Perspektiven

In document Beteiligungsbericht der Stadt Oberhausen: (Page 194-200)

A Entwicklung

C. Perspektiven

Hauptziel der Gesellschaft ist auch weiterhin die langfristige Sicherung und offensive Weiterentwicklung und Vermarktung des Festivals. Dies bezieht sich zum einen auf die Akquise von Sponsoren und Medienpartnern, die Einbindung weiterer öffentlicher Zuschussgeber und Partner für Einzelprojekte, zum anderen auf die Akquise von neuen Besuchergruppen und die Erschließung neuer Projekte.

Das Festival hat in der Vergangenheit im Vergleich mit der Festivallandschaft in Deutschland eine überproportionale Quote an privaten Mitteln erreicht. Eine intensive Ansprache der Privatwirtschaft bleibt auch weiterhin für das Festival unerlässlich. Mit der finanziellen Auswertung des Festivals 2009 wird jedoch deutlich, wie anfällig die Finanzierung des Festivals bei einem Rückgang der Umsatzerlöse, besonders bei den Sponsoringerlösen, ist. Sie zeigt auf, dass nur über Fördermittel eine notwendige Planungssicherheit gegeben ist. Entscheidungen von potenziellen Sponsoren fallen meist erst im Frühjahr vor dem Festival und damit lange nach Abschluss der Programmplanung. Überdies sind Sponsoren nur in Ausnahmefällen für ein Engagement im Rahmen bestehender Programmangebote zu interessieren; zumeist werden Initiativprojekte, die sich schlecht verstetigen lassen, als Darstellungsfläche bevorzugt. Mit Sponsoringerlösen können vor allem einzelne Projekte und (temporäre) Programme, die das regelmäßige Programmangebot erweitern und ergänzen, finanziert werden. Sponsoring als Finanzierungsquelle für die Kernaufgaben des Festivals ist daher keine geeignete Perspektive; dies mag bei Kulturveranstaltungen mit vollkommen anderem Angebot und Profil, etwa dem Klavierfestival Ruhr o.ä., anders sein. Die diesjährige Situation lässt erkennen, dass nur ein Teil der Sponsorenerlöse (insbesondere die langjähriger Partner) als gesichert angesehen und zur Finanzierung des Festivals herangezogen werden kann.

Weiter wird deutlich, dass bei stagnierenden Zuschüssen eine Finanzierung des Festivals in der bisherigen Form nicht denkbar ist. Mit der Zuschussanpassung des BKM war es möglich, im Jahr 2009 Mehraufwand durch allgemeine Kostensteigerungen weitgehend aufzufangen. Unvorhersehbare Aufwendungen und notwendige Erweiterungen im Bereich Personal und Sachmittel sind damit jedoch nicht zu decken. Im Gegenteil waren der Rückgang der Sponsorenerlöse und unvorhersehbarer Mehraufwand nur durch Minderausgaben im Bereich Personal aufzufangen.

Ebenso wenig sind Indexsteigerungen in den Folgejahren auszugleichen. Die Minderausgaben im Personalaufwand resultieren ausschließlich aus dem krankheitsbedingten Personalausfall und können keineswegs als eine Lösung von Dauer angenommen werden. Der Gesellschaft ist es in den letzten Jahren mit dem Einsatz neuer Kommunikationswege und angepassten modernen Arbeitsmethoden gelungen, in vielen Bereichen Kostensenkungen zu erreichen bzw.

Aufwandssteigerungen zu verhindern, ohne die Unterdeckungen nicht zu vermeiden gewesen wären. Trotz aller bereits

getroffenen Maßnahmen wird dies nicht ausreichen, den Mehraufwand in der Zukunft aufzufangen und das Leistungsspektrum aufrecht zu erhalten. Ohne eine Anpassung der öffentlichen Zuschüsse werden zwangsläufig Kürzungen im Leistungsspektrum des Festivals notwendig werden, um Unterdeckungen zu vermeiden.

