion im Mittelpunkt von Forschung und Lehre stehen. Dies spiegelt sich auch im Namen des

Gießener Zentrums wider: Durch die Bezeichnung der Region als „östliches Europa“ wird zum ei-nen die Polysemie des Begriffs „Osteuropa“ umgangen und zum anderen die Forschungsperspek-tive um die ehemaligen türkspra-chigen Sowjetrepubliken und um den EU-Beitrittskandidaten Tür-kei erweitert.

Vorausgegangen war die Ent-scheidung der Landesregierung, kleinere geisteswissenschaftli-che Zentren nur noch an einem Standort vorzuhalten. Frankfurt eröffnet ein Zentrum für Osta-sienstudien, Marburg ein Zent-rum für Orientforschung. Durch die Institutionalisierung der For-schung zum östlichen Europa in einem Zentrum sind nun in Gie-ßen die Weichen für einen

wei-teren Ausbau so-wohl der kleineren beteiligten Fächer als auch der Koopera-tionen gestellt.

Die Eröffnungsfeier des GiZo findet am 14. Juli um 14.30 Uhr im Hörsaal 02 des Hörsaalgebäudes der Phy-sik, Heinrich-Buff-Ring 14, statt. Nach einer Begrüßung durch JLU-Präsident Prof. Dr. Stefan Hormuth und einem Grußwort von Wissenschaftsminister Udo Corts wird Prof. Dr. Monika Wingender (Slavische Philo-logie, Sprachwissenschaft am Fachbereich 05) das Konzept des Zentrums erläutern. Das musika-lische Rahmenprogramm wird mit Beiträgen aus dem östlichen Europa gestaltet.

Die Debatte zum Thema Studi-engebühren wird erhitzt geführt. Selten hat in der letzten Zeit ein Thema die Gemüter mehr erregt als die Ankündigung der Landes-regierung, dass vom Winterse-mester 2007/2008 an auch in Hes-sen Studiengebühren eingeführt werden sollen. Selten haben sich die Studierenden von Universi-täten und Fachhochschulen zwi-schen Kassel, Marburg, Gießen und Frankfurt in kürzester Zeit so rasch und so zahlreich formiert, um ihrem Unmut in der Öffent-lichkeit Ausdruck zu verleihen. Die Protestaktionen der Studie-renden haben sich schnell ausge-weitet; Schützenhilfe bekamen die studentischen Gegner von Studiengebühren durch Vertreter von Schüler- und Elternverbän-den und Gewerkschaften.

Unterschiedliche Standpunkte werden auf Seite 5 dargestellt.

Studiengebühren

Nach dem Fest ist vor dem Fest: Ein Jahr vor dem großen Festakt zum Geburtstag der Universität wurde das Wissenschaftsfestival zum Publikumsmagnet. Groß war der Andrang auch bei den Chemie-Experimenten der JLU.

Fortsetzung Seite 2

Foto: Rolf W

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uniforum

Nr. 3/6. Juli 2006

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Uni aktuell

Gartenschlauch zu locken: „Das ist super, da lernt man was, ohne in die Bücher zu schauen.“ Und Spaß mache es auch noch, füg-te die Drittklässlerin hinzu. Um die „Physik der Musikinstrumen-te“ zu erklären, haben die Lehrer auch eine Konstruktion aus Ab-flussrohren und ein verästeltes Instrument aus Wasserleitungen gebaut – sehr zur Freude vor al-lem der jüngeren Besucher.

Doch nicht nur Naturwissen-schaft war auf der „Straße der

Ex-perimente“ vertreten: Mit einem „historischen Exponat“ war das In-stitut für Didaktik der Geschichte in die Liebigstraße gekommen. An einer Zeitleiste konnten Besu-cher ihre geschichtlichen Kennt-nisse über Gießen testen.

Technischer Natur waren dage-gen die Beiträge der Firma Schunk. Am Stand des Unternehmens wurde die Funktionsweise eines Verbrennungsmotors an einem Modell deutlich, während ne-benan Interessierte ausprobieren

konnten, ob man auch durch ei-gentlich glasharte Keramik einen Nagel treiben kann. Einen Babysi-mulator brachte das Gießener Ge-burts- und Entbindungshaus mit, während die Fachhochschule ei-nen tatsächlich funktionierenden Spaghetti-Automaten vorführte.

„Für uns war alles super aus-gerichtet“, lobte Ute Häsler die Arbeit der Veranstalter. Ihr Unter-nehmen two4science hatte einen Stand mit „Chemischen Farbspie-len“ beigesteuert. Im Rahmen der

Wissenschaftstage veranstaltete two4science auch erfolgreich das „Zuckersüße Science Camp“ in der nahe gelegenen Kindertagesstätte St. Vinzenz, wo es weitere chemi-sche Experimente für Kinder gab. Zum Programm des Wissensfes-tivals zählten auch Experimen-tiervorführungen im Mathema-tikum und im Liebig-Museum. Alleine am Samstag seien rund 1.300 Besucher in das Mathe-Mit-machmuseum gekommen, sagte Beutelspacher.

Fortsetzung von Seite 1

GREMIEN

Senat

Sitzung am 7. Juni 2006

Einführung von allgemeinen Studienbeiträgen

Im Gegensatz zur Grundsatz-diskussion, die der Senat in seiner letzten Sitzung am 26. April geführt hatte und die in die mit großer Mehrheit ge-troffene Ablehnung von all-gemeinen Studiengebühren mündete, erörterte der Senat in der Sitzung am 7. Juni die konkreten Regelungen des Gesetzesentwurfs der Landes-regierung.

Dabei wurde unter anderem angesprochen, wie die Studie-renden an budgetrelevanten Entscheidungen beteiligt wer-den können, da sie momen-tan weder im Präsidium noch in den Dekanaten vertreten seien. Ein weiterer Diskussi-onspunkt war das geplante Anreizsystem, das bei hervor-ragenden Studienleistungen einen Erlass der Studienbeiträ-ge vorsehe.

Überwiegend kritisch beur-teilte der Senat die Pläne, auch Promotionsstudiengänge mit Gebühren zu belegen, da auf diese Weise der exzellente wissenschaftliche Nachwuchs von einem Studium in Hessen abgehalten werden könnte.

Wichtig war dem Senat auch, dass die Mittelverwen-dung für die Verbesserung von Forschung und Lehre festge-schrieben werden und die zu erwartenden Einnahmen den Hochschulen zufließen soll-ten. Eine mittelfristige Reduk-tion des Bildungsetats in Hes-sen müsste in jedem Fall ver-mieden werden, damit sich die Landesregierung nicht sukzes-sive aus der Hochschulfinan-zierung zurückziehen könne. Zuletzt bot der Präsident dem Senat an, dass vor der Verschi-ckung der Stellungnahme des Präsidiums zum Gesetzesent-wurf einer kleinen repräsenta-tiven Gruppe von Senatsmit-gliedern eine Kenntnisnahme ermöglicht werden soll. Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo)

Der einstimmigen Verabschie-dung des Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt „Osteuropa“ an der JLU vor knapp einem Jahr am 13. Juni 2005 folgte nun die institutio-nelle Ausgestaltung durch das GiZo. Auch hier gab der Senat eine überwiegend positive Stellungnahme ab (15 Ja- zu 2 Nein-Stimmen). Die Ableh-nung wurde in erster Linie von den Studierenden getra-gen, die sich damit mit ihren Kommilitonen solidarisierten, die durch die landesweite Zen-trenbildung zu einem Studi-enplatzwechsel während des Studiums gezwungen würden. Insgesamt wertete der Senat die Bildung von wissenschaft-lichen Zentren in Hessen als einen Versuch, die so genann-ten „kleinen“ Fächer fortfüh-ren zu können. Nach Ansicht des Kanzlers sei hierbei die „Zumutbarkeitsklausel“, die ei-nen Wechsel des Studienortes für einige Studierende vorsehe, die einzige Möglichkeit, mit einem überschaubaren finan-ziellen Rahmen einen Studie-nabschluss zu garantieren. Satzung für binationale Promotionsverfahren Der Senat beschloss einmütig – bei einer Enthaltung – die Satzung für binationale Pro-motionsverfahren vom 19. Mai 2006 an der JLU. Damit wurde

Militante Gentechnikgegner

attackieren Gerstenfeld

Biosicherheitsprojekt durch Angriff auf Versuchsfeld stark beschädigt – Universität stellte Strafantrag

Von Christel Lauterbach

Freitag, 2. Juni 2006, 15.15 Uhr: Auf der Forschungsstation des Instituts für Phytopathologie und Angewandte Zoologie am Alten Steinbacher Weg in Gießen nimmt die Polizei sechs Personen fest. Vier von ihnen haben ver-sucht, das knapp 10 Quadratme-ter große Versuchsfeld mit gen-technisch veränderter Gerste auf dem Gelände der Universität zu zerstören. Diese vier Personen im Alter zwischen 22 und 63 Jahren werden „in polizeiliche Verwah-rung“ genommen.

