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In document Unternehmerin Kommune: (Page 57-60)

Hauptversammlung der VNG:

Zustimmung für Übertragung der Wintershall-Aktien an EWE Die Hauptversammlung der VNG – Verbund-netz Gas Aktiengesellschaft (VNG AG), hat am 8. April 2014 einstimmig der Übertragung der Aktienanteile der Wintershall Holding GmbH in Höhe von 15,79 Prozent auf den Mit-gesellschafter EWE AG zugestimmt. Damit hat EWE ihren Anteil an dem Leipziger Energie-unternehmen auf rund 64 Prozent erhöht. Die weiteren Anteilseigner sind zehn ostdeutsche Stadtwerke, die ihre Anteile (25,79 Prozent) in einer Beteiligungsgesellschaft gebündelt haben, und die russische Gazprom mit rund 10 Prozent.

In Zusammenhang mit dem Verkauf der Wintershall-Anteile hat der Vorsitzende des Auf-sichtsrats, Dr. Rainer Seele, mit Wirkung zum 08.04.2014 den Vorsitz im Aufsichtsrat der VNG AG niedergelegt.

Den Vorsitz im Aufsichtsrat hat ab dem 08.04.2014 interimsweise der 1. stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Holger Hanson, Geschäftsführer der Stadtwerke Neubranden-burg, übernommen.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben Dr.

Seele und der Wintershall als demnächst aus-scheidende Aktionärin für ihr Engagement gedankt. „Dr. Seele hat mit seinem Engagement dazu beigetragen, dass die VNG AG ihre Strategie als Erdgasspezialist entlang der Wertschöpfungs-kette in den letzten Jahren konsequent fortführen konnte. Dafür gebührt ihm unser Dank“, betonte Hanson.

www.vng.de

Kommunale BSR –

Beliebtestes Unternehmen der Hauptstadt

Nationale und internationale Konzerne sind in Berlin tätig, es gibt eine rührige Startup-Szene und hochinnovative Technologie-Firmen. Fragt man aber die Berliner, welches Unternehmen bei ihnen das höchste Ansehen genießt, dann steht an erster Stelle die Putztruppe der Stadt:

die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR). Auf dem zweiten Platz folgt die Charité. Anders als der Rest der Republik verehrt Berlin also nicht die Halbgötter in Weiß am meisten, sondern die in Orange. Das ist das Ergebnis einer

Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa für die Berliner Zeitung durchgeführt hat.

Für die repräsentative Studie wurden vom 18.

bis zum 27. Februar 1.003 Berlinerinnen und Berliner gebeten, das Image von 17 der größten und bekanntesten Unternehmen der Stadt auf einer Skala von -5 (sehr schlecht) bis +5 (sehr gut) zu bewerten.

Doch nicht nur die BSR ist bei den Haupt-städtern wohlgelitten. Auch andere Betriebe in öffentlichem Besitz erreichen sehr gute Image-werte. Vier der fünf beliebtesten Unternehmen in der Umfrage gehören der öffentlichen Hand:

Neben der Charité sind die Messe Berlin und die BVG auf den vorderen Rängen. Als ein-ziges privates Unternehmen hat es das Kultur-kaufhaus Dussmann unter die besten Fünf geschafft.

Allerdings steht auch am anderen Ende der Skala ein öffentliches Unternehmen: die Flug-hafengesellschaft Berlin-Brandenburg. Den vorletzten Platz belegt der Modeversandhändler Zalando, auch der Energieversorger Vattenfall und die S-Bahn liegen im negativen Bereich.

Das Ergebnis der Studie spiegelt laut Forsa-Chef Manfred Güllner einen Trend wider. „Wir erleben eine Renaissance der öffentlichen Unter-nehmen“, sagte er der Berliner Zeitung. „Es gab eine Phase, wo die Bürger meinten, alles sollte privatisiert werden. Inzwischen sehen sie das differenzierter.“ Die Finanzkrise sei ein Grund für diese Kehrtwende. Aber auch die Liberalisierung des Strommarktes habe dazu bei-getragen, dass die Deutschen den Glauben an die Privatisierung verloren haben, sagt Güllner.

Diese habe zu niedrigeren Preisen führen sollen, stattdessen aber ist Strom teurer geworden.

