Sachstandsbericht zum Handlungsprogramm Klimaschutz 2020 in Dortmund. Abgeschlossene oder in der Umsetzung befindliche Maßnahmen

Volltext

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Sachstandsbericht zum Handlungsprogramm Klimaschutz 2020 in Dortmund

Abgeschlossene oder in der Umsetzung befindliche Maßnahmen

Stand Oktober 2014

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INHALT

1 CO2-Bilanz 2011/2012 ... 6

2 Handlungsfeld Kommunale Gebäude- und Stadtentwicklung... 7

2.1 Green IT ... 7

2.2 Energieeffizienz in der Straßenbeleuchtung... 8

2.3 Energieversorgung städtischer Objekte... 9

2.4 Klimaneutraler Zoo Dortmund 2030... 9

2.5 Energetische Sanierung nach Passivhausstandard...10

2.6 Klimafreundliches Beschaffungswesen...10

3 Handlungsfeld Energieeffizienz im Gebäudebestand ...11

3.1 Initial- und Förderberatung Gebäudeenergieeffizienz ...11

3.2 100EnergiePlusHäuser für Dortmund ...11

3.3 Nachtspeicheraustausch ...11

3.4 Innovation Business Park...12

3.5 Energieeffizienzquartier Unionviertel...12

3.6 Caritas Projekt Energiesparservice in einkommensschwachen Haushalten...13

3.7 ÖKOPROFIT Dortmund ...14

4 Handlungsfeld Erneuerbare Energien und Energieversorgung...15

4.1 Ausbau Photovoltaik ...16

4.2 Windkraft Repowering und Ausbau ...17

4.3 Holzhackschnitzel und Holzpellets ...18

4.4 KuLaRuhr...19

4.5 Nutzung von Abwärme aus Abwasser ...19

4.6 Aquaponik ...19

4.7 Ausbau der oberflächennahen Geothermie ...20

5 Handlungsfeld Strukturübergreifende Maßnahmen...20

5.1 Koordinierungsstelle Klimaschutz und Klimafolgenanpassung im FB 60...20

5.2 Verwaltungsinterner Konsultationskreis Energieeffizienz und Klimaschutz (InKEK)...21

5.3 Kampagne Klima für Klimaschutz...21

5.4 Dortmunder Dachmarke...21

5.5 Selbstverpflichtung für Klimaschutz in Dortmund...22

5.6 Klimasparbuch...22

5.7 Schulkino...22

6 Handlungsfeld Mobilität mit dem Maßnahmebündel Radverkehr und Radfahrklima schaffen ...22

6.1 Radfahrklima schaffen ...23

6.1.1 Fahrrad-Sternfahrt Dortmund...23

6.1.2 Aktion Stadtradeln 2014 ...23

6.1.3 e-Cargo-Bikes...24

6.1.4 Bambus-Fahrräder ...24

6.2 Radwege und Fahrradparkplätze weiter ausbauen ...25

6.3 Radstation Dortmunder HBF...25

6.4 Fahrradschnellweg als Pilotprojekt ...26

6.5 Barrierefreier Ausbau der Haltestellen ...26

6.6 E-Mobilität ...26

6.6.1 Ladeinfrastruktur...27

6.6.2 Nationale Förderprojekte...27

6.6.3 Kommunale Unterstützung...27

6.6.4 Öffentlichkeitsarbeit ...27

6.6.5 Fahrzeuge...28

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6.6.6 Ausblick...28

6.7 Verwaltungsinternes Mobilitätsmanagement...28

6.8 Kinder- und Jugendmobilitätskonzept für Dortmund „So läuft das“ ...29

7 dlze ...29

7.1 Energieberatung...30

7.2 Kampagne zur energetischen Gebäudesanierung ...31

7.2.1 Ratgeber „Energiesparendes Bauen und Modernisieren“...31

7.2.2 EnergeTisch - Vorträge mit Möglichkeit zum Gespräch ...31

7.2.3 Ausstellung auf Messen...32

7.2.4 Werbeaktion Heizungstechnik ...32

7.3 Projekte des dlze...33

7.3.1 AMeG – Aktivierung von MigrantInnnen zur energetischen Gebäudemodernisierung ...33

7.3.2 Wettbewerb gemeinsam mit der BVB-Stiftung „leuchte auf“...33

7.3.3 Qualifizierung des Handwerks...33

7.4 Ausweitung des Angebotes...34

7.4.1 Strommessgeräte in der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund ...34

7.4.2 Kleidertauschparty...34

7.5 Netzwerke...34

7.5.1 altbauNeu...34

7.5.2 IdEE Netzwerk Nordstadt ...35

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Glossar

Aquaponik Ein Verfahren, das Techniken der Aufzucht von Fischen in Aquakultur und der Kultivierung von Nutzpflanzen in Hydrokultur verbindet.

BMU Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

BHKW Blockheizkraftwerk

CO2 Kohlenstoffdioxid

dlze Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz

EnEV Energieeinsparverordnung

EEG Erneuerbare Energiengesetz

FB Fachbereich

FH Fachhochschule

GHD Gewerbe, Handel, Dienstleistungen

green IT Die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie (IT) über deren gesamten Lebenszyklus hinweg umwelt- und ressourcenschonend zu gestalten

GWh Gigawattstunden

Handlungsfeld Im HP 2020 gibt es rund 100 Einzelmaßnahmen die durch eine Top-50-Liste priorisiert wurden. Die Maßnahmen im HP 2020 wurden 5 Handlungsfeldern zugeordnet

Hi Heizwert

HWK Handwerkskammer

HP 2020 Handlungsprogramm Klimaschutz 2020 in Dortmund

IHK Industrie- und Handelskammer

KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau

KMU Kleine und mittlere Unternehmen

kWel Kilowatt elektrisch

kWh Kilowattstunde

KWK Kraft-Wärme-Koppelung

KWKG Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz

LED Light Emitting Diode

MFH Mehrfamilienhaus

MIV Motorisierter Individualverkehr

MWh Megawattstunde

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Passivhaus Die Häuser werden „passiv“ genannt, weil der überwiegende Teil des Wärmebedarfs aus „passiven“ Quellen gedeckt wird, wie Sonneneinstrahlung und Abwärme von Personen und technischen Geräten

Primärenergie Als Primärenergie bezeichnet man in der Energiewirtschaft die Energie, die mit den natürlich vorkommenden Energieformen oder Energiequellen zur Verfügung steht, etwa als Kohle, Gas, Sonne oder Wind.

PV Photovoltaik

QM Qualitätsmanagement

T Tonne

U-Wert Wärmedurchgangskoeffizient/Wärmedämmwert

VZ Verbraucherzentrale

WE Wohneinheit (eine nach außen abgeschlossene Unterkunft, in welcher ein Haushalt geführt werden kann)

THG Treibhausgas-Emissionen

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1 CO2-Bilanz 2011/2012

Um die Entwicklung der Energiebedarfe, der Treibhausgasemissionen und in diesem

Zusammenhang, die Wirkung von Klimaschutzmaßnahmen in Dortmund abbilden zu können, hat der Rat der Stadt Dortmund die Verwaltung beauftragt, in einem Rhythmus von zwei Jahren eine Energie- und CO2-Bilanz zu erheben.

Die Erstellung der Bilanz ist als handlungsfeldübergreifende Maßname (ÜM 2) im

Handlungsprogramm Klimaschutz 2020 verankert. Zuletzt wurde die Bilanz 2009/2010 erstellt.

Die Bilanzierung erfolgt mit einer Verzögerung von etwa 2 Jahren, was der fehlenden Verfügbarkeit externer Daten geschuldet ist. Die Bilanz 2009/2010 zeigt eine deutliche Erhöhung an Energiebedarfen und Treibhausgasemissionen. Dies ist darin begründet, dass hier erstmalig nicht nur die Energiemengen des Grundversorgers (DEW21), sondern alle

Netzdurchgangsmengen, also auch Mengen weiterer Energieanbieter, berücksichtigt wurden.

Diese Bilanzierungsmethode wird so auch fortgeführt. Derzeit werden die Bilanzierungen für die Jahre 2011 und 2012 vorgenommen. Die Energie- und CO2- Bilanz für das Jahr 2012 wird vom Regionalverband Ruhr (RVR) erstellt. Hierzu wurde am 12.11.2013 ein entsprechender

Beschluss des Verwaltungsvorstands gefasst und zwischen dem Umweltdezernat und dem RVR eine Vereinbarung getroffen. Die Bilanz 2012 wird voraussichtlich im Frühjahr 2015 fertig gestellt sein. Die Bilanz für das Jahr 2011 wird aktuell im Umweltamt kostenneutral selbst erstellt. Die ersten Ergebnisse werden im Sachstandsbericht präsentiert. Eine Vorlage an den Rat der Stadt Dortmund zur Energie- und CO2-Bilanz 2011/2012 wird bei Verfügbarkeit der Bilanz 2012 auf den Weg gebracht.

Abbildung 1 Entwicklung der Energiebedarfe in Dortmund von 1990 - 2011 in Megawattstunden pro Jahr

Abbildung 2 Entwicklung der CO2-Emissionen in Dortmund 1990 - 2011 in Tonnen pro Jahr

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Um die bereits erreichten Einsparungen zu verdeutlichen werden die aktuellen Energiebedarfe bzw. Emissionen den Daten von 1990 gegenübergestellt. Ziel des Handlungsprogramms Klimaschutz ist die Reduzierung der CO2-Emissionen um 40% bis 2020 gegenüber dem Basisjahr 1990.

Abbildung 3 Reduzierung der Energiebedarfe in Dortmund seit 1990

Abbildung 4 Jährlich eingesparte CO2-Emissionen in Dortmund seit 1990

Die Differenz zwischen den Energie- und CO2-Einsparungen ist darin begründet, dass der Anteil der Erneuerbaren Energien an den eingesetzten Energien stetig wächst.