Die Aktion hatten Gentechnik-gegner auf Flugblättern und im Internet als „Feldbefreiung“ schon lange zuvor für Pfingsten ange-kündigt. In der Pressemitteilung der Polizei heißt es dann wört-lich: „Die Beamten beobachteten, wie die vier Haupttäter Pflanzen herausrissen, nachdem sie einen Drahtzaun zerschnitten und ein Insektennetz beiseite geräumt hatten.“

Ein Team des hr-fernsehens, das genau zu diesem Zeitpunkt vor Ort und Stelle war, filmte die Aktion und sendete am selben Abend einen Bericht in der „Hes-senschau“. Bereits Tage zuvor hatte der Hessische Rundfunk in einer Programmübersicht für die „Hessenschau“ exakt für dieses Datum Aktionen von Gentech-nik-Gegnern in Gießen angekün-digt, so dass bereits am Mittwoch, den 31. Mai 2006, für den Sende-termin Freitag, den 2. Juni 2006, um 19.30 Uhr zu lesen war: „Gen-technikgegner verwüsten Felder in Gießen“.

In einer Pressemitteilung wehrte sich die Justus-Liebig-Uni-versität entschieden gegen den Versuch, dieses wissenschaftliche

Projekt im Rahmen der Biosi-cherheitsforschung des Bundes-ministeriums für Bildung und Forschung zu zerstören. Bei dieser Aktion, so Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Hormuth, handel-te es sich um „geplanhandel-te und ge-zielte Angriffe“ auf ein unabhän-giges Forschungsprojekt und kei-neswegs um spontane Übergriffe von Gentechnik-Gegnern.

Schwere Schäden für die Aus-sagekraft der wissenschaftlichen Untersuchung seien entstanden, bedauerte der Projektleiter Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel. Einige wich-tige Fragestellungen könnten nun nicht mehr bearbeitet werden. Welche Fragestellungen

über-haupt noch beantwortet werden können, das wird sich wohl erst bei der – nun vorzeitig geplanten – Ernte klären. Im Interesse der Wahrung ihrer Rechte hat die JLU Strafantrag gestellt. Trotzdem be-mühen sich die Universität und die beteiligten Wissenschaftler weiterhin um Informationen und Dialog zu diesem Thema.

Zahlreiche Stellungnahmen und Diskussionen

Auf die Vorwürfe des hessischen Landtagsabgeordneten Martin Häusling, Bündnis 90/Die Grünen, dass der Versuch der Universität „sinnlos“ sei, da es keine zugelas-senen Gerstenpflanzen gäbe, legt der Projektleiter Prof. Kogel Wert auf die Feststellung, dass es welt-weit gesehen zahlreiche Freiset-zungen von transgenen Getreide-pflanzen mit steigender Tendenz zur Vorbereitung von kommer-ziellem Anbau gegeben hat und gibt. Nach seiner Einschätzung wird gerade der Anbau von trans-genem Getreide künftig eine ganz wesentliche Rolle spielen.

Deshalb war von der damali-gen rot-grünen Bundesregierung in ihrer Ausschreibung des Biosi-cherheitsprogramms im Jahr 2003 insbesondere die Forschung zur Bi-osicherheit an transgenem Getrei-de in Getrei-den Fokus Getrei-des Programms gesetzt worden. Ihm sei unver-ständlich, so Prof. Kogel, „dass die Grünen heute, da sie in der Oppo-sition sind, ihr eigenes Programm angreifen und kritisieren“.

Das Projekt im Rahmen der Biosicherheitsforschung

Mitarbeiter des Instituts hatten Ende April die gentechnisch ver-änderte Gerste in einer speziel-len Versuchsanordnung zu For-schungszwecken ausgesät (siehe uniforum 2/2006: „Wirbel um Gen-veränderte Gerste“). Noch vor der Aussaat hatten Projektleiter Prof. Kogel und seine Mitarbeiter ausführlich die Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz über das genehmigte Forschungsprojekt informiert und in verschiedenen Diskussionsrunden – auch mit er-klärten Gentechnik-Gegnern – das Projekt, das im Rahmen der Biosi-cherheitsforschung vom Bundes-ministerium für Bildung und For-schung finanziert wird, vorgestellt, erläutert und diskutiert.

Bei diesem ersten Freisetzungs-versuch von gentechnisch verän-derter Gerste in Deutschland geht es vor allem um die Frage, ob die Pflanzen unerwünschte Seitenef-fekte auf nützliche Bodenpilze wie Mykorrhiza zeigen. Diese Frage ist von entscheidender ökologischer Bedeutung, da Mykorrhiza-Pilze einen wesentlichen Bestandteil in Agrarökosystemen darstellen und dabei die Mineralstoffaufnahme und die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen verbessern.

Die Möglichkeit einer Aus-kreuzung ist im Falle von Gerste – im Unterschied beispielsweise zu Raps und Mais – in einer im Auftrag der EU durchgeführten Studie als äußerst gering einge-stuft worden. Die Pollenausbrei-tung ist bei Gerste stark reduziert, denn Gerste ist ein Selbstbestäu-ber mit einer Selbstbefruchtungs-rate von etwa 99 %. Zudem findet die Bestäubung bei geschlosse-nen Blüten statt. Auch gibt es in Europa unter den Wildgräsern keine Kreuzungspartner für Gers-te. Trotzdem wurden von den Wissenschaftlern eine ganze Rei-he von zusätzlicRei-hen SicRei-herRei-heits- Sicherheits-maßnahmen vorgenommen und angekündigt, um eine ungewoll-te Verbreitung der genungewoll-technisch veränderten Gerste auf jeden Fall zu verhindern.

Zusammenfassend wird in die-sem Feldversuch mit genetisch modifizierten Gerstenpflanzen, die nicht an der Universität Gie-ßen, sondern an der Washing-ton State University in Pullman entwickelt wurden, eine Unter-suchung im Rahmen des Biosi-cherheitsprogramms der Bun-desregierung zum Einfluss von Transgenen auf nützliche Boden-organismen durchgeführt. Der Feldversuch wurde äußerst sorg-fältig geplant, um eine Isolation der genetisch veränderten Gerste zu garantieren. Zahlreiche vorab durchgeführte Risikoabschätzun-gen zur Ausbreitung von Gerste haben eine Auskreuzung als nicht messbar bewertet.

Am 21. Juli 2006 findet um 15.30 Uhr eine öffentliche Dis-kussionsveranstaltung im Hör-saalgebäude der Physik am Hein-rich-Buff-Ring statt, zu der die JLU herzlich einlädt.

Viel Wirbel um knapp zehn Quadratmeter Land: das Versuchsfeld am Alten Steinbacher Weg.

eine seit Jahren formulierte Anregung der Hochschulrek-torenkonferenz (HRK) aufge-nommen, Promotionen auch mit einer grenzübergreifen-den Ko-Betreuung zu ermög-lichen. Dies ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem einheitlichen europäischen Hochschulraum.

Errichtung eines Amts für Lehramtsprüfungen Eine einstimmig positive Stel-lungnahme gab der Senat zu der Absicht des Präsidiums ab, ein Amt für Lehramtsprüfun-gen zu errichten. Damit wurde die in der Novellierung des Hessischen Hochschulgesetzes (HHG) geforderte Durchfüh-rung von Zwischenprüfungen in den Lehramtsstudiengän-gen institutionell geregelt. Eine enge Anbindung an das Zentrum für Lehrerbildung, das die Koordination des Lehr-amtsangebots übernommen hat, wurde dabei konzeptio-nell angelegt.