Dass die BSR auf dem ersten Platz steht, wundert Güllner nicht. „Müllmänner und Ärzte gehören in vielen Umfragen zu den angesehensten Berufen“, sagte er. Dafür gebe es eine einfache Erklärung: „Sie tun etwas, was notwendig ist, und was niemand selbst erledigen kann.“ Zudem sei die Müll-abfuhr zuverlässig – anders als viele Teile der öffentlichen Verwaltung.

(Quelle: Berliner Zeitung vom 17. April 2014) www.berliner-zeitung.de

MVV Energie nimmt zweite Biomethananlage in Kroppenstedt in Betrieb

MVV Energie hat im April ihre zweite Bio-methananlage in Kroppenstedt (Sachsen-Anhalt) in Betrieb genommen und speist

nun nachhaltig erzeugtes Biomethan in das öffentliche Erdgasnetz ein. Damit unterstreicht das Mannheimer Energieunternehmen seinen Anspruch, den Anteil erneuerbarer Energien an seinem Erzeugungsportfolio weiter auszubauen.

In der Biomethananlage Kroppenstedt mit einer äquivalenten elektrischen Leistung von ca. drei Megawatt werden pro Jahr rund 70.000 Tonnen Substrat vergoren. Neben Energie-pflanzen wie Mais und Zuckerrüben kommen dabei auch Reststoffe der landwirtschaftlichen Tierhaltung zum Einsatz. Dieser Substrat-mix wirkt dem Entstehen von Monokulturen entgegen, weshalb er aus ökologischer Sicht besonders sinnvoll ist. Das dabei entstehende Biogas wird vor Ort zu Biomethan in Erdgas-qualität aufbereitet. Mit diesem Biomethan kann beim Verstromen in dezentralen Block-heizkraftwerken grüner Strom für rechnerisch 6.000 Familien gewonnen werden, zusätzlich können damit 1.200 Haushalte ihren Wärme-bedarf decken.

Bereits seit September 2012 erzeugt eine weitere Anlage des Unternehmens im benach-barten Klein Wanzleben Biomethan. Verglichen mit fossilen Energieträgern vermeiden die beiden Anlagen jedes Jahr den Ausstoß von 40.000 Tonnen CO2.

Biomethan gilt als Flexibiltätsträger unter den erneuerbaren Energien. Es ist speicher-bar und eignet sich unabhängig vom Ort und Zeitpunkt seiner Erzeugung zur Strom- und Wärmeerzeugung wie auch als Kraftstoff für Erd-gas-Fahrzeuge. Langfristiger Partner für die Gas-abnahme und -vermarktung ist die Münchener bmp greengas GmbH.

Der börsennotierte MVV Energie-Konzern gehört mit einem Jahresumsatz von mehr als vier Milliarden Euro zu den führenden Energieunternehmen in Deutschland. Mit rund 5.500 Beschäftigten besetzt die lokal und regional verankerte Unternehmensgruppe alle wesentlichen Stufen der Wertschöpfungs-kette bei der zuverlässigen Versorgung mit Strom, Wärme, Gas und Wasser – von der Energieerzeugung über den Energie-handel, die Energieverteilung über eigene Netze bis zum Vertrieb und zu Energie-dienstleistungen. Darüber hinaus zählt die Unternehmensgruppe in Deutschland zu den größten Betreibern von thermischen Abfallverwertungs- und Biomasseanlagen.

www.mvv.de

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EWE behauptet sich in schwierigem Marktumfeld

Am 23. April hat EWE auf der Bilanzpresse-konferenz die Ergebnisse des kommunalen Konzerns für das Jahr 2013 vorgestellt. Nach-dem das Unternehmen 2012 in die Gewinnzone zurückgekehrt war, hat der Konzern auch im Geschäftsjahr 2013 ein positives Ergebnis erzielt:

Das Operative Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Operatives EBIT) erreichte mit 497,9 Millionen Euro in etwa das Vorjahresniveau (2012: 512,7 Mio. Euro).

Das Unternehmen behauptete sich damit trotz eines unverändert hohen Wettbewerbs-drucks und eines weiterhin schwierigen energiepolitischen und regulatorischen Markt-umfelds. Das Periodenergebnis sank jedoch von 138,8 Mio. Euro im Vorjahr auf 57,2 Mio. Euro. Der Konzernumsatz stieg im ver-gangenen Jahr auf 8,9 Milliarden Euro (2012:

8,6 Mrd. Euro).