2 Handlungsfeld Kommunale Gebäude- und Stadtentwicklung 2.1 Green IT

Der Computer ist gegenwärtig das elementarste Hilfsmittel für Verwaltungsarbeit. Etwa 6.600 Computerarbeitsplätze, über 360 Räume für Netzwerktechnik in den Verwaltungsgebäuden und ein hochproduktives Rechenzentrum unterstützen die Verwaltung bei den täglichen Aufgaben.

Damit ist die IT-Infrastruktur der größte Energieverbraucher nach dem Wärmebedarf für die Gebäude. Der hohe Energiebedarf schafft auch die Möglichkeit hoher Energieeinsparungen. Um die Energieeffizienz in allen Ebenen der IT-Infrastruktur zu steigern und um soziale

Gerechtigkeit und Fairness bei der Beschaffung und Entsorgung von IT-Gerät zu gewährleisten, wurde eine fachbereichsübergreifende Arbeitsgruppe bestehend aus dem Dortmunder

Systemhaus, der Koordinierungsstelle Klimaschutz, dem Energiemanagement, dem Agenda- Büro, dem Vergabe- und Beschaffungszentrum sowie dem Liegenschaftsamt gebildet.

Nach einer enormen Effizienzsteigerung durch den Umzug des Rechenzentrums und der

Umsetzung von Maßnahmen im Bereich der Büroumgebung wurden jüngst die Netzwerktechnik und der Datenauslagerungsstandort durch den TÜV Rheinland begutachtet. Diese Maßnahme wurde als Klimaschutzteilkonzept durch das Bundesumweltministerium gefördert. Damit ist Dortmund bundesweit die erste Kommune mit einem Green-IT Klimaschutzkonzept.

Die Ergebnisse zeigen, dass die IT-Infrastruktur einen sehr hohen Anteil an dem Strombedarf der Verwaltung hat. Der gesamte Energiebedarf der IT in der Verwaltung beträgt in 2013 8095

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Megawattstunden (MWh). Das sind etwa 61,5 % des gesamten Strombedarfs in der Verwaltung.

Die folgenden Grafiken verdeutlichen die Verteilung der Strombedarfe sowie die Potenziale für die Energieeinsparung und CO2-Minderung in der Verwaltung.

Abbildung 5 Energiebedarfe der einzelnen Bereiche am Gesamtenergiebedarf der IT-Infrastruktur

Abbildung 6 Monetäre Einsparpotenziale in Euro Abbildung 7 potenzielle CO2-Einsparung in Tonnen pro Jahr

Mit der Umsetzung von Maßnahmen im Zuge des Umzuges des Rechenzentrums werden heute bereits 500 Megawattstunden jährlich eingespart. Als nächste Maßnahme steht der Einsatz an intelligenten Datenspeichern an, die in der Lage sind zu erkennen, ob eine Datei an

unterschiedlichen Orten mehrfach existiert. Damit werden erhebliche Mengen an bisher benötigten Speichervolumen, Rechenleistungen und entsprechender Energiebedarfe vermieden.

Projektträger: FB 10, 60, 65, 23

2.2 Energieeffizienz in der Straßenbeleuchtung

Im Rahmen der Klimaschutzinitiative fördert das BMU seit 2011 auch Klimaschutztechnologien bei der Stromnutzung. Damit wird insbesondere der Einbau hocheffizienter LED-

Beleuchtungstechnik bei der Sanierung der Straßenbeleuchtung mit einem CO2- Minderungspotenzial von mindestens 60 % angesprochen.

In 2013 wurden 296 Leuchten – vornehmlich in Einkaufsstraßen und auf Plätzen – sowie in Anliegerstraßen auf LED-Technik umgestellt. Außerdem wurde, wo immer die

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Randbedingungen es zuließen, eine Leistungsreduzierung eingebaut. Das bedeutet, dass hier der ohnehin geringe Stromverbrauch während der besonders verkehrsschwachen Nachstunden noch zusätzlich gedrosselt wurde. Der Stromverbrauch sank so um rd. 110.000 kWh pro Jahr, entsprechend 70 %.

Bis zum 30.04.2013 wurden auch die Umrüstungsmaßnahmen aus der Fördermaßnahme 2012 durchgeführt. In der Überdachung vor dem Hauptbahnhof wurden 49 Tiefstrahler erneuert.

Weitere 24 Straßenleuchten mit veralteter Lichttechnik in verschiedenen Stadtbezirken wurden auf LED-Technik umgestellt. Die Energieeinsparung beträgt rd. 80 %.

Die Maßnahmen 2014 werden aktuell umgesetzt. Hierbei erfolgt die Umrüstung von 237 Ringleuchten „Modell Dortmund“ auf LED-Technik. Die Einsparung an Energie liegt bei über 38.000 kWh pro Jahr.

Über diese Fördermaßnahmen hinaus werden natürlich bei Erweiterungen und Erneuerungen im Beleuchtungsnetz alle Möglichkeiten der Effizienzsteigerung ausgeschöpft.

Projektträger: FB 66

2.3 Energieversorgung städtischer Objekte Betriebshof Westerholz

Die Stadt Dortmund hat auch eine Vorbildfunktion bei der energetischen Sanierung ihrer

Immobilienund erfüllt diese umfänglich am Beispiel des Forstbetriebshofs Westerholz mit einem Förderzuschuss aus der nationalen Klimaschutzinitiative des BMU. Das Gebäude liegt innerhalb eines Naherholungsbereiches (Fredenbaumpark) und verfügt über öffentliche Toiletten. Damit wird das Gebäude im öffentlichen Raum besonders wahr genommen. Das Wirtschaftsgebäude, Baujahr 1958, verfügt derzeit über keine Wärmedämmung und wird durch dezentrale

Gasradiatoren beheizt. Neben dem sehr hohen anlagenbedingten Verbrauch an Erdgas, tragen auch besondere Nutzungsanforderungen und fehlende Nachtabsenkung zur Ineffizienz der Wärmeversorgung bei. Derzeit liegen die jährlichen Wärmeenergiebedarfe bei rd. 150.000 kWh/a. Dies ergibt einen spezifischen Wärmebedarf von 682 kWh/(m2* a) bei einer

Bruttogesamtfläche (BGF) von 220 m2. Mit der energetischen Sanierung können vor Ort 93%

der jährlichen CO2-Emissionen vermieden werden. Baubeginn ist der 03.11.2014. Geplanter Abschluss der Maßnahme ist voraussichtlich im August 2015.

Projektträger: FB 65, 23 und 60

2.4 Klimaneutraler Zoo Dortmund 2030

Im Zeitraum Oktober 2011 bis August 2012 wurde durch ein Konsortium aus der Fa. B.A.U.M.

Consult und dem Ökozentrum Hamm, ein Energiegutachten für den Dortmunder Zoo angefertigt.

Das Gutachten beinhaltet im Wesentlichen die Bewertung von drei Referenzgebäuden, den möglichen Einsatz Erneuerbarer Energien zur Versorgung des Zoos und mögliche

organisatorische Maßnahmen zur Senkung des Energiebedarfes und zur Steigerung der

Energieeffizienz. Die empfohlenen Handlungsalternativen im Bereich der Gebäudesanierung und beim Einsatz Erneuerbarer Energien weisen Schnittstellen zum Handlungsprogramm

Klimaschutz 2020 auf.

Zur Beurteilung des Einsatzes Erneuerbarer Energien wurde der Klimaschutzmanager des FB 60 bereits frühzeitig eingebunden. Derzeit wird geprüft, ob mittels eines Energieeinsparcontractings die Modernisierung ausgewählter Gebäude des Zoos ökonomisch und ökologisch darstellbar ist.

Bei einem Energieeinsparcontracting werden die Investitionen Dritter in die

Gebäudemodernisierung über die eingesparten Energiekosten refinanziert. Im Zuge des

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Contracting-Verfahrens wird auch die Umstellung der Energieversorgung aufgegriffen werden.

Hier liegt die bereits angedachte Verwertung von verfügbarer Biomasse nahe.

Ziel des Projektes ist die Klimaneutralität des Dortmunder Zoos bis zum Jahr 2030.

Projektträger: FB52, 60 und 65

2.5 Energetische Sanierung nach Passivhausstandard

Die baulichen Maßnahmen der städtischen Immobilienwirtschaft laufen nach einer klar gegliederten Ablauforganisation ab. Dabei werden die Bewertungskriterien für nachhaltiges Bauen berücksichtigt. Neben einer ökonomischen Betrachtung mittels

Wirtschaftlichkeitsberechnung, finden auch die ökologischen und soziokulturellen

Auswirkungen Berücksichtigung. So wird besonders auf die Einsparung von Energie, bzw. dem geringsten Einsatz von Energie für die Nutzung der Immobilien Wert gelegt und das

Einsparungspotential des CO2-Ausstoßes dargestellt.

Die ganzheitliche Betrachtung von Immobilien wird durch eine Berechnung der Lebenszykluskosten sichergestellt. Das gesamte Planungsteam untersucht z.B. bei Neubauvorhaben unterschiedliche Wärmeenergieversorgungen in Abhängigkeit der Dämmeigenschaft der Gebäudehülle und identifiziert so die optimale Ausführungsart.

Aktuell konnte für das Erweiterungsbauwerk an der Grundschule Kirchhörde ein Passivhaus- Gebäude, durch das ausgezeichnete Zusammenspiel der einzelnen Fachgebiete, entwickelt werden. Das erste öffentliche Gebäude in Passivhaustechnik auf Dortmunder Stadtgebiet wird durch den geringen Energieverbrauch nicht nur zu Kosteneinsparung und geringem CO2-Ausstoß beitragen, sondern den Schülern durch die integrierte Lüftung auch ein gesundes Raumklima und somit besser Lernbedingungen bieten.

Projektträger: FB 65

2.6 Klimafreundliches Beschaffungswesen

Das Vergabe- und Beschaffungszentrum führt als zentraler Einkaufs-Dienstleister Vergaben für Waren, Dienstleistungen und Bauleistungen für die Stadt Dortmund durch.

Durch diese Zentralisierung der Vergaben und die Übernahme der Prozessverantwortung kann gewährleistet werden, dass Zielsetzungen auch hinsichtlich „nachhaltiger“ Aspekte innerhalb der Vergabeverfahren besser berücksichtigt werden können.