GREMIEN (Fortsetzung)

Beihilfe vor dem Abschluss

Unterstützung für ausländische Studierende

ps. Ausländische Studierende in der Studienabschlussphase kön-nen für maximal zwei Semester mit einer Beihilfe von 300,- Euro pro Monat gefördert werden. An-tragsfrist für das Wintersemester 2006/07 ist der 8. September 2006. Nähere Informationen und An-tragsformulare sind erhältlich bei Petra Schulze, Abteilung Internati-onale Studierende, Büro für Studi-enberatung in der Gutenbergstr. 6. (Sprechzeiten: Montag, Mittwoch, Freitag: 10.00 – 12.00 Uhr)

Fünfjährige Kinder

für Studie gesucht

Die Abteilung Entwicklungspsycholo-gie sucht für eine aktuelle Kinderstu-die zur Fragestellung „Wie werden Gesichter wieder erkannt?“ noch fünfjährige Kinder, die mit ihren El-tern teilnehmen möchten. Die Kinder bekommen hierfür verschiedene Ge-sichter gezeigt und lösen eine Aufga-be am Computerbildschirm. Auf die Teilnehmer warten eine spannende Erfahrung ebenso wie ein kleines Ge-schenk und eine Urkunde.

Kontakt: 0641/99 26062 claudia.bauer@

psychol.uni-giessen.de.

ERSTER GGK-INFORMATIONSTAG

Das Gießener Graduierten-kolleg Kulturwissenschaf-ten (GGK) lud am 21. Juni erstmalig zu einem Informations-tag für Studierende ein, damit die-se sich ein Bild von den Anforde-rungen und Rahmenbedingungen einer Promotion in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fä-chern machen können. Mit knapp 40 Teilnehmern war die Resonanz auf das neue Veranstaltungsan-gebot, das eine Brücke zwischen Studium und Promotion schlägt und umfassend über das vielfäl-tige Angebot von GGK und IPP informiert, außerordentlich groß. Der Informationstag findet daher zukünftig jährlich statt.

www.uni-giessen.de/ graduiertenzentrum/

Foto: Charlotte Brückner

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400 Jahre Universität Gießen

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uniforum

Nr. 3/6. Juli 2006

Glückwunsch mit neuer Fassade

Exakt ein Jahr vor dem großen Festakt im Jubiläumsjahr stellt JLU-Präsident das Rahmenprogramm für 2007 vor – Gesamtspielplan lässt noch Raum für weitere

Ideen und Initiativen

Von Charlotte Brückner-Ihl

Der Wunschzettel fällt besonders lang aus in Zeiten, da die Geldga-ben nicht mehr automatisch fl ie-ßen und vor allem selten üppig ausfallen. Umso größer war die Freude, dass der Präsident bereits am 399. Geburtstag der Universi-tät ein stattliches Präsent entge-gennehmen durfte: Die Alte UB wird pünktlich zur 400-Jahr-Feier im kommenden Jahr in neuem Glanz erstrahlen – die Gießener Firma Peppler hat zugesagt, die Außenreinigung der Fassade zu übernehmen.

Auf einer Pressekonferenz am 19. Mai – exakt ein Jahr vor dem geplanten zentralen Festakt – stellten Prof. Dr. Stefan Hormuth und Koordinator Oliver Behne-cke die Eckdaten der geplanten Feierlichkeiten vor. Der Präsi-dent bedankte sich auch noch einmal persönlich bei Gottfried Kretschmer, Geschäftsführer der Firma Peppler und JLU-Absolvent, der mit dem „Überraschungsge-schenk“ der Fassaden-Reinigung

aus einem Stein des Anstoßes wieder ein Schmuckstück ma-chen möchte. Das damals sehr moderne Gebäude der Alten UB war zur 350-Jahr-Feier der Univer-sität eingeweiht worden.

Hormuth stellte der Presse das Jubiläums-Team vor, dem neben Behnecke seit Mitte Mai auch Susanne Beranek MBA ange-hört. Er präsentierte die Aktion „Geschenke für die Universität“

(siehe weiterer Bericht auf dieser Seite), die Beranek betreuen wird, sowie stellvertretend eines von 15 wissenschaftlichen Projekten, die aus dem Jubiläumsförderfonds des JLU-Präsidiums fi nanziell un-terstützt werden und sich gezielt an die breite Öffentlichkeit rich-ten. Kunsthistorikerin Prof. Dr. Silke Tammen nimmt den Garten in den Blick. Was liegt da näher, als den Botanischen Garten zur Bühne zu machen (siehe weiterer Bericht auf dieser Seite).

Der Gesamtspielplan des Jubi-läumsjahres wird erst Ende dieses Jahres feststehen, das offene Kon-zept schreibt sich stetig fort, sagte

Behnecke, der für die künstleri-sche Dramaturgie verantwortlich zeichnet. „Durch Mitmachen ent-steht gemeinsame Identifi kation“, so sein Credo.

Eine gemeinsame Geburts-tagsfeier mit dem Stadttheater, das 100 Jahre besteht, wird den Reigen der Festivitäten eröffnen: Am 20. Januar 2007 steigt der Uni- und Theaterball. Es folgen am 19. Mai, am Tag der Unterzeichnung der Gründungsurkunde im Jahr 1607, der große Festakt und ein Wissenschaftsfestival. Stadt und Universität werden dabei als ge-meinsame Veranstalter auftreten. In das Projektlenkungsteam ist die heimische Wirtschaft fest ein-gebunden, wie Kulturdezernent Dr. Reinhard Kaufmann versi-cherte. Er kündigte zugleich an, dass die Stadt ein drittes Liebig-Stipendium – diesmal auch für den Bereich der Ernähungswis-senschaften – ausschreiben will. Für das Wissenschaftsfestival habe die Stadt einen Grundstock von 50.000 Euro im Haushalt eingestellt. Um das Gelingen im

großen Rahmen sicherzustellen, müssten Sponsoren jedoch noch einmal auf das Doppelte aufsto-cken, hofft Kaufmann.

Studierende und ihre Angehöri-gen sollen vor allem im

Winterse-mester 2007 auf ihre Kosten kom-men – am 7. Oktober 1607 wurde der Lehrbetrieb an der damaligen Ludoviciana aufgenommen.

Ehe mit dem Akademischen Festakt Ende November die

400-Jahr-Feier ihren offi ziellen Abschluss fi ndet, wird die Hoch-schule Gastgeber zahlreicher Kongresse, Tagungen und Veran-staltungen sein, die Gäste aus al-ler Welt in die Stadt an der Lahn führen soll. Als Gäste werden die Mitglieder der Hochschulrekto-renkonferenz ebenso erwartet wie die Kanzler aller deutschen Universitäten oder rund 500 Sti-pendiaten des Deutschen Aka-demischen Austauschdienstes, die hoffentlich alle nur positive Eindrücke aus Mittelhessen mit nach Hause nehmen werden. Es wird das erste Mal sein, dass der DAAD eine Universitätsstadt in dieser Größenordnung für sein großes Jahrestreffen ausgewählt hat, erklärte Hormuth. Bislang seien nur Großstädte zum Zuge gekommen – all dies ist Aner-kennung und Herausforderung zugleich.

Für Ideen und Anregungen, Ini-tiativen und Hilfsangebote bleibt in jedem Fall genug Raum.

www.uni-giessen400.de Die Fassade soll schöner werden: Natalie Kretschmer-Coombes, Gottfried

Kretschmer (re.), Geschäftsführer der Firma Peppler, Firmeninhaber Olaf Peppler, Franz Englert, Eckhardt Kegelmann, Arbeitssicherheit, mit Projekt-managerin Susanne Beranek (li.) vor der alten UB.

„Ich bin das Gesicht zur

Geschenke-Aktion“

Projektmanagerin Susanne Beranek verstärkt das Team zur Organisation

des Uni-Jubiläums – Zahlreiche

Erfahrungen bei Großunternehmen

Von Charlotte Brückner-Ihl

Ein neuer Wind weht durchs Pro-jektbüro „Jubiläum 2007“. Wer die Tür zum Besprechungszim-mer mit den gelben Stühlen im Uni-Hauptgebäude öffnet, setzt automatisch das bunte Mobile über dem Tisch sachte in Be-wegung. Positive Energie, lacht Susanne Beranek MBA, die neue Jubiläums-„Botschafterin“ – und sie lacht gerne.

Energiegeladen wirkt sie auf den ersten Blick, und viel Ener-gie wird die Projektmanagerin mit den Schwerpunkten Spon-sorenbetreuung, Jubiläums-Mer-chandising und Veranstaltungs-management – die im Team mit Koordinator Oliver Behnecke arbeitet – noch benötigen, ehe die JLU im Jubiläumsjahr Gastgeber zahlreicher hochkarätig besetzter Großveranstaltungen sein kann. Wie sehr die Zeit drängt, weiß sie

selbst am besten – und gönnt sich vom ersten Arbeitstag Mitte Mai an keinen Aufschub.