„An unserem Ergebnis für 2013 wird klar, dass die im Vorjahr erreichte Trendwende kein Selbstläufer ist, sondern jeden Tag neu gesichert und verteidigt werden muss. Deshalb bleiben wir dran, arbeiten weiter intensiv am Erfolg und haben einen wachen Blick auf Markt- und Branchenentwicklungen sowie auf nötige Ver-änderungen unserer Strukturen“, stellte Dr.

Werner Brinker, Vorstandsvorsitzender der

EWE AG, bei der Vorstellung der Konzern-bilanz fest. Positiv entwickelt hätten sich u.a.

die Geschäftsaktivitäten in der Türkei: „Hier haben wir die Zahl unserer Gaskunden, den Gasabsatz und letztlich auch das Ergebnis deut-lich gesteigert“, so Brinker.

„Wir haben für das zurückliegende Geschäfts-jahr Steuereffekte zu verbuchen, die ihren Ursprung im Rückzug aus dem risikoreichen Explorations- und Produktionsbereich haben und sich mindernd auf unser Periodenergebnis auswirken“, erläutert EWE-Finanzvorstand Dr.

Heiko Sanders. In der Bilanz hätten darüber hinaus Wertanpassungen auf nicht zum Kern-geschäft gehörende Beteiligungen, Einbußen aus der Veräußerung solcher Beteiligungen sowie aufgrund von schwierigen Geschäftsaussichten korrigierte Vermögenswerte in Polen berück-sichtigt werden müssen.

Neue Segmentstruktur

Im Geschäftsjahr 2013 wurden die Segmente des Konzerns neu strukturiert. Berichtet wird nun über die Entwicklung in den vier operativen Segmenten Erzeugung, Infra-struktur, Vertrieb und Handel sowie Ausland und Informationstechnologie.

Im Segment Erzeugung erzielten die Geschäftseinheiten konventionelle Erzeugung, Erneuerbare, Entsorgung und Gasspeicher einen Umsatz in Höhe von 874,3 Millionen Euro. Zu den größten Investitionen im Jahr 2013 zählte der Offshore-Windpark RIFFGAT, der nach nur 14-monatiger Bauzeit fertig-gestellt werden konnte und künftig 120.000 Haushalte versorgen kann. Weitere

Groß-projekte waren der Bau des Erdgasspeichers Jemgum sowie Projekte der Geschäftsein-heit konventionelle Erzeugung – darunter das Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk in Bremen. Darüber hinaus hat das Unternehmen mit einer ersten Beteiligung von Kommune

und Bürgern am Onshore-Windpark Spolsen (Gemeinde Zetel) die neue strategische Aus-richtung in diesem Bereich erfolgreich in die Praxis umgesetzt. Das Operative EBIT lag bei 136,4 Mio. Euro.

Das Segment Infrastruktur umfasst neben den Strom-, Erdgas- und Telekommunikations-netzen die Bereiche Abwasser und Immobilien.

Die Umsatzerlöse beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 2,7 Mrd. Euro. Daraus erwirt-schaftete das Segment ein Operatives EBIT in Höhe von 350,9 Mio. Euro. Insgesamt wurden rund 197 Mio. Euro vorrangig in die Erneuerung und Erweiterung der Anlagen der Strom- und Gasversorgung investiert.

Das Segment Vertrieb und Handel bildet den Vertrieb von Energie- und Tele-kommunikationsprodukten und -dienst-leistungen sowie die Energiehandelsgeschäfte ab. Hier wurde mit 6,4 Mrd. Euro im Geschäfts-jahr 2013 der größte Teil des Konzernumsatzes erzielt. Der konsolidierte Stromabsatz von EWE in Deutschland lag im Geschäftsjahr 2013 um 623 Mio. Kilowattstunden (kWh) unter dem Vorjahresniveau. Der Absatzrück-gang war dabei im Wesentlichen auf den intensiven Wettbewerb zurückzuführen. Dies gilt auch für den Rückgang des Erdgasabsatzes um rund 1,5 Mrd. Kilowattstunden, der durch den konjunkturell bedingten Anstieg der Erd-gasnachfrage zum Teil kompensiert werden konnte. Die geringeren Absatzmengen bei Strom und Gas wirkten sich negativ auf das Ergebnis aus: Das Operative EBIT belief sich auf 57,1 Mio. Euro.