Die Stadt Dortmund ist sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und setzt sich im Rahmen der Lokalen Agenda 21 für eine nachhaltige Entwicklung ein. Dies setzt im

Zusammenhang mit öffentlichen Beschaffungen voraus, dass nicht nur rein ökonomische Kriterien betrachtet, sondern auch die gesellschaftlichen Auswirkungen berücksichtigt werden müssen. Die von der Stadt Dortmund verfolgte Zielsetzung liegt in einer ausgewogenen Berücksichtigung von ökonomischen, sozialen, ökologischen und innovativen Aspekten innerhalb der Vergabeverfahren. Diese Aspekte können z.B. bei der Definition des

Leistungsgegenstands, bei der Ausgestaltung des Vertragswerks (zusätzliche Bedingungen für die Ausführung des Auftrags) oder bei der Festlegung der Zuschlagskriterien in das Verfahren einfließen.

Beispielsweise bei IT-Beschaffungen werden Umwelt-Aspekte gleichermaßen neben

Wirtschaftlichkeits- und Sicherheitsaspekten berücksichtigt. Energie- und Umweltsiegel werden regelmäßig gefordert. Die erwarteten Energieverbrauchskosten im Lebenszyklus der

Komponenten werden im Rahmen der Angebotswertung unmittelbar berücksichtigt, sodass auch teurere Komponenten mit geringem Energieverbrauch die wirtschaftlichere Variante darstellen können.

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Es wird weiterhin darauf geachtet, dass nach dem Nutzungsende von IT-Komponenten eine umweltschonende bzw. umweltverträgliche Entsorgung bzw. ein Recycling möglich ist.

Im Rahmen des Projektes „Green IT“, welches federführend durch dosys bearbeitet wird, werden weitere Möglichkeiten zur klimafreundlichen Beschaffung ermittelt.

Projektträger: FB 19

3 Handlungsfeld Energieeffizienz im Gebäudebestand 3.1 Initial- und Förderberatung Gebäudeenergieeffizienz

Viele Gebäudeeigentümer fühlen sich angesichts der Herausforderungen bei der Umsetzung von Sanierungsprojekten überfordert. Eine Initialberatung zu den Möglichkeiten gekoppelt mit einer konkreten Empfehlung zum weiteren Vorgehen erhöht die Umsetzungsrate der

Sanierungsmaßnahmen. Das mit der Koordinierungsstelle Klimaschutz verbundenedlze – Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutzbietet hier die umschließende Klammer und ist Anlaufstelle der Beratung.

(Siehe dazu Punkt 6) Projektträger: FB 60

3.2 100EnergiePlusHäuser für Dortmund

Im Rahmen der Kampagne 100 EnergiePlusHäuser für Dortmund, sollen von 2011 bis 2016, 100 Wohneinheiten realisiert werden. Die Stadt Dortmund reserviert speziell für

EnergiePlusHäuser 75 geeignete Grundstücke und bietet ein umfassendes Qualitätsmanagement und Beratungsangebot an.

2013 wurde die Kampagne mit dem Deutschen Solarpreis von EUROSOLAR, der europäischen Vereinigung für erneuerbare Energien e.V., ausgezeichnet. Im gleichen Jahr hat die Stadt Dortmund einen Architekturwettbewerb für EnergiePlusHäuser ausgelobt, der in der Architektenschaft eine große Resonanz gefunden hat und zu dem viele innovative Beiträge eingereicht wurden. Wenn 2016 das 100. EnergiePlusHaus fertig gestellt wird, werden jährlich 100 t CO2eingespart

Die gute Dämmung und Komfortlüftung eines Passivhauses in Kombination mit einer

Photovoltaikanlage auf dem Dach führt zu einem Energieüberschuss bzw. einem „PLUS“ von 1.000 kWh oder mehr pro Jahr und Haus..

Bis Ende 2014 konnten bereits 30 Wohneinheiten als EnergiePlusHäuser realisiert werden.

Weitere 5 Objekte sind im Bau und 117 Wohneinheiten in der konkreten Planung. Die ursprünglich für Einfamilienhäuser konzipierte Kampagne zum Energie-Plus-Standard deckt mittlerweile ein weites Spektrum des Wohnungsbaus ab. So plant der Spar- und Bauverein e.G.

in Do-Schüren an der Bergparte 65 Mietwohnungen. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft DOGEWO hat am PHOENIX See eine Kindertagesstätte mit 4 Gruppen realisiert. Ebenfalls vertreten ist die Bauherrengruppe, die in einer Baulücke im Kaiserstraßenviertel ein

Mehrfamilienhaus für 7 Parteien errichtet.

Projektträger: FB 61

3.3 Nachtspeicheraustausch

In der Energieeinsparverordnung von 2014 wurde die Vorschrift über die Abschaffung der Nachtspeicheröfen wieder gestrichen. Zeitgleich sind die Preise für Nachtstrom weiter gestiegen bzw. werden nur noch von sehr wenigen Energieversorgern Nachtstromtarife angeboten. Aus diesem Grunde gewinnt die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger, die auf

Nachtspeicherheizungen angewiesen sind an Bedeutung.

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Im dlzefanden im November 2013 und Oktober 2014 Informationsveranstaltungen zum Thema

„Kosten sparen durch richtige Bedienung und Wartung von Nachtspeicheröfen“ statt, die jeweils stark nachgefragt waren.

Das Pilotvorhaben „Effizienzsteigerung Nachtspeicherheizung im Energieeffizienzquartier Unionviertel“ wird z. Zt. noch ausgewertet. Die Wartung der Heizung und die Beratung der 15 Haushalte in einem Wohngebäude in der Nederhoffstraße wurden im Dezember 2013

abgeschlossen. Zur Quantifizierung des Energieverbrauchs muss die Abrechnung der

Heizperiode abgewartet werden. Es ist jedoch jetzt schon abzusehen, dass nach Beseitigung der vor Ort vorgefundenen Mängel, Heizkosteneinsparungen zu erwarten sind.

Projektträger: FB 60

3.4 Innovation Business Park

(beinhaltet außerdem die folgenden Maßnahmen des HP 2020: Energiecontrolling für KMU, Firmen-zu-Firmen-Beratung, Energie-Coaching für KMU, Potentiale der KWK und Betriebliches Mobilitätsmanagement)

Mit einem Klimaschutzteilkonzept für das Modellgewerbegebiet Dorstfeld West sollen Handlungsoptionen und konkrete Maßnahmen aufgezeigt werden, mit denen die

gesamtstädtischen Klimaschutzziele für den Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und Industrie erreicht werden können. Die Entwicklung der sektoralen Treibhausgas Emissionen (THG) zeigt, das die Klimaschutzziele durch selbstorganisierte Aktivitäten der Unternehmen nicht erreicht werden. Daher wird einer gemeinsamen Erarbeitung und späteren gemeinsamen Umsetzung des Konzeptes mit den Unternehmen aus diesem Gebiet besondere Bedeutung beigemessen. Ein Kooperationsnetzwerk mit Akteuren aus dem Gewerbegebiet, kommunalen Vertretern, Kammern und Gutachtern sowie ein Gewerbeparkmanagement zur Verstetigung sollen aufgebaut werden. Die Effekte, die mit der Umsetzung des Konzeptes erreicht werden sollen liegen hier

- im Bereich der Energieeffizienz und Energieeinsparung, - in der Verbesserung der Wärmeinfrastruktur,

- in nachhaltiger Mobilität,

- im Städtebau und der Freiraumentwicklung wie auch der Klimafolgenanpassung und - in der Imagesteigerung des Gebietes.

Der Fokus liegt dabei bei auf innovativen und wirtschaftlichen Lösungsansätzen Das Klimaschutzteilkonzept wird durch das Bundesumweltministerium gefördert.

Projektträger: FB 60 in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung, der IHK und der HWK

3.5 Energieeffizienzquartier Unionviertel

Das Stadtquartier rund um die Rheinische Straße soll zum Vorzeigequartier für Energieeffizienz in Dortmund werden. Die Bürgerinnen und Bürger im Quartier sollen auf unterschiedlichen Ebenen für das Thema Energie sensibilisiert und zum Energie sparen motiviert werden.

Das Projekt „Energetische Modernisierung im Quartier“ wurde Ende 2013 abgeschlossen. Eine Vielzahl von Immobilienbesitzer/Innen im Unionviertel nutzte die Chance, sich persönlich beraten zu lassen und sich mittels der durchgeführten Fachveranstaltungen und bereitgestellten Materialien zu informieren. Im Projektzeitraum konnten die Gebäudeeigentümer für das Thema energetische Modernisierung sensibilisiert werden. Dies wird auch in den bisher durchgeführten

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Modernisierungen sichtbar. Die Beratung zur energetischen Gebäudesanierung für das Unionviertel wird durch das dlze fortgeführt.

Das Projekt „Mit Energie sparen“, wurde mit dem Ziel die Bürgerinnen und Bürger im Unionviertel zum Energie sparen zu motivieren, wurde im Juni 2014 abgeschlossen. Nach Bekanntmachung des Projektes in der Öffentlichkeit wurden in 2013 und 2014 Kampagnen durchgeführt, um Mitmacher/innen für das Projekt zu gewinnen. Durchgeführte Kampagnen waren:

 Den Energiefressern auf der Spur mit der Kindertagesstätte des katholischen Familienzentrums Forum Bartoldus

 Stromsparwettbewerb der Spar- und Bauverein e.G.

 Energiespartipps für Starterhaushalte

 Energiesparcheck der Caritas in einem ausgesuchten Wohnblock mit 120 Haushalten

 Green Club Label des Freizeitzentrum West (FZW)

Die bisherige Erfahrung zeigt, dass es eines längeren Zeitraums bedarf, Bürgerinnen und Bürgern das Energiethema nachhaltig näher zu bringen. Daher wird das Projekt mit weiterer

Kampagnenarbeit fortgeführt.

Die Verlängerung des Projektzeitraums für das Energieeffizienzquartier Unionviertel bis Ende 2015 wurde von der Bezirksregierung Arnsberg bewilligt.