Ihrem Gegenüber vermittelt sie das Gefühl: Hier kommt jemand, der schon ganz andere Heraus-forderungen gemeistert hat. Und die neue Aufgabe an der JLU hat sie gern angenommen. Mit ihrer Person will sie einstehen nicht nur für das Gelingen der Groß-veranstaltungen 2007, sondern insbesondere auch für die Aktion „Geschenke für die Universität“: „Ich bin das Gesicht zu dieser

Ak-tion.“

Susanne Beranek, übrigens gebürtige Gießenerin mit El-ternhaus in Grünberg (Jahrgang 1963) ist im vergangenen Jahr aus persönlichen Gründen aus München in ihre Heimatregion Mittelhessen zurückgekehrt. Ih-re Vita, sorry, besser: ihr Leader-ship Profi l, umfasst stattliche vier dicht beschriebene Seiten.

Statio-nen waren neben München auch amerikanische Großstädte wie Boston oder San Francisco. Hinzu kommen wohlklingende Ausbil-dungsstätten wie Massachusetts Institute of Technology (MIT), Babson College oder Stanford University. Ein „europäischer“ Master of Business Administra-tion im Jahr 2000 (Executive MBA Programm General Management), bestanden mit Auszeichnung, krönt den bisherigen Lebenslauf. Die Master Thesis hatte das The-ma „Management von Geschäfts-beziehungen im 21. Jahrhundert: Vom Umgang mit Komplexität in virtuellen Unternehmenskoope-rationen“.

Allzu viel müsse man über die zahlreichen Stationen ja nicht schreiben, diktiert Beranek in die Feder. Eher noch könne man ja erklären, welche ihrer Erfah-rungen konkret beim Uni-Jubi-läum von Nutzen sein könnten.

An erster Stelle sind da wohl die weitreichenden Erfahrun-gen aus innovativen Projekten in Führungsetagen deutscher Großunternehmen zu nennen. Im Rahmen eines „Think Tanks“ mit Top-Managern der Unterneh-men Audi, Deutsche Bank, Hypo Vereinsbank, Lufthansa und Sie-mens entwickelte Beranek bei-spielsweise Zukunftsszenarien für Unternehmenskooperatio-nen. Zahlreiche Beratertätigkei-ten kommen ihr im Gespräch mit potenziellen Sponsoren gewiss zu Gute, wenn sie dort für die Uni-Geschenke-Aktion wirbt. Erste Gespräche sowohl in den Fach-bereichen als auch mit Vertretern der heimischen Wirtschaft hat sie sofort geführt.

Und Beranek bringt noch mehr mit, was im Veranstal-tungsmanagement unerlässlich ist: Durchhaltevermögen, Or-ganisationsgeschick, aber auch Improvisationstalent. So sah sich die damalige Studentin be-reits 1983 genötigt, die eigene Lebensplanung umzuwerfen. Als viel zu früh der Vater starb, „erbte“ Beranek die Verwaltung von zwei Autobahntankstellen und übernahm kurzerhand für sechs Monate die Geschäftsfüh-rung. Nichts auf Dauer jedoch für eine junge Frau, die bei Nix-dorf in einem Trainee-Programm Vertrieb einsteigen konnte. Von der Vertriebsassistentin brachte sie es nach der Fusion von Sie-mens-Nixdorf rasch zur Länder-referentin und Projektleiterin für Vorstandsprojekte.

Die Betreuung von Gastorgani-sationen in Gießen knüpft an die im Großunternehmen gemach-ten Erfahrungen unmittelbar an. „Einen kleinen Kulturschock“ habe sie schon bekommen, als sie an die Universität kam, räumt Beranek freimütig ein. Die Leute jedoch seien hier überaus freund-lich und wesentfreund-lich offener in der Weitergabe von Informationen

als in der Industrie.

Für weitere Plaudereien bleibt zunächst keine Zeit. Susanne Be-ranek muss den Geschenke-Tisch bereiten.

Projektmanagerin Susanne Beranek verstärkt das Team zur Organisation des Uni-Jubiläums.

Zwischen Wissenschaft

und Kontemplation

Vom „hortus medicus“ zum Botanischen Garten als öffentliche Anlage – Garten-Kunst-Projekt zum Jubiläum 2007

Von Dagmar Klein

Mit dem Botanischen Garten besitzt die Gießener Universität ein historisches Juwel, das bis in die Gegenwart strahlt. Es ist der älteste botanische Garten einer deutschen Universität, dessen Ur-sprungsareal sich noch am selben Ort befi ndet. Er hat im Laufe von vier Jahrhunderten sein Aussehen verändert, seinen Umfang we-sentlich erweitert und auch seine Nutzung variiert, aber er ist im Prinzip ein Garten geblieben, der sich vom exklusiven „hortus me-dicus“ hin zur parkähnlichen An-lage, die auch der Öffentlichkeit zugänglich ist, gewandelt hat. Na-he liegend also, dieses Kleinod für eines der Projekte zum Universi-tätsjubiläum 2007 zu nutzen.

Die Geisteswissenschaften ge-stalten ein übergreifendes Pro-jekt, das von der Idee des Gartens in Theologie, Philosophie und Kunstwissenschaft ausgehend, die Verbindung zwischen Kon-kretem und Imaginärem, zwi-schen virtueller Vorstellung und identitätsstiftendem Ort für die Stadt Gießen schaffen wollen.

Dazu gehören im Wintersemes-ter 2006/07 Seminare zum Thema Garten bei den Geschichtsdidak-tikern und Kunsthistorikern, ein Aktionstag für Schüler im Bota-nischen Garten und eine Ausstel-lung mit dem Künstlerehepaar Lois und Franziska Weinberger, das im Rahmen des Seminars „Kunstgeschichte und Zeitgenös-sische Kunst“ seine Werke präsen-tiert. Turkologie und Theologie, Klassische Philologie und Germa-nistik beteiligen sich ebenfalls. So ist für das Semesterende im Fach-bereich 05 ein Kolloquium über „Gärten zwischen Wissenschaft und Poesie“ geplant. Das

eigent-liche Jubiläums-Sommersemes-ter 2007 wird mit einer „Langen Nacht des Botanischen Gartens“ beschlossen, in der sich auch Stu-dierende mit künstlerischen Bei-trägen beteiligen werden.

Ein besonderes Schmankerl ist die Wiederentdeckung, dass die Universitätsbibliothek im Besitz eines Exemplars des

berühm-ten „Hortus Eystetberühm-tensis“ ist. Der 1613 erschienene Prachtband über die Pfl anzen im Garten des Eichstätter Fürstbischofs Johann Conrad von Gemmingen enthält auch einen Beitrag von Ludwig Jungermann (1572-1653), der den Gießener Hortus Medicus ab 1609 angelegt hat.

Und: Die Gießener Erstausga-be enthält eine handschriftliche Notiz, dass Landgraf Ludwig V. von Hessen-Darmstadt dieses Exemplar seiner neu gegründe-ten Gießener Universität (Acade-mia sua Gissena) schenkte. Das Buch bedarf dringend der Restau-rierung und wird zum Zeitpunkt der Ausstellung in Einzelblätter zerlegt sein, so dass mehrere der kostbaren Zeichnungen präsen-tiert werden können. Die Kunst-aktionen der Weinbergers wer-den auf wer-den Hortus Eystettensis Bezug nehmen.

Foto: Dagmar Klein

Foto: Rolf W

egst

Foto: Rolf W

egst

P r i v a t p r a x i s

Dr. med. H. Peter Higer

Facharzt für Radiologie

www.offene-mrt-giessen.de

Tel: 0641-9719941

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uniforum

Nr. 3/6. Juli 2006

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Uni aktuell

Sicherheit in allen Abläufen

JLU-Präsident vergibt Arbeitsicherheitspreis im Rahmen einer kleinen Feierstunde – Lob für

das Team des Physikalisch-Chemischen Instituts

Von Charlotte Brückner-Ihl

„Arbeitssicherheit ist keine iso-lierte Handlung. Sie muss in alle Abläufe integriert werden und das alltägliche Verhalten bestim-men“. Dass dies gelingen kann, wenn ein Team dahinter steht, bewiesen eindrucksvoll die Mit-arbeiterinnen und Mitarbeiter des Physikalisch-Chemischen Instituts unter Leitung von Prof. Dr. Jürgen Janek, zugleich JLU-Vizepräsident. Als Anerkennung winkte dem ganzen Team der Arbeitssicherheitspreis der Uni-versität, der in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben wurde (sie-he auch UF 2/2006) und ein Bün-del von Maßnahmen honoriert.

