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Unterricht und Unterrichtsentwicklung

Im Dokument Abschlussbericht der KEGS-Studie (Seite 66-71)

3.1 Schulqualität und Schulentwicklung aus Perspektive der Schulleitung

3.1.5 Unterricht und Unterrichtsentwicklung

Die Kooperation von Schulleitung und Lehrkräften sowie zwischen den Lehrkräften spielt in jeder Schule eine zentrale Rolle für die erfolgreiche Bewältigung des Schulalltages und die Gestaltung qualitätsvollen Unterrichts. Schulleiter/-innen nehmen hier, insbesondere an Grundschulen, eine

‚Doppelrolle‘ ein: als Leitungsperson und als Lehrkraft.

Die an KEGS teilnehmenden Schulleiter/-innen wurden gebeten, fünf Aussagen in Bezug auf die Kooperationskultur zwischen den Lehrkräften an ihrer Schule im Sinne der kollegialen Unterrichtsentwicklung zu beantworten. Zur Antwort standen hier die vier Antwortmöglichkeiten

„trifft nicht zu“, „trifft eher nicht zu“, „trifft eher zu“ und „trifft zu“ zur Verfügung.

Für Abbildung 40 wurden diese Antwortmöglichkeiten zu zwei Kategorien zusammengefasst. Die hellblauen Balken bilden anteilig diejenigen ab, die angaben, dass die genannten Aussagen auf das kollegiale Kooperationsverhalten an ihrer Schule nicht oder eher nicht zutreffen. Die dunkelblauen Balken bilden anteilig die Antworthäufigkeit der anderen beiden Antwortkategorien ab.

Abbildung 40: Kooperation der Lehrkräfte

Anmerkungen. Hellblaue Balken: Anteil der Schulleitungen, die auf eine Aussage mit „trifft nicht zu“ oder

„trifft eher nicht zu“ antworteten (Ablehnung). Dunkelblaue Balken: Anteil der Schulleitungen, die auf eine Aussage mit „trifft eher zu“ bzw. „trifft zu“ antworteten (Zustimmung).

Allen Schulleiterinnen und -leitern zufolge trifft es eher zu bzw. zu, dass sich ihre Lehrkräfte über die Lernleistungen von Schüler/-innen austauschen und diese diskutieren. Fast ebenso häufig geben die Schulleiter/-innen an, dass die Lehrkräfte Ideen über das Unterrichten austauschen.

In 87 % der Fälle ist es eher zutreffend bis zutreffend, dass die Lehrkräfte darüber diskutieren, was sie in Fortbildungen erlernt haben. Etwas weniger häufig (84 %) ist es mindestens eher zutreffend, dass sie sich nach Einschätzung der Schulleiter/-innen über ihre Überzeugungen von gutem Unterricht austauschen. Im Vergleich dazu diskutieren Lehrkräfte Unterrichtsstunden, die nicht erfolgreich verlaufen sind, deutlich weniger häufig. Dies trifft aus Sicht der Schulleiter/-innen in ca. 63 % der Fälle mindestens eher zu.

Die Schulleitungen wurden ebenfalls gebeten, anzugeben, wie regelmäßig bestimmte Kooperationsformen im Rahmen ihrer Zusammenarbeit mit den Lehrkräften (orientiert am laufenden Schuljahr) zum Einsatz kommen. Sie sollten zu acht Aussagen jeweils angeben, ob sie und die Lehrkräfte in dieser Form „wöchentlich“, „monatlich“, „vierteljährlich“, „halbjährlich“ oder

„seltener/gar nicht“ kooperieren.

Da es zu allen genannten Aussagen jeweils bundesweite Vergleichswerte aus IGLU 2001 gibt, wurden diese zur besseren Übersicht in zwei Abbildungen unterteilt (Vergleichswerte zu Abbildung 41 in Abbildung 42, Vergleichswerte zu Abbildung 43 in Abbildung 44).

Abbildung 41: Häufigkeiten verschiedener Kooperationsformen zwischen Schulleitung und Lehrerkollegium (I)

Abbildung 41 enthält vor allem Aussagen, die sich eher auf die Rahmung und Vorbereitung des Unterrichts beziehen. Die in diesem Zusammenhang mit Abstand am häufigsten stattfindenden Kooperationsformen zwischen den Befragten und ihren Lehrkräften sind der Austausch von Unterrichtsmaterialien (58 % wöchentlich, 30 % monatlich) und die Teambesprechungen im Jahrgang (42 % wöchentlich, 35 % monatlich). In deutlich größeren Zeitabständen, mindestens aber halbjährlich finden dagegen Abstimmungsprozesse zur Leistungsmessung und -bewertung statt. Die gemeinsame Erstellung von Lehr-Lern-Materialien findet in der Mehrheit der Schulen dagegen entweder gar nicht, selten oder maximal halbjährlich statt.