Im Segment Ausland und Informations-technologie (IT) werden die Geschäftsaktivitäten in der Türkei und Polen sowie das Informations-technologiegeschäft des Konzerns gebündelt. Die Umsatzerlöse des Segments betrugen rund eine Milliarde Euro. Den weitaus größten Anteil steuerte die Geschäftseinheit Türkei bei. Grund war zum einen die weiterhin positive Kunden-entwicklung – die Zahl der Erdgaskunden stieg im Berichtszeitraum um etwa 65.000 auf jetzt rund 805.000 Kunden. Der deutliche Anstieg des Erdgasabsatzes auf 26,9 Mrd. kWh (Vor-jahr: 13,6 Mrd. kWh) war vor allem auf höhere verfügbare und abgesetzte Handelsmengen zurückzuführen. Investitionen konzentrierten sich vorrangig auf den Netzausbau in der Türkei sowie die Informationstechnologie. Das Segment erwirtschaftete ein Operatives EBIT von 20,9 Mio. Euro.

Ausblick 2014

EWE erwartet für das Geschäftsjahr 2014 weiterhin ein schwieriges Umfeld und einen unverändert dynamischen Wettbewerb in den

Der Vorstand der EWE, v.l.n.r.: Nikolaus Behr, Dr. Heiko Sanders, Dr. Werner Brinker (Vorsitzender), Matthias Brückmann und Dr. Torsten Köhne

UNTERNEHMERIN KOMMUNE • AUSGABE 02 / JUNI 2014 59

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Bereichen Energie und Telekommunikation.

Zu Beginn dieses Jahres hat das Unternehmen daher ein neues Programm aufgelegt, um die Ertragskraft deutlich zu steigern. Aufgrund der energiepolitischen Rahmenbedingungen für die konventionelle Erzeugung und neuer regulatorischer Vorgaben für die Stromnetz-entgelte rechnet EWE für 2014 mit einem moderaten Absinken des Operativen EBIT.

www.ewe.de

OSV-Kommune des Jahres und OSV-Unternehmer-Preis 2014 Der Startschuss für die Bewerbungen für den begehrten Unternehmer-Preis des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) des Jahrganges 2014 ist am 12. Mai gefallen. Seit diesem Zeit-punkt können sich Unternehmen, Kommunen und Vereine aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt um den begehrten Preis bewerben. Voraussetzung ist, dass sie ihre Region voranbringen und beweisen, wie sehr es sich lohnt, sich für ein Ziel zu engagieren.

Die Teilnehmer sollen für eine über-durchschnittliche Entwicklung, für Vielfalt, Leistungsstärke, Innovation und Traditions-bewusstsein sowie regionale Verankerung und die wirtschaftliche Entwicklung der Region und die Verbesserung der Lebensqualität stehen.

Unternehmen, die „Unternehmen des Jahres“ werden wollen, sollten sich konsequent modernisiert haben, das kreative Potenzial der ostdeutschen Wirtschaft präsentieren und den demografischen Veränderungen Rechnung tragen.

Gesucht werden insbesondere Unternehmen, die durch Innovation und besondere Alleinstellungs-merkmale auffallen.

An Vereine wendet sich die Kategorie „Ver-ein des Jahres“. Gesucht werden Ver„Ver-eine, die durch das Engagement ihrer Mitglieder zum Zusammenleben in der Region beitragen und besondere Leistungen mit hoher gesellschaft-licher und regionaler Bedeutung vorweisen können.

Die „Kommune des Jahres“ soll als hervor-ragendes Beispiel der Wirtschaftsförderung und als lebenswerter und attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort gelten. Dazu gehört auch die erfolgreiche Vernetzung von Wirtschaft, Bildung, Familie, Kultur und Umwelt.

