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Schwierige Schülerinnen und Schüler – Präven- tionsarbeit auch durch Freizeitgestaltung

2. Maßnahmen der Schule

a) „schwierige“ Schüler früh erkennen

Wir müssen beobachten, dass die Anzahl der „schwierigen“

Schüler in den Ganztagsklassen steigt, da eine Auswahl der Schü- ler aufgrund der sinkenden Schülerzahlen nicht mehr möglich ist.

Ganztagsklassen werden aber nicht ausschließlich von „schwieri- gen“ Schülern besucht. Daher betreffen die meisten der Maß- nahmen, die Ihnen vorgestellt werden, auch nicht ausschließlich die Ganztagsklassen, sondern die gesamte Schule.

Aus diesen Beobachtungen ergeben sich für uns folgende Konse- quenzen:

Kontaktaufnahme mit den Grundschulen bis hin zum Unterrichtsbesuch

In Gesprächen mit den Schulleitungen der Grundschule erfragen wir Problemschüler und die Einschätzung durch die Klassenlehrer. Bei besonders problematisch beschriebenen Kindern schaut auch ein JaS-Mitarbeiter in der Klasse vorbei, um einen ersten Eindruck von die- sem Schüler zu erhalten.

Infonachmittag

In dessen Rahmen werden zukünftige Fünftklässler und deren Eltern in die Schule eingeladen. Wir stellen unsere Schule mit ihren Einrichtungen, Angeboten und Mög- lichkeiten vor.

Eltern – auch Eltern „problematischer“ Schüler – haben während der Vorstellung und anschließend ausreichend Möglichkeiten Lehrer und Mitarbeiter der JaS anzuspre-

chen und Probleme zu erörtern. Seit dem letzten Jahr verbinden wir den Infonachmittag mit unserem Schul- fest. So erhalten unsere zukünftigen Schüler und deren Eltern gleich Einblick in unser Schulleben.

Schullandheimaufenthalt in der 1. Schulwoche

Unsere Schüler der fünften Jahrgangstufe kommen aus mehreren Schulen und unterschiedlichen Klassen. Aus diesem Grund ist ein gegenseitiges Kennenlernen der Schüler, sowie der neuen Klassenlehrkraft und der JaS- Mitarbeiterinnen außerhalb des täglichen Schulalltages sehr wichtig.

Wie läuft diese Woche ab?

Die ersten Beobachtungen der Schüler finden auf einer gemeinsamen Wanderung (ca. 15 km) zum Selbstversor- gerhaus statt. Währenddessen können die ersten Beurtei- lungen z. B. über Sozialverhalten, Ausdauer und Durch- setzungsvermögen der Schüler getroffen werden, aber auch Gespräche über Familie, Freunde, Beziehungen und Erlebnisse stattfinden.

Die Unterbringung erfolgt in Mehrbettzimmern. Die Mahlzeiten werden von den Schülern unter Anleitung selbst zubereitet. Auf diese Weise können sie erleben, dass sie zu dieser Aufgabenbewältigung fähig sind.

Mit den Schülern wird ein abwechslungsreiches Pro- gramm im Arbeits- und Freizeitbereich ohne TV und PC gestaltet. Die Kommunikations- und Kooperationsfähig- keit werden geschult. Erlebnispädagogische Angebote runden das Programm ab. Der Schullandheimaufenthalt bietet die Grundlagen für das über das Schuljahr verteil- te Sozialtraining im Schulalltag.

Frühzeitige Kontaktaufnahme mit Eltern

Werden hier Feststellungen getroffen, die eine sofortige direkte Kontaktaufnahme mit den Eltern erfordern, so findet diese zeit- nah statt. Uns ist bewusst, dass Eltern frühestmöglich in die schulische Arbeit mit einbezogen werden sollen und nur mit Unterstützung eine erfolgreiche Präventionsarbeit möglich ist.

b) Hilfen in der Schule anbieten

In unserem Konzept für Ganztagsklassen steht unter anderem:

Die Schüler sollen in einem angemessenen Sozialverhalten ge- schult werden, Werteerziehung erfahren und Projekte zur Ge- waltprävention erleben.

Wie setzen wir das um?

Sozialtraining durch JaS und Klassenlehrer

Die Schüler werden durch spielerische Übungen, theore- tische und praktische Aufgabenstellungen befähigt, sich selbst besser einzuschätzen; ihre Stärken und Schwä- chen zu erkennen und zu akzeptieren.