Projektträger: FB 60 und 61

3.6 Caritas Projekt Energiesparservice in einkommensschwachen Haushalten Durch die Kombination unterschiedlicher sinnvoller Ziele ist das Caritas-Projekt eine beispielhafte Maßnahme. In einzigartiger Weise verbindet das Energiesparprojekt

Beschäftigungsförderung, finanzielle Entlastung für Haushalte mit geringem Einkommen, Einsparung von Kosten der Unterkunft in den Kommunalhaushalten und Verringerung der CO2- Emmissionen.

Seit Start des Energiesparservices Dortmund 2009 konnten im Bundesprojekt bereits 11.072 Haushalte mit Erfolg in Dortmund beraten werden. Konkret sind 12 sozialversicherungspflichtige Personen beschäftigt, gefördert durch einen Eingliederungszuschuss für Schwerbehinderte und das Instrument „Förderung von Arbeitsverhältnissen (FAV). Die Mitarbeiter durchlaufen eine Schulung und können abschließend eine Prüfung mit Zertifikat zum Serviceberater für Energie- und Wasserspartechnik vor der Handwerkskammer abgelegen.

Die Haushalte erhalten von den geschulten Stromsparhelfern eine individuelle

Energiesparberatung in den eigenen vier Wänden sowie kostenlose Soforthilfen im Wert von ca.

70 €.

Die Anzahl aller installierten Soforthilfen betrug 133.114 Stück im Wert von 787.110 €, die langfristige CO2Einsparung beläuft sich auf 22.958 Tonnen. Die durchschnittliche

Stromkostenentlastung eines Haushalts beträgt 113 € pro Jahr. Zusätzlich werden beim Wasser (einschließlich Warmwasser) und bei der Heizenergie für Warmwasser weitere Einsparungen von jährlich ca. 64 € pro Haushalt erzielt. Die jährliche Einsparung je Haushalt beläuft sich somit auf durchschnittlich 421 kWh Strom (14,6 %), 15 m³ Wasser (13,8 %) und 316 kWh Energie für nicht elektrische Warmwasserbereitung. Über die Lebensdauer der Energiesparartikel führt das zu einer langfristigen Kostensenkung für jeden Haushalt von 1.327 € ohne Kühlschranktausch, und 1.757 € mit Kühlschranktausch. Verhaltensbedingte Einspareffekte wurden hierbei noch nicht berücksichtigt, wobei die Einsparungen gerade im Heizkostenbereich enorm sind. Eine Evaluation ergab eine tatsächliche Einsparung im Heizkostenbereich von 2.700 kWh/a (23 %).

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Die Kommune profitiert von den Einsparungen an Wasser- und Heizenergiekosten. Dies trifft in Dortmund auf etwa 93 % der Nutzer des Energiesparservice zu. Die Einsparungen für die Kommune belaufen sich langfristig auf 130 € je Haushalt, zusätzlich fallen noch 98 € Einsparung je Haushalt für den Bund an.

Das Bundesumweltministerium bezuschusst 16.000 A+++ Kühlgeräte

Der Kühlgerätetausch ist Teil des Stromspar-Checks PLUS, den der Deutsche Caritasverband und der Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) bundesweit in über 150 Städten und Landkreisen anbieten.

Weiter ist der Caritas Energiesparservice Dortmund seit Oktober 2012 mit Aachen, Bochum, Köln und Krefeld, Teilnehmer am Pilotprojekt „NRW bekämpft Energiearmut- Aufsuchende Energieberatung“. Seit Start des Projektes konnten im NRW-Projekt noch einmal 926 Haushalte mit Erfolg in Dortmund beraten werden. Hier handelt es sich besonders um Kunden mit großen Energieproblemen bis hin zur Energiesperre.

In Hinblick auf den sich zurzeit in der Gründungsphase befindlichen „Bezahlten

Stromsparcheck“, der zur Refinanzierung der Stellen der Mitarbeiter genutzt werden soll, könnte im Bereich Umwelt „Grüne Jobs“ ein neuer Dienst innerhalb des Sozialen Arbeitsmarktes geschaffen werden und gleichzeitig die CO2-Bilanz der Stadt verbessert werden. Ziel ist es, durch die Unterstützung von Kooperationspartner wie z. B. Wohnungsbaugesellschaften, das Angebot auf alle Haushalte zu erweitern

Politisch wurde die Erweiterung der Zielgruppe, welche einen kostenlosen Stromsparcheck erhalten können, bereits beschlossen. So können jetzt auch Haushalte die keine Leistungen vom Staat erhalten, aber unter der Pfändungsgrenze leben einen Stromsparcheck kostenlos

durchführen lassen.

Die Bezuschussung des Energiesparchecks durch die Stadt Dortmund soll aus Gründen der Haushaltkonsolidierung mit Ablauf des Jahres 2015 eingestellt werden.

Projektträger: Caritasverband Dortmund e.V, FB 60, Jobcenter, Arge 3.7 ÖKOPROFIT Dortmund

ÖKOPROFIT ist ein Beratungsprojekt für Unternehmen jeder Größe und aller Branchen. Es hat sich seit 14 Jahren in Dortmund als Einstieg in ein Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement bewährt. ÖKOPROFIT hat sich darüber hinaus zu einem lokalen Netzwerk und einer Plattform für Erfahrungsaustausch und neue Ideen entwickelt. Die ÖKOPROFIT-Betriebe leisten einen wertvollen Beitrag zum städtischen Handlungsprogramm Klimaschutz 2020 und damit auch zum Ziel, die CO2-Emissionen stetig zu minimieren. Erfreulich und erfrischend zugleich ist die soziale Komponente von ÖKOPROFIT – die Motivation und Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Themen, die den eigenen Arbeitsplatz betreffen.

Im Jahr 2014 haben erneut 14 Unternehmen das Beratungsprogramm absolviert. Sie haben ihre Betriebskosten gesenkt, die Effizienz der Produktion gesteigert, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschult, Rechtssicherheit erlangt, innerbetrieblichen Umweltschutz implementiert und nicht zuletzt Arbeitsplätze gesichert. Die Betriebe haben im Rahmen des Projektes umfangreiche Umweltprogramme erarbeitet. Die darin enthaltenen Maßnahmen umfassen die Bereiche Energie/Emissionen, Rohstoffe/Entsorgung, Wasser/Abwasser, Kommunikation und Sicherheit.

Sie beziehen sich auch auf die Veränderungen im Verhalten der Menschen und optimieren innerbetriebliche Abläufe.

Die ökologische Gesamtbilanz der in 2014 abgeschlossenen Projektrunde:

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Die Unternehmen konnten ihren jährlichen Energieverbrauch um über 3,1 Millionen Kilowattstunden senken. Dadurch werden jährlich über 1.920 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid eingespart. Umgerechnet entspricht diese Zahl der CO2-Menge von 1.000 Mittelklassewagen in einem Jahr bei ca. 12.000 km Fahrleistung. Zudem sparen sie 1.287 Tonnen Abfall und senken den Wasserverbrauch um 16.330 m3.

Dortmunder ÖKOPROFIT-Betriebe des Projektes 2014:

- Botanischer Garten Rombergpark - Dortmunder Volksbank e.G.

- Druckguss Westfalen GmbH & Co. KG Geseke - Frauenforum im Kreis Unna e. V.

- GIF Gesellschaft für innovative Fertigungstechnik mbH & Co. KG - Givaudan Deutschland GmbH

- GOEKE GmbH

- LWL-Klinik Dortmund – Elisabeth-Klinik - MEAS Deutschland GmbH

- NOWEDA Apothekergenossenschaft e.G.

- Repower Deutschland GmbH

Darüber hinaus wurden drei Unternehmen rezertifiziert nach Teilnahme in vorangegangenen Jahren:

- Herbert Heldt KG

- KODA Stanz- und Biegetechnik GmbH - TEDi GmbH & Co. KG

Damit sind seit 2000 in Dortmund 112 Unternehmen mit diesem Umwelt-Siegel zertifiziert.

In 2015 wird eine elfte Projektrunde mit neuen Teilnehmern durchgeführt.

www.oekoprofit-dortmund.de Projektträger: FB 8

4 Handlungsfeld Erneuerbare Energien und Energieversorgung

Mit der Strategie für Erneuerbare Energien und Verbesserung der Wärmeinfrastruktur wurden definierbare Ziele für eine nachhaltige Energieversorgung gesetzt. Bis 2020 soll der Anteil des lokal erzeugten Stroms 15,7 % am Gesamtbedarf ausmachen. Damit bleibt die Stadt Dortmund mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien deutlich hinter den Zielen der Landes- und

Bundesregierungen zurück. Das liegt vor allem darin Begründet, dass es keine größeren Ausbaupotenziale gibt. Bei heutiger Nutzung sämtlicher Flächenpotenziale im Bereich Solar-, Wind- und Bioenergie könnte lediglich ein Anteil am Gesamtstrombedarf von 16% erreicht werden. Das eigentliche Potenzial einer Metropole wie Dortmund liegt demnach in der Steigerung der Energieeffizienz und der Energieeinsparung.

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4.1 Ausbau Photovoltaik

Die Stadt Dortmund unterstützt Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen beim Ausbau der Solarenergie. Den Bürgern in Dortmund steht ein unentgeltliches Solardachkataster online zur Verfügung, das sie bei der Planung ihrer privaten Photovoltaikanlage unterstützt. Dieses Online- Tool konnte 2012 auf der Internetseite der Stadt Dortmund unter

www.solarkataster.dortmund.de gestartet werden. Entwickelt wurde es durch die Technische Universität Dortmund. Dieses wurde mit zielgruppenspezifischen Veranstaltungen wie bspw.

Vorträgen auf der Baumesse NRW und über Multiplikatoren wie Eigentümer-Verbände beworben. Des Weiteren wurde in einer bundesweiten Fachzeitschrift darüber berichtet.

Die Entwicklung des Ausbaus der Photovoltaik ist bemerkenswert. Seit 2008 hat die Stromproduktion um mehr als 400% zugenommen.