Im Rahmen einer kleinen Fei-erstunde gratulierten im Rektor-zimmer JLU-Präsident Prof. Dr. Stefan Hormuth und Dipl. Che-miker Wolfgang Rothe von der Unfallkasse Hessen. Der Arbeits-sicherheitspreis ist insgesamt mit 500 Euro dotiert. Über die Hälfte des Geldes überreichte Hormuth einen Scheck; die andere Hälfte wird als Sachpreis durch die Un-fallkasse Hessen vergeben.

Nachdem im vergangenen Jahr mit der Forschungsstation Groß-Gerau eine weit vom Hauptge-bäude entfernte Einrichtung ausgezeichnet wurde, liegt das

Physikalisch-Chemische Insti-tut „ganz nah am Zentrum der Macht“, scherzte Hormuth mit Blickrichtung zu seinem Vize. Janek wiederum betonte, dass Ar-beitssicherheit fest im Bewusst-sein verankert Bewusst-sein muss. Noch vor nicht allzu langer Zeit seien Arbeitssicherheitsvorschriften gerade von „harten“ Naturwissen-schaftlern oft mit einem Lächeln quittiert worden.

Im Jahr 2005 hatten an der Uni-versität insgesamt 33 Begehun-gen gemäß §10 des Arbeitssicher-heitsgesetzes stattgefunden, die gemeinsam von einem Betriebs-arzt, der Fachkraft für Arbeitssi-cherheit und einem Personalrats-mitglied durchgeführt wurden – davon 14 in Verwaltungsberei-chen der Universität und 19 in technisch-naturwissenschaftli-chen Einrichtungen.

Im Physikalisch-Chemischen Institut wurde jetzt die beson-ders gute Integration der Arbeits-sicherheit in die alltäglichen Betriebsabläufe und der hohe Stellenwert der Arbeitssicherheit sowohl im Bewusstsein der Insti-tutsleitung als auch bei den Mit-arbeiterinnen und Mitarbeitern hervorgehoben:

Ein Sicherheitsbeauftragter ist benannt. Unterweisungen wer-den regelmäßig durchgeführt

und dokumentiert. Anlagen und Geräte werden regelmäßigen Prü-fungen unterzogen; diese werden überwacht und dokumentiert. Es sind Betriebsanweisungen und Si-cherheitsdatenblätter detailliert vorhanden und für die Mitarbei-ter zugänglich. Die Lagerung der Gefahrstoffe erfolgt in geeigne-ten, gekennzeichneten Gebinden, Schränken und Lagerräumen. Unnötige Lagerung in Arbeits-räumen wird weitestgehend vermieden. Es ist die für den Um-gang mit Gefahrstoffen geeignete Schutzausrüstung vorhanden.

Ein weiteres Plus, das die Jury beeindruckte: Im Intranet-Auf-tritt des Instituts spielt Arbeitssi-cherheit ebenfalls eine Rolle. Eine Laborordnung ist als Download verfügbar, ebenso Informationen zu den Gefahren durch Kohlen-dioxidvergiftungen und zum Ein-richten von Bildschirmarbeits-plätzen.

Die Würdigung derartiger Si-cherheitsvorkehrungen und -maßnahmen soll nun auch an-dere dazu anregen, sich in diesem Bereich zu engagieren und dazu beitragen, Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Erkrankungen wirksam vorzubeugen. Man darf gespannt sein, welche JLU-Ein-richtung 2007 ausgezeichnet wird.

Erfolgreiches Team mit (v.l.n.r.) Kanzler Dr. Michael Breitbach und JLU-Präsident Prof. Dr. Stefan Hormuth: Dr. Georg Mellau (Sicherheitsbeauftragter des Physikalisch-Chemischen Instituts), Kvetoslava Pica, Dr. Bjoern Luerßen, Lisa He-derich, Harald Weigand, Ljerka Majdandzic, Gerd Pfeiffer, Institutsleiter Prof. Dr. Jürgen Janek, Marc Ries und Dipl. Chemiker Wolfgang Rothe (Unfallkasse Hessen).

Mentoren gesucht

Orientierungsprogramm soll ausländischen Studienanfängern den Start erleichtern

ps. Die Abteilung Internationale Studierende im Büro für Studi-enberatung veranstaltet regelmä-ßig vor Semesterbeginn zwei- bis dreiwöchige Orientierungspro-gramme für die neu eingereisten ausländischen Studierenden (den so genannten „Info-Tisch“). Dabei werden Hilfen und Informations-materialien während der Imma-trikulationszeit zur Verfügung gestellt. Gruppentermine zum Ausfüllen von Anträgen für Auf-enthaltserlaubnisse, zur Beglei-tung bei Behördengängen und zur Einführung in das deutsche Studiensystem gehören genauso zum Programm des „Info-Tisches“ wie die Organisation der Begrü-ßung für ausländische Erstsemes-ter durch den JLU-Präsidenten.

Wer Interesse hat bei der Betreu-ung mitzuwirken und am besten auch eigene Auslandserfahrung nachweisen kann, wendet sich an die Abteilung Internationale Stu-dierende. Bewerbungen sowohl deutscher als auch ausländischer Studierender werden dort gerne entgegengenommen.

Petra Schulze, Tel.: 0641/99-121 43 Petra.Schulze@zil.uni-giessen.de

Foto: Charlotte Brückner

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www.indirekter-freistoss.de

Drei WM-Projekte des Zentrums für Medien und Interaktivität und der Fußball-Presseschau

Von Oliver Fritsch

1. Ist die Fifa während der WM die „Besetzungsmacht Deutsch-lands“ wie die Wirtschaftswoche titelte? Ist Jürgen Klinsmann ein Reformer oder ein Blender? Wo-durch unterscheidet sich der itali-enische Fußball vom englischen? Welche Bedeutung misst Angela Merkel dem Fußball bei – im Ver-gleich mit ihrem Vorgänger und ihren Konkurrenten?

Seit fünf Jahren analysiert und zi-tiert indirekter-freistoss.de, die Fußball-Pres-seschau des Zentrums für Medien und Interaktivität (ZMI), die bes-ten Texte und Me i n u n g e n der großen

Tageszeitungen zu den wichtigs-ten Fußballthemen. Zur Fußball-Weltmeisterschaft kooperiert das ZMI nun mit der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB).

2. Am 12. Juni prallten in Kai-serslautern zwei Vertreter mit unterschiedlichen Ansichten über Walfang aufeinander, die zu diplo-matischen Verstimmungen auf höchster Ebene geführt haben. Am selben Tag maßen sich in Gel-senkirchen zwei Mann-schaften, aus deren Heimatländern zwei Brau-ereien seit J a h r z e h n -ten einen Markenna-menstreit führen. Die E n g l ä n d e r mussten ge-gen ein Land antreten, aus

dem eine Investorengruppe jüngst ihre größte Fish&Chips-Kette über-nommen hat.

Politische Differenzen, histo-rische Erfahrungen, wirtschaftli-che Konkurrenz und sportliwirtschaftli-che Rivalität sind der jeweils zwölfte unsichtbare Mann auf dem Spiel-feld. Die interaktive Grafikkarte fussball-konflikte.de, eine Zu-sammenarbeit mit dem Politik-magazin politik-digital.de, macht sie nun sichtbar.

3. In „Wettbewerbsspiele“, dem jüngsten Band der interaktiva-Rei-he, die das ZMI im Campus-Verlag veröffentlicht, werden Gemein-samkeiten, Unterschiede und Wechselwirkungen zwischen den massenmedialen Inszenierungen von Sport und Politik erörtert – und man staunt darüber, wie sich die Bilder gleichen. Herausgeber sind der Sportsoziologe Prof. Dr. Jürgen Schwier und der Politolo-ge Prof. Dr. Claus LegPolitolo-gewie.

indirekter-freistoss.de ist die Fußball-Presseschau im Internet. Nahezu alle überregionalen und lokalen Sportredaktionen sind in dem großen Verteiler. Über den Confederations Cup 2005 hat das Team eine Presseanalyse erstellt, die laut Jan Christian Müller, Sportredakteur der Frankfurter Rundschau, „Kultstatus in der Branche erlangt“ habe.