Die Professionalisierung der Sponsoringakquise wurde seit dem Jubiläumsfestival 2004 erheblich verbessert, etwa durch aufwändig gestaltete Unterlagen mit aussagekräftigem Zahlenmaterial zur Leistungsbilanz und zu den Darstellungsmöglichkeiten. Die im Herbst 2008 einsetzende Finanz- und Wirtschaftskrise verdeutlicht jedoch die Schwierigkeit, die Erlössituation zu halten oder gar zu verbessern. Sowohl große Unternehmen als auch Stiftungen haben mit Blick auf die schlechte Konjunkturentwicklung ihr Engagement im Bereich Kultur eingeschränkt oder sogar eingestellt. Insbesondere Partner aus Vorjahren reduzierten ihr Engagement bzw. verlagerten es auf andere Kultur- bzw.

Bildungsbereiche. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass das sehr zurückhaltende Engagement auch in den kommenden zwei Jahren beibehalten wird. Zudem ist bereits jetzt festzustellen, dass noch zur Verfügung stehende Sponsorenmittel größtenteils der Kulturhauptstadt 2010 zufließen werden. Um eine Umkehr in der Erlösentwicklung zu erreichen, werden daher die Anstrengungen nochmals intensiviert werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass aus den vorgenannten Gründen eine positive Entwicklung frühestens ab dem Geschäftsjahr 2010/2011 sichtbar werden wird.

Zur Sicherung des Festivals über öffentliche Zuschussgeber werden jährlich Anträge auf Projektförderung gestellt.

Neben den bereits eingeführten Zuschussgebern werden je nach Projektstand auch weitere mögliche öffentliche Fördergeber angesprochen. Nach Jahren stagnierender und teilweise rückläufiger Zuwendungen, werden zur Sicherung des Festivals in seiner bestehenden Form ab dem kommenden Geschäftsjahr Zuschussanhebungen unumgänglich.

Für das Festivaljahr 2010 werden alle Anträge auf öffentliche Förderung bis Ende des Jahres 2009 gestellt. Eine Aussage zur Wahrscheinlichkeit der Bewilligungen kann gegenwärtig noch nicht getroffen werden. Zur Deckung von Kostensteigerungen im Bereich der Sachmittel ist vorgesehen, eine höhere Zuwendung beim Land NRW zu beantragen.

Die Geschäftsführung hält dies angesichts eines angewachsenen Leistungsspektrums und einer verbesserten Leistungsbilanz des Festivals für begründet und notwendig. Eine Zusicherung in Höhe der bisherigen Förderung wurde für 2010 bereits ausgesprochen. Inwieweit einer Anhebung zugestimmt wird, lässt sich naturgemäß nicht vorhersagen.

Die Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH hat zudem die Stadt Oberhausen als Gesellschafterin darüber informiert, dass aufgrund der rückläufigen Umsatzerlöse Personalkostensteigerungen nicht mehr wie in der Vergangenheit aufgefangen werden können. Zur Vermeidung von Unterdeckung wird eine erste Anhebung des Betriebskostenzuschusses seit 1999 ab dem Festivaljahr 2010 angestrebt.

Zur weiteren finanziellen Absicherung des Festivals wurde für das Jahr 2010 ein Antrag auf EU-Fördermittel in Höhe von 30.000 € gestellt. Dieser wurde jedoch mit Hinweis auf voraussichtlich nicht erfüllbare Förderkriterien abgelehnt.

Auf Grund der unsicheren Haushaltssituationen bei Bund, Ländern und Gemeinden und der angespannten wirtschaftlichen Situation kann die Gesellschaft kein wirklich aussagekräftiges Szenario zur möglichen Entwicklung der Zuschüsse erstellen. Zumindest wurden bisher keine weiteren Kürzungen angekündigt. Sollten Anpassungen ausbleiben oder sich sogar Kürzungen bei öffentlichen Zuschussgebern ergeben, so werden voraussichtlich Leistungsspektrum und Leistungsbilanz des Festivals hiervon unmittelbar und deutlich betroffen sein.

Im Geschäftsjahr 2006/07 wurde der Vertrag mit dem Festivalkino Lichtburg Filmpalast für die Dauer von fünf Jahren neu verhandelt. Durch verkürzte Auf- und Abbauzeiten der Technik, konnte eine leicht verringerte Mietdauer vereinbart und damit der Mietzins für das kommende Festivaljahr auf dem bisherigen Niveau gehalten werden. Für die Folgejahre wurde zur Deckung zu erwartender allgemeiner Kostensteigerungen eine jährliche Anpassung des Mietzinses in Höhe von 1,5 v.H. festgeschrieben.