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Auch im Bereich der Solarthermie ist ein Zuwachs zu verzeichnen:

Die Zuwächse sind neben der Energiepreisentwicklung und der Vergütung nach dem EEG auch dem Engagement des Klimaschutzes in Dortmund zuzuschreiben.

Allerdings haben sich seit Anfang 2014 die Bedingungen für Photovoltaik verändert. Die in diesem Jahr stark gesunkenen Einspeisevergütungen machen es kaum noch rentabel, erzeugten Strom aus Photovoltaikanlagen an Netzbetreiber zu verkaufen. Wer den Solarstrom komplett einspeist, kann oft schon froh sein, wenn sich in 20 Jahren wenigstens die Kosten amortisieren.

Wird die Anlage mit Krediten finanziert, droht sogar ein monetärer Verlust.

Die Stadt Dortmund gibt zwar ihre Liegenschaften für den Ausbau von Photovoltaik frei.

Finanziell rechnet sich das aber fast nur noch, wenn ein gewisser Teil zum Eigenverbrauch genutzt wird oder mit Stromspeichern kombiniert wird. Zurzeit befinden sich 170 Anlagen auf Dortmunder Schuldächern.

Möglich sind auch Anlagen auf ca. 7 ha der ehemaligen Mülldeponien in Grevel und Huckarde in einer Größenordnung von etwa 2 MWpeak. Die erforderliche Baugenehmigung wurde bereits erteilt. Eine Realisierung steht auf Grund fehlender Rentabilität noch aus.

Mit den Photovoltaikanlagen auf den Westfalenhallen und dem Stadion des BVB besitzt Dortmund großflächige Solarstromerzeugung (1,67 MWpeak).

Die Photovoltaikanlage der Fa. TEDI in Brackel ist eine von Deutschlands größten Photovoltaik- Eigenverbrauchsanlagen, durch die jährlich 600 Tonnen CO2weniger ausgestoßen werden. Die knapp zwei Fußballfelder große Solaranlage produziert 870.000 Kilowattstunden pro Jahr (ca.

1,3 MWpeak) und deckt damit etwa ein Drittel des gesamten Stromverbrauchs am Unternehmenssitz in Dortmund-Brackel.

Projektträger: FB 60, 62, 20, 23, EDG 4.2 Windkraft Repowering und Ausbau

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Durch Windkraft in Dortmund werden derzeit rund 17.700 Megawattstunden pro Jahr (MWh/a) produziert.

Vor dem Hintergrund des Windenergieerlasses NRW und Änderungen im Baugesetzbuch wurde ein neuerliches Gutachten für das Dortmunder Stadtgebiet in Auftrag gegeben, das die

Ausweisung neuer Standorte untersuchen soll. Das Gutachten liegt seit Mitte April 2013 vor.

In Erweiterung des Gutachtens wird eine Artenschutzprüfung (ASP) durchgeführt, um bereits erste Konzentrationszonen im Flächennutzungsplan ausweisen zu können.

Mit der Ausweisung von zusätzlichen Eignungsflächen auf Dortmunder Stadtgebiet erscheint es nach jetzigem Stand möglich, 7 weitere Anlagen mit einer Gesamtleistung von ca. 16 Megawatt (MW) zu realisieren. Damit könnte die durch Windkraft produzierte Energiemenge mehr als verdoppelt werden. Siehe hierzu auch die Ratsvorlage, Drucksache Nr.: 10932-13. Das o. g.

Gutachten wurde am 01.07.2014 im Dortmunder Rathaus in einer Bürgerinformation vorgestellt. Es soll Grundlage für eine ergebnisoffene Diskussion über Standorte für

Windenergieanlagen in der Bürgerschaft und der Politik sein. Unverzichtbare Voraussetzungen für die Ausweisung weiterer Windkraftstandorte sind Akzeptanz und ein Miteinander mit der Bürgerschaft sowie eine fruchtbare Kooperation mit den Investoren.

Projektträger: FB 60 und 61

4.3 Holzhackschnitzel und Holzpellets Betriebshof Westerholz

Die Sanierung des Betriebshofes Westerholz wurde bereits unter 1.3 beschrieben. Neben der Sanierung der Gebäudehülle und Verbesserung der Gebäudeausrüstung wird auch die

Heizungsanlage ausgetauscht. Die bisher eingesetzten ineffizienten Gasradiatoren werden durch eine zentrale Pelletheizung ersetzt. Eine Holzhackschnitzelanlage, die mit stadteigenem Holz befeuert wird, lies sich in diesem speziellen Fall nicht wirtschaftlich darstellen.

Mit dem Austausch der Heizung und der Sanierung des Gebäudes kann die jährliche CO2- Emission um 93% gesenkt werden. Die jährliche Wärmeenergieeinsparung liegt bei rd. 113.900 kWh. Das entspricht heute einer Kostenreduzierung von 15.260 € pro Jahr. Bei prognostizierter Wärmepreissteigerung von ca. 7% amortisiert sich diese Investition unter Einbeziehung der Fördermittel innerhalb von 9 Jahren.

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Projektträger: FB 60 und 65 4.4 KuLaRuhr

Seit August 2012 ist die Stadt Dortmund Partner im Verbundprojekt KuLaRuhr (Nachhaltige urbane Kulturlandschaft in der Metropole Ruhr). Die Stadt Dortmund ist Modellkommune im Betrachtungsraum östliches Ruhrgebiet für eine energetische Verwertung von anfallender Biomasse aus der Garten-, Straßen- und Landschaftspflege. Im Rahmen des Projektes sollte die Möglichkeit der Refinanzierung der Pflegearbeiten durch die energetische Verwertung

anfallender Biomasse untersucht werden. Dabei ging es sowohl um krautiges oder halmgutartiges Material für die Vergärung, wie auch um lignifiziertes Material für die Verbrennung (Scheitholz, Hackschnitzel, Pellets, Stroh usw.). Durch die Erweiterung des Grünflächenkatasters werden Mengen, Pflegeintervalle, Art der Biomasse usw. erfasst. Das Projekt ist abgeschlossen. Der Endbericht wird voraussichtlich im Januar 2015 vorgestellt. Ein Ergebnis ist ein neunstelliger sogenannter Biomassecode, mit dem sich über ein Grünflächen-Informationssystem schnell und effizient sämtliche Biomassepotentiale der Stadt Dortmund abbilden lassen.

Projektträger: FB 66 und 60 in Kooperation mit der TU Darmstadt und der Hochschule Ostwestfalen-Lippe

4.5 Nutzung von Abwärme aus Abwasser

Im Zuge des Kanalumbaus im Stadtgebiet Scharnhorst wird die Wärmenutzung aus Abwässern etabliert. Als ideale Abnahmestellen konnten verschiedene Objekte identifiziert werden. Eines der Objekte ist der Seniorenwohnsitz Westholz für den der Lipperverband eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben hat. Die städtischen Seniorenheime Dortmund beabsichtigen auf Grundlage der Studie die Realisierung der Wärmeversorgung aus Abwasser. Hierzu sollen zunächst die

Planungsstufen 1-3 (1. Grundlagenermittlung, 2. Vorplanung mit Kostenschätzung, 3.

Entwurfsplanung mit Kostenberechnung) nach HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) durchgeführt werden, um eine genaue Kostenanalyse zu erhalten. Danach wird über den Fortgang des Projektes entschieden. Gemäß der Machbarkeitsuntersuchung tritt eine

Rentabilität bereits nach neun bis elf Jahren ein.

Anhand der Ergebnisse aus der Studie wird über die Umsetzung entschieden. Bei den weiteren Objekten handelt es sich um fünf Mehrfamilienhäuser der Vivawest Wohnungsbau-gesellschaft in der Umgebung des Erlenbaches, die derzeit modernisiert werden.

Projektträger: 60 und 66 in Kooperation mit dem Lippeverband und den städt. Seniorenheimen 4.6 Aquaponik

Neben der Energieversorgung spielt für den Klimaschutz auch der nachhaltige Konsum eine große Rolle. Dazu zählen Produktionsbedingungen ebenso wie der Ort der Produktion und die damit verbundene Logistik. Mit Aquaponik, einer kombinierten Fisch- und Pflanzenzucht, soll die Möglichkeit einer weitestgehend klimaneutralen Lebensmittelproduktion in urbanen Räumen untersucht werden. Im Fokus stehen dabei Wärmeversorgung aus Umwelt- oder Abwärme, fast vollständige Kreislaufwirtschaft bei der Aufzucht und der Verzicht auf Herbizide und Pestizide sowie künstlichen Wirtschaftsdünger.

Derzeit wird in Kooperation mit dem Christlichen Jugenddorf Dortmund und der Fa. Hei-Tro GmbH die Möglichkeit des Betriebs einer Aquaponik-Anlage unter Inklusionsbedingungen auf einer Fläche von etwa 1.000 m2untersucht. Das Untersuchungsergebnis soll im Dezember 2014 vorliegen und Aussagen über Produktion, mögliche Arbeitsplätze und zur Energie- und CO2- Bilanz treffen.

Projektträger: Christliches Jugenddorf Dortmund in Kooperation mit FB 60 und Integrationsamt des LWL.

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Im Weiteren ist eine Anlage als Schauobjekt für nachhaltige Produktionsbedingungen in der Lebensmittelproduktion in der Deutschen Arbeitsschutzausstellung dasa geplant.

Projektträger: Hei-Tro GmbH in Kooperation mit der dasa 4.7 Ausbau der oberflächennahen Geothermie

Längst etabliert ist der Ausbau von erdgekoppelten Wärmepumpen (Erdwärmeanlage) in Dortmund. Auf Grund der vorhandenen geologischen Formationen im Stadtgebiet ist die Errichtung von Erdwärmeanlagen hier grundsätzlich möglich.

Dazu werden die aus PE-Rohr bestehenden Erdsonden für das klassische Einfamilienhaus bis zu einer Tiefe von rund 60 bis 140 m vertikal ins Erdreich eingebracht. Über diese Erdsonden wird dem Grundwasser Wärme entzogen, die anschließend in der Wärmepumpe auf das erforderliche Temperaturniveau für Warm- und Heizwasserzwecke gebracht wird. Darüber hinaus lassen sich mit diesen Anlagen auch Gebäude kühlen.