• Oliver Fritsch

www.indirekter-freistoss.de • www.bpb.de/themen/ O1WYJ8,,0,Presseschau.html Presseschau mit der Bundeszentrale für politische Bildung

• www.fussball-konflikte.de/ fussball-konflikte.de, der Konfliktat-las zur Fußball-WM

• www.campus-verlag.de/pres-se/3593380323

Wettbewerbsspiele, das neuste ZMI-Buch aus der Campus-Reihe

AUS DER PRÄSIDIALVERWALTUNG

Dezernat A | Studien- und Forschungsangelegenheiten,

Wissenstransfer, Internationale Beziehungen

Internationaler Berater-Besuch

Die JLU ist im akademischen Jahr 2005/2006 eine von zwei deutschen und 38 europäischen Hochschulen, die von der Europäischen Kommission für einen internationalen ECTS/DS-Berater-Besuch (ECTS = European Credit Transfer and Accumulation System/DS = Diploma Supplement) ausgewählt wurde. Ziele des Besuchs sind Evaluation, Monitoring und die damit ein-hergehende Verbesserung des bestehenden ECTS/DS-Systems der JLU.

Am 13./14. Juli werden zwei internationale ECTS/DS-Berater die JLU zur korrekten Umsetzung des ECTS-Systems in modularisierten zweistu-figen Studiengängen beraten, den Sachstand einschätzen und Empfeh-lungen aussprechen. In den Besuch einbezogen sind neben den mit der Umsetzung von ECTS und DS befassten Verwaltungsmitarbeitern (SO-KRATES-Hochschulkoordinatorin im Akademischen Auslandsamt und Bologna-Koordinator) verschiedene Fachbereichsvertreter (Europabeauf-tragte/ECTS-Fachkoordinatoren), Studierende sowie Präsidiumsmit-glieder. Das Audit ist eine wichtige Voraussetzung für die für den 1. No-vember 2006 geplante Bewerbung der JLU um das „ECTS Label“.

Dezernat C | Personalangelegenheiten

Mit Ablauf des 30. Juni sind im Personaldezernat mit Erika Santer (Sach-gebiet wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte) und Christa Stock (Lehraufträge, Unfallangelegenheiten) zwei Mitarbeiterinnen in die Freistellungsphase der Altersteilzeit übergewechselt. Beide Mitarbeite-rinnen waren lange Jahre an der JLU beschäftigt und haben sich bei Stu-dierenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Kolleginnen und Kollegen große Anerkennung erworben. Die Sachbearbeitung für die wissenschaftlichen und studentischen Hilfskräfte hat ab 1. Juli Carola Waffenschmidt (Tel. 12375) übernommen. Die Abrechnung der von den Fachbereichen 01-10 erteilten Lehraufträge obliegt im Personaldezernat künftig Katrin Zutz (Tel. 12340).

Arbeitsunfälle von Angestellten, Arbeitern und Hilfskräften melden Betroffene bitte wie bisher und verwenden dabei das auf der Homepa-ge des Personaldezernats hinterlegte Formular. RückfraHomepa-gen beantwortet Eveline Schulte (Tel. 12356).

Dezernat D | Finanz- und Rechnungswesen Umsatzsteuererhöhung zum 1. Januar 2007

Ab 1. Januar 2007 wird der Regelsteuersatz zur Umsatzsteuer von der-zeit 16 % auf 19 % angehoben. Der ermäßigte Steuersatz bleibt wie seither mit 7 % bestehen. Die Höhe des Umsatzsteuersatzes richtet sich nach dem Zeitpunkt der Erbringung einer Lieferung beziehungsweise sonstigen Leistung, nicht nach dem Datum der Rechnungsstellung be-ziehungsweise Bestellung/Auftragsbestätigung.

Die Erhöhung des Regelsteuersatzes wirkt sich sowohl auf Rechnun-gen der Universität an Dritte (AusgangsrechnunRechnun-gen) als auch auf Rech-nungen an die Universität (EingangsrechRech-nungen) aus. Es wird empfoh-len, dies bei der Beschaffungsplanung im Rahmen der zugewiesenen Budgets zur Vermeidung von Mehrkosten zu berücksichtigen.

Nähere Informationen: Rundschreiben Nr. 15/2006

Personalüberleitung Administration Fachbereich Medizin

Im Zuge der Privatisierung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg erfolgte die Überleitung von Beschäftigten mit Aufgaben im Finanz- und Rechnungswesen für den Fachbereich 11 – Medizin zur Universitätsver-waltung. Die gegenwärtig noch in Räumen des Universitätsklinikums untergebrachten Beschäftigten sind seit 1. Januar 2006 im Dezernat Finanz- und Rechnungswesen, Abteilung Haushaltsmanagement und Steuerung (Leitung: Monika Schäfer-Steinmüller) integriert (Sachgebiet V: Finanz- und Rechnungswesen Fachbereich Medizin).

Die Geschäftsverteilung ist im Intranet ersichtlich unter www.uni-giessen.de/uni/verwaltung/dezd/D2

Dezernat E | Liegenschaften, Bau und Technik

Absperrungen, Umwege, Lärm: Seit Mai müssen die JLU-Mitarbeiterin-nen und -Mitarbeiter im Hauptgebäude kleinere Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen. Parkflächen im Bereich der Baustellenzufahrt sind ganz weggefallen; die Nutzung der übrigen Parkflächen zur Goethestraße hin ist erheblich eingeschränkt. Kein Zweifel, die Sanierung der Aula ist in vollem Gange. Zum 400. Geburtstag im kommenden Jahr soll sie dann wieder in neuem Glanze erstrahlen. Bis dahin heißt es, Geduld zu haben.

Neue Leitung der Abteilung Bau und Technik

Bauingenieurin (FH) Christine Rentel hat ab ersten Februar hat das Sach-gebiet „Bauunterhalt“ in der Abteilung „Bau und Technik“ von Rolf Balser übernommen. In ihrer neuen Funktion betreut sie mit drei Mit-arbeitern die gesamten Liegenschaften der JLU bezüglich Bauunterhalts. Zu den besonderen Aufgaben zählt zurzeit die Überwachung der Bau-maßnahmen in der Aula.

„Die 60er Jahre“

Bibliotheksnacht der Germanisten Unter dem Motto „Die 60er Jahre“ findet am 18. Juli in den Räumen der Fachbibliothek Germanistik eine Bibliotheksnacht statt. Auch in diesem Jahr tragen Studierende und Lehrende der Germanistik wieder gemeinsam zum vielseiti-gen Programm bei. In der Zeit von 21 bis 24 Uhr erwarten die Gäste zahlreiche Darbietungen von der klassischen Lesung bis hin zur multimedialen Installation. Ins-gesamt viermal haben die Besu-cher die Möglichkeit, sich für ei-ne der jeweils rund 20-minütigen Vorstellungen zu entscheiden. In den Pausen, in denen auch Gele-genheit zum Gespräch oder zur Diskussion besteht, werden die Gäste von der Fachschaft Germa-nistik mit Getränken bewirtet.

Die Bibliotheksnacht „Die 60er Jahre“ ist eine Veranstaltung der Fachbibliothek Germanistik und der Fachschaft Germanistik (sie-he auch Seite 12). Für die Orga-nisation ist die Leiterin der Fach-bibliothek Germanistik Dorette Ahlbrecht verantwortlich. Dorette Ahlbrecht Telefon: 0641/99-29181 Fax: 0641/99-29189 dorette.c.ahlbrecht@bibsys.uni-giessen.de

Foto: Charlotte Brückner

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uniforum

Nr. 3/6. Juli 2006

Thema

5

Von Dr. Arndt Schmehl

Die Einführung von Entgelten für den Besuch öffentlicher Hoch-schulen sieht sich erheblichen verfassungsrechtlichen Hürden gegenüber, die sich vor allem nach Artikel 59 Absatz 1 Satz 1 und 4 der Verfassung des Landes Hessen bemessen. Diese lauten wörtlich: „(Abs. 1) (Satz 1) „In al-len öffentlichen Grund-, Mittel-, höheren und Hochschulen ist der Unterricht unentgeltlich. […] (Satz 4) Es [scil.: Das Gesetz] kann anordnen, dass ein angemessenes Schulgeld zu zahlen ist, wenn die wirtschaftliche Lage des Schülers, seiner Eltern oder der sonst Un-terhaltspflichtigen es gestattet.“

Damit wird ein Verhältnis von Regel und Ausnahme aufgestellt: Grundsätzlich muss der Unter-richt an öffentlichen

Hochschu-len unentgeltlich sein. Das Parla-ment kann als Ausnahme hiervon ein „angemessenes“ Schulgeld – was nach dem systematischen Zusammenhang auch ein „Hoch-schulgeld“ sein kann – anordnen, wenn die in Satz 4 ausdrücklich genannten Voraussetzungen da-für gegeben sind. Die zitierten Angaben der Vorschrift sind ent-schieden und klar formuliert und insbesondere nicht schon dann erfüllt, wenn Entgelte eine allge-meine Anforderung „sozialer Aus-gewogenheit“ erfüllen sollten.