Durch die Anbahnung der Reflexionsfähigkeit, können Schüler auch die Anderen und ihr Verhalten besser ver- stehen und mit gelegentlichen Konflikten lösungsorien- tiert umgehen.

Themen des Sozialtrainings sind: „Ich sehe mich selbst";

„Ein Problem, viele Lösungen"; „Gemeinsam – statt ein- sam“.

Das Sozialtraining orientiert sich sehr stark an der jewei- ligen Klassensituation. Momentane Stimmungen, aktuel- le Konflikte und gruppeninterne Bedürfnisse werden einkalkuliert. Die Umsetzung der einzelnen Aufgaben findet überwiegend durch praxisorientierte Tätigkeiten statt, denn theoretische Aufarbeitungen gehen meist an den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Schüler vorbei.

Bei der vertieften Durchführung dieses Projektes in den Ganztagsklassen hat uns das Ministerium für Arbeit und Soziales aus nicht nachvollziehbaren Gründen absicht- lich behindert.

Über die finanziellen Mittel, welche für Ganztagsklassen bereitgestellt werden, konnten wir für einige Jahre die Fachkräfte der JaS anstellen. Das Angebot umfasste in den Ganztagsklassen einen Nachmittag in der Woche und bot „vertieftes“ Sozialtraining. Gerade für die schwierigen Schüler, von denen wir wie eingangs bereits

erwähnt, einen hohen Anteil in den Ganztagsklassen ha- ben, hatte sich dies ausgesprochen positiv bemerkbar gemacht.

Leider wurde dem Träger der JaS unter Androhung der Streichung von Fördergeldern untersagt, die JaS Mitar- beiter für dieses Projekt weiter zur Verfügung zu stellen.

Hier wurde ein sinnvolles Konzept durch eine unver- ständliche, sachlich nicht begründete Anordnung zer- stört.

Eine Reihe von Schülern ist so problembeladen, dass Maßnah- men im Klassenverband nicht ausreichen. Um Einfluss auf diese Schüler zu nehmen findet je nach Bedarf eine

Einzelbetreuung und situative, individuelle Kleinstgrup- penarbeit durch die Mitarbeiter der JaS

statt.

Stören einzelne Schüler in nicht mehr hinnehmbaren Maß den Unterricht, wurde als Präventions- und Wiedereingliederungs- maßnahme ein

Trainingsraumprogramm

eingeführt. Der betroffene „Störenfried„ wird in den Trainings- raum verwiesen und führt eine, von der unterrichtenden Lehr- kraft dokumentierte, Kurzbeschreibung des Fehlverhaltens mit sich. Im Trainingsraum wird er von einem Lehrer in Empfang genommen. Der Schüler muss schriftlich Überlegungen zu sei- nem Fehlverhalten und zu einer Änderung seines Verhaltens anstellen. Diese Denkansätze werden mit der aufsichtführenden Lehrkraft besprochen. Anschließend darf der Schüler wieder in die Klassengemeinschaft zurück. Sollte ein Schüler ein zweites Mal am Tag aufgrund eines Fehlverhaltens den Trainingsraum aufsuchen müssen, werden seine Eltern verständigt mit der Bitte um Abholung.

Als weitere Maßnahmen haben wir für interessierte und geeigne- te Schüler die

Streitschlichterausbildung und die

Schulsanitäterausbildung ab der sechsten Klasse

eingeführt. Der Inhalt dieser Projekte muss nicht eigens vorge- stellt werden. Sie dienen nach unserer Auffassung der Persön- lichkeitsbildung und der Stärkung des Selbstwertes, weil Situati- onen angeboten werden in denen positives Verhalten gezeigt werden kann und Erfolgserlebnisse vermittelt werden.

In einigen Fällen ist die Schule auch zusammen mit den Eltern überfordert, hier müssen wir außerschulische Hilfen vermitteln.

c) Vermittlung außerschulischer Hilfen

Kontakt mit Jugendamt herstellen

Die Mitarbeiter der JaS sind „Mitarbeiter des Jugendam- tes an der Schule.“ Sie sind für uns der kurze Weg zum Jugendamt. Sie legen den betroffenen Eltern nahe, sich mit der Bitte um Hilfe an das Jugendamt zu wenden, vermitteln Termine und geben auch die nötigen Infor- mationen an das Jugendamt weiter. Darüber hinaus vermitteln sie auch

Kontakt zu Beratungsstellen.

3. Durch ganzheitliche Förderung Probleme vermeiden