Für eine Erdwärmeanlage ist vor Baubeginn eine wasserrechtliche Erlaubnis bei der Unteren Wasserbehörde im Umweltamt einzuholen. Gegenwärtig sind in Dortmund 750 Erdwärmeanlage installiert. Ca. 200 Anlagen sind bereits seit 10 Jahren in Betrieb. Schwerpunktmäßiger

Einsatzort sind die Neubaugebiete, wie zum Beispiel die Mengeder Heide, in dem nahezu 100 Anlagen errichtet wurden, oder auch aktuelle Bebauungen am Phönixsee.

Auch für die Wärmeversorgung großer Büro- und Gewerbegebäuden wird die Erdwärme immer mehr eingesetzt. Durch Sondenfelder mit bis zu 100 Bohrungen können bereits Anlagen mit Leistungen von 600 kW realisiert werden.

Projektträger: Private Investoren

5 Handlungsfeld Strukturübergreifende Maßnahmen

5.1 Koordinierungsstelle Klimaschutz und Klimafolgenanpassung im FB 60

Die Umsetzung eines erfolgreichen kommunalen Klimaschutzes erfordert eine transparente übergeordnete Koordination, die gesamtstädtische Ziele verfolgt, Strategien und Schwerpunkte formuliert und in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren Projekte anstößt und begleitet.

Wichtigste Ziele sind:

 die Sensibilisierung für die Themen Klimaschutz und Klimafolgenanpassung,

 die Überführung von Handlungsnotwendigkeiten in alle Entscheidungsprozesse und

 die gemeinsame Umsetzung von Maßnahmen mit Akteuren innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung.

Die Koordinierungsstelle Klimaschutz im Umweltamt konnte sich personell weiter konsolidieren.

Während eine im Mai 2014 aus dem Dienst der Stadt Dortmund ausschied, konnten die beiden Klimaschutzmanager/-innen, deren Stellen noch bis Ende des Jahres 2014 bezuschusst werden, ab 01.01.2015 unbefristet in den Dienst der Stadt Dortmund übernommen werden. Der

technische Klimaschutzmanager wird ab diesem Zeitpunkt allerdings zunächst mit einer halben Stelle beschäftigt. Im Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz in der

Berswordt-Halle arbeitet seit August 2013 ein Energieberater.. Seit Juli 2013 konnte auch die dringend benötigte Stelle für den Arbeitsschwerpunkt Anpassung an die Folgen des

Klimawandels internbesetzt werden.

Projektträger: FB 60

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5.2 Verwaltungsinterner Konsultationskreis Energieeffizienz und Klimaschutz (InKEK)

Die Geschäftsführung des InKEK ist bei der Koordinierungsstelle Klimaschutz angesiedelt. Zum Anstoßen, Begleiten, für den fachlichen Austausch, für die Rückkopplung oder für z.B. die Etablierung ganz neuer Klimaschutzmaßnahmen des HP 2020 hat sich der InKEK als sehr gutes Instrument etabliert. Der InKEK tagt im Umweltamt ca. sechsmal im Jahr und ist bei allen relevanten Fachbereichen anerkanntes und akzeptiertes Gremium für das Monitoring der Maßnahmen aus dem HP 2020.

Geschäftsführung: FB 60

5.3 Kampagne Klima für Klimaschutz

Kern der Öffentlichkeitsarbeit im Klimasschutz liegt in der Verstetigung der Dortmunder Dachmarke –„dortmund – Klima ist heimspiel“. Damit sind Veranstaltungen, klassische Werbemaßnahmen und die medialen Berichterstattungen verbunden. Beispielhaft seien die Klimawoche Dortmund 2013 und 2014 sowie die Teilnahme an der jährlichen WWF Earth Hour zu nennen. Begleitet wurde dies durch eine intensive Pressearbeit. Um stetig für den Klimaschutz zu werben und neue Projekte anzustoßen, wurden zahlreiche Aktionen durchgeführt

Besonders zu nennen sind:

10.02.12 Jugend Klima Nacht

22.-25.03.12 BAUMesse NRW, Dortmund

1./2.06.12 Markt der Gerechtigkeiten in der Innenstadt 21.07.12 Wanderung „Regenerative Energien in Dortmund“

7.-9.9.12 Vorstellung des Bambus-Rades auf der FAIR2012 21.09.12 Klima Korso – Einführung der Dachmarke

1.-24.12.12 Online Klima-Adventskalender

16.07.13 Schul-Filmvorführung „Leben mit der Energiewende“

14.09.13 XXS Kurzfilmfestival 2013 – Verleihung des Klimapreises 16.-22.09.13 KlimaWoche Dortmund 2013

2.10.13 Eröffnung des „dlze - Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz“

18.11.13 Preisverleihung „Wettbewerb Kommunaler Klimaschutz 2013“

29.03.14 WWF Earth Hour 2014

05.04.14 Vernissage „Stein mit Vollausstattung“

18.05.14 Kleidertauschparty im dlze 15. 06.14 Fahrrad Sternfahrt Dortmund 19.-21.09.14 Dortmunder Immobilienmarkt 26.09.-03.10.14 Klimawoche Dortmund 2014

02.10.14 Schul-Filmvorführung „Eine unbequeme Wahrheit“

02.10.14 WissensNacht RUHR Abenteuer Klima

Projektträger: FB 60 und 3 5.4 Dortmunder Dachmarke

Die „Dortmunder Dachmarke“ bildet das Fundament für Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit wie bspw. „Kampagne Klima für Klimaschutz“. Mit einem gemeinsamen Logo soll gezeigt werden, wo überall Klimaschutz in Dortmund steckt und wer alles mitmacht. Es macht deutlich, dass Klimaschutz nicht ein Anliegen einiger wenigen Akteure ist. So sollen gerade die

finanziellen und personellen Ressourcen aller Klimaschutz-Akteure effizient für den Klimaschutz genutzt werden. Durch die Dachmarke sollen besonders in Bezug auf Öffentlichkeitsarbeit Synergien genutzt werden. Um die Akzeptanz der Dachmarke wesentlich zu fördern, wurde diese

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in einem partizipativen Prozess entwickelt. Im Rahmen eines Studenten-Wettbewerbs wurden Vorschläge einer Wortmarke erarbeitet, die über ein Online-Voting den lokalen Klimaschutz- Akteuren zur Abstimmung gegeben wurden. Diese Maßnahme wurde beim Bundeswettbewerb

„Kommunaler Klimaschutz 2013“ mit einem Preisgeld in Höhe von 20.000€ ausgezeichnet, welches in weitere Klimaschutzprojekte fließen soll..

Projektträger: FB 60 und 3 in Kooperation mit der FH-Dortmund 5.5 Selbstverpflichtung für Klimaschutz in Dortmund

Als weiterer Baustein wurde eine Mitmach-Kampagne „Wir sind Klimafans“ initiiert, die über eine freiwillige Selbstverpflichtung, Dortmunderinnen und Dortmunder zum Klimaschutz auffordert. Dortmund nutzt hier Ressourcen sparend eine gute Vorlage aus Karlsruhe. Jede Dortmunderin und jeder Dortmunder konnte sich online oder schriftlich für mindestens ein Jahr zu klimafreundlichem Handeln im Alltag verpflichten.. Im Ergebnis wurde dem Klimafan gezeigt, wie viel er persönlich zum CO2-Sparen in der Stadt beiträgt. Zusätzlich nahm er an einem Wettbewerb teil. Unterstützt wurde diese Kampagne durch Bewerbung auf zahlreichen Veranstaltungen und über einen Online-Adventskalender.

Diese Maßnahme ist abgeschlossen. Mit dieser Selbstverpflichtung konnten 456 Dortmunder Klimafans zusammen eine Einsparung von etwa 228 t CO2erreichen. Das ist in etwa so viel wie 1,7 Millionen km mit einem Kleinwagen. Das entspricht ca. 42 Umrundungen um den Erdball.

Projektträger: FB 60 und 3 5.6 Klimasparbuch

Das Umweltamt möchte aufzeigen, dass Klimaschutz eigentlich ganz einfach ist und es für den Alltag viele gute klimaschonende Alternativen gibt - ganz ohne unkomfortable

Einschränkungen. Dafür bringt es Anfang Dezember 2014 ein Online Klimasparbuch für Dortmund heraus. Klimasparbücher sind bereits in einigen anderen deutschen Städten beliebt, aber Dortmund wird als erste Stadt dieses Angebot Online anbieten.. Das Klimasparbuch ist ein lokales, praxisorientiertes Ratgeber- und Gutscheinbuch für den Klimaschutz in allen Bereichen des Alltags. Es nimmt Dortmunderinnen und Dortmunder an die Hand und führt sie in ihrer Stadt an Stellen, wo man Einkaufen, Essen und Entspannen kann und dabei sowohl das Klima als auch den eigenen Geldbeutel schont.

So ist das Klimasparbuch ein praktisches Beispiel dafür, dass sich Klimaschutz rechnet – individuell, lokal und global. Das Klimasparbuch Dortmund 2015 wird gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt in Zusammenarbeit mit der oekom verlag GmbH.

5.7 Schulkino

Bildung von Schülerinnen und Schülern zum Klimaschutz wurde im Rahmen von

Schulkinovorführungen vom Umweltamt unter dem Motto von „Klima ist heimspiel“ angeboten.

Am 16.07.13 wurde der Film „Leben mit der Energiewende“ aufgeführt. Dabei nahm der Regisseur ebenfalls daran teil und konnte somit den Schülerinnen und Schülern direkt ihre Fragen beantworten. Der Erfolg der ersten Veranstaltung ermunterte dazu dieses Format zu wiederholen, so dass am 2.10.14 der Film „Eine unbequeme Wahrheit“ vor etwa 150 Schülerinnen und Schülern präsentiert wurde.

6 Handlungsfeld Mobilität mit dem Maßnahmebündel Radverkehr und Radfahrklima schaffen

Nicht nur durch Beschluss des Handlungsprogramms Klimaschutz 2020, sondern auch durch ihre Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft "Fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in NRW" (AGFS) hat sich die Stadt Dortmund zur Förderung des Radverkehrs bekannt.