Vielmehr ist Art. 59 HV eine spezielle Ordnungsnorm im Sys-tem der Bildungsfinanzierung, die dem Gesetzgeber zwar Spiel-raum für bestimmte Entgelte be-lässt, diesen Raum aber insbeson-dere auf konzeptioneller Ebene einschränkt.

Das dem Gesetzesvorhaben

der hessischen Landesregierung in seiner gegenwärtig geplanten Form entsprechende Konzept besteht darin, dass grundsätzlich alle Studierenden entgeltpflichtig werden und zur sozialen Abfede-rung ein Kreditmodell eingesetzt wird. Als verfassungsrechtliche Grundlage wird im Wesentlichen die „Schulgeldklausel“ des Satzes 4 in Anspruch genommen.

Aus dem Wortlaut und dem systematischen Verhältnis zu Satz 1 ergibt sich jedoch die Stoßrichtung des Satzes 4, eine Eigenbeteiligungspflicht von ver-gleichsweise Bessergestellten zu ermöglichen. Würde Satz 4 die Heranziehbarkeit prinzipiell aller erlauben und die soziale Abfede-rung anderen Systemen überlas-sen, liefe zudem Satz 1 weitge-hend leer.

Es muss also eine Zone ohne

Studiengeld bestehen. Die wirt-schaftliche Lage muss ferner die Zahlung „gestatten“. Damit wird ersichtlich darauf abgehoben, dass die Zahlungspflicht kein er-hebliches Erschwernis in Bezug auf die Ausbildung sein darf. Dies muss durch eigene und gegen-wärtig verfügbare Mittel des Stu-dierenden oder seiner Unterhalts-verpflichteten gewährleistet sein, denn die Verfassung bezieht sich auf deren im Studienzeitraum gegenwärtig vorhandene wirt-schaftliche Lage. Eine mögliche künftige Erhöhung der Leistungs-fähigkeit, zumal wenn sie erst auf der Basis des zu finanzierenden Studiums erworben wird, ist an-gesichts dessen nicht einzube-rechnen. Die Leistungsfähigkeit im Rückzahlungszeitpunkt eines Darlehens genügt also nicht.

Die Gegenposition würde not-wendig voraussetzen, die einzel-nen Tatbestandsmerkmale des Art. 59 Abs. 1 Satz 4 HV auf un-terschiedliche Zeiträume anzu-wenden und somit auseinander zu lösen, indem die Schülereigen-schaft und die Zahlungspflicht auf die Gegenwart bezogen, das Kriterium der wirtschaftlichen Tragbarkeit aber in die Zukunft verlegt würde.

Aus der Erwägung, wonach an Kreditfinanzierungen durch die Verfassung gar nicht gedacht worden sei, folgt ebenfalls kein abweichendes Ergebnis, denn auch dann stünde die Entgelter-hebung außerhalb des von Satz 4 eröffneten Rahmens und folglich in dem Bereich, in dem es bei der Unentgeltlichkeitsregel des Sat-zes 1 bleibt. Darlehen stellen also die Verfassungskonformität von allgemeinen Studiengebühren in Hessen nicht her.

Der Verfasser Dr. Arndt Schmehl ist Privatdozent am Fachbereich 01 – Rechtswissenschaft der

Justus-Liebig-Universität und zurzeit Lehrstuhlvertreter für Öffentliches Recht, Finanz- und Steuerrecht an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg.

Unsere Nachbarländer Baden-Württemberg, Bayern, Nieder-sachsen und Nordrhein-Westfalen haben bereits Entscheidungen zu Studienbeiträgen getroffen oder bereiten sie vor. Gleiches gilt für das Saarland und Hamburg. Ein Ausweichen von Studienbewer-bern aus diesen Ländern würde kein Bundesland annähernd so stark treffen wie das zentral ge-legene Hessen. Unausweichliche Folge wären erhebliche Zulas-sungsbeschränkungen an unse-ren Hochschulen. Genau das liefe aber dem erklärten Ziel zuwider, mehr und besser qualifizierte Akademiker auszubilden. Doch

bei dieser Konsequenz bliebe es nicht einmal. Viel schwerer wiegt noch, dass es in Ländern mit Stu-dienbeiträgen einen – übrigens nur auf diese Weise zu bewir-kenden – Quantensprung in der Finanzierung der Hochschulen geben wird, der zu einer deutli-chen Steigerung der Qualität der

Lehre und der Attraktivität der Studienangebote führen wird. Obwohl in Hessen mit 1,2 Milliar-den Euro im Jahr noch nie so viel Geld für die Hochschulen ausge-geben worden ist, würde das Land nicht mithalten können. Anders gesagt: Wir würden dann mit un-serer Hochschulausbildung ein Produkt anbieten, das nicht mehr konkurrenzfähig wäre. Das aber wäre gegenüber den Hochschu-len und den Studierenden verant-wortungslos!

Daher hat die Hessische Lan-desregierung beschlossen, vom Wintersemester 2007/2008 an allgemeine Studienbeiträge von 500 Euro je Semester einzuführen und die Einnahmen allein den Hochschulen zur Verfügung zu stellen. Kein Cent davon wird zum Stopfen irgendwelcher Haushalts-löcher benutzt. Die Hochschulen werden vielmehr über die Verwen-dung der Mittel, über die vorher die Studierenden mitentschieden haben, im Rahmen ihrer Berichts-pflicht gegenüber dem Ministe-rium Rechenschaft ablegen. Das Geld kommt ihnen zusätzlich zu der genannten staatlichen Fi-nanzierung zugute, die in ihrem Volumen durch den Hochschul-pakt bis einschließlich 2010 ver-bindlich festgeschrieben ist. Die Einnahmen von schätzungsweise 135 Millionen Euro werden also zu einer Erhöhung der den Hoch-schulen zur Verfügung stehenden Mitteln um durchschnittlich rund zehn Prozent führen. Durch die nur so mögliche erhebliche Stei-gerung der Qualität der Lehre, ins-besondere der Betreuungsintensi-tät, werden die Hochschulen des

Landes in die Lage versetzt, ihre gute Position im nationalen und internationalen Wettbewerb nicht nur zu erhalten, sondern weiter zu verbessern. Für die Justus-Lie-big-Universität Gießen mit ihrem Landeszuschuss von zur Zeit 203,8 Millionen Euro errechnet sich ein Plus von 18 Millionen Euro.

Studienbeiträge sind also eine Investition in die Zukunft, die sich in mehrfacher Hinsicht

aus-zahlt. Die Studierenden erhalten dadurch künftig deutlich verbes-serte Leistungen der Hochschule und sie legen ein Fundament für die eigene berufliche und mithin wirtschaftliche Zukunft. Dabei handelt es sich immer nur um eine anteilige Mitfinanzierung der Gesamtkosten eines Studi-ums, dessen tatsächliche Kosten beispielsweise in den Sozialwis-senschaften bei rund 25.000 Eu-ro oder in der Medizin bei etwa 150.000 Euro liegen. Diese Kosten werden zur Zeit allein aus Steu-ermitteln finanziert, während in vielen nicht akademischen Ausbildungsberufen längst Ent-gelte zu zahlen sind. So müssen beispielsweise im Handwerk für die Qualifizierung zum Meister in der Regel fünfstellige Beträge

aufgewendet werden. Studienbei-träge sind insofern auch BeiStudienbei-träge zur sozialen Gerechtigkeit.