Im Vergleich zu den Befunden aus IGLU 2001 (Abbildung 42) ist erkennbar, dass die Ergebnisse an Brandenburger Grundschulen weitestgehend mit dem Bundesdurchschnitt vergleichbar sind. Nur die Ergebnisse zur Abstimmung bezüglich der Leistungsmessung und -bewertung liegen statistisch bedeutsam unter dem Bundesdurchschnitt (kleiner Effekt).

Abbildung 42: Vergleich mit IGLU-Ergebnissen Häufigkeiten verschiedener Kooperationsformen zwischen Schulleitung und Lehrerkollegium (I)

Anmerkungen. Hellblaue Balken: Statistisch bedeutsamer niedrigerer Mittelwert der Schulleitungsstichprobe in der KEGS-Studie im Vergleich zum Mittelwert für Gesamtdeutschland. Weiße Balken: Der Mittelwert der Schulleitungsstichprobe in der KEGS-Studie weicht nicht statistisch bedeutsam vom Mittelwert für Gesamtdeutschland ab.

In Abbildung 43 sind weitere Kooperationsformen dargestellt, die sich stärker auf den gemeinsamen Unterricht bzw. die gemeinsame Förderung von Schülerinnen und Schülern beziehen. Es wird deutlich, in annähernd drei Viertel der Schulen (davon 16 % wöchentlich, 30 % monatlich, 21 % vierteljährlich) findet in regelmäßigen Abständen eine gemeinsame Diagnose und Erörterung von Lernentwicklungen einzelner Schüler/-innen durch die Befragten und ihre Lehrkräfte statt. In zwei Drittel der Fälle (davon 27 % wöchentlich, 29 % monatlich, 16 % vierteljährlich) findet zudem eine regelmäßige Kooperation in Bezug auf die gemeinsame Planung von Unterricht zwischen den Befragten und ihren Lehrkräften statt. In fast der Hälfte der Fälle (44 %) werden wöchentlich ebenfalls Fördermaßnahmen im Team durchgeführt; in knapp 20 % dagegen seltener oder gar nicht. Besonders deutlich wird jedoch, dass die gemeinsame Unterrichtsdurchführung im Team nicht zu den regelmäßig praktizierten Kooperationsformen zwischen Schulleitung und Lehrkräften gehört. Denn die Hälfte der befragten Schulleiter/-innen gibt an, dass diese Kooperationsform seltener oder gar nicht häufiger als einmal im Halbjahr stattfindet. Andererseits gibt knapp ein Viertel (23 %) der Schulleitungen an, dass wöchentlich gemeinsamer Unterricht praktiziert wird. Insgesamt wird aus Abbildung 43 deutlich, dass sich die Schulen stark darin unterscheiden, inwiefern Schulleitungen und Lehrkräfte kooperieren.

Abbildung 43: Häufigkeiten verschiedener Kooperationsformen zwischen Schulleitung und Lehrerkollegium (II)

Im Vergleich zu den Befunden aus IGLU 2001 (Abbildung 44) ist erkennbar, dass die KEGS-Ergebnisse in Bezug auf die gemeinsame Unterrichtsdurchführung statistisch bedeutsam unter dem Bundesdurchschnitt liegen (mittlerer Effekt). Im Gegensatz dazu findet die Durchführung von Fördermaßnahmen im Team an den KEGS-Schulen deutlich häufiger statt als im Bundesdurchschnitt.

Diese Abweichung kann als großer Effekt bewertet werden. Die Häufigkeiten, mit der die anderen beiden Kooperationsformen praktiziert werden, liegen jeweils auf dem Niveau des Bundesdurchschnitts.

Abbildung 44: Vergleich mit IGLU-Ergebnissen Kooperationsformen zwischen Schulleitung und Lehrerkollegium (II)

Anmerkungen. Hellblaue Balken: Statistisch bedeutsamer niedrigerer Mittelwert der Schulleitungsstichprobe in der KEGS-Studie im Vergleich zum Mittelwert für Gesamtdeutschland.

Dunkelblaue Balken: Statistisch bedeutsamer höherer Mittelwert der Schulleitungsstichprobe in der KEGS- Studie im Vergleich zum Mittelwert für Gesamtdeutschland. Weiße Balken: Der Mittelwert der Schulleitungsstichprobe in der KEGS-Studie weicht nicht statistisch bedeutsam vom Mittelwert für Gesamtdeutschland ab.

Im Dokument Abschlussbericht der KEGS-Studie (Seite 66-71)