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6.1 Radfahrklima schaffen

Unter der Dachmarke „Klima ist heimspiel“ wurde mit Maßnahmen zur Förderung des

Radfahrklimas begonnen. Dies beinhaltet sowohl einige Projekte zur Erprobung von innovativen Fahrradlösungen als auch öffentlichen Veranstaltungen wie zum Beispiel:

07..-09.09.2012 Vorstellung des Bambus-Rades auf der FAIR2012 21.09.2012 Fahrrad Parcours auf dem Klima Korso

16.06.2013 Fahrrad Sternfahrt Dortmund

06.-08.09.2013 Vorstellung des eCargobikes auf der Messe „FAIR 2013“

11.-14.09.2013 Vorstellung des eCargobikes auf der Messe „Elektrotechnik 2013“

12.07.-29.11.2013 Praxistest eCargobikes Union Gewerbehof 26.07.-29.11.2013 Praxistest eCargobikes Tremonia Wohnprojekt

14.12.2013 Bio-Weihnachtsbaumverkauf des Ökonetzwerkes e.V. mit eCargobike Transport

05.04.2014 Ausstellung eCargobike auf der Vernissage „Stein mit Vollausstattung“

Sommer 2014 Praxistext eCargobikes Familien im Projekt Kinder- und Jugendmobilität 20.09.2014 Abschlussveranstaltung Projekt Kinder- und Jugendmobilität beim

Schulfest

02.10.14 Ausstellung eCargobike auf der WissensNacht Ruhr Abenteuer Klima 23.10.14 Vorstellung der Ergebnisse des Projektes Kinder- und Jugendmobilität auf

dem Jugendforum

Nachfolgend sollen maßgebliche Projekte vorgestellt werden 6.1.1 Fahrrad-Sternfahrt Dortmund

Am 16. Juni 2013 und 15. Juni 2014 beteiligte sich Dortmund unter dem Motto “Mobil ohne Auto” mit einer Fahrrad-Sternfahrt am bundesweiten gleichnamigen Aktionstag. Zahlreiche Radfahrer starteten bereits am Vormittag in umliegenden Städten und radelten sternförmig ins Dortmunder Zentrum. Startpunkt der rund 15 km langen Hauptroute in Dortmund war der Hörder-Burg-Platz am PHOENIX-See (2013) und der Nordmarkt (2014). Zudem gab es weitere Treffpunkte entlang der Route, die schließlich auf dem Friedensplatz mündete, wo ein Fest mit zahlreichen Fahrrad-Aktionen die Teilnehmer erwartete. Insgesamt haben jeweils ca. 2.000 Radler mitgemacht. Die Veranstaltung war gleichzeitig die Auftaktveranstaltung des AOK- Wettbewerbs „Mit dem Rad zur Arbeit“.

Projektträger: FB 60 und 3 in Kooperation mit Kreisverbänden Dortmund und Unna der Vereine ADFC und VCD, dem Fahrrad-Netzwerk VeloCityRuhr, der Fahrrad- Selbsthilfewerkstatt VeloKitchen aus der Dortmunder Nordstadt, der Polizei, sowie weiteren Vereinen und Privatpersonen

6.1.2 Aktion Stadtradeln 2014

Vom 30.08. bis 19.09.2014 hat sich die Stadt Dortmund erstmalig am deutschlandweiten

Wettbewerb STADTRADELN des Klima-Bündnisses, dem größten kommunalen Netzwerk zum Klimaschutz, dem Dortmund bereits seit 1993 angehört, beteiligt.

Kommunalpolitikerinnen und –politiker sowie Bürgerinnen und Bürger waren eingeladen, drei Wochen lang möglichst viele Fahrradkilometer beruflich sowie privat für den Klimaschutz und für Dortmund zu sammeln. Außerdem wurden sogenannte STADTRADLER-STARS gesucht, d. h. Menschen, die während des Aktionszeitraums demonstrativ ihr Auto stehen lassen und

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komplett aufs Fahrrad umsteigen. Wer in Dortmund wohnt, arbeitet, einem Verein angehört oder eine (Hoch-)Schule besucht, konnte sich beim STADTRADELN registrieren und mitmachen.

Für die erste Teilnahme war das Ergebnis respektabel: So verteilten sich 339 Radlerinnen und Radler auf 52 Teams, darunter auch zwei Dortmunder STADTRADEL-STARS. Insgesamt wurden in den drei Wochen 86.061 km beim STADTRADELN in Dortmund gesammelt, was einer CO2– Einsparung von 12.392,8 kg entspricht. Innerhalb des Aktionszeitraums wurden unterschiedliche Radtouren angeboten. So gab es beispielsweise eine gemeinsame Auftakttour, eine After-Work-Tour, ein Nachtradeln und eine gemeinsame Abschlusstour für Dortmund und Lünen.

In der bundesweiten Auswertung (Radkilometern pro Einwohner) belegt Dortmund den 246.

Platz von 283 beteiligten Kommunen. Unter den 14 Metropolstädten belegt Dortmund den 5.

Platz bei der Summe der Radkilometer, bezogen auf die Radkilometer pro Einwohner ist dies der 11. Platz.

Projektträger: FB 61 und FB 3 in Zusammenarbeit mit Velokitchen und ADFC

6.1.3 e-Cargo-Bikes

Mit der Erhebung über den Modal-Split Dortmunder Verkehrsteilnehmer wurde festgestellt, dass 41% für die alltäglichen Wege einen Pkw benutzen. Etwa 80 % der Wege liegen innerhalb eines Radius von 5 km. Häufiges Argument für den Einsatz eines Pkw ist der Transport von Gütern, der alternativ nicht zu bewerkstelligen sei. Mit dem Einsatz von elektrisch unterstützten Lastenrädern soll eine Alternative aufgezeigt werden. Neben der Vermeidung von

Treibhausgasemissionen gehen mit dem Einsatz der s. g. eCargo-Bikes weitere positive Effekte einher. Der lokale Einzelhandels- und Dienstleistungsbereich wird gestärkt, der Bezug zur umgebenden Umwelt und die körperliche Aktivität werden erhöht. Derzeit werden 2 Lastenräder zum Kinder- und Einkaufstransport an Familien im Projektgebiet des „So läuft das“ Projektes verliehen. Mit der Aktion soll die Alltagskompatibilität von Lastenrädern verdeutlicht werden.

Ziel ist es auch hier, Nachahmungseffekte zu erzielen.

Der ADFC Dortmund beabsichtigt einem Gewerbebetrieb ein eCargo-Bike zu finanzieren. FB 60 knüpfte in diesem Zusammenhang den Kontakt zu potenziellen Nutzern mit der Absicht, diese Transportalternative auch für den gewerblichen Bereich darzustellen.

Wichtigste Absicht der Vorhaben ist die Etablierung von Lastenrädern im Dortmunder Stadtbild zur Erzeugung von Nachahmungseffekten und der damit verbundenen Verbreitung. Die Räder werden durch die Dortmund-Agentur beworben und tragen sowohl das Stadtwappen als auch das Logo „dortmund - Klima ist Heimspiel“.

Projektträger: FB 60 und 3 in Kooperation mit TU-Dortmund, ADFC, NextBike

6.1.4 Bambus-Fahrräder

Im Rahmen der Klimapartnerschaft mit Kumasi, Ghana, wurde eine Vernetzung mit örtlichen Händlern angeregt, um Bambus-Fahrräder in Dortmund anzubieten. Dieses ungewöhnliche Angebot soll das Radfahren an sich in Dortmund attraktiver machen und dadurch neue

Zielgruppen erreichen. In dem Zuge wurden diese Räder beispielsweise auf der FAIR 2012, eine Messe zum fairen Handel in den Westfalenhallen, vorgestellt.

Projektträger: FB 60 und 1

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6.2 Radwege und Fahrradparkplätze weiter ausbauen

Um den Anteil der Fahrradnutzer deutlich zu erhöhen werden in enger Zusammenarbeit mit den Bürgern, Bezirksvertretungen, Arbeitskreisen usw. Maßnahmen erörtert, geprüft und bei Bedarf umgesetzt, um z.B. eine sinnvolle Ausstattung des Stadtgebietes mit Fahrradabstellanlagen oder Fahrradwegen zu gewährleisten.

Die Koordination dieses Aufgabenfeldes durch die Technische Organisation

Radwegeunterhaltung (TOR) obliegt FB 66. Hier wird die technische Durchführung von

Maßnahmen konzentriert und somit eine effektive Abarbeitung, bei gleichzeitiger Steuerung, und Überwachung des Budgetabflusses, der Maßnahmen sichergestellt.

Seit 2008 – 2014 wurden in Dortmund ca. 900 Fahrradabstellmöglichkeiten und eine große Anzahl von Fahrradwegen errichtet.

Anlagen, die zwischen 2012 und 2014 errichtet wurden.

Fahrradständer, Radstationen, Fahrradwege:

2012/2013:

Alter Mühlenweg 54; gegenüber Am Ostpark; Ardeystr.Stockumerstr.; Auf der Linnert, Bahnhof Löttringhausen; Bahnhof Tierpark; Benninghofer Grundschule; Bolmke; Deusen Kirche, Emil- Figge-Str.; Erich Kästner Ring Brechten; Feldherrnstr.; Friederichstr.; Wilhelm Str.; Froschloch Löttringhauser Str.; Gottesacker Ludwig-Lohner-Str.; Hannöversche Str.; Höchstenerstr.;

Kampstr.; Lindemannstr.; Essenerstr.; Schillingstr. ; Overgünne; Rittershausstr.; Semerteichstr. - B1; Strünkedestr. Brünerstr.; Viktor-Toyka-Str.10; Westerbleichstr.; Wittekindstr.; Kindergarten Derne; Kindergarten Oesterstr.;

2014

Schliepstr.; Deusener Str.; Rahmer Str. Bahnhof; Kampstr.; Eisenmarkt; Rheinische Str.;

Marktplatz Mengede; Paul-Winzen-Str.; Strünkede Str.; Am Knappenberg; Vinckestr.; Leibnitz Gymnasium; Köln Berliner Str.; Wickeder Hellweg; Falken Str.; Kruckeler Str. Bahnhof;

Feldherrnstr.; Heimbrügge; Benninghofer Grundschule; Erich Kästner Ring; Froschloch Löttringhausen;

Projektträger: FB 61 und 66

6.3 Radstation Dortmunder HBF

Am Dortmunder Hauptbahnhof stellt sich die Situation gegenwärtig so dar, dass mit einer überdachten Fahrradabstellanlage 118, teils bewachte Abstellplätze angeboten werden können.