Die Landesregierung hat sehr genau darauf geachtet, dass die Aufnahme eines Studiums auch künftig ohne zusätzliche finan-zielle Belastungen während des Studiums möglich bleibt und nicht von der wirtschaftlichen Lage des Bewerbers oder der El-tern abhängt. Das Beitragsmodell

sieht nämlich die Finanzierung durch ein Studiendarlehen vor. Jeder Studierende, der die persön-lichen Voraussetzungen erfüllt, hat darauf Anspruch, unabhän-gig vom gewählten Studiengang und unabhängig von seiner Boni-tät. Die Rückzahlung erfolgt erst zwei Jahre nach Abschluss des Studiums und auch dann nur bei Überschreiten bestimmter Einko-mensgrenzen: Diese liegt bei ledi-gen Kinderlosen bei 1.060 Euro netto im Monat. Für einen nicht verdienenden Ehegatten kommen 480 Euro und für jedes Kind 435 Euro dazu. Für eine Familie mit zwei Kindern komme ich also auf 2.410 Euro. Wer weniger hat, zahlt nicht. Und die Rückzahlungsraten legt der Absolvent fest, nämlich wahlweise 50, 100 oder 150 Euro

im Monat. Diese Belastung sollte man auch ins Verhältnis zu den durchschnittlichen Einkommen von Akademikern setzen und der Tatsache, dass diese im Vergleich zur Gesamtbevölkerung deutlich weniger von Arbeitslosigkeit be-troffen sind.

Und noch etwas zu der Frage, wie es sich mit ausländischen Stu-dierenden verhält. Da ist offenbar gezielt Desinformation gestreut

worden. Tatsache ist: Der Gesetz-entwurf verpflichtet keinen einzi-gen ausländischen Studierenden, mehr als 500 Euro zu zahlen. Es wird den Hochschulen lediglich die Möglichkeit eingeräumt, von so genannten Bildungsauslän-dern aus nicht-EU-Staaten höhere Beiträge bis 1.500 Euro zu erhe-ben. Dabei geht es nicht um den, sagen wir, Studenten der Elektro-technik aus einem afrikanischen Land an einer Fachhochschule. Ich kann mir nicht nur beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Hochschule hier höhere Gebühren fordern würde, ich ver-mute eher, dass sie von den auch speziell für ausländische Studie-rende vorgesehenen Befreiungs-möglichkeiten Gebrauch machen würde. Aber warum sollte etwa

der Musikhochschule in Frank-furt verboten werden, einen Stu-dierenden aus Japan, der sich dort den letzten Schliff als Konzertpi-anist holt und für den das Land, also der hessische Steuerzahler, jedes Jahr mehr als 20.000 Euro aufwendet, mit 3.000 Euro im Jahr an den tatsächlichen Kosten der Ausbildung zu beteiligen. Diese Summe liegt im Übrigen weit un-ter dem, was an entsprechenden Hochschulen in anderen Staaten zu zahlen ist.

Ich habe keinerlei Grund zu der Annahme, dass die Hochschulen mit dieser Regelung nicht verant-wortungsvoll umgehen würden. Sie könnten damit beispielsweise auch neue, bisher nicht finanzier-bare Studiengänge mit erhöhtem Betreuungs- und Lernmittelauf-wand entwickeln und so weitere Schwerpunkte in ihrer Profilbil-dung setzen. Ich möchte damit also ein Element von Flexibilität und Wettbewerb im internationa-len Kontext schaffen, bei dem jede Hochschule selbst prüfen können soll, ob und gegebenenfalls wie es am sinnvollsten genutzt werden kann. Das gilt übrigens auch für die Regelung, bis zu fünf Prozent der Studierenden wegen besonde-rer Leistungen von den Beiträgen zu befreien.

Der Studienbeitrag ist fair, er ist finanzierbar und er ist sozial aus-gewogen – und er wird auch in Hessen den beabsichtigten Quan-tensprung in der Verbesserung der Studienbedingungen und der Qualität des Studiums ermögli-chen.

www.hmwk.hessen.de

Beiträge für ein

erfolgreiches Studium

von Udo Corts, Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst

Differenziertes Bild

zu Studiengebühren

Online-Umfrage von Prof. Wolfgang Scherf unter angehenden Ökonomen

Von Prof. Dr. Wolfgang Scherf

Über 400 Studierende der Wirt-schaftswissenschaften haben sich an einer von Prof. Dr. Wolf-gang Scherf durchgeführten On-line-Umfrage zur Einführung von Studiengebühren in Hessen betei-ligt. Im Gegensatz zur aktuellen öffentlichen Diskussion und zur überwiegenden Berichterstattung in den Medien ergab sich dabei ein durchaus differenziertes Bild von der Stimmungslage unter den angehenden Ökonomen.

Nicht grundsätzlich gegen Studiengebühren

Die Studierenden der Wirtschafts-wissenschaften, die sich an der Umfrage beteiligt haben, sind nicht grundsätzlich gegen Studi-engebühren. Eine fundamentale Ablehnung findet sich nur bei 31,2 Prozent. Freilich positionie-ren sich weitere 28,5 Prozent eher gegen die Gebührenlösung, so dass die Bedenken mit insgesamt 59,8 Prozent überwiegen. Im-merhin rund ein Drittel spricht sich aber eher (23,4 Prozent) oder sogar uneingeschränkt (9,0 Pro-zent) für die Einführung von Stu-diengebühren aus.

Hauptziel:

Verbesserung der Lehre

Für den Fall ihrer Einführung fordern die Studierenden mit 75,1 Prozent am häufigsten die Verwendung der Studiengebüh-ren zur Verbesserung der Lehre. Wichtig erscheint ihnen auch der Verzicht auf staatliche Mittelkür-zungen (68,8 Prozent) sowie die Möglichkeit einer Kreditfinanzie-rung mit späterer einkommens-abhängiger Rückzahlung (67,3 Prozent). Weniger Zustimmung finden Forderungen nach einem Entscheidungsrecht der Hoch-schulen (46,1 Prozent) oder nach einer Differenzierung der Gebüh-ren für die einzelnen Studiengän-ge (23,7 Prozent).

Unbekanntes Modell der Landesregierung

Einem großen Teil der Studieren-den ist das Modell der hessischen Landesregierung bislang noch unbekannt. Darauf deutet jeden-falls der hohe Anteil von knapp einem Drittel unentschiedener oder nicht abstimmender Umfra-geteilnehmer. Ansonsten über-wiegt die Skepsis. Nur 17,4 Pro-zent beurteilen das Modell unein-geschränkt oder in der Tendenz positiv, während 53,4 Prozent zu einem uneingeschränkt oder in der Tendenz negativen Urteil gelangen. Hier besteht offenbar noch Aufklärungsbedarf, denn das Modell der Landesregierung erfüllt weitgehend die von den Studierenden selbst als wichtig eingestuften Kriterien.

Die Online-Umfrage führte Prof. Dr. Wolfgang Scherf, Professur für Volkswirtschaftslehre und Öffent-liche Finanzen am Fachbereich 02 – Wirtschaftswissenschaften zwischen 12. Mai und 16. Juni durch. Abstimmen konnten registrierte Nut-zer des Students Personal Informa-tion Center (SPIC). Es nahmen 410 Nutzer teil. Sie antworteten differen-ziert zu folgenden drei Fragen: Sind Sie grundsätzlich für oder gegen die Einführung von Studiengebühren? Falls Studiengebühren eingeführt werden: Welche Rahmenbedingun-gen erscheinen Ihnen besonders wichtig? Wie beurteilen Sie das vorliegende Konzept der Hessischen Landesregierung zur Einführung von Studienbeiträgen?

Insgesamt sind rund 1.600 Studie-rende am Fachbereich 02 einge-schrieben. Prof. Scherf hatte sich im Senat der JLU als Einziger gegen die Resolution ausgesprochen, in der der Senat Studiengebühren grundsätzlich abgelehnt hatte. http://wi.uni-giessen.de/gi/dl/ showfile/Scherf/10382/Umfrage. pdf

Campus Camping: Mitglieder des AStA und weitere Studierende campieren aus Protest gegen die geplanten Stu-diengebühren vor dem Philosophikum I in Zelten. Ihre Botschaft „Reiche Eltern für alle“ verfehlt ihre Wirkung nicht.

Udo Corts

Quelle: HMWK

Allgemeine Studiengebühren in Hessen –

verfassungskonform dank Kreditgewährung?

Foto: Rolf W

Abbildung

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Referenzen

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