Im Personalbereich werden im Geschäftsjahr 2009/10 verschiedene Änderungen vorgenommen. Beide Vertretungsregelungen werden entfallen. Zum Beginn des Geschäftsjahres beendete die Organisationsleitung nach längerfristiger Erkrankung ihr Beschäftigungsverhältnis und die Stelle wird zum 01.11.2009 neu besetzt. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres kehrt eine Mitarbeiterin aus der Elternzeit zurück. Die Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH wird im Geschäftsjahr voraussichtlich neun festangestellte Mitarbeiter, inklusive des angestellten Geschäftsführers und der Auszubildenden, beschäftigen. Mit dem stetig gestiegenen Leistungsspektrum und –umfang wird es zunehmend schwieriger alle kontinuierlich anfallenden Arbeiten mit dieser Personaldecke zu betreuen, die auf volle Stellen berechnet knapp unterhalb der Personalkapazität des Jahres 1999 liegt. Es sind dringend Maßnahmen zu einer Verbesserung der Personalsituation durchzuführen. Eine tatsächliche Erweiterung der Personaldecke steht jedoch in direkter Abhängigkeit von der Zuschussentwicklung. Die unmittelbare Festivalvorbereitung kann nach wie vor nur unter Zuhilfenahme von kurzfristigen Aushilfen, Zeitarbeits- und Honorarkräften sowie freien MitarbeiterInnen erfolgen.

Insbesondere das letzte Festival mit Besucherrekord und einer noch nie so hohen Anzahl an präsentierten Filmen und Programmen hat gezeigt, dass die Belastungsgrenzen sowohl im Personalbereich als auch in allen anderen Bereichen erreicht sind. Bereits kurzfristig müssen umfassende Anpassungen berücksichtigt werden, um einen reibungslosen Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten.

An der Aufschlüsselung der steuerbegünstigten wirtschaftlichen Betätigungsfelder der Gesellschaft in die Zweckbetriebe

„Festival“ und „Archiv & Verleih“ wird auch für das Geschäftsjahr 2009/10 festgehalten.

Das Festival ist bestrebt, seine internationale Bedeutung und Anerkennung fortlaufend neu zu behaupten. Dabei steht die behutsame Weiterentwicklung der historischen Substanz des Festivals im Mittelpunkt der Bemühungen der Markenführung. Hier wurden in den letzten Jahren zahlreiche erhebliche Erfolge erzielt, etwa durch den „MuVi-Preis“, das Onlinemagazin „shortfilm.de“ oder durch „reelport“. Fortgeführt wird diese Weiterentwicklung durch die im Festivaljahr 2006 neu eingeführten und sehr gut angenommenen Programmsegmente „Podium“ und „Screenings“. Die Fähigkeit, gesellschaftliche Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen, auf diese zu reagieren und sie in Programme zu übertragen, hat in Oberhausen Tradition. Mit den jüngsten Neuerungen, der Erweiterung des Filmmarktes um

Unternehmensstrategie, die dem Festival fortwährend neue Zielgruppen erschließen soll. In diesem Zusammenhang wurde, um noch mehr regionale Aufmerksamkeit zu erreichen, zum Festival 2009 der NRW-Wettbewerb eingeführt sowie die „Open Screenings“, in dessen Rahmen eingereichte, aber abgelehnte Arbeiten von den Filmemacherinnen und Filmemachern selber vorgestellt werden können. Nur eine strategische internationale Vernetzung mit wichtigen Partnern, ein Programmprofil, das höchsten Ansprüchen im internationalen Vergleich genügt, sowie anhaltend intensive und kreative Öffentlichkeitsarbeit können die Gesellschaft nachhaltig sichern.