Daneben befinden sich weitere Fahrradbügel in nicht überdachten Bereichen. Auch hier reicht das Abstellangebot nicht aus. Die Betreuung der Abstellanlage wird nicht nur heute sondern auch zukünftig von der dobeq, einer gemeinnützigen Gesellschaft zur Qualifizierung von

Arbeitskräften, gewährleistet werden.

Gefördert mit Mitteln der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ soll die überdachte Abstellanlage zu einer Radstation hergerichtet werden. Dazu soll die bestehende Dachkonstruktion um eine Außenfassade erweitert und die Fläche mit Doppelparkern ausgestattet werden. Neben den Doppelparkern sollen Abstellplätze für Pedelecs mit entsprechenden Ladestationen eingerichtet werden. Vorgesehen sind auch ein Aufenthaltsraum für die Beschäftigten der dobeq und Schließfächer für die Nutzer der Radstation. Mit der Maßnahme soll das Abstellangebot von derzeit 118 Abstellplätzen in der Abstellanlage auf dem südwestlichen Bahnhofsvorplatz auf 420 Abstellplätze in der geplanten Radstation ausgebaut werden. Da bereits jetzt erkennbar ist, dass das geplante Kontingent der Radstation nicht ausreichen wird, werden zusätzlich offene

Abstellbügel auf dem südlichen Bahnhofsvorplatz installiert.

Mit dem Bau der Radstation wird voraussichtlich im März 2015 begonnen.

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Projektträger: FB 19, 60, 61, 65, 66,

6.4 Fahrradschnellweg als Pilotprojekt

Der Radschnellweg Ruhr (RS 1) ist ein Projekt des Regionalverbandes Ruhr (RVR). Der RVR hat im September 2014 die vom Bund aus Mitteln des Nationalen Radverkehrsplanes finanzierte Machbarkeitsstudie vorgelegt. Sie belegt die Baubarkeit der untersuchten Linienführung. Das Nachfragepotenzial im Einzugsbereich der Strecke ist mit 1,6 Mio. Einwohnern, 430.000

Arbeitsplätzen und rd. 150.000 Studenten enorm hoch.. Der RS 1 bewirkt die Einsparung von rd.

50.000 PKW-Fahrten am Tag mit entsprechenden Auswirkungen auf Umwelt, Klima und Gesundheit. Die Kosten der Gesamtstrecke (101 km) liegen bei 183,7 Mio. €. Das sind rd. 1,81 Mio. € pro km und entspricht damit den Erfahrungswerten vergleichbarer Projekte aus den Niederlanden und auch der Kosten von Bahntrassenradwegen im Ruhrgebiet. Die

Machbarkeitsstudie wird Ende 2014 den Gremien des RVR vorgestellt. Die Finanzierung ist noch nicht gesichert. Der RVR beabsichtigt noch 2014 einen Arbeitskreis mit Vertreten des Landes und des Bundes einzurichten, der sich ausschließlich mit dem Thema Finanzierung beschäftigt. Das Land beabsichtigt, noch in dieser Legislaturperiode das Landesstraßengesetz zu ändern und Radschnellwege in die Baulast des Landes zu übernehmen. Ein tragfähiges

Finanzierungskonzept ist Voraussetzung für die Realisierung des Vorhabens.

Projektträger: RVR

6.5 Barrierefreier Ausbau der Haltestellen

Der barrierefreie Ausbau der ÖPNV-Haltestellen hat in Dortmund bereits ein hohes Niveau.

Von den 125 Stadtbahnhaltepunkten des Stadtbahnnetzes (3 Haltestellen befinden sich auf Lüner Stadtgebiet) sind 99 Haltepunkte d.h. rund 80 %, höhengleich erreichbar. Sie sind mit Rampe und/oder Aufzug ausgestattet. Die übrigen Haltepunkte werden sukzessive nachgerüstet. Für die letzten beiden unterirdischen Bahnhöfe ohne barrierefreien Zugang (Märkische Straße und Münsterstraße) ist die Nachrüstung in 2016 bzw. 2018 vorgesehen.

Teilsystem Bus

Es gibt in Dortmund etwa 900 Haltestellen mit ca. 1850 Haltepositionen.

Im Busbereich sind bereits ca. ein Drittel der Haltestellen barrierefrei und mobilitätsgerecht mit einem 16cm hohen Bordstein oder sogar zu Buskaps umgebaut. Der weitere Umbau von Busbuchten oder Fahrbahnrandhaltestellen erfolgt gemeinsam mit dem Umbau oder der Erneuerung von Straßen und/oder Gehwegen. Aufgrund der neuen Gesetzgebung im

Personenbeförderungsrecht müssen auch die Bushaltestellen bis zum 31.12.2022 barrierefrei umgebaut werden.

Um dieses ehrgeizige Zeitziel einzuhalten wird die Verwaltung in Zusammenarbeit mit den Verkehrsunternehmen im Nachgang zum Beschluss über den Nahverkehrsplan in einem eigenen Fachbeitrag ein Zeit-/Maßnahmenplan über den barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen erarbeiten.

Projektträger: FB 61 und 66 in Kooperation mit DSW 21 6.6 E-Mobilität

Mit Ratsbeschluss vom 29.09.2011 wurde unter Federführung der Geschäftsführung des Konsultationskreises Energieeffizienz und Klimaschutz (KEK) und der Wirtschaftsförderung Dortmund der „Lenkungskreis Elektromobilität“ eingerichtet, mit dem ein einheitlicher und zentraler Ansprechpartner für Fragen rund um die Elektromobilität zur Verfügung steht.

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6.6.1 Ladeinfrastruktur

Im gesamten Stadtgebiet wurden mehr etwa 180 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge aufgebaut, davon ca. 80 % im öffentlichen Raum. Hierunter befinden sich auch vier Schnellladestationen.

Damit zählt Dortmund zu den führenden Städten in Deutschland, was die Dichte an Ladesäulen betrifft, und nimmt auch in Europa eine führende Position ein.

6.6.2 Nationale Förderprojekte

Die Dortmunder Projekte „metropol-E“ und „ELMO – Elektromobile Urbane

Wirtschaftsverkehre“ wurden von der Bundesregierung als „Nationale Leuchttürme "

ausgezeichnet.

Über das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geförderte Projekt „metropol-E“, das bis zum 31.12.2014 verlängert wurde, wird in Dortmund der Aufbau von Infrastruktur gesteuert und sinnvoll in bestehende Verkehrs- und Siedlungskonzepte

integriert. Wesentliche Bausteine des Projektes sind die Entwicklung eines Flottenmanagement- und Mobilitätskonzeptes für die Stadtverwaltung und der Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Mit dem Modellprojekt „ELMO“, das bis zum 30. Juni 2015 verlängert worden ist, werden neue Wege bei der Nahversorgung von Städten beschritten. Im Zentrum steht die Alltagstauglichkeit von elektromobilen Nutzfahrzeugen zwischen 7,5 und 12 t Gesamtlast. Neben der

Weiterentwicklung der Technik werden Betriebe bei der Einsatzplanung und dem Aufbau eines Wartungsnetzes unterstützt. Mit dem in 2014 gestarteten Projekte „GeNaLog – leise

Nachtlieferverkehre“ wird das Projekt um emissions- und baurechtliche Fragestellungen erweitert.

6.6.3 Kommunale Unterstützung

Da die Förderung der Elektromobilität für die Stadt Dortmund hohe Priorität hat, werden entsprechende Initiativen unterstützt.

Kommunale Anreizsysteme zur Förderung der Elektromobilität in Bezug auf Parkraum,

Lieferzeiten etc. werden derzeit entwickelt. Mit dem Cargo Cruiser, einem elektrisch betriebenen Lastenfahrrad, wurde von der Stadt Dortmund, der DEW21 und UPS ein Pilotversuch mit dem Ziel gestartet, die CO2-Belastung der Dortmunder Innenstadt zu reduzieren und eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Alternative bei der Zustellung in Innenstädten zu testen. Das

Cargobike-Projekt der Wirtschaftsförderung erweitert seit 2014 das Angebot in diesem Bereich auch für andere Nutzer wie Pflegedienste oder Fahrradkuriere.

Halbjährlich finden Treffen zwischen Kommunen und Kreisen in NRW statt, um Erfahrungen auszutauschen, aus den Erfahrungen anderer Städte zu lernen und gemeinsame Standards und Verfahrungen zur Implementierung der E-Mobilität zu entwickeln. Zudem werden gemeinsam mit dem Projektträger NOW (Berlin) verschiedene Leitfäden zur Elektromobilität redaktionell begleitet.

6.6.4 Öffentlichkeitsarbeit

Für das vorbildliche Engagement im Bereich von Elektromobilität und Klimaschutz wurde Dortmund vom Vorsitzenden des europäischen Netzwerks der Automobilen Exzellenz (NoAE) mit dem Green-City-Award ausgezeichnet.

Die Stadt zeigt mit dem Modellprojekt „metropol-E“ und der damit verbundenen Beschaffung Integration von Elektrofahrzeugen in die am tatsächlichen Bedarf ausgerichtete Fahrzeugflotte, dass der Einsatz gerade für Kommunen sinnvoll, machbar und alltagstauglich ist. Damit übernimmt Dortmund eine Vorreiterrolle, die zur Nachahmung animiert, Elektromobilität sichtbar und erlebbar macht und damit die Einführungsakzeptanz bei Bürgerinnen und Bürgern unterstützt.

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