Nominierungen können ab sofort bis zum 15. Juli 2014 in schriftlicher oder elektronischer Form beim Ostdeutschen Sparkassenver-band unter der Adresse unternehmer-preis@

osv-online.de eingereicht werden. Die Nominierung kann dabei mit einer formlosen Anlage – als Begründung für den Vorschlag – ergänzt werden. Der Preis wird zusammen mit der Zeitschrift „SUPERillu“ ausgelobt. Eine Jury mit Vertretern von Sparkassen, Kammern, Kommunen und Medien wählt aus allen Ein-reichungen die Preisträger aus. Die Preise werden auf dem Unternehmer-Konvent des Ostdeutschen Sparkassenverbandes in Potsdam am 27. November 2014 verliehen.

www.osv-online.de

Ermrich: Europa braucht mehr Sparkassen

Mehr Respekt und Verständnis für regional ausgerichtete Kreditinstitute hat der Geschäfts-führende Präsident des Ostdeutschen Spar-kassenverbandes (OSV), Dr. Michael Ermrich, gefordert. Ermrich sagte am 20. Mai auf dem 8.

Ostdeutschen Sparkassentag, „Europa braucht mehr Sparkassen und Regionalbanken und nicht mehr Regulierung. Regional wirkende, bodenständige Kreditinstitute haben weltweit die Finanzmarktkrise unbeschadet – und aus-reichend reguliert – überstanden.“ Ermrich forderte ein stärkeres länderübergreifendes Zusammenwirken der Regionalbanken. „Wenn die Aufsichtsbehörden international abgestimmt vorgehen, dann ist es legitim, wenn auch die Regionalbanken sich international abstimmen und ihre Positionen gemeinsam vorbringen. Es wäre auch ein Fortschritt, wenn beispielsweise die Vertreter im Baseler Ausschuss zur Kenntnis

nehmen würden, dass die Deutschen mit ihren Sparkassen und ihrer mittelständischen Wirt-schaft nicht per se eine Besonderheit in der Welt sind.“ Diese Notwendigkeit habe auf dem Sparkassentag auch der Meinungsaustausch mit Salvatore Marranca, dem Vorstandsmitglied der Communitybankers der USA und Vorstandsvor-sitzenden der Cattaraugus County Bank gezeigt.

Marranca hatte zuvor erläutert, dass in den USA von 7.300 Banken rund 7.000 regional ver-wurzelte Community Banken sind. Mit der immer stärkeren Einführung internationaler Regelungen auch in den USA hätten die Community Banken ein großes Interesse am Erfahrungsaustausch mit ihren deutschen Kollegen.

Ermrich warnte davor, die gleichen Regulierungen für alle Banken, unabhängig von ihrer Größe und ihrem Geschäftsgebiet zu beschließen. „Was für die Großen passend ist, kann die Kleinen erdrücken“. Beispielhaft nannte Ermrich die Pläne für einen europäischen Abwicklungsfonds. Dieser sollte nach seiner Meinung ausschließlich von international tätigen Banken finanziert werden. Zumindest muss die Beitragshöhe die konkrete Risikoneigung und die Größe eines Kreditinstituts berücksichtigen. Alles andere wäre eine Subvention der Investment-banken durch nachhaltig arbeitende Banken.

Keinesfalls dürften regional ausgerichtete Banken durch Regularien bestraft werden, die für Groß-banken gedacht sind.

„Wir Sparkassen verlangen keine „Extra-Wurst“, wir wehren uns gegen Extra-Dis-kriminierung, erst recht in einer Zeit, in der europäische Staaten wie Estland, Irland und Großbritannien unser Modell für nachahmens-wert halten. Es verwundere schon, wenn einer-seits andere Staaten sparkassenähnliche Institute einführen wollten, andererseits aber in Brüssel den Einsatz der deutschen Seite für Regional-banken behindern wollten.

An den Bundesgesetzgeber appellierte Ermrich in diesem Zusammenhang, dass EU-Richtlinien stets mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl in nationales Recht überführt werden. Es sollte nicht sein, dass wir auf strikte EU-Regeln noch ein deutsches „add-on“ draufsatteln, wie zuletzt bei der Umsetzung von CRD IV.

Ermrich betonte, in den zurückliegenden 25 Jahren seit der Wiedervereinigung hätten die OSV-Sparkassen maßgeblich zum Aufbau einer sozialen Marktwirtschaft beigetragen und sich als Hausbank der Ostdeutschen und als Teil „regionaler Wirtschaftsnetzwerke“ bewährt.

Daran würden sich die Sparkassen auch in den nächsten 25 Jahren messen lassen.

www.osv-online.de

Dr. Michael Ermrich bei seiner Rede auf dem 8.

OSV-Sparkassentag

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