Oberhausen, 30. Oktober 2009 gez. Dr. Lars Henrik Gass

WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH

100%

Gasometer Oberhausen GmbH 100%

Tourismus und Marketing Oberhausen GmbH

100%

Luise-Albertz-Halle Tagungs- und Veranstaltungszentrum

Oberhausen GmbH 100%

IKF Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH

100%

Revierpark Vonderort GmbH 25%

Freizeit & Tourismus

R

Re ev vi ie er rp pa ar rk k V Vo on nd de er ro or rt t G Gm mb bH H

a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen

Anschrift: Bottroper Str. 322 46117 Oberhausen

Kontakt:

Telefon 0208/999680

Fax 0208/9996899

e-Mail info@revierpark.com

Internet www.revierpark.com/

Rechtsform: GmbH Stammkapital in T€: 41,00

Gesellschafter:

T€ %

Regionalverband Ruhr 20,50 50,00

Stadt Bottrop 10,25 25,00

Stadt Oberhausen 10,25 25,00

Gegenstand des Unternehmens:

Die Gesellschaft hat gemäß § 3 des Gesellschaftsvertrags den Zweck, der Bevölkerung einen Park - den Revierpark Vonderort - mit seinen Einrichtungen zur Sportausübung und zur Erholung zur Verfügung zu stellen.

Mit den Anlagen und Einrichtungen bezweckt die Gesellschaft die Förderung des Sportes und die Erholung der im Umkreis der Parkanlage wohnenden gesundheitlich besonders gefährdeten Bevölkerung.

Die Gesellschaft ist selbstlos tätig. Es wird kein wirtschaftlicher Erwerb oder Gewinn angestrebt. Sie verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne der Abgabenordnung. Das Vermögen und alle Einrichtungen der Gesellschaft dürfen nur für gemeinützige Zwecke im Sinne des Gesellschaftsvertrages verwendet werden.

Wichtige Verträge

Diverse Verschiedene Pachtverträge bezüglich der gastronomischen

Bereiche, des Betriebs von Kiosken, einer Minigolfanlage und eines Bootsverleihs

OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH Pachtvertrag mit der OGM vom 14.09.2006 (Betriebsführung der Eislaufhalle).

b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2009)

Geschäftsführung: Geschäftsführer Frind, Reinhard Geschäftsführer von der Heide, Jochem Geschäftsführer Dr. Kreul, Klemens Vertreter der Stadt / der

städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung:

Mitglied Barkowsky, Arndt

Verwaltungsrat: Vorsitzender Marschan, Rainer Mitglied gem. § 113 GO Klunk, Peter Mitglied Fischer, Joachim Mitglied Hagenbruck, Karlheinz Mitglied Dr. Hubbert, Eva-Maria Mitglied Kutzner, Uwe

Mitglied Partenheimer, Gabriele Mitglied Paßgang, Walter Mitglied Pfingsten, Jutta Mitglied Pflugbeil, Karl-Heinz Mitglied Tischler, Bernd Mitglied Tönsgerlemann, Willi

d) Geschäftsentwicklung

aa) Bilanzdaten

2007 2008 2009

Veränder-ungen

Aktiva

T€ % T€ % T€ % T€ %

Anlagevermögen 2.615,54 64,3 2.399,57 64,9 3.312,80 79,9 913,23 38,06

Umlaufvermögen 1.451,86 35,7 1.291,63 35,0 829,09 20,0 -462,54 -35,81

Rechnungsabgrenzungsposten 3,44 0,1 4,02 0,1 3,19 0,1 -0,83 -20,65

Bilanzsumme 4.070,84 100,00 3.695,22 100,00 4.145,09 100,00 449,87 12,17

Passiva

T€ % T€ % T€ % T€ %

Eigenkapital 3.418,89 84,0 3.085,62 83,5 2.785,42 67,2 -300,20 -9,73

Rückstellungen 152,20 3,7 123,89 3,4 226,21 5,5 102,32 82,59

Verbindlichkeiten 498,55 12,2 484,59 13,1 1.132,30 27,3 647,71 133,66

Rechnungsabgrenzungsposten 1,21 0,0 1,12 0,0 1,16 0,0 0,04 3,57

Bilanzsumme 4.070,84 100,00 3.695,22 100,00 4.145,09 100,00 449,87 12,17

In document Beteiligungsbericht der Stadt Oberhausen: (Page 194-200)